Gast-Leserbrief: plakativ schwer rassistisches Vokabular im Goldmann Verlag

Offener Brief von P[Name anonymisiert], die über ein Buch der Autorin Margit Schreiner gestolpert ist. Der Titel des Buches lautet “Mein erster Neger” (anm der Blog-Red.: wird unsererseits nachfogend in N**** umgewandelt)

Sehr geehrte Damen und Herren, sehr geehrte Frau Schreiner!

Als ich über Ihr Buch mit dem Titel “Mein erster N****” stolperte war ich entsetzt.
Das Wort “N****” stellt eine Beleidigung aller Menschen mit schwarzer Hautfarbe dar. Es stammt aus der Kolonialzeit. Die Firma Dickmanns hat sich schon seit einigen Jahren dazu entschieden, die früher genannten N-Küsse in Dickmanns umzutaufen. Und vielen Menschen leuchtet auch ein, dass Sie dieses Unwort in jeglicher Variante aus ihrem Wortschatz zu streichen haben. Zu Margit Schreiner und dem Goldmann Verlag scheint das wohl noch nicht durchgedrungen zu sein. Hier wird der unsägliche Buchtitel auch noch passend dazu mit einem Cover versehen auf dem Schaumküsse abgebildet sind. Das ist ja wunderbar. Damit schlagen Sie dann gleich zwei Fliegen mit einer Klappe nicht wahr? Als erstes werden die Leser dazu aufgefordert ab sofort wieder “N-Kuss” zu sagen und als zweites können Sie dann wohl damit anfangen schwarze Menschen auch als N…. zu betiteln. Das Buch besteht aus mehreren Kurzgeschichten und die eine heisst dann so wie der Buchtitel. Wie oft in dieser Geschichte das N-Wort vorkommt hab ich irgendwann aufgegeben zu zählen. Auch wird in der Geschichte nicht einmal klar, dass es sich bei dem Wort um eine Beleidigung handelt. Es wird benutzt als sei es das Normalste von der Welt schwarze Menschen als N…. zu bezeichnen. Es lässt sich leider nicht vermeiden, dass sich bei mir der Gedanke einschleicht, hier würde es darauf angelegt werden, das N-Wort wieder Salonfähig zu machen.

(…)

Mit freundlichen Grüssen
P[Name anonymisiert]
P.S. Ich bitte Sie eine Kopie dieses Schreibens Ihrer Autorin zukommen zu lassen (…)

Anm. der Red: Für alle, die es wirklich nicht verstehen (wollen), liegt auf www.derbraunemob.de das Dokument “Warum nicht Neger?” zum download und Verteilen.

2 replies
  1. N***
    N*** says:

    Ich bezweifle, dass dieses Buch gezielt gegen Schwarze geschrieben wurde.
    Menschen, die weder Kolonialzeit noch das Nazi-Regime miterlebt haben, sind sich der negativen Bedeutung oft nicht bewusst. Wenn das nicht der Fall ist, versuchen sie mitunter gar, das Wort bewusst auch in einen positiven Kontext zu setzen.

  2. mobbing
    mobbing says:

    Der Kommentar oben ist ein tolles Beispiel für gleich mehrere rassistische “Herrschaftsreflexe” von jemandem, der sich selbst wahrscheinlich für okay hält:

    – dem Impuls nachgehen, schwer rassistisches Verhalten zu verteidigen

    – durchweg belehrend auftreten

    – die Expertenschaft einer Organisation als weniger relevant betrachten als spontane eigene Impulse.

    Nächstes mal die Energie bitte in den Kampf gegen Rassismus stecken, nicht in Besserwissereien aufgrund diffusen Unwohlseins bei der Forderung nach politisch korrektem Verhalten und einer Öffentlichkeit ohne Rassismen.

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