Tagesschau-Interview: “Bundespolitik verstärkt völkische Ideologie”

Im Tagesschau-Interview Rechtsextremismus: “Kommunen müssen tätig werden” spricht endlich mal jemand deutlich aus, dass Politik und Gesellschaft immer noch am überkommenen Völkischen Bild von “Deutschen” festhalten und damit Rassismusbekämpfung erheblich erschweren.

Auf Tagesschau.de heißt es:

“Die Kommunen müssen gegen den Rechtsextremismus endlich selbst tätig werden”, so der Experte Bernd Wagner im Interview mit tagesschau.de. Aber auch die Bundespolitik verstärke durch ihre Rhetorik bisweilen die völkische Ideologie. Außerdem kritisierte Wagner die Rolle der Medien.

Wagner: “Das große Problem in der demokratischen Politik ist, dass man mit Ethnisierungen – wie es im Soziologen-Deutsch heißt – arbeitet. Politische Fragen werden über den Begriff des Völkischen gezogen. Völker und “Rassen” und Kulturen werden in den Mittelpunkt gestellt. Das geht so nicht. Man muss sich besonders den sozialen Fragen rhetorisch anders nähren, denn sonst stößt das beim rechtsextremen Massenpublikum durchaus auf Freude. Denn es gibt einen erklecklichen Anteil dieser Leute in Deutschland.”

Das ganze Interview ist hier, auf www.tagesschau.de

Sw

1 reply
  1. Andreas
    Andreas says:

    .. man koennte bemerken, das der Begriff der kulturell-biologischen Ethnie, denn der Zusammenhang ist ja in Deutschland ein kulturell-biologischer, nicht einmal ein kultureller, was ja auch fraguerdig ist, sondern ein kulturell-biologischer, aus meiner Sicht vor allem vom Bildungssystem gepraegt wird. Man waechst etwa nicht mit einem ‘Literaturfach’ auf, wie es ja in Russland oder Polen etwa gang und gaebe ist, weswegen jeder Russe oder Pole mehr Goethe gelesen hat als die meisten der deutschen ‘Dichter und Denker’, man lernt: ‘Deutsch’, die Deutschstunde. Inhalte werden in Bezug auf kulturelle Ethinien verschluesselt und klassifiziert nicht im Blick auf eine innere Bewegung einen menschlichen Kern geistiger Genese.. Wiewohl die schule Mediator einer jahrtausendealten globalen intellektuellen Anstrengung ist, erfaehrt man dort nie, wie ‘international’ Wissenschaft schon war, lang bevor es ueberhaupt die europaeische Aufkalerung gab, es wird kein Bewusstsein fuer Weltbuergertum erzeugt, es wird ein Bewusstsein fuer Regionalitaet und kleinkarierte nationale Hybris erzeugt. Aus diesem Sumpf herauszufuehren, ist unendlich schwer, fast unmoeglich und ist eine Anstrengung die, sofern sie jemals gelingt, noch Jahrhunderte andauern wird, aber solange kann ich nicht warten.

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