Konferenz und Gedenkveranstaltung in Jena zum 3. Todestag von Oury Jalloh

Information und Einladung zur Pressekonferenz in Jena am 13Uhr,

01.Dezember 2007

 

Link to English Text:

The 3. Memorial Anniversary of the mysterious death of OURY JALLOH an

African refugee from Guinea /Sierra-Leone who was burnt alive on

07.01.2005 in a police cell in the city of Dessau

http://thevoiceforum.org/node/633

 

 26.11.2007

 

Konferenz und Gedenkveranstaltung in Jena zum 3. Todestag von Oury Jalloh

 

01.Dezember 2007 14:00 ” 20:00 Uhr

Campus der FSU Uni Jena ” HS 9 und Eingangshalle

Carl Zeiss Strasse 3 (gegenüber Seiteneingang Goethe-Galerie)

 

Pressekonferenz zur Veranstaltung: 13:00 Uhr (FSU, HS 9)

 

Der mysteriöse Tod des OURY JALLOH – Ein afrikanischer Flüchtling aus

Guinea und Sierra-Leone wurde am 07.01.2005 in einer Dessauer

Gewahrsamzelle der Polizei bei lebendigem Leibe verbrannt

 

Unterlassene Hilfe?…Totschlag?…ODER”Mord?

 

Erst nach 2 Jahren wird der Prozess gegen die verantwortlichen

Polizeibeamten eröffnet!

 

In diesen 2 Jahren sind die Ermittlungsbehörden vordergründig damit

beschäftigt nachzuweisen, dass es für Oury Jalloh möglich gewesen sein

muss, sich selbst in einer “nackten” Gewahrsamszelle anzuzünden.

 

Die Eröffnung des Prozesses trotz der offiziellen Selbstmordtheorie kam

erst nach massiven öffentlichen Protesten der bundesweiten Initiative in

Gedenken an Oury Jalloh unter dem Motto “BREAK THE SILENCE” zustande.

 

Ein Ende des Gerichtsverfahrens ist schon deswegen nicht abzusehen, weil

die Selbstmordhypothese der anklagenden Staatsanwaltschaft selbst für

immer tiefer greifende Widersprüche sorgt.

 

Da das allgemeine öffentliche Interesse über die Jahre und angesichts der

zermürbenden Widersprüchlichkeiten unhaltbarer Ausgangsvermutungen

dramatisch nachgelassen hat fordern wir eine unabhängige Untersuchung, die

sich nicht scheut auch andere Möglichkeiten des Handlungsablaufes in

diesem “mysteriösen Todesfall” ernsthaft in Erwägung zu ziehen!

 

Pressekonferenz mit Verantwortlichen der Kampagne der “Initiative in

Gedenken an Oury Jalloh” über:

 

– die Arbeit und die Protestaktionen der landesweiten “Initiative in

Gedenken an Oury Jalloh”

– den aktuellen Prozessverlauf am Dessauer Landgericht

– das Leben und den Tod des Oury Jalloh

 

Podium:

 

Mouctar Bah ” Protagonist und Gründer der “Initiative in Gedenken an Oury

Jalloh” aus der Dessauer Guineanischen Community

Regina Kiwanuka ” Mitglied der Delegation internationaler

Prozessbeobachter aus der ugandischen Community – Nürnberg

Azubuike Erinugha ” Künstler und Gründungsmitglied der Nigerian and

Friends Association ” NAFA in Thüringen

Lothar König ” Stadtjugendpfarrer der Stadt Jena, JG-Stadtmitte

 

Organisatoren der Konferenz: Osaren Igbinoba und Thomas Mwayemudza Ndindah

von The VOICE Refugee Forum und Die Karawane – Für die Rechte von

Flüchtlingen und MigrantInnen.

 

Darüber hinaus sind eine Vielzahl von Delegierten und Mitgliedern der

afrikanischen Communities und MigrantInnengruppen aus verschiedenen

Städten Deutschlands vom The VOICE Refugee Forum gemeinsam mit den

Aktivisten der “Initiative in Gedenken an Oury Jalloh” eingeladen worden

an dieser Veranstaltung teilzunehmen.

 

http://thevoiceforum.orghttp://thecaravan.org,

http://initiativeouryjalloh.wordpress.com

 

 

Wir rufen auf gegen die rassistisch motivierten brutalen Behandlungen und

die Todesfälle unter den Farbigen und afrikanischen MigrantInnen durch

Polizei und Behörden in Deutschland zu protestieren!

 

Wir glauben, dass jede demokratische Gesellschaft den Schutz des Lebens und

der Menschenwürde eines jeden einzelnen Menschen innerhalb der eigenen

Landesgrenzen und auch in Ihrem äußeren Einflussbereich unabhängig seiner

oder ihrer “Rasse” oder Hautfarbe, Nationalität oder Abstammung,

konfessionellen Orientierung oder politischen Überzeugung gewährleisten

und dafür einstehen sollte.

 

Wir fordern rückhaltlose Untersuchung durch eine unabhängige Komission und

einen parlamentarischen Untersuchungsausschuss, um den Verdacht

konspirativen Mordes bei der gegebenen Sachlage im Todesfall Oury Jalloh

in der Zelle 5 des Dessauer Polizeireviers sowie der tödlichen Schüsse auf

Dominique Kouamadio in Dortmund und auch bei weiteren Todesfällen von

AsylbewerberInnen im Zusammenhang mit polizeilichen Maßnahmen endlich

ernsthaft zu verifizieren!

 

Hierzu gehört auch die Untersuchung einer naheliegenden Komplizenschaft

des deutschen Rechtsstaatssystems, welches nicht nur Flüchtlinge und

MigrantInnen je nach Herkunft (und zumindest in der polizeilichen Praxis

auch nach der Hautfarbe) mit kriminalisierenden und diskriminierenden

Ausländergesetzen überzieht, sondern immer wieder tödliche Vorkommnisse im

Zusammenhang mit Verhaftungen, Inhaftierungen und Abschiebungen

systematisch vertuscht und verschleiert!

 

Die Untersuchung der Polizei durch verschiedene Gruppen staatlich

unabhängiger Ermittler soll nicht nur die für eine rückhaltlose Aufklärung

notwendige Objektivität garantieren, sondern auch die Glaubwürdigkeit in

der Bevölkerung sowie deren aktive Beteiligung ermöglichen!

Wir unterstützen die Forderungen der Black Community vom Sonnabend, den 6.

Januar 2007, an dem in Dessau eine Konferenz der Afrikanischen Community

unter dem Titel “Rassistische Tötungsfälle und Kriminalisierung von

Afrikanern und schwarzen Menschen in Deutschland” stattfand. Auf dieser

Konferenz wurden die folgenden Forderungen erhoben:

 

1 Wir fordern eine sofortige strafrechtliche Verfolgung und Bestrafung der

Polizeibeamten, die an der Tötung von Oury Jalloh beteiligt waren sowie

deren Entfernung aus dem Amt

2 Wir fordern den Rücktritt des Dessauer Polizeichefs

3 Wir fordern die Entschädigung der Familie Oury Jallohs und Erstattung

der angefallenen Kosten

4 Wir fordern die Einstellung aller rassistisch motivierten Kontrollen,

gewalttätigen Übergriffe und Tötungen von schwarzen Menschen durch die

Polizei

5 Wir fordern Gerechtigkeit und Entschädigung aller Opfer von

institutionalisiertem Rassismus, polizeilicher und staatlicher Gewalt

gegenüber schwarzen Menschen und deren Familien in Deutschland

(Am Sonntag, den 7. Januar 2007 protestierten mehr als 200 Menschen in

Dessau vor dem Polizeirevier, in dem Oury Jalloh getötet wurde)

 

Wir leisten Solidarität mit den Familien, den Freunden und Bekannten Oury

Jallohs und Dominique Kouamadios, geben ihnen unser Mitgefühl und Beistand

und verurteilen die Morde an ihnen.

Im Zusammenhang mit dem Gedenken an den brutalen Tod Oury Jallohs ruft die

afrikanische Community alle Afrikaner und mitfühlenden Menschen an diesem

Tag dazu auf sich auch all der anderen Afrikaner schwarzen Menschen zu

erinnern, die von rassistischer Hand in diesem Lande getötet wurden.

 

Lasst uns um die von uns gegangenen Brüder und Schwestern trauern:

Laye-Alama Condé (Bremen), John Achidi (Hamburg), N’deye Mareame Sarr

(Aschaffenburg), Amir Ageeb (Munich), Kola Bankole (Frankfurt), Alberto

Adriano (Dessau) and Amadeo Antonio (Dresden)

 

Wir sind die Opfer, die sich zusammen organisieren müssen!

Es steht in unserer Macht diejenigen Initiativen schwarzer und

afrikanischer Solidarität, welche sich für Gerechtigkeit und Menschenwürde

hier und in der Diaspora einsetzen hier und jetzt zu verstärken!

Wir werden aufschreien und uns gegen diskriminierende Behandlung und

polizeiliche Übergriffe wehren ” zusammen mit den schwarzen und

afrikanischen Opfern werden wir polizeiliche Tötungen und Kriminalisierung

in Deutschland öffentlich anprangern!

 

Wir appellieren an alle schwarzen und afrikanischen Communities,

Menschenrechtler und Wohlfahrtsorganisationen sich dieser Bewegung

anzuschließen! Wir werden um die Solidarität über alle hier und in der

gesamten Diaspora gezogenen Grenzen hinaus und mit Wissen um den

schwarzafrikanischen Holocaust dieser Welt im Bewusstsein kämpfen!

 

The VOICE Forum Appeal: Black African Community Forum of Activists and for

the Welfare of Africans. http://thevoiceforum.org/node/590

 

Wer ist das nächste Opfer oder wie viel muss noch passieren?!

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P R O G R A M M

 

 

Konferenz und Podiumsdiskussion

 

Informationen über den Prozessverlauf in Dessau presentiert von

Mitgliedern der “Initiative in Gedenken an Oury Jalloh”, nationalen und

internationalen Prozessbeobachtern und Freunden von Oury

Videoclips, Diashow und Foto-austellung über die Kampagne “BREAK THE SILENCE”

 

für Essen und Getränke wird gesorgt

 

Termin:  01.12.2007  — 14:00 ” 20:00 Uhr

Ort: Universitätscampus FSU Jena – HS 9 und Eingangshalle

Carl Zeiss Strasse 3 (gegenüber Seiteneingang Goethe-Galerie)

 

Soli-After-Party

in Co-operation mit der nigerianischen Community Thüringen

ab 21:00 Uhr: Percussions; DJ Kingsley (Nigeria); Chill Out DJ Sereno (Jena)

Ort:  JG-Stadtmitte, Johannisstrasse 14

 

Delegierte und politische Aktivisten der schwarzen und afrikanischen

Communities, Flüchtlinge und MigrantInnen sowie Unterstützer und Aktive

der “Initiative in Gedenken an Oury Jalloh” aus Nürnberg, München, Halle,

Berlin, Dessau, Brandenburg, Jena, Göttingen, Kassel, Erfurt und Baden

Baden sind zu dieser Konferenz eingeladen worden. Es werden auch

Teilnehmer aus Nigeria,Kamerun, Sierra Leone, Burkina Faso, Uganda, Togo

und Guinea bzw. den entsprechenden Communities hier in Deutschland

erwartet.

 

Die Vertreter der verschiedenen Gruppen, wie The VOICE Refugee Forum, Die

KARAWANE-Für die Rechte der Flüchtlinge und MigrantInnen, The Nigerian and

Friends Association-NAFA Thüringen, PLATAFORMA der MigrantInnen und

Flüchtlinge und The Thomas Sankara Movement, African Union Convention,

African People Convention, werden gemeinsam mit der “Initiative in

Gedenken an Oury Jalloh zusammentreffen und zukünftige Aktionen und Formen

der gegenseitigen Unterstützung in der bundesweiten Kampgne diskutieren.

 

Die Veranstaltung wird von The VOICE Refugee Forum Jena in Zusammenarbeit

mit The Nigerian and Friends Association ” NAFA in Thüringen und der

freundlichen Unterstützung der JG Stadtmitte, dem FSU Stura Jena,

Flüchtlingsrat Thüringen Erfurt und Gerberei Weimar organisiert.

 

Kontakt:

Osaren Igbinoba, Mobil: 0049 (0)17624568988 (englisch)

Thomas Mwayemudza Ndindah, Tel: 03641 513144, Mobil: 0049 (0) 1634811554

(deutsch)

The VOICE Refugee Forum Jena: E-mail: thevoiceforum@emdash.org

 

Confusion breaks bones!

Na double whaala for the dead body!

 

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WEITERE VERANSTALTUNGEN:

6. Dezember in Hamburg, im B5, Brigittenstrasse 5 (19:00Uhr)

Bundesweites Treffen 8/9. Dezember in Wuppertal, im AZ, Markomannenstrasse

10. Dezember in Halle/Saale, im VL, Ludwigstrasse 37 (20:00Uhr)

!!!! Bundesweite Konferenz und Demonstration 5-7. Januar in Berlin und

Dessau !!!

 

http://thevoiceforum.orghttp://thecaravan.org;

http://initiativeouryjalloh.wordpress.com

 

hier noch einige Links:

Oury Jalloh: African Community Conference in Dessau – Racist Police

Killings and Criminalisation of  Africans and Black in Germany

(06.01.2007)

http://thevoiceforum.org/BLACK_COMMUNITY_DEMANDS (deutsch/englisch)

 

Telepolis Artikel-URL: Wenn Flüchtlinge in Deutschland sterben…

http://www.heise.de/tp/r4/artikel/24/24437/1.html (deutsch)

 

Stellungnahme der Initative in Gedenken an Oury Jalloh: Eins, zwei oder

gar kein Feuerzeug?

Lügenkonstrukte – Made in Germany; http://thevoiceforum.org/node/619

(deutsch)

 

Kein Ende im Prozess um Tod in Polizeizelle

http://www.pr-inside.com/de/kein-ende-im-prozess-um-tod-r275552.htm (deutsch)

 

Monitor Beitrag vom 12.April 2007 Tod in der Polizei-Zelle – Warum starb

Oury Jalloh? Bericht: P. Pagonakis

 

SolidaritätsJingle für Oury aus dem Süden Chiles: Penguins !!

http://paperboy.nl/?PID1=84%24%3A%26C%5DZ6%5FD%22%3AEO%5D%3AGQ%3BOM%2BH491LDV%244%3B%0A

 

Solidarity Poem in memory of Oury Jalloh

-The Poem of a Nigerian in Erfurt: A hymn for him and for us a hymn by

Azubuike Erinugha; http://thevoiceforum.org/node/617

 

Anmerkungen und Kommentare:

 

 

 

— 

Donation // Spende: The Voice e. V., Göttingen

Account nr: 127 829, Bank BLZ. nr: 260 500 01

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The VOICE Refugee Forum Jena

Adresse:  Schillergässchen 5, 07745 Jena

Telefon:  03641 / 66 52 14, Fax:  03641 / 42 02 70,

E-Mail:  thevoiceforum@emdash.org, Internet:  http://www.thevoiceforum.org

Unter folgenden Stichworten wird die Organisation im Register aufgeführt

sein:

Rassismus, Menschenrechte, Flüchtlinge & Migration, Asyl, Abschiebung,

Rechtsextremismus & Antifaschismus

Gegründet: 1994, Arbeitsweise: Kampagnen,Aktionen, Vernetzung.

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