Neuigkeit im “Fall A.T.U.”: das Unternehmen antwortet

Der KFZ-Teile-Hersteller A.T.U. hat derzeit einen äußerst fragwürdigen Werbespot online, der weiße Reinheitsphantasien bedient und allenorts als rassistisch eingestuft wird, siehe dieser BLOG-Eintrag hier.

Unser Schreiben an die Firma kann man hier lesen.

Nun erreichte uns ein Antwortschreiben darauf von A.T.U. Kommentare im Blog wie immer erwünscht.

7 replies
  1. Andreas
    Andreas says:

    ..tja, wenn sogar der lokale Quoten-Migrant bei ATU diesen Wisch unterschreibt, ist wohl jedes Argument machtlos. Man sollte allerdings evtl. erwaehnen, dass es objektiv gesehen genuegend Gruende gaebe, auch den Begriff ‘weiss’ mit ‘Tod’ in Verbindung zu bringen, zumindest ist ‘weiss’ das erste Merkmal der allermeisten Leichen, abgesehen von nachfolgender Verwesung und Spezialfaellen. Die hanebuechenen Erklaerungen zu ‘Gelb vor Neid’ und ‘Schwarz vor Aerger’ in jenem achso schlauen.-wissen.de verdecken nur sehr muehsam den rassistischen Ursprung der Zuschreibungen, es ist nach wie vor zu schmerzhaft fuer Deutsche zu verstehen, dass auch Sprache nur ein Abbild rassistischer Gesellschaften ist, was liest man nicht prosaisches:

    “»Gelb vor Neid«: Gelb hatte im Mittelalter vorwiegend eine negative Bedeutung” (aha und warum?)
    “(..)Einen ähnlichen Zustand (Ohnmacht) kann auch gesteigerter Neid auslösen.”
    “Oftmals wird das »Ergelben« im Sinne von »Erblassen« benutzt.”
    “Im Volksmund ist Gelb die Farbe der Bosheit, des Todes und des Neides.” (ja, nur warum?)

    EIne Erklaerung absurder als die andere. Es erscheint fast sinnlos, sich gegen eine Tradition zu erwehren, die so immanent rassistisch ist, dass jedes Argument an der ‘Wahrheit der Jahrtausende’ zerschellen muss.

  2. Redaktion
    Redaktion says:

    Zusendung: Antwort auf die Antwort von A.T.U. von T.

    Meine Damen und Herren,
    nein, es ist Ihnen nicht gelungen ihren eigentlich “humorvollen” Ansatz erklären zu können, im Gegenteil!

    Das ist ja klasse das sie den vermeintlichen Ursprung der Redewendung recherchiert haben, nur den Kern ihres Problems scheinen sie nicht entdecken zu wollen.

    Ja, der TV-Spot setzt eins zu eins eine leider immer noch gängige (daher längst nicht vernünftige) Redewendung in Bilder um. Was diese Bilder vermitteln und auslösen hat allerdings überhaupt nichts mit dem von ihnen genannten zu tun.
    Glauben sie wirklich der erste Gedankensprung führt den Betrachter ins Reich der Toten? Mir erschienen die schwarz angemalten Darsteller ziemlich lebendig.

    Es ist traurig das sie versuchen einen offensichtlichen Fehler zu erklären, anstatt ihn zu akzeptieren und vernünftige Schlüsse daraus zu ziehen.

    Gruss

    T.

  3. Redaktion
    Redaktion says:

    A.T.U. haben den Spot inzwischen von ihrer Startseite genommen.
    An vielen Orten im Internet -und nach Auskunft von Horizont.net auch überall im Fernsehen- ist er aber immer noch zu sehen. Die Links zum Spot haben wir entsprechend geändert.

  4. Jeannine
    Jeannine says:

    Ich fürchte, die Antwort von A.T.U. entspricht der üblichen Abwiegelungstaktik im Umgang mit Rassismus in Deutschland. Die A.T.U.-Leute behaupten einfach, das Ganze sei nicht diskriminierend oder rassistisch, weil es sich lediglich um die Umsetzung einer “gängigen Redewendung” handelt. Und weil sie außerdem noch bei “wissen.de(!)” ” Bertelsmann lässt grüßen! – nachgeschlagen haben, seien sie sowieso im Recht, nach dem Motto: Wenn alle es sagen und es im Lexikon steht, dann ist es o.k.

    Im Firmenkatalog behaupten die A.T.U.-Leute übrigens, dass ihr “Konzept europafähig” sei und sie “mehr Botschafter als alle Länder der Erde zusammen” hätten. Da kann man nur hoffen, dass sie nicht versuchen die Botschaft dieses Werbespots in alle Welt zu tragen. Offenbar gehört die Werbung Schwarzer Menschen als potentielle Kunden nicht zum Firmenkonzept von A.T.U.

    Da sich also das Management in Deutschland nicht von Beschwerden Schwarzer Menschen hierzulande beeindrucken lässt, sollte man vielleicht den Protest an anderer Stelle platzieren. Und zwar beim Eigentümer von A.T.U. Nach meinen Recherchen handelt es sich dabei um den US-Finanzinvestor Kohlberg Kravis Roberts & Co. L.P. (KKR) (www.kkr.com) in San Francisco. Die haben A.T.U. 2004 aufgekauft, seitdem läuft das Geschäft aber nicht besonders. Offenbar war man auch mit dem Management nicht zufrieden, deshalb hat KKR im vergangenen Jahr den bisherigen A.T.U.-Chef ausgewechselt

    Ich frage mich, ob die Amerikaner wissen, mit welchen rassistischen Mitteln eine ihrer deutschen Firmen Werbung macht. Und vielleicht können sie ja auch den “humorvollen Ansatz” dieser Werbung erkennen, die stark an die Tradition rassistischen “Minstrel-Shows” in den USA erinnert. Ich kann jedenfalls nicht darüber lachen, aber wahrscheinlich bin ich einfach nur wieder “zu empfindlich”.

    Jeannine

    P.S. Der Werbespot steht übrigens noch immer auf der Startseite.

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  1. […] Hier aufgrund dieses Tipps ein Schreiben von uns an die amerikanische Mutterfirma, die A.T.U. gekauft hat. […]

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