rassistischer “Obama”-Artikel: Reaktion des AZ-Autors und Antworten aus dem Volk

Zum rassistischen Totalausfall der Münchner AZ – Hier eine Mail, die der Autor seit einigen Tagen an BeschwerdeführerInnen versendet – im selben Wortlaut, ungeachtet der jeweiligen Fragen oder Inhalte ihrer Anschreiben.

Weiter unten dann eine -überaus lesenswerte- Antwort der Antirassismustrainerin, die diesen Brief geschrieben hatte.

(klick: hier gehts zur Antwort auf Heinrichs Brief)

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Sent: Monday, November 10, 2008 4:49:10 PM

Sehr geehrte Frau xx (Name der Red. bekannt),

ich muss Ihnen gestehen, dass ich ziemlich am Boden zerstört darüber bin, dass mein Artikel ” nicht nur bei Ihnen ” solche heftigen Reaktionen ausgelöst hat.
Ich bin weit davon entfernt, ein Rassist zu sein.

Ich weiß selbstverständlich, dass alle Menschen ” gleich welcher Hautfarbe ” sich nicht in ihrer Befähigung zu Intelligenz und Charakter unterscheiden. Ich weiß auch, dass die genetischen Unterschiede zwischen den verschiedenen “Typen” (um einen ” hoffentlich ” neutralen Ausdruck zu gebrauchen) so verschwindend gering sind, dass nicht von Rassen im biologischen Sinn gesprochen wird. Ich weiß auch, dass der eigentlich neutrale Begriff der Rasse durch seinen Missbrauch durch die Nationalsozialisten so negativ belegt ist, dass er nicht gebraucht werden darf.

Ich bedauere zutiefst, dass ich in meinem Artikel durch gleich mehrere unpassende Formulierungen den gegenteiligen Eindruck erwecke.

Mit freundlichen Grüßen

Michael Heinrich
Verlag Die Abendzeitung GmbH & Co. KG
Ressort Aktuelles/Wissen
Rundfunkplatz 4,
80335 München.

Tel. 089/2377-378, Fax 089/2377-729
michael.heinrich@abendzeitung.de
www.abendzeitung.de

Geschäftsführer: Dr. Johannes Friedmann, Ulrich Buser
Amtsgericht: München HRA 1477

Antwort der Beschwerdeführerin:

Herr Heinrich,

schon wieder stehe ich vor einer Höflichkeitsfalle. Gerne würde ich meine Zeilen mit dem üblichen “Ich danke Ihnen für Ihre Mail” beginnen.
Nur weiß ich nicht so recht, wofür ich mich bei Ihnen bedanken könnte. Für die Beteuerung, dass Sie kein Rassist sind? (Selbst- und Fremdwahrnehmung, klaffen zuweilen schon mal weit auseinander.) Dafür, dass Sie offen legen, was Sie alles wissen? Wobei bei dieser Auflistung die Frage erlaubt sein muss, wieso Sie bei so viel Wissen, in Ihrem Aufsatz derart fulminant mit Halbwissen und Unwissenheit glänzen und sich mit keinem Wort von den rassistischen Plattitüden des Herrn Schiefenhövel distanzieren. Oder sollte ich mich dafür bedanken, dass die Wirkung Ihres Artikels Sie am Boden zerstört? Oder vielleicht dafür, dass Sie zutiefst bedauern, welchen Eindruck Sie mit Ihrem Artikel erwecken?

Ich finde es bedauerlich und erschreckend zugleich, dass Sie offenbar darauf hingewiesen werden müssen, dass es hier gerade nicht um Sie geht: nicht um Ihr Wissen, nicht um Ihre Außenwirkung, nicht um Ihre Gefühle und schon gar nicht um Ihre kläglichen Rechtfertigungsversuche.

Sie haben mit Ihrem Artikel die Würde und die Gefühle Schwarzer Menschen verletzt. Wohlgemerkt nicht nur die meinen. Wäre da nicht ein Wort der Entschuldigung angebracht gewesen?

Während Sie in Ihrem Artikel die – aus ihrer Perspektive – “Anderen” auf unglaubliche Weise diffamieren und rassistisch beleidigen, sich selbst dabei außen vorhalten, drehen Sie sich nun in Ihrer Mail ausnahmslos um sich selbst. Ein solches Verhalten ist nicht nur äußerst unangebracht, sondern – mit Verlaub – auch zutiefst unreif und unprofessionell.

Oh, ich könnte mich freilich auch noch dafür bedanken, dass Sie die selbe Email kettenbriefartig kreuz und quer durchs Land verschicken, ohne sich die Mühe zu machen, auf die spezifischen Anschuldigungen, Befindlichkeiten, Fragen und Forderungen der einzelnen Beschwerdebriefe einzugehen.

Ich finde es erschütternd in welcher Weise Sie in dieser Situation mit Ihrer Verantwortung nicht! umgehen und es ist schlicht und ergreifend nicht hinnehmbar, dass die Münchner Abendzeitung offenbar Strukturen bietet, die munteres, öffentlich publiziertes, rassistisches Stammtischgeschwafel ermöglichen.

Ich werde – wie in meinem vorherigen Brief angekündigt – nun weitere Schritte gegen Sie und die Redaktion Ihrer Zeitung einleiten.

Ich weise Sie darauf hin, dass ich diesen Briefwechsel öffentlich fortführen werde und dass ich dieses Anschreiben wie auch Ihre eventuelle Antwort zu Zwecken der Dokumentation und Aufklärung veröffentlichen werde.

M.

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5 replies
  1. Mssandra
    Mssandra says:

    dazu schreiben “black(s) in NRW”:

    “Woher stammen diese Statements?

    1. Kolonialpostile aus Deutsch Südwest 1913, Schautafel der Ausstellung Köln Postkolonial

    2. Rassenbiologisches Unterichtsmaterialen des Dritten Reichs, Sekundarstufe, 1. Auflage 1936,

    3. Michael Heinrich und Prof. Dr. Wulf Schiefenhövel sind tatsächlich Harald Schmidt und Oliver Pocher, der Dialog stammt aus einer aktuellen Fernsehshow, siehe Youtube Video?

    Alles falsch.

    Dr. med. Wulf Schiefenhövel gibt es wirklich, er ist Professor am Max Planck Institut für Ornithologie (Vogelkunde) in Bayern, einer von der Sorte “Anthrophologen” mit Rauschebart und Ethnohemd, der sich am liebsten zwecks Feldforschungen in Papua Neu Guinea oder in der fernen Südsee aufhält. Mit Jg. 1943 etwas zu spät geboren, um mit solchen Thesen noch zum Aushängeschild für den Wissenschaftsstandort Deutschland herhalten zu können ” aber immerhin mit zig Publikationen im Stil von “Systeme der Yams-Vergabe auf den Trobriand-Inseln”, “Stillen und Brutpflege in Hinter Melanesien” oder der “Die Sexualität von Adolozenten Eipu Stammesmitgliedern””

    Auch Michael Heinrich gibt es tatsächlich, er ist Redakteur der AZ, die den folgenden von ihn geschrieben Artikel unter dem Titel Das Rätsel der Hautfarben am 5.11.2008, redaktionel abgesegnet und veröffentlicht hat. Deutschland 2008. Aufhänger war, leider wiedermal, die Wahl des US Präsidenten, und es sind/ist die “Krausen, schwarze Haare, negroide Lippen, dunkler Teint, Abstammung” des Präsidenten der USA, Barack Obama, über den in der AZ schwadroniert wird.

    Die Abendzeitung (AZ) ist eine der grossen deutschen Boulevardzeitung (Auflage von ca. 170.000) in einer kosmopolitischen deutschen Landeshauptstadt – München. Eine Zeitung, zu deren bekanntesten Kolumnenschreibern u.a. Münchens Oberbürgermeister Christian Ude gehört.”

  2. Redaktion
    Redaktion says:

    Brief an die Redaktion (hier anonymisiert, im Original mit Namen):

    An die Chefredaktion der Abendzeitung München und Herrn Heinrich:

    auf diesem Wege möchte ich Ihnen meine Empörung über den Artikel “Das
    Rätsel der Hautfarbe” aussprechen! Dass derart überkommene und diskriminierende Rassentheorien im heutigen Journalismus nach wie vor Platz finden ist zutiefst diskriminierend und unentschuldbar.
    Mit ihrem Artikel festigen sie die Position derartiger Rassismen in unserer Gesellschaft! Nicht nur die seriöse Recherche der Hintergründe hat in diesem Falle versagt, sondern auch die Kontrolle, die eine Chefredaktion über die Inhalte ihres Presseerzeugnisses haben muss!

    Ich weise Sie darauf hin, dass ich mir das öffentliche Führen bzw. die
    Veröffentlichung dieses Anschreibens wie auch Ihre eventuelle Antwort zu
    Zwecken der Dokumentation und Aufklärung vorbehalte.

    A.
    uni-muenster.de

  3. Redaktion
    Redaktion says:

    Brief an die Redaktion (hier anonymisiert, im Original mit Namen):

    Grüß Gott,
    oder wie sagt man das jetzt bei ihnen da unten, seit man den Arm nicht mehr zum Gruß heben darf?

    Ihr Artikel vom 05.11.2008 ist mal wieder ein schlagender Beweis dafür, dass die ewig gestrigen leider immer wieder auch in sogenannten “gemäßigten Medien” ihr Podium bekommen und verpackt in pseudo-
    wissenschaftlichen Thesen oder Pamphleten ihr rassistisches Gedankengut ungehindert verbreiten können/dürfen.
    Der ganze Artikel an sich ist eine Farce. Er verdreht/vereinfacht komplexe Zusammenhänge auf ein RTL 2 Niveau, um dann total abstrakte Theorien, eines anscheinend geistig verwirrter Altnazi Antroprolgen, in die Welt zu setzen, die einfach nur blanker Unsinn sind. Krönung des ganzen ist dann die Knochenerweichungstheorie des Herrn Schiefenhövels, die einfach nur haarsträubend ist. Das dann auch noch Chinesen als gelbe und sogennnate Indianer als Rothäute tituliert passt dann ins Gesamtbild. Das ganze dann auch noch irgendwie mit Barack Obama in Zusammenhang zu bringen, bzw. seine Wahl zu Präsidenten als Aufhänger für diesen unsinnigen Artikel zu wählen toppt dann alles.

    Ich weiss nicht, ob es mit den bestehenden Mediengesetzte vereinbar ist so was zu veröffentlichen, mit aufgeklärten Journalismus hat das auf jeden Fall nichts zu tun. Wie kann man so einem Rassisten seine wirren Theorien verbreiten lassen, ohne sie zu hinterfragen oder gegen zu checken. Ich denke, dass man selbst als Laie beim ersten überfliegen erkennen müsste das der gute Herr Schiefenhövel anscheinend an Altersdemenz leidet, da er sich sogar in einem einzelnen Absatz ad absurdum führt, in dem er feststellt das alle Menschen mal schwarz waren, um dann im nächsten Satz auszuführen, das sie durch Anpassung an klimatische Verhältnisse immer dunkler wurden. Also war der Urafrikaner doch hellhäutig/weiss oder was will er sich/uns da “weissmachen”.

    Ich denke sie sollten da auf jeden Fall eine Entschuldigung für die verbalen Entgleisungen a la Rothaut und unterschwelligen Rassismen abdrucken und sich noch mal etwas kritischer mit ihrem guten Prof. Schiefenhövel
    Auseinander setzen. Unglaublich, das so ein Mensch 1ster Vorsitzender der Gesellschaft für Anthropologie ist und ungestraft in der Öffentlichkeit Rassistisches Gedankengut verbreiten darf und scheinbar wörtlich aus Werken wie; Rassenbiologisches Unterichtsmaterialen des Dritten Reichs, Sekundarstufe, 1. Auflage 1936 zitiert.

    Echt schlimme Sache.

    Für Rückfragen und oder Dispute stehe ich ihnen gerne per Mail zur Verfügung.

    Sachliche Grüße,

    M

  4. Redaktion
    Redaktion says:

    Brief an die Redaktion (hier anonymisiert, im Original mit Namen):

    Guten Tag,

    Ich bin eine Amerikanerin und ich habe “Das Raetsel der Hautfarbe” gelesen. Diese Artikel ist ein himmelschreiendes Unrecht. Ich bin nicht schwarz (ich bin weiB) aber das macht nichts! Wir muessen uns von Racisme, Diskriminierung und Auslaenderfeindlichkeit wegbewegen. Diese Artikel macht das nicht und das ist unentschuldbar!

    Wir sind ALLE nur von EIN Menschenschlag: die Menschheit. Ich moechte, dass der Autor von diese Artikel eine Retracktion und eine Rechtfertigen machen. Wir muessen falsche Angabe nicht propagieren! Wir muessen Racisme und Hass anhalten! Wir koennen das nicht machen, wenn wir Propaganda wie diese Artikel nicht antworten.

    Ich schreibe auf deutsch, weil ich einen Punkte machen moechte. Wir muessen versuchen einander zu verstehen. Wir muessen vor einander Achtung haben. Ich hoffe, dass Sie nach die Konsequenzen von die Woerter der Artikel denken. Sie sind nicht so weit von Hitlers Woerter.
    Mit freundlichen GrueBen,

    G

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