“mögen dich deutsche schäferhunde vergewaltigen”:
Totalausfall von Redakteur und Geschäftsführung des bielefelder Stadtmagazins “Ultimo”

Überblick: (zu den Ankerpunkten geht es wenn man den ganzen Artikel aufruft)

– Kurzübersicht
Leserbrief an die Ultimo
Antworten aus der Redaktion
offener Brief des IBZ
Antwort vom Ultimo-Geschäftsführer
neuer Schmähartikel in “Ultimo”: “Liebe N…r”
Mob-Meinung, Ausblick, Handlungsvorschlag

Dieser Vorgang ist so extrem, dass wir zuerst skeptisch waren, ob er wahr ist. Die Quellen liegen uns inzwischen aber alle im Original vor.

Was ist passiert?

1) Ein Leser schreibt dem Stadtmagazin “Ultimo” dass er sich geärgert hat, weil diese in einer Ausgabe ständig vom N-Wort Gebrauch machen und seiner Meinung nach nicht diskriminierungsfrei und “auf rassistischem Sprachniveau” schreiben.
Auch das IBZ (Internationales Begegnungszentrum Friedenshaus) Bielefeld formuliert einen offenen Brief an die Redaktion des Stadtmagazins, in dem sie ihrer Hoffnung Ausdruck verleihen, dass diese zu einer Reflexion ihrer Wortwahl bereit sind.

2) Redakteure des Stadtmagazins antworten auf den Leserbrief mit Schmähungen, die ihresgleichen suchen. Der Chefredakteur und Geschäftsführer des Magazins antwortet dem IBZ mit einem außerordentlich beleidigenden Brief.

3) Das IBZ schreibt einen “offenen Brief” über die Sache

4) der Geschäftsführer bleibt bei seinem Tonfall, das Stadtmagazin veröffentlicht einen Artikel mit der Überschrift “Liebe N…r”

***
Der ganze Vorgang im Einzelnen:

Hallo liebes Team vom braunen mob,

(…)

Ich habe mich kürzlich sehr über das Bielefelder Stadtmagazin ultimo
geärgert.
In der Ausgabe 20/08 schafft es die Redaktion kaum, einen Artikel zu
schreiben, in dem Schwarze Menschen vor kommen, in dem nicht das N-Wort
auftaucht. Gleich drei mal in Artikeln von drei unterschiedlichen
Autoren tauchte der Bergiff auf.

Kurze Zitate:
(leider obder besser zum glück ist nur einer der Texte auch im
Internetarchiv)
– Bildunterschrift zu dem Film Tropic Thunder:
“Klischeesoldaten: Der Rambo, der Brillenträger, der N***r, der
Klugscheißer – und die arme Sau, die diesen Haufen führen muss”

-Text zu dem Film Dance for All
(http://www.ultimo-bielefeld.de/kr-film/f-dancef.htm)
“Da läge es nahe, ein simples Aufsteigermärchen zu erzählen: Wie
talentierte N***r von herzensguten Weißen lernen, dass man mit festem
Willen und viel Üben alles erreichen kann.”

Dazu noch eine für mich willkürliche Verknüpfung von Schwarzen
Tanzkünstler_innen zu “Stammesfesten” im selben Text:
“In cleveren Schnitten verschmelzen hoppelnde Küken, pirouettierende
Teenies und ausdrucksvoll sich windende junge Erwachsene zu einem
Ballett aus Stampfen und Schweben, Schwanensee und Stammesfest”

– “Glosse?” die da heißt “setzers abende” zum US-Wahlkampf:
“nie, nie, nie werden die Amis disen kommunistischen N***r zum
Präsidenten wählen”

Im Anhang gab es einen Text von der Webseite vom braunen mob über das N-Wort.

Die Reaktion war erschütternd: Beschimpfungen unter der Gürtellinie.

Der Leserbrief:

Hallo,

dass der ultimo redaktion political correctness scheiß egal ist, ist ja
schon hinreichend bekannt. davon mag man halten, was man will.
dass sie es jetzt aber auch noch cool oder witzig finden besonders
political incorrect zu sein und auf niedrigstem rassistischen
sprachniveau zu schreiben ist unglaublich.

wenn es wie in der neusten ausgabe nicht möglich ist, über schwarze
menschen zu schreiben ohne das N-Wort zu gebrauchen (rumble in the
jungle, dance for all und setzers abende) und schwarze tanzende
selbstverständlich mit stammesfest in verbindung gebracht werden, dann
bleibt nur noch abkotzen über.

(…)

Die Antworten der Redaktion

es kamen kurz hintereinander drei mails zurück:

“du bist doof geboren und wirst dämlich sterben.
wenn du mein “n”-wort tatsächlich als ausdruck von rassismus deuten
möchtest – ach gottchen: mögen dich deutsche schäferhunde vergewaltigen.
dreimal täglich auf den ajz-klos.0D
0Adu depp.”

“… und, du dummes stück selbstgerechtigkeit, auch in der filmkritik,
wie ich gerade nachlese, ist das wort als zitat benutzt.
du bist wirklich zu blöd um ein loch in den schnee zu pissen.”

“… und für die bildunterzeile für “rumble in the jungle” gilt das
natürlkich auch.
was macht ihr den ganzen tag im ajz: bild lesen und gegenseitig die eier
lecken?”

Brief des IBZ an die Redaktion:

Internationales Begegnungszentrum
Friedenshaus
Teutoburger Str. 106
33607 Bielefeld

An die
Redaktion der Ultimo
Bünder Str. 1-3
33613 Bielefeld

Offener Brief an die Redaktion

Bielefeld, den 23.09.2008

An die Redaktion der Ultimo,

wohl jede/r der, die die Ultimo liest, weiß, wie gerne Ihr provoziert, wie
zynisch und sarkastisch Ihr sein könnt ” doch alles hat seine Grenzen.
In der aktuellen Ultimo Ausgabe (Nr. 20/08) habt ihr mit der dreimaligen
N ” Wort Benutzung total über den Strang geschlagen und damit eine
absolute Ignoranz gegenüber den Kämpfen gegen Rassismus und die
weitere Verwendung und Veröffentlichung rassistischer Begriffe
demonstriert.
Der Begriff “Neger” ist ein eindeutig rassistisches Schimpfwort, an dessen
Verwendung es nichts zu drehen und zu wenden gibt ” er ist und bleibt
beleidigend und diffamierend.
Es ist traurig mit anzusehen, wie sich Weiße Menschen immer wieder über
die Selbstbenennung und Selbstbestimmung Schwarzer Menschen
hinwegsetzen und die Benennungsmacht für sich proklamieren. Diesen
Ausdruck von Dominanz gerade in einem eigentlich doch alternativen
Magazin wieder zu finden ” verwundert in Eurem Fall zwar nicht ”
enttäuscht aber um so mehr.
Es erstaunt im Übrigen, dass Einzelne heute noch versuchen, die
Verwendung von Bezeichnungen zu legitimieren, die die benannte Gruppe
bekanntermaßen geschlossen als Beleidigung auffasst. Diese Information
allein sollte eigentlich schon Anlass genug sein, eine Bezeichnung zu
wählen, die nicht diskriminiert und keine Rassismen enthält.
Dass vereinzelte AutorInnen einem gewissen reaktionären Drang
nachgeben und dennoch darauf bestehen, ihr vermeintliches Recht zu
verteidigen, beleidigende Bezeichnungen von Menschen anderer
Hautfarben oder Ethnien zu publizieren, ist einfach nur bedauerlich.
Aufgrund rassistischer Vorurteile wurden und werden noch heute jährlich
zahlreiche Schwarze Menschen in Deutschland Opfer von
Gewaltverbrechen und täglich real erlebten Rassismen, Diskriminierungen
und Anfeindungen. Dagegen zu steuern heißt auch und vor allem: die
Wurzeln des Rassismus mit ihrer kolonialen Stereotypisierung
auszumerzen zu versuchen, und sich einer fairen Darstellung aller
Mitglieder der ethnischen Realität Deutschlands zu verschreiben.

In der Hoffnung, dass Ihr für eine Reflexion Eurer Wortwahl bereit seid
und wir so etwas nicht wieder in der Ultimo lesen zu müssen,

das IBZ – Team

Antwort des “Ultimo”-Chefredakteurs & Geschäftsführers

Betreff: AW: Brief an Euch
Von: “Thomas Friedrich Ultimo Bielefeld” <thf@ultimo-bielefeld.de>
Datum: Wed, 24 Sep 2008 14:25:06 +0200
An: “ibz” <ibz@ibz-bielefeld.de>

liebes mutiges anonymes ibz-team,
nachdem der kleine feigling, den ihr vorgeschickt habt, schon nicht
verstanden hat, was ironie ist, bekommen wir es nun mit eurer gesammelten
ignoranz zu tun.
fein.
zu anonymen anschuldigungen, so dumm sie auch sein mögen, nehmen wir
grundsätzlich keine stellung. wir betrachten eine unterschrift wie “das
ibz-team” als anonym.
wir wollen euch aber insoweit entgegenkommen, als dass wir nie wieder auch
nur 1 wort über euren laden schreiben. auch die von euch bereits
eingereichte kleinanzeige wird extra aus dem heft wieder rausgenommen.
nichts zu danken.
da braucht ihr euch nicht mehr zu schämen, dass eure sachen in einem heft
stehen, in dem das wort neger vorkommt (wie ist es: schreibt ihr jetzt auch
an den duden?)
es gibt einen grad von verstockter dummheit, der nicht mal mit gutem willen
zu entschuldigen ist.
ausnahmsweise ganz offiziell:
thomas friedrich / chefredakteur & geschäftsführer
================================================

Ultimo Verlag
Herforder Straße 237
33609 Bielefeld
Thomas Friedrich
Tel.: 0521 – 44 18 64 email: thf@ultimo-bielefeld.de
=================================================
Ultimo – Bielefelds Stadtillustrierte erscheint 14täglich in der Ultimo
Verlag GmbH / mail: info@ultimo-bielefeld.de
<mailto:info@ultimo-bielefeld.de> / www.ultimo-bielefeld.de
<http://www.ultimo-bielefeld.de> / Geschäftsführer: Thomas Friedrich &
Rainer Liedmeyer / HRG Münster B 4167 // Bankverbindung: Kt. 780521100
Commerzbank Bielefeld (BLZ 480 400 35)

***

***

– Daraufhin “antwortete” die Redaktion mit einem “Liebe N….r” – übertitelten Artikel in der nachfolgenden Ultimo hier zur Ansicht

***

***

Der ganze Vorgang ist auch hier abrufbar: http://www.ibz-bielefeld.de/pages/aktuelles.html

***

***

Unsere Meinung:

Journalisten sind Meinungsbildner und haben eine verantwortungsvolle gesellschaftliche Funktion inne. Der gesellschaftliche Schaden, der entsteht, wenn Menschen mit vorliegender Disposition und Mentalität die öffentliche Meinung mit bilden dürfen, ist enorm.
Die beleidigenden Briefe zeigen auf, dass man sich in der “Ultimo”-Redaktion einer Diskussion über rassismusfreie Berichterstattung im Ansatz verschließt. Und sie lassen tief blicken.

Prophylaktisch: Es ist nicht Gegenstand der Diskussion, ob Redakteure das Recht haben, auf Kritik schwer beleidigend zu reagieren. Noch, ob sie besonders schlau sind, wenn sie dies tun.

Es ist aber bemerkenswert, dass “Ultimo” ausgerechnet bei diesem Thema den beschwerdeführenden Personen mit derartigen Schmähungen begegnet.

Eine Redaktion, die Leserbriefe und Aufforderungen zu rassismusfreier Berichterstattung mit (sicher für besonders “satirisch” gehaltenen) Vergewaltigungswünschen und anderen schwersten persönlichen Beleidigungen beantwortet, ist nicht tragbar.

Dass persönliches Eingeschnapptsein zu einem rassistisch übertitelten Schmähartikel in der Zeitung führt (und zur willkürlichen und einseitigen Kündigung des Kleinanzeigenvertrages), hat mit “Journalismus” nichts mehr zu tun, ist vielmehr Missbrauch des eigenen medialen Aktionsspektrums und damit nicht nur kindisch sondern durchaus geeignet, eine Gefahr für die Sicherheit der Gesellschaft darzustellen. Dies gilt insbesondere wenn die Zeitschrift -wie hier- eine Monopolstellung in Bielefeld innehat.

Handlungsvorschlag:

Hier ist die Bielefelder Zivilgesellschaft gefragt und damit alle, die diese Art der Kommunikation und Medien (und damit öffentlichkeitsprägende Stimme) nicht weiter tolerieren möchten.

Am 12.1. findet in Bielefeld ein offener Workshop statt, bei dem sich Medienschaffende und interessierte BürgerInnen (möglichst zahlreich) treffen, um Lösungsansätze und Handlungsmöglichkeiten zu erarbeiten. Es sind alle eingeladen, die diese Form der “Berichterstattung” und Schmähungen nicht tolerieren wollen.

Die Ultimo-Redaktion antwortet auch recht gern auf Leserbriefe.

(Es empfiehlt sich wie immer der Zusatz “Bitte beachten Sie, dass dieser Briefwechsel von mir öffentlich geführt wird, und ich dieses Anschreiben wie auch Ihre eventuelle Antwort zu Zwecken der Dokumentation und Aufklärung veröffentlichen werde.”)

Kontakt: info@ultimo-bielefeld.de oder thf@ultimo-bielefeld.de

Ultimo Verlag GmbH (HRG Münster, B 4167) Geschäftsführer: Thomas Friedrich, Rainer Liedmeyer; Netzbold: Wolfgang Ueding
Tel.: 0521 – 44 18 64

33 replies
  1. Andreas
    Andreas says:

    ..offenbar haben die Beleidigungen in diesem Kontext System: sie sollen wohl darauf verweisen, wie ‘unkonform’ man sei, denn obwohl man herausstellt, wie egal einem die Benutzung rassistischer Beleidigungen (Schaeferhund etc.) ist, legt man im gleichen Atemzuge bigotterweise Wert darauf, dass die Benutzung des N-Wortes nicht rassistisch, sondern ‘ironisch’ gemeint gewesen sei. Alles in allem ein sehr schwer aufzuklaerendes Dickicht deutschprovinzieller und wohl auch rechts-revoluzzerhafter Selbstgefaelligkeit, man wird das noch oft beobachten muessen: wie in solchen ‘Details’ ehemals linker Diskurs aus ‘nicht-konformen’ Ecken in die rechte Ecke driftet, ohne dabei eigentlich, und das ist das Groteske, viel Weg dabei zurueck zu legen.

  2. Andreas
    Andreas says:

    ..noch dazu: ‘rechte Ecke’ ist hier eher als (seinerseits) ‘Ironie’ zu verstehen, es geht nur darum festzustellen, wo man solcherlei Texte als Regel liest, und diejenigen ultimo-Texte die man oben liest, insbesondere jener zu jener suedafrikanischen Tanz-Initiative, haben tasaechlich groessere Aehnlichkeit mit dem ueblichem JF- und Blaue-Narzisse-Jargon, insbesondere diese Tendenz, den internaliserten Rassismus nicht im weissen, sondern im schwarzen Kontext zu verorten (‘meien Sohn tanzt mit einer Weissen’).

  3. King
    King says:

    Das ist schon der reinste Wahnsinn, wenn mensch daran denkt, dass diese RassistInnen von “Ultimo” so dreist auftreten und wohl glauben sie bräuchten keine Konsequenzen zu fürchten.

    Das ist schon ein starkes Stück sowas im Jahr 2009 zu lesen aber es ist anscheinend Alltag in Bielefeld seit langer Zeit.

    Hier ist -wie Schwester Noah schon schrieb- die Bielefelder Zivilgesellschaft gefordert dagegen etwas zu unternehmen.

    Solange das Stadtmagazin “Ultimo” eine solche Monopolstellung hat und sich ihr Magazin weiter gut verkauft, dann muss mensch darüber nachdenken, ob ein BOYKOTT dieses Stadtmagazins nicht das Beste wäre.

    Ich plädiere dafür genauso dafür, dass eine Beschwerde beim Bürgermeister der Stadt Bielefeld einzulegen.

    Wenn es ans Eingemachte geht und sich der “Ultimo” nicht mehr gut verkaufen sollte, dann ist “Schluss mit Lustig”.

    Das was “Ultimo” betreibt hat GAR NICHTS mit Meinungs-und Pressefreiheit zu tun, sondern es ist ein Missbrauch solcher schützenswerter Freiheiten und es ist RASSISTISCHE HETZE.

    FIGHT THE POWER!

    Peace

    King

  4. Mssandra
    Mssandra says:

    Bügermeister? Was soll der da ausrichten können oder wollen? Es würde mich sehr wundern wenn das was ändern würde. Ich kenne den Mann nicht, für mich hat das aber ein bisschen was von “zum Papa laufen”, nicht so wirklich empowert :) Vielleicht sollte man ihn zumindest einweihen, aber darauf verlassen dass er oder die Stadt was macht, fände ich zu lasch.
    Da muss es doch andere Wege geben. Bitte Update, wenn sich was tut, mob.

  5. Nexus
    Nexus says:

    ???? Ok ich will ja echt nicht klugscheißern aber die Ultimo wird nicht verkauft sondern liegt kostenlos in der Stadt aus.

    Finanzieren tut sich die Redaktion durch Werbung.

    Aber ich will ja nicht Klugscheissern 😉

  6. King
    King says:

    @Mssandra & Nexus

    Ok, die “Ultimo” wird kostenlos ausgegeben und sie finanzieren sich durch Werbung.

    Nun stellt Euch aber vor, dass die Institutionen und/oder Firmen, die dort normalerweise dort Werbung schalten, sich weigern mit “Ultimo” unter diesen Umständen zusammenarbeiten.

    Das wäre gefährlich für “Ultimo”. Das ist so ähnlich, als wenn alle, die bei RTL Werbung schalten, nicht mehr mit RTL zusammenarbeiten.

    RTL würde dann in großen Schwierigkeiten geraten, da sie sich als Privatsender durch solche Werbung größtenteils finanzieren.

    Außerdem weiß ich, dass mensch sich nicht auf den Bürgermeister verlassen sollte.

    Aber wenn Protestaktionen gestartet werden, dann ist es sicherlich förderlich, wenn auch an der Türe der Politik mal geklopft wird.

    Das heißt zwar nicht, dass der Bürgermeister sich gegen “Ultimo” stellt aber mensch hätte Aufmerksamkeit für diesen Fall erzeugt, was für das Anliegen der Protestierenden gut ist.

    FIGHT THE POWER!

    Peace

    King

  7. AndreasK
    AndreasK says:

    @Kong & Nexus:

    Wenn sich das “Ultimo” nicht mehr “gut verkauft”, dann muss das nicht zwangsläufig über einen Heftpreis gehen, sondern könnte sich auch in rückläufigen Werbeeinnahmen manifestieren. Denn irgendwas wird dort tatsächlich verkauft – die Frage ist halt nur, wem. Aber Danke für’s nicht klugscheißen.

  8. Indra
    Indra says:

    Ich sehe das genauso. Hier ist die Bielefelder Gesellschaft gefragt. Ob der Bürgermeister da so wirklich was ausrichten kann, das bezweifel ich.
    Bin gespannt, was sich aus dem Offenen Workshop ergibt. Habe erst heute morgen einen Bericht über die Journalismusinitiative gesehen, die sich für bessere Berichterstattung durch Journalisten mit Migrationshintergrund einsetzt. Da ist es doch unglaublich, dass sich solche Leute Redakteure nennen!?!

  9. Jay
    Jay says:

    @ Nexus: Aber es kommt nicht jeder aus Bielefeld und kennt daher dieses Magazin auch nicht (welch ein Glück! Beides 😉 )

    Aber was da der Geschäftsführer (!!!) des Verlags von sich lässt ist schon krass. Der hat ja mal gepflegt einen an der Waffel…

  10. Silvie
    Silvie says:

    Ich bin schockiert über das primitive Verhalten dieses “Chefredakteurs/Geschäftsführers”.
    Man sollte die Firmen, die in diesem Heft Anzeigen schalten, auf die rassistischen Inhalte aufmerksam machen (mit Ironie hat das nichts mehr zu tun). Hoffentlich sorgen sich einige davon um ihr Image und kündigen die Zusammenarbeit!

  11. Harry R.
    Harry R. says:

    Hörte gestern bei Böttinger im WDR erstmals vom “braunen mob.de” Bin einerseits begeistert über den link, andererseits entsetzt über hier dieses Machwerk einer kranken Bielefelder journaille. Mir fallen dazu spontan folgende Zitate ein: “Die Ursache allen Übels auf dieser Welt ist die Ignoranz” und “Wer auf Bildung verzichtet, wird sich auch sonst beschränken müssen”. Insofern wollen wir doch alle den “Beschränkten” helfen. Nur bitte nicht durch Ignoranz sondern durch friedliches Belehren und Vormachen. Ein jeder beginne bei sich – ich hoffe es gelingt mir.

  12. Jeannine
    Jeannine says:

    Wie wäre es mit einer Beschwerde beim Deutschen Presserat (http://www.presserat.info/wir.0.html). Dort kann sich jeder beschweren. Ob das Konsequenzen nach sich zieht, weiß ich nicht, aber wenigstens bekommt der Fall ein “Aktenzeichen” an der richtigen Stelle. Es ist sicher nur eine Frage der Zeit, bis dieses Beispiel für deutschen Qualitätsjournalismus wieder durch rassistische Ausfälle auffällt.

  13. Michael
    Michael says:

    Jeannine hat recht. Diesen Vorfall sachlich an der richtigen Stelle abarbeiten und melden. Das was Frau Sow vorgemacht hat (dem emotionalen Druck standhalten), auch hierfür anwenden. Und die Gruppen der Doofen durch nicht reagieren austrocknen lassen. Dann ist irgendwann für die eine oder andere Aktivität tatsächlich ultimo. Mist keine Aufmerksamkeit schenken, tatsächlich vergessen und an etwas Schönem erfreuen.

  14. Simon
    Simon says:

    Das denke ich auch Jeannine. Eine andere Möglichkeit wäre vielleicht diejenigen Firmen, welche in diesem Stadtmagázin “ultimo” werben, über die verbalen Entgleisungen der Redaktion zu informieren. Wer daraufhin weiterhin in diesem Magazin wirbt gibt sich sogar indirekt damit einverstanden, da er die rassistischen Äusserungen der Redaktion somit finanziell unterstützt.

  15. Jac.
    Jac. says:

    Das Ultimo Verlag Bielefeld gehört zur umm Stadtillustrierten GmbH die u.a zitty und tip in Berlin oder Biograph in Düsseldorf verlegen.

    Stadtillustrierten GmbH
    Karl-Liebknecht-Str. 29
    10178 Berlin-Mitte
    Fon: 030 / 25 93 69 – 0
    Fax: 030 / 25 93 69 – 19
    info@umm-online.de

    Geschäftsführer ist der ex-TAZ Anzeigenleiter
    Gerd Thomas
    Geschäftsführung
    030 / 25 93 69 – 16
    gerd.thomas@umm-online.de

    Link
    http://www.umm-online.de

  16. Sandra Müller
    Sandra Müller says:

    Das ist ja ein unglaublicher Vorgang. Eigentlich sollte die Redaktion wegen Beleidigung angezeigt werden…

  17. ich will werbung!
    ich will werbung! says:

    Da ich so unglaublich reflektierten “Journalismus” so toll finde und auch sooo gerne Werbung “lese”, werde ich mir in Zukunft gleich einen ganzen Stapel dieser tollen Wochenzeitung mitnehmen, mal sehen, vielleicht bestelle ich auch noch als “Kunde” ein paar Exemplare für den Altpapiercontainer dazu…so könnte diese Wochenzeitung auch noch ihre Auflage steigern…mmmmhhh….;-) interessiert bestimmt auch den Gerd Thomas…

    Ich weiss gar nicht, wo und an wie vielen Stellen diese Wochenzeitung ausliegt, denke aber, es gibt mindestens genau so viele Bürgerinnen und Bürger wie Auslegestellen…
    Oder gibt es irgendwo ein Gesetz, das aussagt “Jeder Mensch hat nur das Recht auf ein Exemplar einer Wochenzeitung.”?

    Diese Intoleranz ist wirklich unglaublich.

  18. unrast_news
    unrast_news says:

    Wir hatten vor bis zum 9. Juli unangenehme Rückmails auf unsere Pressemitteilungen von der Ultimo. Eingeladen hatten wir zu Veranstaltungen unserer Autor_innen auf den 7. Linken Büchertagen in Berlin.

    Schön, dass ihr das öffentlich macht, denn so können wir uns die plötzlichen und anonymen Mails aus der Ultimo-Readaktion erklären. (Siehe Webseite)

  19. Psycho
    Psycho says:

    Ich habe diesen Beitrag erst kürzlich entdeckt und bin ziemlich schockiert darüber, was man in Deutschland so alles vom Stapel lassen kann, ohne offenbar massive Proteste in seiner Leserschaft befürchten zu müssen. Dass sich “Ultimo” als alternatives Szene-Magazin ausgibt, ist lachhaft. Mit solchen Artikeln werden wohl eher ganz andere Personenkreise angesprochen als die, die wirklich den Anspruch haben, in ihrem Denken und Handeln alternativ, reflektiert, progressiv, unangepasst und frei zu sein. Es sei denn, man betrachtet jeglichen Tabubruch und jede Entgleisung ganz egal welcher Art (und ungeachtet der dahinter stehenden Intention) als revolutionär, nur weil man die Gefühle anderer Menschen damit verletzt.

    Dieses “aus Prinzip dagegen sein”, sobald die Gesellschaft anfängt, auch nur die minimalsten Erwartungen im Hinblick auf ein halbwegs akzeptables Sozialverhalten zu stellen, bringen die meisten Menschen mit Abschluss ihrer Pubertät hinter sich – weil man ja auch irgendwann mal erkannt hat, dass man nicht weniger fremdbestimmt ist, wenn man aus Prinzip immer nur das Gegenteil von dem tut, was erwartet wird. (Die meisten haben es irgendwann erkannt – Herr Friedrich braucht da wohl noch etwas Zeit).

    In meinen Augen ist genau dieses kindische Trotzverhalten, schon aus Prinzip dagegen zu sein, sobald sich in der Mehrheitsgesellschaft irgendein allgemeiner Konsens etabliert hat, einer der Hauptgründe dafür, warum es immer wieder Überläufer vom linken ins rechte Lager gibt. Wenn die revolutionären Forderungen, mit denen sich das Kleinbürgertum einst noch schockieren ließ, realisiert worden sind und von der Mehrheit der Gesellschaft mitgetragen werden, müssen sich doch neue Wege finden lassen, um permanent anzuecken und sich seinen vermeintlichen Nonkonformismus durch das Provozieren immer neuer Skandale unter Beweis zu stellen. Und wenn die “linke Dekadenz” heutzutage niemanden mehr wirklich zu schocken vermag, muss man sich halt in der rechten Ecke bedienen, um weiterhin Aufmerksamkeit erregen zu können. Dass man sich damit auf ganz andere Weise zum Fähnchen im Wind macht (nämlich zu einem Fähnchen, das immer diametral entgegen dem Zeitgeist weht, egal woher der gerade mehrheitlich kommen mag), verstehen die Leute natürlich nicht, denen es nie um eine inhaltliche und kritische Auseinandersetzung mit der Gesellschaft gegangen ist, sondern die schon immer nur um jeden Preis auffallen und schocken wollten; ganz egal, womit. Das führt jedes konstruktive politische Streben ad absurdum, weil es unter allen wirklich engagierten “Revolutionären” immer auch Möchtegern-Revoluzzer gibt, denen es nur darum geht, um jeden Preis anders zu sein als die Mehrheit; und die werden immer die ersten sein, die versuchen werden, eine gesellschaftliche “Gegenrevolution” auszurufen, sobald die früheren Ziele erreicht worden sind und sie mit den alten Forderungen nicht mehr aus dem Rahmen fallen können, weil diese nun zum mehrheitlichen Konsens geworden sind.

    Was als revolutionär und was als reaktionär gilt, definiert sich nicht mehr anhand konkreter politischer Ziele, sondern nur noch am sinnlosen und chronischen Widerstand gegen die Mehrheitsgesellschaft, wo auch immer die sich gerade positioniert haben mag. Es geht nicht mehr um Widerstand um der Sache willen, sondern um Widerstand um seiner selbst willen – egal wogegen.

    Zwar möchte ich niemandem in der Ultimo-Redaktion unterstellen, dass er/sie sich jemals wirklich Gedanken über Politik gemacht hat und sein “Alternativsein” als mehr als eine bloße Modeerscheinung begriffen hat – und sicherlich ging es der Ultimo nie darum, wirklich irgendetwas gesellschaftlich zu verändern. Ich versuche nur zu verstehen, was Leute, die sich gerne als alternativ bezeichnen, dazu treibt, ihren vermeintlichen Nonkonformismus dadurch auszuleben, dass sie Minderheiten nicht nur diskriminieren, sondern aufs Übelste beleidigen und verletzen, und damit ja auch den Weg für weitere rassistisch motivierte Übergriffe (mit psychischer oder physischer Gewaltausübung) bahnen.

    Spontan hätte ich dazu tendiert, anzunehmen, dass so etwas nur in einer Provinzmetropole wie Bielefeld folgenlos bleiben kann – weil diese Äußerungen so extrem sind, dass sie doch eigentlich überall, wo sich aufgeklärte Menschen in der Leserschaft befinden, geschäftsschädigend sein müssten. Aber ich will nicht der Versuchung erliegen, mir die Welt schön zu malen und mir einzureden, dass es so etwas in meiner Stadt nicht geben könnte. Die Erfahrung zeigt ja, dass keine rassistische Beleidigung extrem genug sein kann, als dass es ihr nicht gelingen könnte, den Weg in die Mainstreammedien anzutreten. Und ich schreibe bewusst “Mainstream”, denn wer so etwas schreibt, ist nicht alternativ, sondern bedient nur die Masse derer, die unbedingt als alternativ gelten wollen, unbedingt das Gefühl haben müssen, gegen irgendeinen Strom anzuschwimmen, und gar nicht bemerken, dass sie ihren “Nonkonformismus” eigenartigerweise fast alle auf dieselbe Art ausleben, nämlich mit sinnlosem Widerstand aus Prinzip. So bildet sich dann ein neuer Mainstream, der innerhalb der alternativen Szene die Vorgaben macht und alle Nachahmer mit dem befriedigenden Gefühl zurücklässt, nonkonformistisch zu sein, weil sie ja exakt dasselbe denken, sagen und schreiben wie die ganzen anderen “Nonkonformisten” auch. Und wenn der pseudo-alternative Mainstream befunden hat, dass Political Correctness in jedweder Form ein repressives Diktat des gesellschaftlichen Mainstreams sei – dann muss man halt dagegen sein und gleich mal demonstrieren, wie unangepasst und revolutionär man in dieser Hinsicht ist – je extremer, respektloser und verletzender, desto besser. Selbstverständlich, damit die ganzen anderen “Pesudo-Alternativen” einem den eigenen Nonkonformismus bestätigen – denn wirklich eigene Wege zu beschreiten, würde ja Selbstbewusstsein, Rückgrat und Widerstandsfähigkeit erfordern. Solange man diese angesehenen Qualitäten noch vortäuschen kann, ohne sie wirklich haben zu müssen – weil immer noch eine Horde selbsternannter Freiheitskämpfer und Möchtegern-Revolutionäre hinter einem steht und einen permanent darin bestätigt, wie unangepasst man doch sei, wenn man gegen Minderheiten hetzt – solange ist doch alles in bester Ordnung. Und solange die Menschen, mit denen man sich umgibt, hohl genug sind, um diesen Etikettenschwindel nicht zu durschschauen, braucht man auch nicht mit Widerspruch aus den eigenen Reihen zu rechnen.

  20. Bea
    Bea says:

    So ein Assi-Blatt soll eine Stadtzeitung sein? Die Bielefelder lassen sich medial anscheinend von geistigen Analphabeten repräsentieren. Kein Stadtmagazin, das ich kenne (zitty Berlin, schnüss Bonn oder StadtRevue Köln z.B.), ist so unterbelichtet, geistlos und noch dazu von grundauf unsympathisch.
    Kauft’s einfach nicht, kann man den Bielefeldern nur raten!

  21. Guido J. Niemeyer
    Guido J. Niemeyer says:

    Nichts dazu gelernt.
    Immer wieder kommt es zur “scherzhaften” Nutzung des N_Wortes in der Ultimo.
    In der aktuellen Ausgabe heißt es dort in der Abteilung Setzers Abende:
    “…Entwicklungsminister Niebel, auch ein Burda-Bubi, hält den Charakterkopf hin für die Christian Liebig Stiftung, einer Stiftung des Burda Verlages, die gerne Schulen für süße kleine Negerkinder unterstützt und damit jenes Ministerium überflüssig machen möchte, bei dem Niebel im Moment fürs Nichtstun als Bundesminister seine Brötchen verdient. ”
    Noch im Netz nachzulesen, oder in der Printausgabe.

  22. Ingrid Keulert
    Ingrid Keulert says:

    Unglaublich. Bin auch gerade jetzt erst durch Zufall darauf gestossen und krieg einen Wuergereflex nach dem Anderen! Ich finde das einfach unfassbar. Dagegen muss man doch was machen koennen. Kotzreizzzzzz

    Am Besten (unter anderem) alle Ultimo-Ausgaben aus der Uni nehmen und vor deren Buerotur schmeissen und verbrennen:/ Aber dann machen WIR uns ja strafbar, ne? Echt zum Kotzen; auch wenn ich’s schon vorher sagte…

    Wir muessen was dagegen tun!!

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