Obama-Gehege: Zoo Dresden benennt Affen gern nach Schwarzen Berühmtheiten

Im Zoo Dresden wurde ein Affe Obama genannt. Nach Beschwerde der ISD wurde das Tier umbenannt, jedoch ebenfalls nicht besonders unrassistisch: diesmal ist ein bekannter ostdeutscher Schwarzer Fußballspieler unfreiwilliger “Namensgeber”.

Artikel, Meinungen und Hintergrund via taz

Meinung von “Uglydresden”

Warum der neue Name “Okeke” eine wirklich schlechte Idee ist: Okeke 1, Okeke 2

Keine weiteren Fragen.

Gesamter Mailverkehr der ISD mit dem Zoo Dresden als pdf

*

Kontakt: Karl-Heinz Ukena, Zoo Dresden ukena@zoo-dresden.de

Es empfiehlt sich für solche Korrespondenz unbedingt der Zusatz:

“Bitte beachten Sie, dass dieser Briefwechsel von mir öffentlich geführt wird, und ich dieses Anschreiben wie auch Ihre eventuelle Antwort zu Zwecken der Dokumentation, Aufklärung und Lehre veröffentlichen werde.”

6 replies
  1. Omar
    Omar says:

    DEN dürfen sie gerne Omar nennen.. Ich bekomme dann nur ein gegrilltes Hähnchen in Brot bitte (arabische Tradition beim Namensleasen..) 😉

    Unabhängig davon: die Kategorie “weisse Mann Witz gemach” ist schon cool..

  2. Steven
    Steven says:

    Obama als Affe?
    Interessant – schon richtig, dass es da historische Vorbelastung gibt und daher soll man das nicht tun.
    Das mit Okeke ist aber nun wirklich ein Unsinn.
    Tahir Della, kanntest du Okeke vorher schon, oder hast Du nach der Umbenennung dann selbst gegoogelt und irdendwas gefunden?

    Der “bekannte ostdeutsche schwarze Fussballspieler” Okeke. So’n Quatsch! Kein Schwein kennt irgendwelche Regionalligaspieler.
    Zumal auch noch der Link falsch gesetzt ist. Ich kannte zunächst keinen der ZWEI Fussballer Okeke, aber der von Euch verlinkte Martins Ikenna Okeke war in der Landesliga beim Berliner SC und spielt inzwischen in Griechenland. Das ist kein “bekannter Fussballer” und die Namensgleichheit ist rein zufällig.
    Der Regionalligaspieler des FC Chemnitz, der zuvor mit Union Berlin in der 2. Liga gespielt hatte ist dann schon eher “bekannt”, aber der Bekanntheitsgrad von Chibuike Okeke hält sich auch in so eng gesteckten Grenzen, dass Ihr ihn beim Googlen anscheinend übersehen und stattdessen den anderen Okeke verlinkt habt.
    Das ist eine lächerliche Anschuldigung – lasst den Zoodirektor und seine Tierpflegerin doch in Ruhe.
    “Obama” war ne Scheißidee, sie haben den Fehler korrigiert und dem Primaten einfach einen, ja IRGENDEINEN afrikanisch klingenden Namen gegeben, der mit den beiden “bekannten” Fussballern, die zufällig auch so heißen, sicher nichts zu tun hat.

    Bitte, wer Journalisten und Medien unreflektierten Umgang mit Schwarzen vorwirft, der sollte auch die Größe haben, eigene Fehler einzugestehen.
    Wenn ihr auf den “bekannten” Okeke des FC Chemnitz referiert, beim Googlen aber nicht in der Lage seid, ihn zu finden und stattdessen versehentlich den Okeke von Thyella Patron verlinkt – dann ist keiner der beiden Okekes bekannt genug, dass man irgendjemandem einen Vorwurf machen koennte, einen Primaten NACH diesem Fussballspieler zu benennen.
    Vorschlag: Folgekritik zurückziehen, beim Zoodirektor entschuldigen und den Fall als “erledigt” zu den Akten legen.
    Grüße,
    Steven

  3. John
    John says:

    Steven,
    Fußballer a oder B hin oder her : das Problem ist doch: warum wollen sie unbedingt Affen den Namen von Schwarzen Menschen oder Afrikanern verpassen. Bei der Vorgeschichte. Wo jeder(?) weiß in welcher Tradition das ganze steht.

    Wie aggressiv du dich hier benimmst und eine Entschuldigung von Tahir(?das ist bestimmt nicht sein Blog soweit ich weiß) forderst, ist schon auffällig. Wieso sollte es ok sein wenn Weiße Affen nach irgendeinem Schwarzen benennen? Halt mal den Ball flach und führ dich nicht so auf.

  4. Antirassist
    Antirassist says:

    Ich hab’ mich hier mal ein wenig umgeschaut und finde es schon erschreckend zu lesen, wie selbstverständlich solche rassistischen Ausfälle in unserer heutigen Gesellschaft zu sein scheinen. Affen nach berühmten “Schwarzen” zu benennen – das hätte ich vielleicht in den 50ern erwartet, aber nicht heute.

    Ich muss – nach dem interessierten Durchlesen etlicher Beiträge – aber auch zugeben, dass ich bisher (unbewusst und ohne böse Absicht) wohl oftmals auch Begriffe benutzt habe, die – mit nachvollziehbaren Begründungen – als rassistisch angesehen werden. Beispielsweise das Wort “Farbige”: Ich habe mich zwar auch vorher schon selbst oftmals gefragt, welchen Sinn es haben soll, Menschen mit “nicht-weißer” Hautfarbe als “farbig” zu bezeichnen – schließlich sind in diesem Sinne alle Menschen farbig. Mich würde man im Allgemeinen als “Weißen” bezeichnen, aber wenn ich meine Hautfarbe neutral auf einem Blatt Papier abbilden würde, würde fast jeder sie als “beige” bezeichnen. Der Begriff zielt also tatsächlich (argumentativ nachvollziehbar) auf die vermeintliche (subjektiv empfundene, sich auf eine vermeintliche Norm beziehende) Andersartigkeit “Nicht-Weißer” Menschen ab. Dennoch habe ich ihn (mangels mir subjektiv akzeptabel erscheinender Alternativen) weiterhin gebraucht – weil mir die Begriffe “Schwarzer” oder “Weißer” nicht weniger unzutreffend erscheinen – auch sie reduzieren Menschen auf ihre Hautfarbe und betonen die diesbezüglichen sichtbaren Unterschiede weit über ihr tatsächliches Maß hinaus – denn die wenigsten “Weißen” sind auch nur annähernd weiß, während die wenigsten “Schwarzen” auch nur annähernd eine schwarze Hautfarbe haben.

    Aber Affen nach prominenten Schwarzen zu benennen, ist ja völlig daneben. Wenn es ein Einzelfall wäre, und die Affen generell nach Prominenten, egal welcher Hautfarbe, benannt würden, und es wären vereinzelt eben AUCH die Namen einiger “schwarzer” Prominenter dabei – dann wäre es zwar vielleicht auch unglücklich, aber die Namen von Schwarzen wären immerhin Zufall.

    Aber Affen konsequent und systematisch nach Schwarzen zu benennen – dafür fehlt mir jedes Verständnis. Ich glaube, viele Leute denken darüber auch einfach nicht nach, verstehen die Aufregung nicht, und können sich nicht einmal ansatzweise vorstellen, wie sehr das, was sie für “harmlos” und ganz “normal” halten (weil es natürlich nicht böse gemeint ist) andere verletzen kann.

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  1. […] verbucht. Und die darf ja bekanntlich alles. So, wie Die Partei mit Blackface. Oder der Dresdner Zoo mit […]

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