Ein Grund, nicht Grün zu wählen
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“Der einzige Grund, schwarz zu wählen”
(wer ihn noch nicht kennt: <klick>)
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update vom 1.11.09:
Artikel in “Junge Welt”
update vom 24.8.2009:
Verleihung der “Braunen Karte” an “Bündnis 90/Die Grünen” Stadtverband Kaarst und Landesgeschäftsstelle NRW
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update vom 31.8.2009:
auf der Homepage der Grünen in Kaarst heißt es unter dem Eintrag “31. August 2009″:
“Das Plakat ist von den Kaarster Grünen zurückgezogen worden. Die Mitgliederversammlung des OV Kaarst hat am 31.08.09 beschlossen, dass mit dem Abhängen des Plakates die Angelegenheit für den OV Kaarst beendet ist.”
In dem Partei-Blatt “Grüne Post” der Kaarster Grünen findet sich der Leserbrief eines Mitglieds der Kaarster Grünen, der als so genannter “sachkundiger Bürger” in der dortigen Stadtratsfunktion fungiert. Auszüge aus diesem Leserbrief:
“Es war etwa das Jahr 1992, als sich der Grüne Ortverband Kaarst an der Kampagne der Landesgrünen NRW ‘Rassismus ächten ” Farbe bekennen’ beteiligte .” (…) “Es beruhigt mich ein wenig: Wenn ich das Grüne Wahlprogramm zur Bundestagswahl 2009 auf Seite 149/150 lese, weiß ich, das es nur eine Partei gibt, die mit dem Thema [gemeint ist Rassismus, die Red.] richtig umgeht: Die Grünen.”
Ohne Worte.
update vom 19.8.2009:
Stellungnahme und Protest der Stadträtin der Grünen Liste-Erlangen.
Ihr offener Brief hier als pdf.
Grüne Ratsfraktion Hannover schließt sich in einer Mail an zahlreiche Organisationen und Gruppen “dem Protest still [???] an”.
Anm der Red.: Mit “still” können wir ihnen leider nicht entgegenkommen, da wir auf Zivilcourage setzen. Hier die Mail als pdf.
update vom 17.8.2009:
Noch am 17.8. hängen die Poster im Stadtgebiet. Die Grünen versenden eine Postkartenkampagne mit dem rassistischen und sexistischen Motiv an die ErstwählerInnen (ab 16. Jahre).
Offener Brief der “Brothers Keepers” zur Grünen Kampagne und “Stellungnahme”
update vom 14.8.:
How to tell people they sound (/act…) racist: Toller Film! Empfehlung für die Kommunikation mit den Kaarster Grünen und ähnlichen Beleidigten. http://www.youtube.com/watch?v=b0Ti-gkJiXc
update vom 13.8.:
- what’s going on, is this motive a joke?
For those who speak English rather than German, here and here are english blog entries that tell the story.
And here’s the Translation of the official Green Party in Kaarst Statement which many people find just as outrageous as the poster.
- Einsichtsresistenz 2.1:
13.8.: Die Grünen in NRW beschließen, das Plakat zu entfernen, schieben die berechtigten Vorwürfe des Rassismus und Sexismus jedoch auf reine Befindlichkeiten. In einer Pressemeldung erklären sie gleichzeitig, dass sie “die Reaktionen darauf sehr ernst” nämen und “den Vorwurf des Rassismus und Sexismus entschieden zurück [weisen]” – ???… genau. Weil man als Grüne ja nicht rassistisch sein kann.
Vor allem wenn man gerade was rassistisches gemacht hat.
Das gewählte Bild halten wir (…) für vergriffen. Wenn sich Menschen durch die Bildsprache verletzt oder diskriminiert fühlen, nehmen wir das sehr ernst. Wir haben in den vergangenen Tagen intern über das Plakat und die Reaktionen darauf diskutiert und haben uns dafür ausgesprochen, das Plakat zu entfernen.
Den Vorwurf des Rassismus und des Sexismus weisen wir entschieden zurück. Weder die NRW-Grünen noch die Kaarster Grünen denken oder handeln rassistisch oder sexistisch, sondern im Gegenteil(…)
Einsichtsresistenz 2.0: Grüne Kaarst sehen sich nun als Opfer von “Zensur” (nofollow link; Klick wird nicht gezählt)
Anm der Red.: Gesamtgesellschaftliche Aufforderungen, Rassismus und Sexismus zu unterlassen, sind nicht “Zensur”.
Die frauenpolitische Sprecherin der Grünen in Berlin, Anja Kofbinger, hofft “inständig, dass in Kaarst der Verstand über den schlechten Geschmack siegt und das Plakat freiwillig zurückgezogen wird. Sollte das nicht der Fall sein werden wir uns weiter einmischen.”
Der flüchtlingspolitische Sprecher der Grünen im Berliner Abgeordnetenhaus, Benedikt Lux, hat ebenfalls seine Unterstützung zugesagt. Von offizieller Seite (Bundesvorstand/Wahlkampfmanagement) werde gesagt, das Plakat sei “misslungen”.
(die original Aussagen liegen uns vor)
update vom 12.8.:
– Stellungnahme der ISD hier als pdf.
- Rückmeldung der Grünen Bayern
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Es erreichten uns zahlreiche Zusendungen.
Kontakt Grüne Kaarst: (mit der Bundesgeschäftsstelle der Grünen sowie uns im cc) an info@gruene-kaarst.de
Fon: 02131 – 61557
Fax: 02131 – 798065
Bundesgeschäftsstelle BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN
T +49 (0)30/28442-0
F +49 (0)30/28442-210
M INFO@GRUENE.DE
Wir möchten ausdrücklich eine Kultur des Engagements fördern, weshalb wir dazu ermutigen wollen, auch selbst aktiv zu werden. Ohne Zuschriften der potenziellen WählerInnen gibt es für die betreffenden Parteien keinen Grund zur Auseinandersetzung mit dem Grad der Demokratie oder des Diskriminierungsgehaltes ihrer Inhalte.
Es empfiehlt sich für solche Korrespondenz der Zusatz:
“Bitte beachten Sie, dass dieser Briefwechsel von mir öffentlich geführt wird, und ich dieses Anschreiben wie auch Ihre eventuelle Antwort zu Zwecken der Dokumentation, Aufklärung und Lehre veröffentlichen werde.”
Kategorie(n): Allgemein, Information, Recherche, geht nicht, weisse Mann Witz gemach


Habe das gemailt:
Blau Gelb Rot sind angemalt, für “Schwarz” braucht man keine Farbe, da nimmt man einfach direkt einen Schwarzen.
Nackt.
Mit weißen Händen auf m Arsch.
Ungeachtet der Konnotationen.
Weil Schwarz = geil Fummeln, ja?
Sehr witzig.
Strukturelle Gewalt (denn genau das ist Rassismus) und Sexismus dürfen sich in einem Grünen Plakat ruhig mal lustig verschränken.
Eine weitere Fremd- und sexualisierte sowie rassifizierte
pseudo-(Re)präsentation von Schwarzen Menschen durch weißdeutsche Dominanz.
Super.
Das geht nicht nur nicht klar sondern zeugt auch von kompletter
soziopolitischer Ignoranz.
Geht’s eigentlich noch dümmer und unverschämter?
Eine öffentliche Entschuldigung auf der Homepage ist mehr als angebracht.
Durchaus auch Nachhilfe für Eure Partei.
Wenn Ihr sowas (angeblich) versteht
http://www.frauenpolitik.gruene-bw.de/themen/frauen-und-sexistischerassistische-werbung.html
Könnt Ihr Euch sowas wie das Poster anbei nicht leisten.
Diskriminierende Bilder von AfrikanerInnen dienten und dienen der
Legitimierung von Kolonialismus, Versklavung und Ausbeutung. Sie dienen der Bestätigung eines weißen Höherwertigkeitsgefühls, Überlegenheitsgefühls, welches wiederum die Diskriminierung von Schwarzen Frauen, Männern und MigrantInnen legitimiert. Die zugrunde liegende gewaltvolle Geschichte wird zugunsten eines “tollen Witz” ausgeblendet.
Mich und viele Freundinnen und Freunde habt Ihr als WählerInnen ein für alle mal verloren.
Ciao.
Sie haben Stellung genommen:
http://gruene-kaarst.de/kommunalwahl09/plakat-reaktion-09.html
Meiner Meinung nach nur Blabla. Mit den wählbaren Parteien wird es hier langsam ziemlich eng.
John, dir ist aber schon aufgefallen, dass das Frauenhänder auf dem Hintern sind!?
Mhm. Das ist ja wohl ne Frechheit. Aber es zeigt, dass die Grünen leider auch auf Publicity stehen und mit allen Mitteln versuchen die Aufmerksamkeit der Medien zu erhaschen. Nur leider ist das in diesem Fall ein fettes Eigentor.
Herzlichen Dank …
… dass Sie mir die Entscheidung, wählen zu gehen und wenn, dann “Grün” zu wählen abgenommen haben.
Ich spare mir die Floskel “Sehr geehrte Damen und Herrn”, sie wäre ohnehin nicht ernst gemeint.
Denn es ist nichts Ehrenvolles daran, mit einem Plakat zu werben, welches vor Rassismus, Exotismus und Sexismus nur so strotzt.
Vielleicht läuft für Sie Ihr Werbeplakat “Der einzige Grund schwarz zu wählen” ja unter “Ein bisschen Spaß muss sein”. Schade, ich hätte gerade Ihrer Partei etwas mehr Niveau zugetraut.
Aber eigentlich ist doch auch gut, dass Parteien spätestens in Zeiten des Wahlkampfes immer wieder ihr wahres Gesicht zeigen. Wie wäre es demnächst mit: “Wir sind für Demokratie und Rassismus” (Auch wenn sich das für jeden Bürger mit ein bisschen Menschenverstand eigentlich ausschließt.)
Bitte beachten Sie, dass dieser Briefwechsel von mir öffentlich geführt wird, und ich dieses Anschreiben wie auch Ihre eventuelle Antwort zu Zwecken der Dokumentation, Aufklärung und Lehre in meiner Tätigkeit als Antirassismus-Trainerin veröffentlichen werde.
Ach ja, und, falls Sie sich tatsächlich fragen sollten, was Sie wohl falsch gemacht haben könnten und es noch immer nicht geblickt haben, dass ihr Versuch, “hip” – oder was auch immer – zu sein, extrem “nach hinten losgegangen” ist; Ich helfe Ihnen in meiner Funktion als ANTI-Rassismus-Trainerin gern auf die Sprünge.
Mit – nein nicht mit freundlichen – sondern mit “Willkommen-in-Deutschlands-Alltagsrassismus-Grüßen
gez. ManuEla Ritz
@Numor
na sicher. Das macht es ja nicht weniger sexistisch.
Ich habe folgende Mail an die Grünen sowie die Agentur verschickt:
Sehr geehrte Damen und Herren,
RASSISMUS und SEXISMUS als Wahlkampfs-Gag zur “Auflockerung” einer weißen, männlichen Mehrheit?
Leider scheint die Gleichberechtigung, Toleranz und Kooperation, die Ihre Partei so oft propagiert, nur relevant wenn es sich ausschließlich um eben die Zielgruppe der weißen Männern handelt, die an einer solchen unverhohlenen Sexualisierung der schwarzen Frau ergötzen. Oder diejenigen, denen aus gar nicht einfällt, daß ein solches Plakat eine Gruppen noch weiter minimalisiert, die es ohnehin wegen oft offene Diskriminierung in der deutschen Gesellschaft schwierig hat.
Viele wahlberechtigte, nicht-weiße Deutsche (und hoffentlich auch viele Frauen), werden diese kolonisierende Mißachtung der Menschlichkeit der schwarzen Frau in diesem Plakat zum Anlass nehmen, um mit ihren wertvollen Wählerstimmen ein deutliches Zeichen zu setzen.
Nicht nur in Kaarst.
Von den Grünen hätte ich persönlich mehr erwartet.
– und –
Sehr geehrte Damen und Herren,
diese Zeilen von Ihrer Website haben im Nachgang meine Aufmerksamkeit auf sich gezogen:
“…Gerade die Grünen stehen für eine Politik, die sich durch Toleranz, Weltoffenheit und Gleichberechtigung auszeichnet. Themen wie Integration und auch Frauenpolitik sind Schwerpunkt Grüner Arbeit. Die Vorwürfe, bei dem Plakatmotiv handele es sich um ein rassistisches oder sexistisches, sind daher nicht haltbar….”
Toleranz, Weltoffenheit und Gleichberechtigung sind nur wirkungsvolle Aspekte der gesellschaftspolitischen Arbeit, wenn sie tatsächlich Einzug im Denken und Handeln nehmen. Die obige Variante der altbekannten “Ich kann kein Rassist sein, weil viele meiner Freunde schwarz sind”-Argumentation ist und bleibt eine schwache Ausrede für eine zeitgenössische Art des Rassismus, das unterhalb der Oberfläche intakt geblieben und aktiv ist.
Da möchte ich nur nachdrücklich das nachdenklich Studium des gelinkten Videos vom US-amerikanischen Anti-Rassisten Tim Wise zum Thema “White Privilege” dringendst empfehlen!
Weiterhin enttäuscht,
Trina Roach
Executive Coach + Diversity-Management-Beraterin
Hallo,
ich bin über Ihre Kampagne gestolpert und bin wirklich äußerst empört und schockiert darüber.
Als Schwarze Deutsche, die bisher immer Grün gewählt hat, haben Sie meine Stimme in jedem Fall verloren.
Sie schreiben auf Ihrer Website “Grüne Politik steht neben fundierten Inhalten auch für freche Ideen,…”.
Das Grüne Politik auch für Ignoranz, Diskriminierung und Rassismus steht war mir bisher neu, belegt aber Ihr Plakat und die lange Rechtfertigung auf Ihrer Seite.
Anstatt das Plakat zu verteidigen, sollten Sie es schnellstmöglich von der Website sowie aus dem Wahlkampf nehmen.
“Bitte beachten Sie, dass dieser Briefwechsel von mir öffentlich geführt wird, und ich dieses Anschreiben wie auch Ihre eventuelle Antwort zu Zwecken der Dokumentation, Aufklärung und Lehre veröffentlichen werde.”
E. (Name der Redaktion bekannt)
habe ihnen gemailt:
weil mir zu eurem rassistischen plakat “der einzige grund, schwarz zu wählen” echt nichts mehr einfällt würde ich euch gerne fragen ob sie euch ins hirn geschissen haben?
in erwartung einer öffentlich wahrnehmbaren entschuldigung
klaus werner-lobo
ganz erbärmlich, wirklich ganz erbärmlich.
ich bin sehr traurig und wütend über dieses unglaublich dämliche plakat.
leider fallen mir momentan nur schimpfwörter ein, deshalb fasse ich mich kurz:
ich bitte die verantwortlichen unverzüglich von allen ämtern zurückzutreten. danke.
eric wilson, musiker, berlin
Guten Tag,
ich bin immer sehr begeistert von den Grünen gewesen,
und habe Ihre Partei stets gewählt.
Doch ich bezweifle es, dass ich Ihre Partei weiterhin unterstützen werde.
Was der Grund für meine Distanzierung zu den Grünen ist?
Dies kann ich Ihnen gerne beantworten:
Es ist das rassistische Plakat einer nackten Schwarzen Frau,
deren Gesäß von weißen Händen “begrabscht” wird.
Ich bin mehr als entsetzt über eine so geschmacklose,
rassistische und sexistische Werbung einer Partei,
die normalerweise für etwas anderes steht.
Versuchen Sie sich nicht mit dem albernen Argument
der Provokation herauszureden.
Dieses Plakat und die Verantwortlichen haben wohl
weder etwas von der harten Arbeit der Schwarzen (Deutschen),
sowie der von starken Frauen der letzten Jahre verstanden.
Es kann einfach nicht wahr sein, dass ein solches Plakat veröffentlicht
wird! Und dann auch noch von den Grünen.
Wenn schon eine Partei wie die Grünen zu solchen widerwärtigen
Werbemitteln zurückgreift, frage ich mich
in was für einer Gesellschaft wir eigentlich leben!?
Auch noch kurz vor der Bundestagswahl mit so einer Kampagne zu starten,
halte ich für äußerst unklug.
Eine Stimme und zwar die meinige haben Sie schon einmal verloren.
Vielleicht sollten Sie sich in Zukunft genauer überlegen,
für welche Art von Werbung Sie sich entscheiden,
und vorallem wer Ihre Wähler sind.
Bitte beachten Sie, dass dieser Briefwechsel von mir öffentlich geführt wird,
und ich dieses Anschreiben wie auch Ihre eventuelle Antwort zu Zwecken der Dokumentation,
Aufklärung und Lehre veröffentlichen werde.
Anne
Nürnberg
Entgegen der Behauptung des Vorstands des Stadtverbands Grüne Kaarst zeigt das im Rahmen der Kampagne Kampagne “G 51 – Zeit für Grün” eingesetzte Plakatmotiv “Der einzige Grund schwarz zu wählen” auf eindrücklichste Weise, dass zwischen dem Bekenntis der Grünen zu einer “Politik, die sich durch Toleranz, Weltoffenheit und Gleichberechtigung auszeichnet” und dem deutlichen Erkennen von und Eintreten gegen Rassismus und Sexismus Welten liegen. Die strukturelle Gewalt die von dem Motiv ausgeht liegt darin, dass es Schwarze Menschen sexualisiert, den Schwarzen Körper auf ein Lustobjekt reduziert und rassistische/sexistische und somit gewaltvolle Stereotypen bedient. So zeigt das Motiv mit dem dazugehörigen Slogan Rassismus, Sexismus und Exotismus in seiner Verschränkung und offenbart, wie niedrig offensichtlich der bundesdeutschte Bewusstseinsstand hinsichtlich der Ebenen und Funktionsweise rassistischer und sexistischer Praktiken ist. Es ist erschreckend, wie ihr im Grunde wünschenswerter Versuch zu provozieren, blanken Rassismus und Sexismus zu Tage bringt.
Die Stellungsnahme zu den Vorwürfen unter http://gruene-kaarst.de/kommunalwahl09/plakat-reaktion-09.html ist der blanke Hohn. Wieder einmal wird Rassismus negiert (“Die Vorwürfe, bei dem Plakatmotiv handele es sich um ein rassistisches oder sexistisches, sind daher nicht haltbar.”), wieder einmal die Stimmen der zur Recht Entrüsteten bagatellisiert (“Entgegen einiger Behauptungen Einzelner”) und nicht zuletzt “Menschen mit Migrationshintergrund” instrumentalisiert um rassistische/sexistische Praxen zu legitimieren (“Im Gegenteil könnte dieses Motiv zu Recht als “antirassistisch” bezeichnet werden, entsprechende Äußerungen erhielten wir als Reaktion auch von Menschen mit Migrationshintergrund.”).
Die Stellungnahme ist nichts anderes als eine unverschämte und erbärmliche Verleugnungsreaktion, die deutlich macht, mit welcher Unverfrorenheit die Vertreter/innen der Grünen an ihrer weißen Definitionsmacht festhalten.
Ich fordere den Vorstand Stadtverband Grüne Kaarst hiermit auf, sich offiziell von dem Motiv zu distanzieren sowie seine Mitarbeiter/innen und Geschäftspartner/innen dringend zu den Themen Rassismus, Sexismus und Critical Whiteness zu schulen.
Bitte beachten Sie, dass dieser Briefwechsel von mir öffentlich geführt wird, und ich dieses Anschreiben wie auch Ihre eventuelle Antwort zu Zwecken der Dokumentation, Aufklärung und Lehre veröffentlichen werde. Diese Mail geht in Kopie an rund 40 Experten/innen, Aktivsten/innen, Medienmacher/innen und Multiplikatoren/innen für Demokratie- und Ungleichheitsforschung, Menschenrechte, Anti-Rassismus-Arbeit, Diversity und Critical Whiteness-Forschung.
Eine sehr wütende Wählerin,
Pasquale Rotter
Armes Deutschland!
Pfui Teufel, nichts hat sich geaendert.
Es geht gar nicht mal so sehr um das Plakat, sondern darum, dass die Verantworlichen genau wissen, dass sie sich dergleichen leisten koennen.
What goes around – comes around
Vielleicht erleb’ ich’s noch.
Na, da hat die Grüne Seite sich wohl einen Spaß erlauben wollen?!?
Ganz schön unglaublich, wie sehr man dabei daneben Hauen kann. Daneben ist auch so ziemlich das Einzige was mir dazu einfällt.
Auch wenn der Hintergrund wahrscheinlich war “jung” und “frech” zu wirken war, sind dabei nur Klischees der untersten Schublade rummgekommen. Ich bitte definitiv darum den Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen und sich im Namen aller öffentlich zu entschuldigen!
Erwartungsvoll,
Nadine
Ob Ihres geschmacklosen Plakats erspar ich mir die Anrede “Sehr geehrte Damen und Herren”.
Passender wäre sowas wie “Willkommen in der Welt der Ignoranz and Peinlichkeit”.
Natürlich hat die Ent’täuschung’, die Sie unter vielen ehemalligen Unterstützern der Grünen vervorgerufen haben auch den (positiven?) Nebeneffekt, dass wir jetzt das wahre Niveau der Partei erkennen. Was uns künftige Täuschungen ersparen und Sie Wählerstimmen kosten wird. Pech für alle Beteiligten.
Natürlich frage ich mich, wie Sie den Schaden, den Sie der Partei zugefügt haben, reparieren werden. Ich finde es unglaublich, dass Sie die Glaubwürdigkeit der Grünen so leichtfertig eingesetzt und verloren haben. Es ist ja nicht so, dass wir in Deutschland eine besonders große Auswahl an wählbaren Parteien haben. Jetzt also noch eine weniger. Und zwar eine, die nach den Europawahlen so richtig im Kommen war. So ein Mist. Und fast schon Betrug an der Bevölkerung. Denn: Hätte ich die Grünen bei der Europawahl gewählt nachdem ich so ein Plakat in NRW gesehen hab? MITNICHTEN!
Um zukünftige Verluste – wenn es noch was zu verlieren gibt – zu minimieren, rate ich Ihnen ernsthaft, die Inanspruchnahme von Anti-Rassismus-Trainings zu erwägen. Es muss doch eine ganze Reihe von Mitarbeitern bei Ihnen geben, die dieser Massnahme bedürfen. Anders kann ich es mir nicht erklären, dass dieses Plakat überhaupt jemals gedruckt werden konnte. Wieviele Personen müssen da draufgeschaut und genickt haben? Unglaublich, schockierend und leider wahr. Das ist eine Schmutzkampagne neuen Ausmasses.
Also hier ein Literaturtipp der vielleicht weiterhilft: Das von ManuEla Ritz im April publizierte Buch: “Die Farbe meiner Haut. Die Anti-Rassismus-Trainerin erzählt” enthält Passagen, die Ihnen und Ihren Mitarbeitern hoffentlich Erkenntnisse vermitteln, die dringend von Nöten sind:
http://www.amazon.de/gp/product/3451299879/ref=s9_simz_gw_s0_p14_t1?pf_rd_m=A3JWKAKR8XB7XF&pf_rd_s=center-1&pf_rd_r=1KGRBK938BA335BXV9PN&pf_rd_t=101&pf_rd_p=463375193&pf_rd_i=301128
Ich lege Ihnen das Kapitel “Bundesdeutscher Alltags-Rassismus erlebend, überleben, bekämpfend…. nahe und insbesondere den folgenden Abschnitt auf Seite 104 zur vertieften Lektüre und Reflektion:
‘Auf der anderen Seite rassistisch tendierter Geschehnisse stehen
Mehrheitsangehörige, die selbst Rassismus praktizieren.Und hier
spreche ich weniger von fliegenden Baseballschlägern und zutretenden
Springerstiefeln, als vielmehr von Blicken, Gesten und
Worten.Von “Witzen”, die Menschen verletzen und die damit abgetan
werden, der Betroffene solle doch nicht so empfindlich
sein. Ich spreche auch von deplatzierten, observierenden Fragen
und Aussagen, ganz gleich ob sie gut gemeint sind oder nicht.
Auf der anderen Seite des gesellschaftlichen Phänomens Rassismus
stehen in diesem Land also mehrheitsweiße Deutsche, die all
dies bewusst oder unbewusst selbst praktizieren oder all dies stillschweigend
zulassen.’
Ich hoffe, dieses Buch, eventuelle Workshops und Trainings, unterstützen Sie dabei, den rassistischen Inhalt der Kampagne sowohl zu erkennen als auch die Verantwortung für den hervorgerufenen Schaden in der deutschen Bevölkung – die übrigens, falls es Ihnen noch nicht bewusst ist, auch auch Schwarzen Menschen besteht – zu übernehmen.
Denn das ist das Mindeste was Ihre Kritiker erwarten und zwar zu Recht: Ein sofortiger Stopp der Plakatkampagne und eine öffentliche Entschuldigung für dieses Fehlverhalten.
Tina Bach
Ich habe nun noch einmal geschrieben, nach dem ich die Stellungnahme gelesen habe:
“Ich bin entsetzt!!!!!
Diese Stellungnahme ist noch schlimmer als das Plakat.
War ich zuvor nur am Überlegen, die Grünen nicht mehr zu wählen,
steht für mich jetzt ein für alle mal fest,
dass ich nicht mehr und zwar nie wieder die Grünen wählen werde.
Das Plakat ist eindeutig rassistisch und sexistisch und sie sagen hierzu einfach nur,
dass es dies nicht sei???????
Es fängt schon in Ihrer Stellungnahme an,
die Begriffe “dunkelhäutig” und “Menschen mit Migrationshintergrund” machen
nur noch deutlicher, wie rassistisch anscheinend Ihre Partei ist.
Dann geht es weiter, dass Sie einfach nur behaupten,
das Plakat sei nicht rassistisch und sexistisch. Das wars.
Das wars?!
Also es gibt zwei Erklärungsmöglichkeiten für diese Werbung
und für Ihre Stellungnahme:
1. Einige Rechte haben sich in Ihre Partei und Werbeagentur “reingeschmuggelt”
um die Grünen zu sabotieren.
2. Die Mitglieder der Grünen sind so naiv, weltfremd und handeln unüberlegt,
dass ich meine Stimme sicherlich nicht an eine so dümmliche Partei abgeben werde.
Ganz ehrlich wird man durch dieses Plakat noch dazu ermutigt CDU / CSU zu wählen,
denn von denen habe ich noch nie so eine Widerwärtigkeit gesehen.
Ich bin gespannt, wie Sie Ihr Problem lösen.
Einige Parteimitglieder und vorallem Ihre Werbeagentur
sollte so schnell wie möglich ausgetauscht werden.”
Anne aus Nürnberg
Als Schwarze deutsche Frau und bisherige Grünen-Wählerin habe ich nicht nur mit Entsetzen Ihr Kaarster Wahlkampfplakat gesehen sondern eben auch mit wachsendem Befremden über die dpa erfahren, dass “die Vorwürfe von Sexismus und Rassismus (…) aus grüner Sicht weder in der Landeshauptstadt noch im nahen Kaarst” verstanden würden, das über das Plakat vielmehr Themen wie “Vielfalt und Miteinander der Kulturen” verhandelt werden sollten. Da ist ihr ehrenamtlicher Berater und Werbefachmann Kuhlmeier, der Schöpfer dieses Undings, schon ehrlicher: “Wer sich von einer Mehrheitsfraktion abgrenzen will, der muss auch mal jemandem weh tun.”
Ich bin berufstätig und es mangelt mir von daher schlicht und einfach an der Zeit, Ihnen hier ausführlich die scheinbar zutiefst unbewussten Mechanismen, die bei der Selektion Ihrer kolonialrassistischen/exotisierenden/sexualisierenden/objektifizierenden Bildersprache gewirkt haben, zu erklären, ausserdem kosten Beratungen im Sinne eines “Consulting in diskriminierungsfreier Kommunikation” Geld. Auf Anfrage kann ich Sie aber gerne mit entsprechenden Institutionen in Verbindung bringen, denn Sie hätten es bitter nötig.
Ich muss Sie an dieser Stelle wohl oder übel darauf hinweisen, dass Sie Weiß sind und es Ihnen entsprechend an jeglicher Kompetenz hinsichtlich der Beurteilung in derartigen Angelegenheiten mangelt. Sprich, unter gewissen Umständen können Sie vielleicht beurteilen was “rassistisch” ist, Sie sind aber nicht in der Lage zu entscheiden was “nicht rassistisch” ist. Da müssen Sie schon die Menschen befragen, die etwas davon verstehen.
Im ersten Schritt könnten Sie sich jedoch mit ihren weißen Parteikolleginnen beraten und anfragen, wie das Befinden gewesen wäre, hätten Sie in bester sexistischer Manier ein weißes weibliches Hinterteil zu Wahlkampfzwecken abgebildet.
Sollte sich wirklich bestätigen, dass sich auch die Grüne Partei auf Bundesebene nicht umgehend von diesem Plakat distanziert, machen Sie es mir und auch andereren Schwarzen und minoritären (zumeist wahlberechtigten) VertreterInnen der diversen Netzwerke, in denen wir arbeiten, sehr leicht, uns am 27. September zu entscheiden. Und zwar gegen Sie.
Bitte beachten Sie, dass dieser Briefwechsel von mir öffentlich geführt wird, und ich dieses Anschreiben wie auch Ihre eventuelle Antwort zu Zwecken der Dokumentation, Aufklärung und Lehre veröffentlichen werde.
N. (Name der Redaktion bekannt)
Mein Beschwerdeschreiben lautet folgendermaßen:
“Ich habe davon erfahren, dass der Stadtverband der “Bündnis 90/Die Grünen” in Kaarst im Zuge des Kommunalwahlkampfes in NRW ein Plakat im gesamten Kaarster Stadtgebiet aufgehängt hat, das eindeutig RASSISTISCH UND SEXISTISCH ist.
Das Plakat hat mich empört und fassungslos gemacht. Es ist äußerst menschenverachtend und zeugt von extremer Ignoranz. Das Plakat erfüllt meiner Ansicht nach sogar den Tatbestand der VOLKSVERHETZUNG.
Ich fordere Sie hiermit auf, dieses Plakat unverzüglich im Kaarster Stadtgebiet zu entfernen und außerdem fordere ich Sie dazu auf sich öffentlich für diese ungeheuerliche Sache zu entschuldigen.
Ich habe in bisherigen Wahlen stets die “Grünen” gewählt aber damit ist nun Schluss.
Ich werde die “Grünen” weder bei der anstehenden Kommunalwahl in NRW, noch bei der anstehenden Bundestagswahl wählen. In meinem Familien- und Bekanntenkreis werde ich ebenfalls dafür werben die “Bündnis 90/Die Grünen” NICHT zu wählen.
Bitte beachten Sie, dass dieser Briefwechsel von mir öffentlich geführt wird, und ich dieses Anschreiben wie auch Ihre eventuelle Antwort zu Zwecken der Dokumentation, Aufklärung und Lehre veröffentlichen werde.
B.A. (Name der Redaktion bekannt)”
Es muss diesem Wahnsinn endlich EINHALT geboten werden. Wir leben im 21. Jahrhundert und Schwarze Menschen sind weiterhin Zielscheibe übelster rassistischer Attacken.
WIR MÜSSEN UNS WEHREN!
Hier ein Link zu der Stellungnahme von GILBERT YIMBOU zum rassistischen und sexistischen Plakat der “Grünen Kaarst”. GILBERT YIMBOU ist Schwarzer Deutscher und stellvertretender Vorsitzender der Linksfraktion im Düsseldorfer Stadtrat:
http://solinger-linke.blogspot.com/2009/08/kaarst-grunen-plakat-als-rassistisch.html
Das Wahlplakat, auf welchem Herr Yimbou zu sehen ist, ist das komplette Kontrastbild zu der Unverschämtheit der “Grünen” in Kaarst.
Herr Yimbou hat vorbildliches Verhalten mit seiner Stellungnahme an den Tag gelegt.
NO JUSTICE NO PEACE
King
Dieses Grünen-Plakat ist in so vielen Facetten derart geschmacklos, gemein, sexistisch, rassistisch und unverschämt, dass es mir die Sprache verschlägt.
Wenn eine bundesweit tätige Partei diese Darstellung als durchaus vertretbar hält, wie ich aus den Kommentaren der Vorgänger – die ich vollinhaltlich bekräftige -entnehmen kann, wundere ich mich nicht länger über die beschämende Anzahl der Rechtsextremisten.
Die Grünen machen ja vor, dass man Menschen anderer Hautfarbe problemlos zur Sache degradieren darf. Hoffentlich wird den Wählern klar, wen sie da wählen würden und reagieren entsprechend. H. S. , Aachen
Was für ein absolut rassistisches Wahlplakat. Ich bin schockiert.
Sehr geehrte Damen und Herren,
mit deutlicher Irritation nahm ich Ihr aktuelles Wahlkampfplakat ( ” der einzige Grund Schwarz zu wählen”) zur Kenntnis.
Rassismus und Sexismus als Element im Wahlkampf zu nutzen, zeugt nicht nur von Respekt- und Gedankenlosigkeit und der Annahme das Sie die Definitionsmacht darüber besitzen was “witzig, provokant und frech” ist, sondern auch davon ,dass Sie sich entweder meilenweit vom eigenen Parteiprogramm entfernt haben oder dessen Inhalte nicht kennen und Ihnen die kritische Reflektion sowohl Ihres Weißseins als auch Ihres Mann-Seins absolut fremd sind.
Eine deutliche Distanzierung von den besagten Plakaten und das Ernstnehmen Ihrer WählerInnen wäre sicherlich auch hilfreicher gewesen als ein unprofessionell vorbereiteter Pressetext, der in Allgemeinplätzen Zuflucht nehmen muss.
Ihre Argumente, dass es sich nur um eine “Meinung weniger” handle und dass “Menschen mit Migrationshintergrund dies als antirassitisch wahregnommen hätten” sind unglaublich plump und unbeholfen und sehr durchschaubar und zeugen von einer Ahnungslosigkeit und Hilflosigkeit im Umgang mit Themen wie Rassismus und Sexismus, die mich sehr an Ihrem Anspruch, regierungsbildende Partei sein zu wollen, zweifeln lässt.
Bevor Sie also das nächste Mal eine große Gruppe Wählerinnen verärgern und somit auch verlieren , empfehle ich Ihnen dringend die Auseinandersetzung mit dern oben angesprochenen Themen. Ich wünsche Ihnen den Mut und die Kraft, den es bedarf, sich der eigenen, oft Jahrzehnte alten Ignoranz, Arroganz und fehlenden Selbstwahrnehmung zu stellen, sie zu benennen und sie zu überwinden.
Bis dahin haben Sie sicherlich Verständnis dafür, dass ich Ihre Partei nicht mehr wie bisher unterstützen werde und Sie des weiteren ersuche, dafür Sorge zu tragen, dass diese Plakate schnellstmöglich entfernt werden.
Mir ist die Welt , in der ich lebe wichtig und ich möchte Sie positiv mitgestalten. Daher nehmen Sie bitte zur Kenntnis, dass ich diesen Briefwechsel öffentlich führe und diese Mail in Kopie an verschiedene Organisationen (staatlich und NGO), die sich mit Antrassismusarbeit, Genderarbeit, Menschenrechten und Diversity Management befassen.
Mit besten Grüßen,
Monika Odum
Hallo zusammen,
kleiner Nachtrag:
…..sorry, ich hätte eine Überschrift hinzufügen sollen… wie dem auch sei, oben ist nachzulesen was ich den Kaarster Grünen als Denksportaufgabe (so sie dies denn tun möchten) zukommen liess.
LG, Monika
In den Südstaaten der USA haben sich viele Weiße Herrinnen Schwarze als billige Sexsklaven gehalten. Wenn sie nicht spurten, wurden sie gefoltert und getötet. Aber das wurden sie sowieso. Logischerweise “wußten” sie zuviel. Für die Weißen waren die Schwarzen nur Sex- und Arbeitssklaven.
Gut zu wissen, daß sie es heute auch ausschließlich für die Grünen sind.
Seht ihr, ich habs ja gleich gesagt – nehmt lieber einen weissen Arsch mit schwarzen Händen.
Aber ihr wolltet ja nicht hören.
Ich habe – nachdem ich meine Emails zu Blog-Einträge in englischer und deutscher Sprache schnell verarbeitet habe – eine entsprechende Kopie an Grüne Parteien in UK, die Niederlande, Belgien, Schweden, Dänemark und Norwegen geschickt. Ich bat diese Parteien zu signalisieren ob ‘people of color’ nur an die Wahlurne willkommen seien, oder ob sie als gleichberechtigte (politische) Partner akzeptiert seien.
Tausend Dank an alle GRÜNINNEN, daß Ihr noch VOR den Wahlen Euer WAHRES Gesicht zeigt!
Meine Stimme und die meiner Familie werdet Ihr NICHT bekommen!
[...] Vogel abgeschossen haben die Grünen mit ihrer Werbung. Der schwarze Mob hat ein wenig mehr dazu. Auf dem Werbeplakat der Grünen sieht man den nackten Rücken – und besonders den Hintern [...]
“Bitte beachten Sie, dass dieser Briefwechsel von mir öffentlich geführt wird, und ich dieses Anschreiben wie auch Ihre eventuelle Antwort zu Zwecken der Dokumentation, Aufklärung und Lehre veröffentlichen werde.
Sehr geehrte Damen und Herren,
Ihre Partei, Die Grünen, wirbt auf ihrer Hauptwebsite mit folgendem:
“Wir treten ein gegen Rechtsextremismus, Antisemitismus, Rassismus und Fremdenfeindlichkeit. Das Engagement gegen Rechts ist für uns kein Konjunkturthema, sondern kontinuierlicher grundlegender Bestandteil unserer politischen Arbeit. Wir wollen ein gesellschaftliches Klima der Anerkennung, Toleranz und Fairness, das dem Rechtsextremismus den Boden entzieht.”
Das Plakat in Kaarst “Der einzige Grund, Schwarz zu wählen”, mit weißen Händen auf schwarzem Po läßt nicht erkennen, was der einzige Grund sein sollte, die CSU/CDU zu wählen, die meisten Plakate werden im schnellen Vorübergehen erfaßt und da sagt das Plakat etwas anderes aus als das, was mit dem Plakat vermittelt werden sollte (was immer es ist), nämlich, daß der einzige Grund, sich Schwarzen Menschen anzunähern, in sexueller Beziehung liegt.
Wenn Rassismus nicht nur ein ‘Konjunkturthema’ Ihrer Partei ist sondern grundlegender Bestandteil Ihrer politischen Arbeit, sollte auch ‘Grün’ begreifen, daß Rassismus weitaus mehr ist als Rechtsextremismus und dieses Plakat eindeutig den Worten auf Ihrer Website widerspricht.
Das Plakat sollte provozieren, eine typische ‘Erklärung’ übrigens, wenn Leute Rassismus rechtfertigen möchten. In diesem Fall auf Kosten Schwarzer Menschen. Unser Grundgesetz: “Die Würde des Menschen ist unantastbar”. Da auch ‘Die Grünen’ dies nicht umsetzen können wie es aussieht und mit Plakaten dieser Art eine weiße Mehrheitsbevölkerung gewinnen möchte, mit Rassismus, ist es für mich klar, daß Die Grünen meine Stimme nicht erhalten werden.
Mit freundlichen Grüßen
Kopie dieser Mail an:
redaktion@gruene.de
info@gruene-kaarst.de
info@derbraunemob.info
Da sind man wieder wer die wahren Rassisten in der BRD sind.
Folgende Mail an die Grüne-Redaktion geschickt:
Liebe Grüne,
es gibt nur 2 Gründe die, meiner Meinung nach, die Entstehung eines solchen Plakates erklären können:
1. die Partei der Grünen besteht zum größten Teil aus dem, meist studierten, alternden weissen Mann, der sich selbst für offen und tolerant hält, Rassismus in Deutschland auf Neo-nazissismus begrenzt, schwarze Deutsche nicht wirklich als Deutsche empfindet, dessen einziger vorstellbarer Kontakt zu Schwarzen Menschen in seinen sexuellen Fantasien stattfindet. Gepaart mit nasenspitzenlanger Sichtweite politischen Verständnisses, liegt die Entstehung eines solchen Plakats auf der Hand.
2. dieses Plakat ist eine überlegte und gezielte Kampagne um den obengenannten (nicht wirklich die Zukunft Deutschlands repräsentierenden) Mann zu seiner Wählerschaft zu gewinnen; die hiermit vergraulten jungen Leute werden in Kauf genommen. Kein wirklich zukunftorientiertes Projekt…
Beides nicht wirklich einladend zur erneuten Wahl eurer Partei…
Dr. G. Ngoumou (wahlberechtigte deutsche schwarze Frau)
Ach du Scheiße. Ich bin Mitglied der Grünen (zu Glück nicht in Kaarst sondern in Hannover) und schäme mich in Grund und Boden…
an Geschmacklosigkeit, Instinklosigkeit, Unverschämtheit, Intoleranz und Dumpfheit nicht zu überbieten. Schon mal was von § 1 Grundgesetz gehört??
Die Verantwortlichen gehören entlassen und diese Partei gehört Nicht gewählt!!
Sehr geehrte Damen und Herren,
das Plakat “Der einzige Grund Schwarz zu wählen” ist auch dann sexistisch und rassistisch, wenn dies von den Grünen nicht beabsichtigt war, wie Sie in Ihrer enttäuschenden Stellungnahme schreiben. Wie man im Vorfeld nicht darauf kommt, dass das Plakatmotiv als ein rassitisches uns sexistisches wahrgenommen wird, ist mir völlig schleierhaft. Von den Grünen hätte ich so etwas als letztes erwartet. Wenn das Plakat in dieser Weise verstanden wird (weil es so verstanden werden muss), sollten Sie es zurücknehmen.
Ich war eine langjährige Grünen-Wählerin, habe mich aber für die Bundestagswahl bereits für eine andere Partei entschieden (die Linke). Dieses Plakat und die völlig unzureichende Reaktion auf die Kritik daran, bestätigt mich in meiner Entscheidung.
Mit enttäuschten Grüßen,
S. (Name der Red. bekannt)
“ich zitiere auszugsweise: “Entgegen einiger Behauptungen in der aktuellen Medienlandschaft soll durch Wahl eines dunkelhäutigen Gesäßes keinesfalls der Eindruck entstehen, mit rassistischen Motiven zu spielen, durch Wahl eines weiblichen Gesäßes keinesfalls ein sexistisches Motiv unterstellt werden. Es handelt sich um die Darstellung zweier Frauen, die sich umarmen. Das Wort Schwarz steht für die Farbe der CDU.” Okay, was wiederum bedeuten wuerde: schwarz = CDU = schlecht, schwarze Frau = schlecht. Es gibt ein Projekt der Harvard Universität, in dem dargestellt wird, wie Wörter mit gut oder schlecht oder anderen Kriterien assoziiert werden (https://implicit.harvard.edu/implicit/germany/ ). Ich wäre extrem vorsichtig mit derlei Plakaten und kann es in keinster Weise gut heißen.
“Bitte beachten Sie, dass dieser Briefwechsel von mir öffentlich geführt wird, und ich dieses Anschreiben wie auch Ihre eventuelle Antwort zu Zwecken der Dokumentation, Aufklärung und Lehre veröffentlichen werde.
Reaktion auf die Stellungnahme Der Grünen Kaarst
Sehr geehrte Damen und Herren,
Sie schreiben in Ihrer Stellungnahme: “Gerade die Grünen stehen für eine Politik, die sich durch Toleranz, Weltoffenheit und Gleichberechtigung auszeichnet. Themen wie Integration und auch Frauenpolitik sind Schwerpunkt Grüner Arbeit. Die Vorwürfe, bei dem Plakatmotiv handele es sich um ein rassistisches oder sexistisches, sind daher nicht haltbar.”
Ein rassistisches Plakat bleibt auch dann rassistisch, wenn die Intention eine andere war. Ihre Grünen Grundsätze werden irrelevant, wenn Sie selbst dagegen handeln. Daß Sie nun versuchen, das Plakat zu verteidigen, zeugt nicht von Weltoffenheit.
Sie schreiben in Ihrer Stellungnahme auch: “entsprechende Äußerungen erhielten wir als Reaktion auch von Menschen mit Migrationshintergrund”
Sie scheinen sich nicht bewußt zu sein, daß People of Color (“nicht-weiße”) nicht immer Menschen mit Migrationshintergrund sind, sondern Deutsche. Sprache ist ein hocheffizientes Mittel, um Menschen auch subtil auszugrenzen, was erreicht wird durch Begriffe wie den von Ihnen verwendeten. Besonders Die Grünen mit ihren Grundsätzen sollte sich über so etwas bewußt sein. Darüber hinaus suggerieren Sie mit diesem Satz, daß Menschen mit ‘Migrationshintergrund’ automatisch People of Color sind.
Und wenn Sie sich tatsächlich mit Rassismus ernsthaft auseinander setzen, werden Sie immer auch Meinungen von People of Color hören, die Ihnen zustimmen zu diesem Plakat und anderem Rassismus, weil die von Ihnen als ‘Menschen mit Migrationshintergrund’ bezeichneten MitbürgerInnen individuelle Meinungen vertreten. Wenn Sie sich mit Rassismus wirklich auseinander setzen, werden Sie auch lernen, daß die von Ihnen verwendete Taktik, Ihren eigenen Rassismus zu leugnen, indem Sie People of Color heranziehen die Ihnen zustimmen, weit verbreitet ist im weißen rassistischen Kurs.
Mit freundlichen Grüßen
jwbe (Name der Red. bekannt)
Kopie dieser Mail an
info@gruene-kaarst.de INFO@GRUENE.DE
Ist echt der Hammer Ihr Wahlplakat! Rassistisch! Ich bin total enttäuscht von dieser Partei! Die Grünen waren meine einzige Hoffnung, aus der Traum! Nun geh ich auch nicht mehr wählen! Schade, hab von Ihnen mehr erwartet. Das ist ein richtiger Schlag ins Gesicht!
Freundliche Grüße
i. A. C.
Dipl.-Sozialpäd. (FH)
Liebe Freunde, liebe Feinde,
ich finde ehrlich gesagt, dass ihr Plakat mit der Überschrift “der einzige Grund Schwarz zu wählen” eine absolute Schande darstellt, die die gesamte Ehre der Grünen bundesweit anzweifelbar werden lässt. Die Doppeldeutigkeiten bzw. der Spekulationsspielraum des Plakates, öffnet Ihre Partei für rechtes Gedankengut und lässt eigentlich unpassende (VERDAMMT SEXISTISCHE) Grenzen miteinander verschmelzen.
In diesen schweren Zeiten, eine unfassbare Schande was sich Politiker in Deutschland einfallen lassen um Wahlkämpfe zu gewinnen”
malcolm
Sehr geehrte Damen und Herren,
bis vor kurzem dachte ich, dass Menschenwürde zumindest eine gewissen Respekt bei der Grünen geniesst. Ihr Plakat ist ehrverletzend. Eine Frau reduziert auf das Gesäß begrapscht von weißen geilen Händen, die nicht CDU wählen sollen, aber schwarze Frauen als Objekte betrachten sollen so darzustellen ist unglaublich. Es ist wahrscheinlich richtig, dass die Plakatersteller nicht CDU/CSU wählen. Denn ihre Gesinnung ist noch deutlich rechter.
Zum Zwecke der billigen Effekthascherei (Sexismus und Rassismus finden Sie wohl lustig) werden durch Sie eine Million schwarze Menschen (nach Ihrem Plakat geringerwertige von weißen zu begrapschende Objekte) beleidigt.
Lieber wähle ich gar nicht, als dass ich jemals wieder grün wähle.
Bitte beachten Sie, dass dieser Briefwechsel von mir öffentlich geführt wird, und ich dieses Anschreiben wie auch Ihre eventuelle Antwort zu Zwecken der Dokumentation, Aufklärung und Lehre veröffentlichen werde.
Rüdiger Helm, München
Das Plakat und seine Verteidigung auf http://gruene-kaarst.de/kommunalwahl09/plakat-reaktion-09.html beleidigen und verletzen.
Gut ist, Daß Ihr das skandalisiert.
Wir fordern, daß das Plakat sofort zurückgezogen wird und sich die Grünen davon ausdrücklich distanzieren!
Seit heute ist die erste Stellungsnahme nicht mehr online. Es scheint, als würden Sie auf “Aus den Augen, aus dem Sinn” spekulieren, wie naiv.
Bitte beachtet die seit heute “überarbeitete” Stellungnahme der Grünen Kaarst:
http://www.gruene-kaarst.de/kommunalwahl09/plakat-reaktion-09.html
Seit wann ist Rassismus und Sexismus dieser Art an “lokalen Bezug” gebunden? Einsicht? Hallo, wo bist Du?
Das ist meiner Meinung nach Pressekosmetik, sonst nichts.
Siehe auch: http://twitter.com/GrueneKaarst
Noch immer wütend,
Pasquale
Meine Mail an die Kaarster Grünen:
Sehr geehrte Damen und Herren,
das Plakat “Der einzige Grund, nicht schwarz zu wählen” ist u.E. zutiefst rassistisch.
Wir fordern Sie auf das Plakat sofort zurückzuziehen. Und wir können Ihnen nur empfehlen sich ernsthaft mit den KritikerInnen auseinanderzusetzen. Ihre Begründung auf der Webseite scheint mir davon nicht zu zeugen.
Jakob Ruster
VIA – Verband für interkulturelle Arbeit Bayern e.V.
Nachdem meine Mutter “die Grünen Frauen Bayern” auf das Wahlplakat aufmerksam gemacht hat, erhielt sie wenigstens von denen eine positive Rückmeldung:
vielen Dank für Ihre Email. Wir kennen das Plakat des Kreisverbandes Kaarst aus Nordrhein-Westfalen und können nicht nachvollziehen, wie sich die Kaarster Grünen für dieses Motiv entscheiden konnten. Nach zahlreichen Protesten erklärt der Kreisvorstand Kaarst auf seiner Homepage lediglich, dass das Plakat keine rassistischen oder sexistischen Bezüge herstellen soll. Das Motiv wird aber leider nach wie vor plakatiert. Als Landesverband Bayern haben wir keinen Einfluss auf die Entscheidungen einzelner Kreisverbände in anderen Bundesländern. Ich kann Ihnen aber versichern, dass die Kaarster Grünen viel Protest bezüglich des Plakats vor allem auch von anderen Grünen Kreisverbänden und Landesverbänden erreicht hat.
Mit freundlichen Grüßen,
Silke Rapp
Meine Mail:
Guten Tag,
ich möchte Ihnen meinen Ärger und meine Enttäuschung über das von Ihnen gewählte Plakatmotiv “Der einzige Grund schwarz zu wählen” mitteilen.
Entgegen Ihrer an den Haaren herbeigezogenen Stellungnahme, die klar und deutlich Ihr Unvermögen ausdrückt, mit einem in Deutschland grassierenden und nicht zu übersehenden ernsten Problem umzugehen – nämlich dem Rassismus insbesondere gegen Schwarze Menschen – ist eine nicht rassistische und nicht sexistische Interpretation des Motivs nicht möglich. Es ergibt sich vielmehr überhaupt kein Zusammenhang zu Ihrer Partei!
Sie finden Ihr Plakatmotiv frech. Und genau das ist es auch. Diese Sache ist absolut impertinent und für mich nicht (!) zu revidieren! Insbesondere Ihre Stellungnahme zeichnet ein Bild von Schwarzen Menschen, dass ausschließlich inakzeptabel und intolerabel ist!
Ich möchte Ihnen mitteilen, dass ich eigentlich vorhatte, bei der Bundestagswahl erstmalig grün zu wählen. Im Gegenteil haben Sie mich mit diesem Teil Ihrer Kampagne sowohl auf Landes- als auch auf Bundesebene langfristig als Wechselwählerin verloren!
Ich muss Ihnen mitteilen, dass ich regelrecht angewidert bin, von einer solchen “Provokation” auf Kosten einer in diesem Land ansässigen Minderheit!
“Bitte beachten Sie, dass dieser Briefwechsel von mir öffentlich geführt wird, und ich dieses Anschreiben wie auch Ihre eventuelle Antwort zu Zwecken der Dokumentation, Aufklärung und Lehre veröffentlichen werde.”
Mit freundlichen Grüßen
Glocalist Medien – Medien für Nachhaltigkeit haben heute Bericht unter dem Titel “Grüner Rassismus” publiziert >> http://www.glocalist.com/news/kategorie/politik/titel/gruener-rassismus/
Hier mein Kommentar an die GRÜNEN
Nun wird es endlich bunt!
Warum habt ihr nicht ein Plakat mit Daniel Cohn Bendits Händen auf dem Hintern eines Mädchens im Kindergartenalter abgedruckt?
Zu feige? Nein eher nicht zielführend, denn euer Ziel ist es ja, uns hinters Licht zu führen.
Ist der Ruf schon ruiniert, lebt es sich ganz ungeniert.
Dieses Plakat ist ein weiteres Zeichen eurer Bigotterie und Destruktivität aus Langeweile!
Die Grünen haben keinen Kompass mehr.
“Bitte beachten Sie, dass dieser Briefwechsel von mir öffentlich geführt wird, und ich dieses Anschreiben wie auch Ihre eventuelle Antwort zu Zwecken der Dokumentation, Aufklärung und Lehre veröffentlichen werde.”
Sehr geehrte Damen und Herren,
soweit ich über die Sozialstruktur Ihrer Wählerschaft informiert bin, dürfte ich zu Ihrer hauptsächlichen Zielgruppe gehören, ebenso wie viele meiner Freunde und Bekannten.
Ihr Wahlplakat in Kaarst ist weder originell noch frech noch witzig, sondern wirklich widerlich; Ihre merkwürdige Verteidigungsstrategie macht das ganze eher schlimmer als besser. “Grün” zu sein und dies und jenes im Parteiprogramm stehen zu haben schützt weder vor Sexismus noch vor Rassismus, und dass irgendwas von Ihnen anders gemeint ist, als es der aufmerksamen Öffentlichkeit jetzt erscheint, ist kein Argument. Ihr Wahlplakat spielt ganz offensichtlich mit allen möglichen sexualisierten Klischees und apelliert dabei primär an die Vorstellungswelten weißer Männer, egal ob es sich nun um zwei Frauen oder ein heterosexuelles Paar handelt.
Daher bin ich froh, dass es mit der Website “Der Braune Mob” bzw. dem dort angesiedelten “Schwarzen Blog” eine effektive Möglichkeit gibt, Freunde und Bekannte per Rundmail auf Ihr missratenes Wahlplakat aufmerksam zu machen und dort auch Stellung zu beziehen. Dabei geht es mir nicht nur um die Frage: Grün wählen oder nicht?; sondern um eine möglichst große Öffentlichkeit für diesen Fall von parteipolitisch “unerwartetem” Rassismus und einen so großen Druck durch die Medien, dass Sie nicht nur das Plakat zurückziehen, sondern auch öffentlich dazu verhalten müssen – nicht zuletzt, um noch ein paar mehr Leute für so eine Art der Bildsprache zu sensibilisieren.
Bitte beachten Sie, dass dieser Briefwechsel von mir öffentlich geführt wird, und ich dieses Anschreiben wie auch Ihre eventuelle Antwort zu Zwecken der Dokumentation, Aufklärung und Lehre veröffentlichen werde.
Mit freundlichen Grüßen,
Cornelia Siebeck
Hallo, ich hatte meine Anmerkungen zu dem Plakat gleich auch auf meinem Blog veröffentlicht:
http://www.musafira.de/2009/08/12/die-grunen%E2%80%A6/
Die Grünen” 12. August 2009, 17:30 Uhr Medienkommentar, Musafira|Blog Kommentieren “sind ja eigentlich die letzten, denen ich Rassismus im Wahlkampf zugetraut hätte. Falsch gedacht. Die Kaarster Grünen haben sich in diesem Wahlkampf dazu entschlossen unter dem Slogan “Der einzige Grund Schwarz zu wählen”, das nackte Gesäß einer weiblichen schwarzen Person abzubilden. Kommt also auch noch Sexismus dazu.
Am allerübelsten ist jedoch die Reaktion der Kaarster Grünen auf die berechtigterweise eingehenden Protestmails. Man weißt dort argumentationslos alle Vorwürfe von sich, mit der Begründung, die Grünen stünden “für eine Politik, die sich durch Toleranz, Weltoffenheit und Gleichberechtigung auszeichnet”. Peinlich, Peinlich.
Die Stellungnahme scheint seit heute geändert worden zu sein. Dort war gestern nämlich noch zu lesen:
“Im Gegenteil könnte dieses Motiv als “antirassistisch” bezeichnet werden, entsprechende Äußerungen erhielten wir als Reaktion auch von Menschen mit Migrationshintergrund”
Glaubt der/die VerfasserIn dieser Stellungnahme wirklich, dieses billige Argument würde davon überzeugen können, hier läge kein Rassismus vor? Wie rassistisch ist es eigentlich zu glauben, dass man nur einen “Migranten” zum Freund haben muss, um sich von Rassismus rein waschen zu können?
Auf dem Blog von derbraunemob.info wird die Aktion gegen das Plakat koordiniert. Bitte unterstützen, Rassismus geht wirklich alle an.
“Bitte beachten Sie, dass dieser Briefwechsel von mir öffentlich geführt wird, und ich dieses Anschreiben wie auch Ihre eventuelle Antwort zu Zwecken der Dokumentation, Aufklärung und Lehre veröffentlichen werde.”
[...] Plakatkampagne der Grünen im nordrheinwestphälischen Kaarst und stellte fest, dieses Plakat ist Ein Grund, nicht Grün zu wählen. Die Kaarster Grünen hatten zu diesem Zeitpunkt schon auf Kritik reagiert, falls man das so nennen [...]
Die Grüne Jugend fordert in einem offenen Brief die Kaarster Grünen auf, das Plakat aus dem Verkehr zu ziehen:
http://gruene-jugend-nrw.de/aktuelles/veranstaltungen/details/meldung/offener-brief-zum-kommunalwahlplakat-der-kaarster-gruenen.html
Liebe grüne Freundinnen und Freunde,
wenn ich es richtig interpretiere, dann heisst das doch, das einzige, was ich an Schwarz(en) wählen kann, ist ihr Arsch.
Das heisst weiter: Schwarze haben nichts im Kopf. Oder denke ich da falsch?
Ausserdem finde ich, nein IST das Plakat gerade auch aus dem Grund obiger gedankenbemühter Interpretation ganz einfach sexistisch. So im Stil von “Schwarze sind gut im Bett”….oder so.
Oh mein Gott! Das geht alles gar nicht, meine Lieben!
Bestürzte Grüße aus dem hohen Norden!
Arfst Wagner (Die Grünen (KV Schleswig-Flensburg)
Auch im Mädchenblog steht was drüber:
http://maedchenblog.blogsport.de/2009/08/12/lachen-oder-weinen-sexismus-und-rassismus-auf-wahlplakaten-der-gruenen-kaarst/
Das habe ich an die Grünen gemailt:
Hallo!
Ich finde es nicht hinnehmbar, dass Bündnis 90/ Die Grünen in Kaarst mit
einem offen rassistischen und sexistischen Plakat werben und
gleichzeitig behaupten, sie würden sich für “Toleranz, Weltoffenheit und
Gleichberechtigung” einsetzen. Auf dem Plakat wird eine Schwarze Person
als “verfügbares” sexualisiertes Objekt dargestellt, das eine /weiße/
Person (in diesem Fall eine Frau, was das Ganze nicht besser macht)
angrapschen darf. Dass in der “Darstellung zweier Frauen, die sich
umarmen” nicht die Hände der Schwarzen Frau, auf dem “hellhäutigen
Gesäß” liegen, sondern umgekehrt, ist wohl kein Zufall, sondern den
rassistischen und sexistischen Phantasien der Beteiligten an der
Wahlkampfkampagne geschuldet. Was die Schwarze Person auf dem Bild genau
mit der CDU zu tun haben soll, ist mir ebenfalls schleierhaft.
Ich erwarte, dass die Kritik an der rassistischen und sexistischen
Wahlwerbung ernst genommen wird. Das bedeutet mindestens, dass die
Plakate in Kaarst entfernt werden und dass (auch von Bündnis 90/ Die
Grünen auf der Landes- und Bundesebene) eine Entschuldigung
ausgesprochen wird.
Bitte beachten Sie, dass dieser Briefwechsel von mir öffentlich geführt
wird, und ich dieses Anschreiben wie auch Ihre eventuelle Antwort zu
Zwecken der Dokumentation, Aufklärung und Lehre veröffentlichen werde.
Ein weiteres Beispiel für Rassismus innerhalb der selbstpositioniert “anti-rassistischen” Parteien.
Plakat suggeriert: ausschließlich Weiße WählerInnen – Schwarze WählerInnen ausgeblendet, Schwarze Menschen als (Sex-)objekte – Weiße Menschen als
Subjekte, Normalität des kolonialen Blickes (Weiße können selbstverständlich besitzen, entkleiden, entwürdigen, sehen ohne gesehen zu werden etc), Weiße Frauen als Exotistinnen und dominant in Bezug auf Schwarze Männer und Frauen (wenn nur Weiße Menschen auf dem Bild wären, wäre die Frau in der nackt-Position).
Und das ganze bewusst, da es ausdrücklich als Provokation gedacht sein soll. Die Stellungnahme des Kaarster Stadtverbandes zum Plakat: “Wir sehen das Plakatmotiv durchaus als provozierendes Element im Wahlkampf”
das ist abscheulich! hätte ich nie gedacht, dass die grünen so einen scheiß produzieren können, ohne vorher je einen gedanken über die auswirkungen dieses ALL-feindliches plakates zu machen. ich dachte wirklich, das das ein scherz sei, dass die npd eine verarschungsserie mit den grünen plakaten gestartet habe… aber als ich dann auf der gruen-kaarst die erklärung zum plakat las, wurde mir wirklich KOTZÜBEL! ich war grünwähler bis heute… nun nicht mehr!
Also ich weiß nicht, ob es etwas unprofessionelleres gibt als die Kaarster Grünen…
http://www.gruene-kaarst.de/kommunalwahl09/plakat-reaktion-09.html
Fast schon amüsierte Grüße,
Pasquale
[editiert] Is that N***o standing in a special barn for N***o-petting?
Heute, 13.08.2009 um 9.30 steht auf den Seiten der Grünen anstelle der bisherigen “Stellungnahme” kein Text mehr. Nur ein Hinweis auf Zensur…
[editiert: nofollow link siehe oben im update vom 13.8.]
Ich hoffe mal, dass eine Entschuildigung nun in Vorbereitung ist…
ops, in vino veritas, sind die Grünen alle betrunken?
oder wollten sie nur “lustig” sein? haben sie vielleicht ein bisschen zu viel nach Benetton Werbung geschaut?
das ist für mich fischen in braunen Teichen, ein Signal für diejenigen, die doch ein wenig “gleicher sind als die Gleichen”, ihr könnt uns ruhig doch wählen, auch bei uns manche denken so… schwarz ist schön, wenn es um Arsch geht! Ekelhaft! die Grünen haben das wahre Gesicht gezeigt: sie waren schon militaristisch geworden, in den Kommunen sind sie die Privatisierer Nummer 1 und jetzt auch das… für mich sind sie nicht mehr wählbar!
[editiert] Habt Ihr das hier heute schon gesehen? [nofollow link siehe oben bei update vom 13.8.]
Das Plakat ist noch zu sehen – statt des Fotos jedoch ein Querbalken “zensiert”. Keine weitere Stellungnahme!
Jetzt leiden sie wohl auch noch unter “Zensur”? Was soll das denn jetzt?
Die spinnen ja wohl jetzt völlig. Opfer von “Zensur” sind Marginalisierte, Mundtot gemachte, die die Wahrheit nicht schreiben oder sagen dürfen, wie z.B. in einer Militärdiktatur. Seit wann wird die weißdeutsche Mehrheit unterdrückt? Es ist super albern und armselig dass dieser Haufen Spinner sich jetzt unterdrückt fühlt, nur weil viele Leute gesagt haben dass sie sich ihr rassistisches Plakat stecken sollen. Wie irre kann man sein?
“Zensur”, das ist gut, das muss ich mir merken.
Ich mach’s einfach so: ich mache eine Collage einer Grünen Politikerin beim Oralverkehr und schreibe was lustiges darüber, z.B. “bessere Positionen für Frauen”. Und wenn die sich dann aufregt, sag ich dass das keiner in meiner Männerclique nachvollziehen kann und die Aufregung haltlos ist weil es ein antisexistisches Poster ist. Wenn ich das Plakat dann abnehmen soll weil meine Chefin das sagt, fühl ich mich ganz ganz ungerecht behandelt und wie in der NS Diktatur total zensiert und mundtot gemacht, und mach ne Beleidigten Homepage drüber. entschuldigen tu ich mich natürlich nicht, weil jeder weiß ja wer hier Täter und wer Opfer ist. Ich armes armes Opfer. Ich könnte heulen.
Grüne: sehr erwachsen. Voll regierungsfähig. Null kolonial. Super sozial.
Semantisches Feld zum Thema “Zensur” in diesem Zusammenhang: “Man wird ja wohl noch sagen dürfen, dass…” – “Gedankenpolizei” – “Moralpistole vorhalten” – “endlich unverkrampft sein dürfen”- “Tabubruch” – “Political Correctness” – “Auschwitzkeule” usw. usf. Die Grünen reflektieren doch nur, was in den Köpfen der Mehrheitsgesellschaft so vor sich hinwabert.
Vielleicht sollte an dieser Stelle mal gesagt werden, dass das Plakat keineswegs für Bündnis 90 / Die Grünen insgesamt spricht. Die Bündnisgrünen sind basisdemokratisch organisiert, was bedeutet, dass der OV Kaarst völlig eigenständig dieses Plakat zu verantworten hat und sich das auch nicht von irgendeiner höheren Instanz (Landes- oder gar Bundesverband) genehmigen lassen musste. Die Landes- und Bundesgrünen haben davon überhaupt nur Kenntnis bekommen, als das Plakat schon hing. Deswegen sagt das Plakat sicher etwas über die Kaarster Grünen aus, aber nicht viel über die Grünen anderswo.
Und weil das Plakat in der Tat inakzeptabel ist, und weil die Reaktion auf das Plakat auch überhaupt nicht geht, habe auch ich als Grüner den Kaarster FreundInnen geschrieben – hier dokumentiert.
Liebe FreundInnen und Freunde in Kaarst,
in der Aufregung um Euer Wahlplakat mit dem “Schwarzen Arsch” gehörte ich bisher nicht zu denen, die laute öffentliche Kritik an Euch geäußert haben. Euer Plakat ist in der Tat sexistisch und rassistisch und Ihr habt es offenkundig kritiklos von Eurer Agentur geschluckt. Das war ungeschickt, aber ungeschickt sind wir alle mal.
Auf die Kritik jedoch so zu reagieren, wie Ihr es getan habt, ist wirklich empörend. Ihr zeigt das Plakat jetzt mit einem “Zensiert”-Balken auf Eurer Homepage. Wer hat Euch denn zensiert? Ihr habt berechtigte Kritik einstecken
müssen und dann das Plakat zurückgezogen – hoffe ich jedenfalls, dass Ihr es zurückgezogen habt. Das heißt, Ihr habt einen Fehler gemacht und ihn eingestanden.
“Zensur” bedeutet, dass eine höhere Macht Euch mit
Gewaltandrohung oder Zwang dazu nötigt, das Plakat, hinter dem Ihr immer noch steht, zurückzuziehen. Ist das so? Wenn ja, müsst Ihr Euch immer noch des Rassismus- und Sexismus-Vorwurfes ausgesetzt sehen. Wenn es nicht so ist, wenn Ihr es selbst aufgrund der Kritik zurückgezogen habt, hat es nichts mit Zensur zu tun. Dann solltet Ihr aufhören, Euch in einer Opferrolle darzustellen, die Euch nicht zukommt.
Mit ärgerlichen, aber trotzdem herzlichen Grüßen
Peter Alberts
KV Münster
Bericht auf Glocalist – Medien für Nachhaltigkeit: Grüne nun jneseitig. man fühlt sich als Zensuropfer >> http://www.glocalist.com/news/kategorie/politik/titel/gruene-kaarst-nun-jenseitig/
Also wenn ich recht sehe, wurden die Plakate jetzt abgehängt, allerdings schon wieder mit so einem schizo-Statement:
“Den Vorwurf des Rassismus und des Sexismus weisen wir entschieden zurück. Weder die NRW-Grünen noch die Kaarster Grünen denken oder handeln rassistisch oder sexistisch, sondern im Gegenteil:…”
Sind die besoffen oder was? Wenn die ein Poster abhängen müssen weil jede, die Augen hat, es sexistisch und rassistisch findet, hinterher noch Wunschdenken als Realität verkaufen wollen? Wie ernst kann man die nehmen, wenn sie nicht mal die Beschwerdeführerinnen ernst nehmen?
Zum Beispiel hier im Blog oder in der ISD Erklärung wird es doch sogar differenziert erklärt mein Gott, ob wohl das niemand verlangen kann, gratis Nachhilfe für die ganz dummen. Und dann noch auf blöd machen. “lalala ich halt mir die Augen zu dann sehen mich die anderen nicht!”
Armes Deutschland.
[...] edge in defense of their motif choice. Despite a growing wave of protest from individuals and organizations – as well as member of their own party across the nation – the Kaarst branch continued to hold fast [...]
Dieses Schreiben ging an die Kaarster Grünen, sowie den Landes- und Bundesverband.
Betrifft: Das Plakat “Der einzige Grund schwarz zu wählen”
Sehr geehrte Damen und Herren,
Ich bin schockiert und erbost über den plumpen Rassismus, der hier zu Tage tritt. Als schwarze Deutsche bin ich zu oft mit witzig-, provokant- oder einfach nur gutgemeintem Rassismus konfrontiert, um diesen ignorieren zu können. Es ist mir folglich egal, wie “witzig, provokant und frech” Sie sich mit diesem Plakat präsentieren wollten. Es reduziert schwarze Menschen in kolonialer Tradition auf ihre Körperlichkeit, in diesem Fall auf ihre Sexualität. Nehmen Sie in diesem Zusammenhang bitte zur Kenntnis, dass auch Exotismus oder der sogenannte positive Rassismus, Rassismus ist. Die Darstellung schwarzer Körper als besonders wild, exotisch und dadurch begehrenswert, ist somit eindeutig eine rassistische Darstellung. Die Darstellung weißer Hände, die nach einem sexy schwarzen Körper greifen, fällt ohne Zweifel in diese Kategorie. Dieses Plakat ist folglich keine “freche Idee”, sondern eine rassistische Darstellung, die schwarze Menschen zu Sexualobjekten degradiert.
Schwarze Menschen sind in Deutschland immer noch Opfer von körperlichen und verbalen rassistischen Übergriffen. Die meisten haben Erfahrung mit der subtilen alltäglichen Form der Diskriminierung, wie unbegründete Polizeikontrollen, der Frage nach der “wirklichen” Herkunft, der Aussage, “man sei ja keine richtige Deutsche” oder Witze über zu viel Sonnenlicht. Gerade zu dieser Form des Rassismus trägt die klischeehafte Darstellung schwarzer Menschen in den Medien bei. Das gilt auch für Ihr Plakat.
Die grüne Partei ist aus den neuen sozialen Bewegungen der 60er und 70er Jahre entstanden, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, gesellschaftliche Missstände aufzuzeigen, den Finger in die alten Wunden der Bundesrepublik zu legen und für die Gleichberechtigung und Gleichbehandlung aller Menschen, unabhängig von Geschlecht, Hautfarbe und sexueller Orientierung einzutreten. Wie aus Reihen dieser Partei das Aufzeigen von rassistischen und sexistischen Zuständen als Zensur bezeichnet werden kann, ist mir völlig unerklärlich. Halten Sie es denn nicht selbst für ihre Aufgabe, solche Missstände anzuzeigen und die Verbreitung von rassistischem Gedankengut, sei es durch Stammtischparolen, Fernsehshows oder eben Wahlwerbung zu unterbinden?
Hören Sie bitte auf, wie trotzige Kinder auf die Vorwürfe zu reagieren und kommen Sie aus Ihrer “Zensur-Schmollecke” heraus. Wo Menschen arbeiten, passieren Fehler, man muss nur die Größe haben diese zuzugeben, zu beseitigen und die Chance wahrzunehmen, daraus zu lernen.
Nicht nur, weil auch schwarze Menschen in Deutschland wahlberechtigt sind.
Ihr Wahlplakat und Ihre Reaktion auf die Vorwürfe haben mich verletzt und beleidigt. Es geht hier jedoch nicht um Befindlichkeiten oder gar um meine persönlichen Gefühle, sondern um das Recht schwarzer Menschen auf eine würdevolle Darstellung in der Öffentlichkeit und darum, dass man Rassismus ” auch oder gerade wenn er von einer Partei wie den Grünen kommt – nicht einfach hinnehmen kann.
Mit freundlichen Grüßen und in Erwartung einer angemessenen Entschuldigung
To: info@gruene-kaarst.de
> Cc: info@cdu-kaarst.de, redaktion@lokalanzeiger-ne.de,
> redaktion@kaarster-stadtspiegel.de, westdeutsche.zeitung@wz-newsline.de,> info@gruene.de, info@cdu.de
Ich habe soeben Ihre Stellungnahme gelesen und bin absolut schockiert! http://www.gruene-kaarst.de/kommunalwahl09/plakat-reaktion-09.html
Ohne in die Tiefe zu gehen, moechte ich den Satz “Natürlich steht auch der Kaarster Stadtverband hinter Grünen Grundsätzen und kann diese Vorwürfe nicht nachvollziehen.” als ultimatives Beispiel der Arroganz Ihrer Stellungnahme hervorheben. Von Begriffen wie “Weltoffenheit” und “Toleranz” im Hinblick auf Ihr Verhalten ganz zu schweigen!
Ich und andere koennen die Vorwuerfe gegen Ihr Plakat im Hinblick auf Rassismus, Sexismus und allgemeine Geschmacklosigkeit sehr wohl nachvollziehen. Das sollte Ihnen genuegen, um einzugestehen, dass Sie eventuell ” trotz Ihrer zweifellos besten Absichten der CDU zu schaden ” eine Fehleinschaetzung getaetigt haben. Das Sollte Ihnen auch genuegen, um sich fuer Ihre Fehleinschaetzung zu entschuldigen und die noetigen Konsequenzen zu ziehen!
Statt dessen meinen Sie sich mit Ihren Absichten rechtfertigen zu muessen und weisen alle Kritik damit ab “dass Ihr Stadtverband die Vorwuerfe nicht nachvollziehen kann”. Lachhaft!! Seit wann entscheidet der Beleidiger ob der Empfaenger einer Botschaft beleidigt oder verletzt sein darf??? Welche Qualifikation hat der Stadtverband eigentlich, um sich in dieser Frage ein glaubwuerdiges Urteil erlauben zu duerfen???? Ich glaube diese Fragen lassen sich sehr leicht mit “ueberhaupt nicht” beantworten.
Weiterhin denke ich, dass die Schlagzeile auf Ihrer Webseite “Grünes Plakat sorgt für Aufregung” auch ein ganz fauler Trick ist. Allen denjenigen, die nicht auf den Artikel clicken, wird damit vorgegaukelt, dass es sich hierbei um “positive Aufregung” handelt, im Sinne das die “Gruenen mal wieder richtigen Wirbel in den Wahlalltag gebracht haben – hurrah”! Es kann natuerlich sein, dass das wirklich Ihre Meinung ist. Wie waere es aber mit einer etwas aufrichtigeren und informativeren Schlagzeile, wie z.B. “Die Gruenen entschuldigen sich fuer geschmackloses Plakat”.
Schade das Sie so deutlich gezeigt haben, wie wenig Respekt Sie fuer die Meinung anderer haben. Schade, dass man in diesem Zeitalter noch dumme, stereotypische Anspielungen auf eine andere Rasse bzw das weibliche Geschlecht erleben muss. Schade auch, dass Die Gruenen offenbar keine inhaltlichen Argumente finden konnten, sich gegenueber einer anderen Partei zu profilieren. Schade.
Klarstellung: Ich bin kein Waehler in Kaarst, bin somit ueberparteilich und unterstuetze ledglich gesellschaftlichen Anstand.
Mit freundlichen Gruessen,
Andrew Naughton
Es ist jetzt wirklich Zeit für eine Entschuldigung, und zwar auf diesem Blog!
Schreiben an die Grünen Fraktion in Bayern:
,
> ,
> ,
> , ,
> ,
>
> Cc: ,
> Betreff: Es gibt nur einen Grund schwarz zu wählen (Wahlplakat anbei im
> Attachment)
>
> Grüß Gott ,
>
> ich wende mich an Sie, da ich eine Münchner Bürgerin
> bin und ich Sie als meinen direkten Ansprechpartner vor Ort sehe.
>
> ” bitte beacheten Sie, daß dieser Briefwechsel von mir öffentlich geführt wird
> und ich dieses Anschreiben
> wie auch Ihre eventuelle Antwort zu Zwecken der Dokumentation, Aufklärung und
> Lehre veröffentlichen werde.”
>
> Im Attachment finden Sie das Wahlplakat der Grünen, Ihrer Partei , vor,
> welches ja bereits
> zensiert ist.
> Trotzalledem ist es mein innigstes Anliegen, sollten Sie diese Diffamierungen
> und rassistischen Plakate zum Zwecke der Wahl
> schon wieder verdrängt haben, hier an dieser Stelle meinen persdönlichen
> Unmut zu äußern und diesen
> auch öffentlich zu tun.
> Ich bin fassungslos, wie sehr Ihr Marketing und Werbebeauftragter hier daneben
> gegriffen hat.
> Für mich persönlich, als kritischer und engagierter Bürger gegen Stereotypen
> mit einer Auffassung für gelebte Toleranz und gegenseitigem Respekt und
> Wahrung der Würde eines jeden Menschen
> bedeutet dieses Plakat , daß Ihr Ansehen in meinen Augen stark gesunken ist.
> Was haben Sie sich eigentlich dabei gedacht?
> Wer hat hier seine Hausaufgaben nicht gemacht?
> Sie sind ja ideologisch gar nicht weit entfernt von der CSU , schenken Sie
> das Plakat oder die Idee doch gleich der NPD.
Anmerkung der Verfasserin: habe nach dem Versenden meiner Email doch gleich 6 Abwesenheitsnotitzen erhalten, die Grünen machen gerade viel viel Urlaub .
Die zahlreichen Zuschriften von schwarzen Mitbürgern und Mitbürgerinnen sollten Ihnen zeigen, welche drastischen Fehlschritt Sie mit Ihrem Versuch progressiv zu sein, getan haben. Dennoch möchte ich mich als weißer Wähler dem heftigen Protest aller Betroffenen anschließen (und Sie können mir glauben es sind nicht wenige).
Es handelt sich hier nicht um Befindlichkeiten und bei dem Plakat nicht um einen Geck- Sie haben eindeutig gegen eine Reihe von wesentlichen Leitlinien im Bereich Rassismus und Sexismus verstoßen. Im Vorfeld einer Wahl ist dies unverzeihbar und durch den Versuch harmloser Erklärungsversuche nicht korrigierbar- im Gegenteil:
Sie sind aufgefordert, sich in einer eindeutigen Stellungsname für diesen Vorgang zu entschuldigen, das Plakat sofort zu entfernen und in Ihren Reihen entsprechende Aufklärungsarbeit zu leisten.
Der Schaden, den Sie verursacht haben ist kaum aus der Welt zu schaffen, trotzdem ist eine ernst gemeinte öffentliche Korrektur von Nöten- nicht nur den Schwarzen Mitbürgern gegenüber.
Ein erschütterter und erboster weißer Wähler.
U.S.
Mein Email an die SZ
Sehr geehrte Frau …, sehr geehrter Herr …
Rassismus und Sexismus ist kein “Popo-Humor”!
Siehe Seite 5 der heutigen Ausgabe und http://www.sueddeutsche.de/,abild4m1/politik/516/483957/bilder/?img=3.0
Als verantwortungsvolle Journalisten sollten Ihnen Rassismus und Sexismus in seinen Spielarten bekannt sein.
Ein so deutliches und verachtenswertes Beispiel findet man öffentlich zum Glück nicht alle Tage.
Es sollte auch von Ihrer Seite als solches erkannt werden.
Wie haben Sie denn dieses Plakat verstanden? Was ist denn die Aussage?
Auch wenn die Grünen sich für Minderheiten einsetzen, hat diese Partei keinen Freibrief selbst rassistisch oder sexistisch zu handeln.
Frau … Sie zeigen hier, dass Sie offensichtlich das Thema Rassismus nicht verstanden haben.
Bitte entfernen Sie dieses menschen verachtende Plakat aus der Online-Abstimmung.
Falls Sie sich zu diesem Thema informieren wollen: http://www.derbraunemob.de.
Dieser Briefwechsel wird von mir öffentlich geführt. Mein Schreiben sowie Ihre Antwort werde ich zu Zwecken der Dokumentation und Aufklärung veröffentlichen.
zur info:
Habe folgende Tweet von den Grünen NRW erhalten:
@createtomorrow Stimmt – haben noch einen letzten Satz ergänzt, war nicht eindeutig von uns: http://ow.ly/jYf8 #B
nachdem sie folgende Link von mir erhalten hatten:
@gruenenrw @gruenekaarst “A ‘teachable momemt” missed”: http://tinyurl.com/pdmyo8
Die Aktion der Kaarster Grünen war voll daneben, gut dass nicht nur wir schwarzen Deutschen das so sehen sondern noch viele andere Mitbürger!
Die Stellungnahme der Kaarster Grünen ist der Hohn..ohne Worte…
Gruß von Nicole
Quelle : die Grünen Bündnis 90 Kaarst Homepage.
Das haben sich also die Grünen auf die Fahnen geschrieben: “Auszug aus der Hompage der jungen Grünen in Kaarst ”
“die GRÜNE JUGEND ist ökologisch, sozial, globalisierungskritisch, basisdemokratisch, emanzipiert, antirassistisch, international und gewaltfrei. Wir wollen:
* eine menschenwürdige Integration von ImmigrantInnen, Flüchtlingen und Menschen ohne Papiere.
* mindestens die Hälfte aller Macht für Frauen.
* eine Globalisierung, die nicht durch wirtschaftliche und geopolitische Interessen der Mächtigen gesteuert wird.
* eine offene und multikulturelle Gesellschaft ohne Diskriminierung oder Rassismus.
* und natürlich noch vieles mehr. Hier ein Link zu den Themen der Grünen Jugend NRW. …..”
Anmerkung der Verfasserin:
da offenbart sich wieder mal, daß es sich hier nur um Lippenbekenntisse handelt. Wort und Tat haben nichts gemein.
Guten Tag nach Kaarst,
Feedback zum Plakatmotiv haben Sie schon bekommen. Mich enttäuscht Ihre Reaktion. Nämlich die explizite Verweigerung sich mit dem Thema auseinander zu setzten. Jeder macht mal Fehler, aber Sie weigern sich adäquat auf das Feedback einzugehen. Und: Sie reden von Zensur. Deswegen möchte ich noch mal ganz verständlich das Problem darlegen.
Das Plakat ist
1. Oberflächlich. Es stellt in keiner Weise dar, warum Grün besser als Schwarz sein soll.
2. Es ist sexistisch. Klar: Frauenhintern sind oft schöner als Männerhintern. Aber ein Wahlkampf ist weder ein Schlafzimmer, noch eine FKK-Veranstaltung. Und: Überlegen Sie bitte warum es ein nackter Frauenhintern sein musste!!! Es liegt nicht an der Schönheit (die unbestritten ist), sondern es liegt daran, dass man (n) das in dieser Gesellschaft so macht. Sexualisieren auf Kosten der Frau. Objektivierung der Frau. Der Frau wird die Subjektivität abgesprochen. Sie sprechen mit so einem Motiv der Frau die Subjektivität ab. Sie objektivieren sie, und: Sie merken es noch nicht einmal. Als Grüne. Unglaublich. Und: Um das zu verdecken, lassen Sie einfach mal weiße Frauenhände zugreifen. Als ob Frauen per se nicht sexistisch sind, weil sie ja Frauen sind. Dumm nur, dass Frauen sich da auch nicht so sehr von Männern unterscheiden, sprich: In einer sexistischen Gesellschaft auch oft sexistisch sind. Der Sexismus ist systemimmanent. Frauen des KV-Kaarst, lest Eure feministische Lektüre noch mal genau!
3. Es ist rassistisch. Die schwarze Frau als Objekt. Die weißen Hände grapschen zu. Wahrscheinlich auch nicht absichtlich, aber sehr peinlich. Fragen Sie sich doch mal, warum hier nicht ein weißer Hintern abgebildet wurde, der von dunklen Händen Begrapscht wird. Hier sind wir wieder beim Thema Objektivierung. Lieber mal die dunkle Frau Objektivieren, bei hellen fällt es mehr auf. Und: farblich lassen sich die Hände nur durch den Nagellack als eher als weiblich identifizieren, wenn die Grapschehände weiß sind (farblicher Kontrast muss dafür hoch sein). Hier sind ja absichtlich Frauen dargestellt worden, bei dunklen Händen wäre das unklar gewesen, nicht wahr? Dann hätte Mann (!) denken können, ein schwarzer Mann greift einer weißen Frau an den Allerwertesten Das geht ja gar nicht. Keine Missverständnisse. Sexuelle Vermischung von Hell und Dunkel bitte nur, wenn Fortpflanzung nicht möglich ist, wenn man schon mit (angedeutetem) Sex wirbt. Und: an das Alles haben Sie gar nicht gedacht. Es war gar nicht Ihre Ansicht und so weiter. Tja, das ist eben das Problem. Es würde helfen, wenn Sie sich damit mal ernsthaft beschäftigten.
Fazit: Sie reden von Zensur und wischen so alle Einwände auf die denkbar einfachste Art und Weise weg. (Wir sind ja alle gegen Zensur). Das ist sehr schade, weil Sie damit zeigen, dass sie entweder das Problem nicht verstehen, oder sich damit nicht auseinander setzen wollen. Beides ist Antiwerbung für die Grünen.
Grüne Grüße aus Hamburg,
Sigrun Priemer
PS.: Bitte beachten Sie, dass dieser Briefwechsel von mir öffentlich geführt wird, und ich dieses Anschreiben wie auch Ihre eventuelle Antwort zu Zwecken der Dokumentation, Aufklärung und Lehre veröffentlichen werde.
http://blog.derbraunemob.info/2009/08/11/ein-grund-nicht-gruen-zu-waehlen/
[...] sexistisch, sondern im Gegenteil …“ – Ausführliche informiert der media watch blob der braune mob über diese [...]
nicht nur der Papst hält sich für unfehlbar:
http://unrastwildcat.blogsport.de/2009/08/14/po-plakat-gruene-bleiben-unfehlbar/
An: info@gruene-kaarst.de, INFO@GRUENE.DE
An die Grünen aus Kaarst und NRW:
mit Schrecken und Abscheu habe ich das Plakat der Grünen Kaarst wahrgenommen. Ebenso erschreckt war ich als ich die veröffentlichte Erklärung, die mit dem Landesverband abgestimmt ist, gelesen habe.
Kein Wort von Entschuldigung.
Stattdessen: “Den Vorwurf des Rassismus und des Sexismus weisen wir entschieden zurück”. Eine Abwehrreaktion.
Von welchem Begriff von Rassimus gehen Sie aus, wenn dieses Plakat für Sie nichts mit Rassismus zu tun hat? Prügelnde Neonazis? Als bloße Einstellung von einigen wenigen?
Was bedeutet für Sie Sexismus, wenn dieses Plakat für Sie nichts mit Sexismus zu tun hat? Vergewaltigung? Das was einige wenige Männer in ihren Köpfen tragen?
Aus vielfältigen Veröffentlichungen im deutschen Kontext in den letzten 20 Jahren vor allem von Schwarzen Autor_innen (z.B. von May Ayim, Grada Kilomba, Paul Mecheril, ManuEla Ritz, Noah Sow,…) sollte klar geworden sein, dass Rassismus nicht ein randständiges Phänomen der Gesellschaft ist. Rassismus verteilt in dieser Gesellschaft Privilegien an weiße Menschen. Da kann ich noch so grün-wählend, anti-rassistisch, anarchistisch, politisch engagiert,… sein, wie ich will: diese Privilegien kommen mir als weißer Person zu. Daher halte ich es für besonders ignorant, diese privliegierte Position zu ignorieren (aufgrund der Reaktionen von Ihrer Seite, die bislang zu lesen waren, schreibe ich Ihnen zu, dass Sie aus einer weißen Perspektive agieren) und zu behaupten, Sie könnten nichts mit Rassismus zu tun haben.
Spätestens jedoch nach den zahlreichen Zuschriften (einige z.B. dokumentiert unter http://blog.derbraunemob.info/2009/08/11/ein-grund-nicht-gruen-zu-waehlen/) müssten Sie doch eigentlich etwas über Rassimus und Sexismus gelernt haben. Ich spare mir die Widerholung der Argumente an dieser Stelle.
Voller Enttäuschung, Scham und Wut
Hallo,
ich habe auch mal an die SZ wegen der online-Umfrage geschrieben.
solidarisch und wütend
B.
————————————–
Sehr geehrte Menschen der SZ-Redaktion,
bezüglich ihrer online-Umfrage zu Wahlplakaten (http://www.sueddeutsche.de/politik/516/483957/bilder/?img=3.0) möchte ich mich folgendem Kommentar anschließen:
http://blog.derbraunemob.info/2009/08/11/ein-grund-nicht-gruen-zu-waehlen/#comment-2616
Auch ich wünsche mir höflich aber mit Nachdruck, dass Sie das rassistische und sexistische Plakat der Kaarster Grünen aus der Abstimmung entfernen.
Die Annehmbarkeit eines solchen Plakat zur Abstimmung zu stellen bekräftigt die unzumutbare Unterstellung, der Vorwurf des Rassismus und Sexismus sei der einer Minderheit und als solcher nicht ganz so ernst zu nehmen. Noch beharren die Urheber_innen in ihrer Stellungnahme darauf, die Begründetheit der Kritik zu negieren. Mit Ihrer Umfrage suggerieren Sie, eine Abstimmung könnte zu irgend einem sinnvollen Urteil über das Plakat führen. Geht gar nicht, zumal sich in dieser mehrheitlich Weiße äußern, darunter in erheblichem Anteil heterosexuelle Männer. Bis zu wie vielen Prozentpunkten bitteschön soll der Rassismus/Sexismus noch nicht gelten? Bis zu welchem Anteil an positiven Wahrnehmungen ist er noch nicht “so” schlimm?. Die Abstimmung leistet typischen Leugnungsmustern Vorschub, die selbst als rassistisch/sexistisch anzusehen sind.
Daher: Das Plakat zur Abstimmung zu stellen, geht gar nicht. Rassismus und Sexismus ernst nehmen heißt, die Menschen ernst nehmen, die von ihnen betroffen sind, heißt, den Vorwurf nicht zur Diskussion zu stellen sondern Konsequenzen daraus ziehen.
Mit freundlichen Grüßen
…
Dieser Briefwechsel wird von mir öffentlich geführt. Mein Schreiben sowie Ihre Antwort werde ich zu Zwecken der Dokumentation und Aufklärung veröffentlichen.
PS: ich habe die blogregeln erst jetzt gelesen und muss daher nachtragen,
dass ich mein weißsein unterschlagen habe. very sorry. (aber ich glaube,
ich weiß jetzt an welcher stelle ich da falsch gedacht habe)
Danke fürs aufmerksam machen. Eine (nicht erschöpfende, weil da könnte man ja ewig und drei Tage schreiben und wäre noch nicht fertig) Kritik von meiner Seite:
http://www.diffusionen.de/2009/08/11/wahlkampfkatastrophen/
Mein Kommentar an die Kaarster Grünen, CC an die Bundes-Grünen:
Der kapitale Bock, den Sie mit Ihrem Wahlplakat geschossen haben, wird jetzt noch übertroffen von Ihrem Kommentar zu dessen Entfernung und der wehleidig-anklagenden ‘Zensiert’-Abbildung.
Da die Grünen in Kaarst unter einer gewissen Begriffsstutzigkeit zu leiden scheinen, hier der Versuch einer Erklärung: Es geht bei Ihrem Plakat nicht um nackte Popos (an die ist jeder hier Lebende bis zum Abwinken gewöhnt), sondern um den Alltagsrassismus, dem in diesem gelinde gesagt rückständigen Land offenbar auch die, die sich für ‘anti-rassistisch’ halten, frönen.
Und es geht um Ihre reichlich selbstgerechte Versicherung, nachdem auf öffentlichen Druck das Plakat zurückgezogenn wurde, Sie seien ganz und gar und überhaupt und niemals nicht rassistisch. Das ist vor diesem Hintergrund ungefähr so glaubwürdig wie die Versicherung der damaligen DDR, man sei demokratisch.
Wenn Sie bei Ihren Aussagen die Formulierung ‘nicht bewußt rassistisch’ verwendet hätten, wäre man sehr dankbar – und Sie täten sich selber den Gefallen, weniger selbstgerecht, stattdessen selbstreflektierend und damit sympathisch zu wirken. In Zeiten massiver Politikverdrossenheit der Bürger sicher ein nicht zu unterschätzender Vorteil im Wahlkampf… Oder buhlen Sie am Ende, wie die auf dem Plakat angegriffene CDU, um Stimmen vom rechten Rand?
Wie auch immer: Sollten Sie auf Ihrer Haltung beharren, wären für mich angesichts dieser fortgesetzten Entgleisung die Grünen nicht mehr wählbar.
- Bitte beachten Sie, dass dieser Briefwechsel von mir öffentlich geführt wird, und ich dieses Anschreiben wie auch Ihre eventuelle Antwort zu Zwecken der Dokumentation, Aufklärung und Lehre veröffentlichen – werde.
An die Grünen in Kaarst:
In Bezug auf die Diskussion über das Plakat “Der einzige Grund, Schwarz zu wählen”, möchte ich Ihnen ausdrücklich empfehlen, sich über Rassismus angemessen zu informieren, da Sie offensichtlich, wie man an Ihren Stellungnahmen (u.a. auf Ihrer Internetseite oder in Äußerungen die in Artikeln wiedergegeben werden) klar erkennt, nicht verstanden haben was das Problem (bzw. in diesem Fall schon die Probleme) mit dem Plakat ist (sind) und unfähig sind, adäquat darauf zu reagieren.
Die Tatsache, dass Sie ein solches Plakat überhaupt zum Wahlkampf benutzt haben ist schon völlig unverständlich und nicht akzeptabel. Ihre Reaktion spiegelt Ihr Unwissen und Ihre fehlende Bereitschaft sich damit professionell auseinanderzusetzen wieder.
Sie schreiben: “Den Vorwurf des Rassismus und des Sexismus weisen wir entschieden zurück. Weder die NRW-Grünen noch die Kaarster Grünen denken oder handeln rassistisch oder sexistisch”"
Es reicht nicht, etwas zurückzuweisen wenn die Handlungen etwas anderes aussagen. Die Verwendung des Plakats sowie Ihre Reaktionen auf die Kritik sind HANDLUNGEN.
Es ist sehr bedauerlich, dass eine Partei, die viele für eher zeitgemäß gehalten haben, sich so disqualifiziert.
Ich möchte auch noch einmal besonders darauf aufmerksam machen, dass Sie nicht nur Schwarze Deutsche Wähler vergrault haben, sondern auch weiße Deutsche Wähler wie mich!
Es wäre unbedingt angebracht eine deutliche Entschuldigung Ihrerseits auszusprechen!
Es gibt zahlreiche Veröffentlichungen wie z.B. Noah Sows Buch “Deutschland Schwarz Weiß” oder “Die Farbe meiner Haut” von Manuela Ritz die selbst Ihnen den ganz alltäglichen Rassismus erklären und verständlich machen können. Auch gibt es im Internet viele Seiten, die hilfreiche Informationen und Erklärungen bieten (z.B. http://www.derbraunemob.de).
N. Diegel
P.s. Übrigens sollte es Ihnen zu denken geben, dass Sie gegen die CDU werben mit einem Plakat das neben rassistisch auch sexistisch ist ” genau wie das Plakat von Vera Lengsfeld (CDU)!
Bitte beachten Sie, dass dieser Briefwechsel von mir öffentlich geführt wird, und ich dieses Anschreiben wie auch Ihre eventuelle Antwort zu Zwecken der Dokumentation, Aufklärung und Lehre veröffentlichen werde.
Bin selber in der Grünen Jugend und bei den Altgrünen aktiv und finde das Plakat einfach nur schrecklich.
Der Inhalt steht im direkten Widerspruch zu dem, was grüne Politik ausmacht, nämlich der Ablehnung von Rassismus, Sexismus und allen anderen diskriminierenden Denkweisen.
Der NRW-LaVo hätte sich meines Erachtens noch deutlicher distanzieren müssen.
Liebe Kaarster Grüne,
stellt Euch doch einfach mal vor, die CSU veröffentlicht ein Plakat, auf dem Claudia Roth zu sehen ist, und drunter steht der Text: “Ein Grund für die Verwendung von Kondomen.”
Dann gibt es Proteste, dass diese Aussage im Zusammenhang mit dieser Abbildung menschenverachtend und diskriminierend ist.
Und anschliessend erklärt die CSU, dass sie schon immer gegen Verhütungsmittel gewesen sei.
Oder stellt Euch vor, die FDP veröffentlicht ein Plakat, auf dem Cem Özdemir zu sehen ist, und drunter steht der Text: “Ein Grund gegen den EU-Beitritt der Türkei”, worauf es Proteste gibt, die darauf hinweisen, dass diese Aussage im Zusammenhang mit dieser Abbildung fremdenfeindlich und gegen die Menschenwürde ist.
Und dann stellt Euch vor, die FDP erklärt dazu, dass sie grundsätzlich schon immer freiheitlich liberal war.
Na? Klingelts?
Noch viel Spass im Wahlkampf!
..mich wundert der Grad des kollektiven Erstaunens ueber angebliche ‘rassistische Ausrutscher’ einer Partei, in der Rassismus, meist versehen mit Foskeln wie ‘(Ethno-)Pluralismus’, verbunden mit der bei genauerer Betrachtung staendigen Wiederkehr lupenrein rechtes Gedankengut wiedergebender Mitglieder, und bei weitem nicht alle wurden wie Roger Hicks der Partei verwiesen (etwa Rolf Stolz, s.u.), immer an der Tagesordnung war. Kann dazu nur diesen
http://ad-sinistram.blogspot.com/2008/07/grnbraune-verwandtschaft.html
link empfehlen, Jutta Ditfurths diverse Buecher ueber die Oekoszene in Deutschland und eben das Studium von Einzelfaellen
http://de.wikipedia.org/wiki/Rolf_Stolz
Es ist fraglos weitaus bedenklicher, dass nationalistische und rassistische Weltbilder ueber scheinbar ‘aufgeklaerte’, ‘linke’ Parteien modernisiert werden als es aehnliche Versuche der NPD jemals sein koennten, fuer viele innerhalb der Gruenen stehen essentialistische Menschenbilder, verankert durch die Oekoszene, im Zentrum ihres Weltbildes, das fuehrt ‘natuerlicherweise’ dazu, Rassismen von ihrer ‘guten’ Seite her zu denken und zu glauben, es handele sich in diesem Falle um keine Rassismen mehr. Solche ‘wohlmeinenden’ Rassismen verankern Stereotype in breiten Schichten der ‘liberalen Mitte’ und machen sie abgreifbar innerhalb von Macht- und Dominanzstrukturen, in jedem beliebigen Sinne.
Petra Kelly würde sich im Grab umdrehen wenn sie mitbekommen würde was aus ihren Visionen geworden ist!!! Ich bin entsetzt und enttäuscht über ein solches hirnloses Verhalten der Grünen. Dieses Plakat zeugt nicht nur von Rassismus und Sexismus, sondern entlarvt eine unendliche (gefährliche)Dummheit.
Jasmin
ADEFRA e.V.
[...] das Rassismus und Sexismus? Wie das Feedback zum Plakat zeigt,wird es als rassistisch und sexistisch wahrgenommen. Dass es ausgerechnet ein Plakat der [...]
[...] informiert der media watch blog der braune mob über diese [...]
Nichts gelernt!
Nicht nur das die Plakate entgegen aller Bekundungen immer noch im Stadtgebiet hängen – heute kamen bei uns Briefe an die Erstwähler (ab 16. Jahre) an. Und was ist da drin? Richtig – eine Postkarte mit dem bekannten Plakatmotiv.
Liebe Grüne in Bund und Land – so geht’s nicht!
Ihr seid für mich mit dieser Arroganz und Ignoranz für mich unwählbar geworden!
Ich zeigte das Plakat meiner 14 jährigen Tochter und ihrer 13 jährigen Freundin ohne Kommentar. Die spontane Reaktion dieser beiden Teenager war.
” ist das ekelhaft, das ist ja unverschämt wie rassistisch sind die denn, das ist wiederlich”
[...] BürgerInnen, die das Pamphlet bei sich im Briefkasten vorfanden, haben sich an die antirassistische Media Watch Organisation “Der Braune Mob” gewannt. Mehr Infos und Platz für Eurer Feedback unter http://blog.derbraunemob.info/2009/08/11/ein-grund-nicht-gruen-zu-waehlen/ [...]
Die Grünen in Kaarst verschicken jetzt nach dem angeblichen “Rückzieher” (der gar keiner war) in Wirklichkeit sogar jetzt Postkarten an ErstwählerInnen mit dem rassistischen und sexistischen Plakatmotiv.
Für mich sind die Grünen in Kaarst auf einer Stufe mit der NPD, denn was sie tun ist nichts als VOLKSVERHETZUNG!
Abscheulich, widerwärtig und durch nichts zu entschuldigen!
Ich hoffe sehr, dass bei der Kommunalwahl am 30. August 2009 die Grünen in NRW und insbesondere die Grünen in Kaarst eine KRACHENDE WAHLPLEITE erleben werden.
Mein Aufruf:
Wählt NICHT Grün!
NO JUSTICE NO PEACE
King
More on this topic in English:
http://tinyurl.com/rbo5ec
http://tinyurl.com/pdmyo8
Nach der Nachricht, dass das Plakat immer noch im Umlauf ist:
Grüne Kaarst,
genauso unbeirrt, wie Sie mit dem Motiv “Der einzige Grund Schwarz zu wählen” weitermachen, genauso unbeirrt werden Sie die Meinungen aus der Bevölkerung bekommen.
Die Devise: Aufmerksamkeit um jeden Preis à la Vera Lengsfeld aus der CDU kann nur zum Erfolg führen, wenn die angesprochene Wählerschaft nicht in der Weise negativ vor den Kopf gestoßen wird, dass Sie allein aus diesem Grund an “Grün” zu zweifeln beginnt. Für mich persönlich ist dieser Fall eingetreten.
Für Sie geht es um die anstehende nächste Wahl. Sie müssen davon überzeugt sein, dass ein einzelnes Plakatmotiv zumindest nicht über diese Legislaturperiode hinaus Auswirkungen haben wird. Ich habe im Gegenteil die Möglichkeit Grün zu wählen für mich aufgrund dieses Vorfalls ab jetzt gänzlich ausgeschlossen.
Insbesondere geht es für Sie nur um “Befindlichkeiten” einer Schwarzen Minderheit in diesem Land und vor allem wohl in Ihrem Wahlkreis. Sie übersehen dabei, dass Ihr Plakatmotiv in Zusammenhang mit dem Vorfall des Schwarzen CDU – Wahlhelfers zu sehen ist, der unter Polizeischutz steht, wegen massiver rassistischer und rechtsextremistischer Anfeindungen. Für Sie wahrscheinlich unverständlich rücken Sie damit für mich in diesem konkreten Punkt und Fall in die Ecke derjenigen, von denen diese Anfeindungen ausgehen – nämlich den Rechtsextremisten. Für mich ist die Wirkung dieses Plakats in diesem auch zeitlichen Zusammenhang rassistisch, diffamierend und menschenfeindlich. Wohl frivol und offensichtlich “frech” gemeint unterstützen und propagieren Sie damit die Haltung der Rassisten und Nazis, die sich gewalttätig gegenüber dem benannten CDU- Wahlhelfer zeigen. Das Argument “Wir doch nicht” oder “…ganz im Gegenteil…” hat allein keine inhaltliche Aussage. Den Inhalt hierfür liefert Ihr Plakatmotiv.
Ohne Schwarze Parteimitglieder ist es mit Sicherheit schwierig, sich die Situation so vor Augen zu halten, wie Sie bei ebendiesen Schwarzen Menschen ankommt. Zu erwarten ist in einem solchen Fall, insbesondere wenn es um öffentliche Darstellungen einer politischen Partei geht, dass nach den ersten Vorwürfen des Rassismusses und des Sexismusses eine grundsätzliche Haltung gegen solche Vorwürfe eingenommen wird. Das hätte konkret zur Folge haben müssen, dass nicht nur die Verfügbarkeit im Internet gestoppt wird, sondern dass auch die Plakate abgenommen werden und insbesondere nicht Minderjährige von Ihnen durch Postkarten rassistisch beeinflusst werden.
Ich unterstelle Ihnen im Übrigen, dass Sie sich durch die Markierung “Zensiert” des vormals auf Ihrer Webseite zu sehenden Plakatmotivs und die gleichzeitige Beibehaltung der Plakate und insbesondere der Versendung der Postkarten an Minderjährige als Opfer der öffentlichen Meinung darstellen wollen. Zu erwarten wäre eine radikale Distanz zu diesem Vorfall.
Nicht jede Öffentlichkeit ist gut für die Grünen. Gerade die kleinen Parteien müssen durch Grundsätze und Haltung überzeugen.
Sich “frech” auf dem Rücken von Menschen auszutoben, die tagtäglich dem Rassismus und der daraus folgenden körperlichen und seelischen Gewalt ins Auge sehen müssen, zeugt von einer Partei ohne Rückgrat. Sie werden sich mit Sicherheit mit voller Vehemenz dagegen wehren wollen, aber genau dieses mangelnde Rückgrat schreiben Menschen Rassisten und Nazis zu. Insbesondere hätte mehr Rückgrat Deutschland vor einer Schreckensherrschaft bewahren können. Weit hergeholt finden Sie? Gerade in der rechten Szene sind Grüne Themen sehr angesagt. Vielleicht recherchieren Sie doch wenigstens in diese Richtung, damit Sie zumindest nach der Wahl wissen, welche Wähler sie eigentlich zu bedienen haben.
Bei Ihrer Haltung denke ich, werden sie weiterhin von mir hören.
Mit freundlichen Grüßen
S. [name der red. bekannt]
“Bitte beachten Sie, dass dieser Briefwechsel von mir öffentlich geführt wird, und ich dieses Anschreiben wie auch Ihre eventuelle Antwort zu Zwecken der Dokumentation, Aufklärung und Lehre veröffentlichen werde.”
Oh mein Gott! wessen Idée war das denn mit dem Plakat?; Das ganze Konzept passt gar nicht zu den Grünen! Wie kann es sein dass die Partei die an der Forderfront für DE als EINWANDERUNGSLAND gekämpft hat, plötzlich so tief sinkt??? War das alles nur SHOW?; Also wenn ich wählen könnte , würde ich auf KEINEN FALL DIE GRÜNEN WÄHLEN;
Hallo,
die Plakate und auch die Postkarten-Aktion sind ganz allein in Kaarst entstanden. Ortsverbände sind unabhängige Gliederungen und betreiben auch so eben ihren Wahlkampf, besonders in Kaarst der nicht die Wahlkampflinie des Landesverbandes übernommen hat.
So sauer man auf den Ortsverband Kaarst sein darf, man darf nicht alle 54 Kreisverbände und über 300 Ortsverbände in einen Topf werfen. Oder will hier jemand tatsächlich 10.000 andere Mitglieder auf der Grundlage des (Fehl-)Verhaltens von vielleicht 10 anderen bewerten?
Der Landesvorstand der Grünen NRW hat sich aber gestern nochmal zu Wort gemeldet, allerdings ohne Wissen dem Wissen von den Postkarten. Dies hat der Landesverband gestern Abend über Twitter (danke nochmal an Trina für die Info) erfahren.
Hier die Aussage des Landesvorstandes:
http://www.gruene-nrw.de/themen/gesellschaft/migration-und-integration/migration-und-integration/nachricht/plakate-abgehaengt.html
Mein Kommentar an Bundes- und Kaarster Grüne:
Oh, wie unabhängig sie doch sind, die Kaarster Grünen! Bin allerschwerstens beeindruckt.
Mit der Postkartenaktion versuchen erwachsene Grüne, junge, eher naive Wähler zu ködern, weil sie bei ihresgleichen (Erwachsenen) vor die Wand gelaufen sind.
Das ‘Philipp-Mißfelder-Prinzip’ macht weiter Schule. Was der Vorsitzende der Jungen Union vorgeturnt hat, wird in Kaarst nachexerziert: Reiß die Klappe auf und provoziere! Egal was für einen (bevorzugt rechten) Müll du redest oder sonstwie absonderst, du machst dich damit bekannt. Daß man die dabei besetzten Positionen auch einhalten muß, versteht sich.
Deshalb kann man angesichts der fortgesetzten rassistischen Aktion keinen Zweifel mehr daran haben, daß die Kaarster in der rechten politischen Ecke auf Stimmenfang gehen. Wenn die Parteispitze jetzt nicht anfängt, vernehmbar über einen Parteiausschluß der Strategen vom linken Niederrhein nachzudenken, zeigt sie, daß sie für rechtslastige junge Simpel wählbar sein will, für andere aber nicht mehr.
Petra D.
Bitte beachten Sie, dass dieser Briefwechsel von mir öffentlich geführt wird, und ich dieses Anschreiben wie auch Ihre eventuelle Antwort zu Zwecken der Dokumentation, Aufklärung und Lehre veröffentlichen werde.
An die “Grünen” in Kaarst und NRW
(Kopie an Bundesgeschäftsstelle):
Auf unsere mails zur rassistischen und sexistischen Plakataktion in Kaarst haben wir leider immer noch keine Antwort von Ihnen erhalten. Auch für eine Entschuldigung hatten Sie wohl keinen Anlaß gesehen.
Auf Ihren Webseiten haben Sie angekündigt, das Plakat zurückzuziehen.
Nun erfahren wir jedoch, daß Sie – Tage nach Ihrem Beschluß, das Plakat zurückzuziehen – sogar Postkarten mit demselben Motiv verschickt haben, noch dazu an Erstwählerinnen!
Die Plakataktion selbst, der Vermerk “Zensur” statt einer Erklärung auf der Kaarster Website, dann Ihre Erklärungen, die überhaupt nicht von Einsicht zeugten, jetzt auch noch die Postkartenaktion:
Eine Reihe von beleidigenden Frechheiten in crescendo!
Auf welche Wählerinnenschaft zielen Sie eigentlich?
In Erwartung einer Stellungnahme,
Janina Argilagos
Der Ortsverband Kaarst hat nach Aufforderung durch den Landesvorstand der Grünen NRW zugesagt, die Plakate abzuhängen. Das haben die Kaarster Grünen gemacht, auch wenn anscheinend vereinzelte Plakate übersehen wurden. Darauf haben wir die Kaarster bereits hingewiesen. Die begonnene Postkartenaktion für ErstwählerInnen wurde umgehend gestoppt. Einige schon abgeschickte Briefe konnten leider nicht mehr zurück geholt werden.
Ich finde es falsch, dass sich die Kaarster Grünen bisher nicht für die völlig verunglückte Bildsprache des Plakats und der Postkarte entschuldigt oder in irgendeiner Art und Weise erklärt haben. Darauf werde ich sie am Freitag in Kaarst auch persönlich hinweisen.
Sexismus und Rassismus werden von den Grünen seit unserer Gründung bekämpft und auch nicht stillschweigend hingenommen. Es ist auch meine Aufgabe und meine Verantwortung als Landesvorsitzender, diese politische Haltung und Grundüberzeugung der Grünen Partei nach außen zu vertreten. Genau aus diesem Grund haben wir darauf hingewirkt, dass das Plakat abgehängt wird. Es sollte provokant auf die CDU-Mehrheit in Kaarst hinweisen, hat aber deutlich rassistische und sexistische Assoziationen geweckt und war deshalb überhaupt nicht tragbar.
Als Landesverband achten wir bei der Erstellung von Wahlplakaten, die wir den GRÜNEN vor Ort zur Verfügung stellen, explizit darauf, dass wir die Menschen in NRW in ihrer Vielfalt ” auch ihrer ethnischen Vielfalt – darstellen und damit die Botschaft verbinden, dass eine volle rechtliche und soziale Integration noch nicht vollzogen ist. Bei der Darstellung von Frauen auf unseren Wahlplakaten achten wir auch darauf, sie als Frauen zu zeigen, die in unterschiedlichen Feldern berufstätig sind, die zu Recht selbstbewusst und selbständig sind.
Ich schreibe dies, um zu zeigen, dass wir als Landesverband einen intensiven Diskussionsprozess um unsere eigenen Wahlplakate geführt haben, und dass es uns darauf ankommt, als Gesamtpartei Antidiskriminierung, Gleichberechtigung und kulturelle Gleichstellung der Geschlechter ausdrücklich zum Thema in allen Wahlkämpfen zu machen.
Umso ärgerlicher ist es für uns, dass diese Botschaft nun durch ein Plakat überlagert wurde, das in einem unserer über 300 Ortsverbände entstanden ist und für das der Landesverband keinerlei Verantwortung trägt. Die Kaarster Grünen müssen als eigenständige und eigenverantwortliche Gliederung der Partei mit allen Konsequenzen leben, die sich sowohl aus dem Plakat selbst wie auch aus ihrem Umgang mit der Diskussion über das Plakat ergeben.
Arndt Klocke, Landesvorsitzender Grüne NRW
An die “Grünen” in Kaarst und NRW,
sowie an die Bundesgeschäftsstelle:
Erst jetzt sehen wir die Erklärung der Landesvorsitzenden NRW vom 19. August 2009 auf
http://www.gruene-nrw.de/themen/gesellschaft/migration-und-integration/migration-und-integration/nachricht/plakate-abgehaengt.html
Ergänzend zu unserer Mail von heute Mittag merken wir an:
Entgegen Ihrer Annahme wurde die “bereits begonnene Postkartenaktion für ErstwählerInnen” in Kaarst offensichtlich nicht umgehend gestoppt. Das werden Sie inzwischen auch selbst erfahren haben.
Die distanzierenden oder auch empörten Erklärungen vieler Grüner – z.T. nachlesbar auf http://blog.derbraunemob.info/2009/08/11/ein-grund-nicht-gruen-zu-waehlen/#comments – zeigen, daß sowohl das Plakat als auch die nachfolgenden Reaktionen aus Kaarst die traditionellen Prinzipien der Grünen verletzen – oder haben wir da was falsch verstanden?
Ist es also nicht Zeit, auch personelle Schlußfolgerungen zu ziehen?
Finden denn alle Grünen in Kaarst die Sache mit dem Plakat und den Postkarten und auch die Rechtfertigungsversuche ihres Stadtverbandes so “witzig”?
dieses plakat erreicht mich in den usa, wo die empoerung offenbar auch schon weite kreise gezogen hat, zu recht! die argumente muessen nicht nochmal wiederholt werden; was aber eine wiederholung verdient, ist die unglaubliche egozentrische weisse gedankenlosigkeit, mit der der eigenen klientel “fun” dargebracht wird – auf kosten schwarzer frauen, die ganz offensichtlich noch nicht mal potentiell als waehlerinnen wahrgenommen werden. ich kriege das hier nicht weiter mit, aber mich interessiert die reaktion der gruenen spitze, denn dies jezt als regionale “abweichung” zu diskutieren,w aere ja auch ein durchsichtiges manoever…
sabine broeck
Der Landesverband NRW hat offensichtlich heute seine Erklärung erweitert.
Auf http://zeit-fuer-gruen.de/2009/08/20/kaarst-nicht-nur-die-plakate-sind-daneben ist zu lesen:
“Wir, der Landesverband der Grünen NRW, finden es falsch, dass sich die Kaarster Grünen bisher nicht für die völlig verunglückte Bildsprache des Plakats und der Postkarte entschuldigt oder sich in irgendeiner Art und Weise erklärt haben. Unser Landesvorsitzender Arndt Klocke wird den Ortsverband am Freitag persönlich darauf hinweisen und nochmals eine Entschuldigung einfordern.”
Ob es nach diesem Gespräch eine Überraschung geben wird?
..ein Blick in die bekannte FES-Studie zum Thema ‘gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit’ offenbart immerhin, dass 18.8% aller GRUENEN-Waehler offen auslaenderfeindliche Einstellungen aufweisen. Das ist zwar weniger als der Durchschnitt der anderen Parteien, aber bedenklicher, wenn man gleichzeitig betrachtet, dass nur 12,3% aller studierten Deutschen (gesamt 27%) auslaenderfeindliche Einstellungen angaben. Beruecksichtigt man, dass etwa (uebliche Zahl) 90% aller GRUENEN-Waehler studiert haben, ergibt sich ein ziemlich unguenstiges Bild: die Gruene Partei scheint die auslaenderfeindlichen, studierten Deutschen anzuziehen wie keine andere Partei sonst.
http://library.fes.de/pdf-files/do/04088a.pdf
Liebe Grüne von Kaarst
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leider muß ich Ihnen gleich zu Beginn gestehen, bis vor kurzem noch nie etwas von Kaarst gehört zu haben. Auf die Frage was denn Kaarst sei, hätte ich wohl eher auf eine Käsesorte getippt, als auf ein traditionsbewußtes Städtlein am Westzipfel der Republik. Ehe ich es vergesse, möchte ich Ihnen auch mein Beileid aussprechen. Ihre Stadt hat bestimmt sehr unter den französischen Besatzern gelitten und wie zu lesen ist, waren auch die Bombardements der Alliirten, während dem Zweiten Weltkrieg, kein Zuckerschlecken für Sie. Es ist aber auch eine geografisch blöde Lage, die Kaarst da hat – so nahe am Erzfeind mein ich. Umso bemerkenswerter, daß sich die Kaarster die guten deutschen Traditionen bewahrt haben, also nicht der Verkarstung (geolog.) zum Opfer gefallen sind, sondern noch heute zahlreiche Heimat- und Schützenfeste unter dem Motto: “Glaube, Sitte, Heimat” feiern. Sicher sind Sie auch schon ganz gespannt, was für eine Figur Guildo Horn, der “Top-Act” auf dem diesjährigen “Kaarst total”, machen wird.
Woran es Kaarst aber bislang zu mangeln schien, und da werden Sie mir recht geben, war der Duft der weiten Welt, der Metropolencharakter, das Weltmännisch-Exotische. Nun, dafür haben Sie ja, geschätze Grüne von Kaarst, eben gesorgt. So ein nackter schwarzer Frauenhintern, als Plakat, inmitten der brauchtumsgepflegten Kleinbürgerlichkeit, muß ein echter Eye-Catcher gewesen sein, ein wahrer Donnerhall im morschen Gebälk aus “Glaube, Sitte, Heimat”. Von der Möglichkeit der Zurschaustellung Ihrer Weltoffenheit waren Sie wohl so begeistert, daß die anti-sexistische Kritik, die einst die Grünen ausgezeichnet hat, als vernachlässigbare Altlast im, bestimmt, schnuckligen Ortsvereinbüro entsorgt wurde. Dabei ist Ihnen dann leider auch entgangen, daß die Reduktion der schwarzen Frau auf einen begrabschbaren Hintern, eine deutliche rassistische Komponente enthält. Vom kolonialen Stereotyp erst gar nicht zu reden, der die schwarze Frau historisch als promiskuitives Objekt, von den Weißen frei benutzbar, oder auch auswählbar, zeichnet.
Es gibt also einen Grünen Verband, namentlich in Kaarst, Sie, dessen Hauptverantwortliche sich allesamt, noch keine drei Seiten, mit dem Phänomen Rassismus auseinandergesetzt zu haben scheinen, mit der deutschen Kolonialgeschichte – Gott hab den Willi seelig – ebensowenig. Erzählte ich Ihnen, “Hänge-Peters” sei ein Alibert von Ikea, würden Sie es vermutlich noch glauben, sowie Ihnen bei “Befreiuung der französischen Kolonien” zu allererst, so mein Eindruck, Ihr Kaarster Leidensweg in den Sinn kommen könnte.
Nun ließe sich zu Ihrer Entlastung anführen, daß von einem kleinen grünen Ortsverein auch nicht viel Reflektion zu erwarten sei, vor allem, möchte man den Kaarster Prägungszusammenhang als mildernden Umstand anrechnen, da wie wir wissen, der Mensch Produkt seiner sozialen Verhältnisse ist. Aber den Vogel haben Sie abgeschossen, als sie sich von der Kritik verschiedener anti-rassistischer Verbände unbeeindruckt gezeigt haben. Der Kaarster Schützenverein muß vor Ehrfurcht erstarrt sein, bei soviel Treffsicherheit. Ein Plakat, drei Fettnäpfchen, das ist schon amtlich, und als man Sie darauf hinwies, sprangen Sie – gerade zum Fleiß – noch einmal in alle drei hinein. Das ist schon eine reife Leistung. Um nicht zu sagen: Kaarst total.
Hochachtungsvoll
Caspar Schmidt
Hinterland Redaktion
http://www.hinterland-magazin.de
http://www.hinterland-magazin.de/kaarst.php
Sehr geehrte Kaarster Grüne!
Mit Abscheu und Wut habe ich Ihr rassistisches, frauenverachtendes Plakat “Der
einzige Grund, schwarz zu wählen” registriert. Ich fordere Sie auf, es nicht
nur aus dem Verkehr zu ziehen, sondern vor allem das dahinterstehende
empörende Gedankengut zu reflektieren und zu entsorgen!
Im übrigen finde ich das Motiv “51 wären ideal” genauso verurteilenswert. Es
handelt sich hier um ein für die allermeisten erwachsenen Frauen völlig
unrealistisches, in vielen Fällen ungesundes und in allen Fällen unNÖTIGES
(!!!) “Ideal”gewicht, das Sie über die Verknüpfung mit dem gewählten Bild als
wünschenswert und Traum jeder Frau darstellen. Haben Sie eigentlich sämtliche
Grundsätze vergessen, die fortschrittliche Menschen (auch Grüne!) seit den
70er Jahren entwickelt haben?? Muss ich Ihnen noch mal die kritische Haltung
vorbeten, mit der ein rationaler Mensch dem medial propagierten massiven
Diätdruck begegnen sollte, der auch normalgewichtigen Frauen Selbstzweifel und
Minderwertigkeitsgefühle beschert?! Denken Sie doch mal nach!!!
Ärgerliche Grüße
Yasmin Aksu
Anmerkung an die Blog-LeserInnen: Obwohl das Plakat mit der schwarzen und der weißen Frau unzweifelhaft den ekelhaften Höhepunkt der Wahlkampagne darstellt, muss das Frauenbild der Kaarster Grünen offenbar als generell extrem beleidigend angesehen werden. Und ich bin keine “fette frustrierte Kampfemanze”, sondern eine eigentlich ziemlich nette Frau.
Hallo,
an Argumenten habe ich nichts hinzuzufügen. Aber vielleicht den Kommentar, dass ich als GRÜNER in hohem Maße beschämt darüber bin, wie die “Freundinnen und Freunde” in kaarst derartig ins Klo greifen konnten. Wäre ich Mitglied in kaarst, würde ich die Verantwortlichen zum Rücktritt auffordern – und falls das nicht geschieht, aus der Partei austreten.
So bleibt mir die Hoffnung, dass wir WählerInnen glaubhaft vermitteln können, dass derartige Entgleisungen nur einer marginalen Minderheit in unserer Partei unterlaufen. Es gibt weder eine Intelligenz- noch eine Gesinnungsprüfung, wenn man in eine demokratische Partei eintritt. Da bleiben dann geistige Aussetzer nicht aus.
Gruß, Ingo
..vielleicht hilft ein Blick in die Selbstdarstellung des Gruenen Buergermeisterkandidaten fuer Kaarst um sich ein Bild von der geistigen Situation des Gruenen-Milieus der deutschen Provinz zu machen, von ‘Weltoffenheit’ und ‘Toleranz’, wie sie Gruene ja in schon allein grenzwertigen Formulierungen so oft verwenden, liest man hier nicht einmal etwas, stattdessen von der Arbeit in ‘Sportvereinen’, deren Wert nicht hoch genug einzuschaetzen sei, von ‘Heimat’, seit ‘1961 in Vorst’ zu leben, der dortigen ‘Lebensqualitaet’ und Vereinen wie der ‘Nachbarschaft Linning’, in deren Vorstaenden man Mitglied sei, das ganze klingt so dermassen nach Heimattuemelei, Blut&Boden und Provinzgemuet, das mir geradezu schlecht wird. In einem jedoch hat jener Sportlehrer den Nerv und die Wahrheit genau getroffen: die Gruenen vertreten zur Durchsetzung ‘dieser Belange’ die schluessigsten Konzepte, das ist allerdings nur allzu wahr, so wahr, dass es einen graut:
http://docs.google.com/gview?a=v&q=cache:uAa_hA6AaloJ:www.gruene-kaarst.de/kommunalwahl09/grafik/begerau.pdf+robert+begerau&hl=de&gl=de
[...] weiß Nicola Liebert: Sie ist genauso über jeden Zweifel des Rassismus erhaben wie die Grünen mit ihrer überhauptnichtrassistischen oder -sexistischen Reduktion einer schwarzen Frau auf ihre [...]
zur Beratungsresistenz der Grünen in Kaarst kann man nun eigentlich nicht mehr viel sagen, das ‘zensiert’ ist immer noch auf ihrer Seite als auch die Denke ‘wir nennen uns antirassistisch also ist das Plakat nicht rassistisch’.
Für mich offenbart das auch die Unfähigkeit, und die ist nicht Kaarstgrün begrenzt, sondern ein Zeichen der Mehrheitsgesellschaft, Fehler zuzugeben, sich ernsthaft zu entschuldigen und vor allem ernsthaft über sich nachzudenken.
Würde man nun dieses Schild durch eine beliebige Großstadt Deutschlands tragen und weiße Passanten nach ihrer Meinung fragen, ich denke, das Ergebnis wäre sozusagen ernüchternd, und somit sind die Kaarstgrünen lediglich ein Spiegel unserer Gesellschaft, aus der sie gewachsen sind.
[...] das Bild “zensiert”. Über die genaue Abfolge der Ereignisse, könnt Ihr Euch ua HIER [...]
Auch ich bin (noch) Mitglied bei den Grünen und absolut entsetzt, leider aber gar nicht so überrascht, wie ich sein sollte. Die Grünen sind schon lange keine durchgehend linke Partei mehr, nicht einmal im Sinne einer sozialdemokratischen Definition von “links”. Die Zahl der Orts- und Kreisverbände, in der die Grünen ein durchgängig bürgerliches Millieu aufgepeppt durch ein bißchen Ökoschick und ein paar soziale Feigenblätter repräsentieren, nimmt ständig zu. In einer solchen Atmosphäre ist es nicht verwunderlich, dass auch Alltagsrassismus, wie man ihn in der CDU erwartet, seinen Weg unwidersprochen auf ein grünes Wahlkampfplakat finden kann. Leider sind das auch nicht die einzigen fast schon körperlichen spürbaren Schmerzen, die diese Partei ihren linken Mitgliedern immer wieder bereitet. Bitter, ganz bitter!
[...] Plakatkampagne der Grünen Kaarst und die Reaktionen von Stadtverband sowie Landes- und Bundesge… haben inzwischen weit über Deutschland hinaus Wellen [...]
Leserbrief an “Bündnis 90/Die Grünen” Stadtverband Kaarst am 13.08.2009:
Sehr geehrte Damen und Herren,
hiermit möchte ich gern mein Mißfallen an Ihrer letzten Plakatwerbung (Titel: “Der einzige Grund, schwarz zu wählen”) zum Ausdruck bringen. Wie ich auf Ihrer Homepage ersehen konnte, sind Sie sich der damit verbundenen Implikationen bewusst geworden und haben das Motiv zurückgezogen – mich erstaunt dabei jedoch, wie solches Material überhaupt in Umlauf gebracht werden konnte. Ihre Wählbakeit ist dadurch für mich stark in Frage gestellt worden und ich hoffe, Sie werden die Auswahlkriterien für Ihre Werbemittel zukünftig stärker überdenken und auf Darstellungen reiner Provokation auf Kosten jeglicher ethischer Bedenken verzichten.
Grüße,
G.Hirschberg
[...] der NRW-Grünen ausgetauscht worden ist). (Detailliert nachzulesen ist die ganze Geschichte auf „Der Schwarze Blog”, der zum Protest gegen das Plakat aufgerufen hatte und auch die Reaktionen und Stellungnahmen [...]
Und hier das Ergebnis der Kommunalwahl 2009 in Kaarst
Die GRÜNEN 12,7% (im Vergleich 2004: 10,5%)
Das ergibt einen Gewinn von 2,2% im Vergleich zur letzten Wahl bei einer Wahlbeteiligung von 59,5%, (im Vergleich 2004: 61,3%)
@Pitt: von den NPD-Wählern wahrscheinlich.
[...] nicht mehr ein, als mit Hochglanzplakaten (Wahlweise Titten, Arsch oder ganz dummen Motiven), Worthülsen oder unterirdischen und unerträglichen Reden wie die von Frau von der Leyen [...]
Habe diese Mail auch an die Grünen geschickt….
“Man kann eben nicht immer political correct sein”
Am 16.09.2009 kamen eine Freundin und ich rein zufällig an einem Infostand der Grünen am Mannheimer Hauptbahnhof vorbei. Anlässlich des Besuchs von Jürgen Trittin in Mannheim stand dort allem Anschein nach eine Wahlkampfveranstaltung bevor, die in Kürze beginnen sollte. Schon seit Juli regte ich mich über das Wahlplakat der Grünen in NRW auf und wollte nun einfach mal jemanden darauf ansprechen. Für mich, als schwarze Deutsche, stand nun zur Debatte ob ich dieser Partei jemals wieder meine Stimme geben würde. Ich sprach einen Mann an, dieser bestätigte seine Mitgliedschaft bei den Grünen. Das Gespräch sollte sich ganz anders entwickeln als ich es erwartet hatte…
Zunächst fragte ich den sehr freundlichen Mann, ob er denn über das Plakat informiert sei. Dieser zögerte, also beschrieb ich ihm das Plakat. Zunächst brach Herr ??? erstmal in Gelächter aus. Daraufhin erinnerte er sich an das Plakat, dass seiner Meinung nach schon “vor längerer Zeit” (August 2009!) zurückgezogen wurde. Völlig irritiert von der Tatsache, dass Herr ??? mein Anliegen anscheinend für amüsant hielt, bat ich ihn nun um eine eigene Stellungnahme:
“Ja, was soll ich denn da machen? Ich bin doch hier in Mannheim!” Soweit er wusste, waren es sowieso welche von den jungen Grünen gewesen (Wir erinnern uns an seinen Informationsstand!). Daraufhin sagte ich “Ja aber wir haben nun mal BUNDESTAGSWAHL und ich kann ihnen sagen, dass ich aus diesem Vorfall die Konsequenz ziehen werde und ihre Partei nicht mehr wiederwählen werde”. Ich erzählte ihm, dass sowohl meine Mutter als auch Freunde meiner Ansicht seien. Herr ??? wirkte irgendwie verwirrt: ” Ja dann sagen sie ihrer Mutter sie solls lassen, sollse halt nicht zur Wahl gehen.” Er begann mir zu erklären, dass gerade ich “als Farbige” (hahaha), doch wissen sollte, dass es noch viel mehr Gründe gäbe die Grünen zu wählen und dass die anderen Parteien doch das größere Übel seien. Ich entgegnete, dass gerade die Tatsache, dass ich die Grünen zum großen Teil aufgrund ihrer toleranten Haltung unterstützte, für mich der entscheidende Punkt ist. “Na ja, man kann ja nicht immer political correct sein”, entgegnete er (nochmal:hahaha). Außerdem beschwerten sich seiner Meinung nach in anderen Fällen, Frauen darüber wenn sie ein Dekolleté sehen. Immer noch hatte ich das Gefühl, dass mich Herr ??? überhaupt nicht ernst nahm. Trotzdem versuchte ich ihm zu erklären, dass diese rassistische Geste der Aussage “Gerade die Grünen stehen für eine Politik, die sich durch Toleranz, Weltoffenheit und Gleichberechtigung auszeichnet” (siehe Stellungnahme) entschieden widerspricht. “Ach, das hat doch nix mit Rassismus zu tun”.Ich warf ihm vor, er banalisiere die Fakten: “Doch”, entgegnete ich: “Wenn sich Schwarze, wie ich, davon degradiert fühlen, dann ist es einfach rassistisch”. Ein Kollege schien etwas von Herrn ??? zu wollen und wie selbstverständlich, wandte er sich von mir ab. Da ich es nicht einsah darauf zu warten bis ich wieder an der Reihe war, ging ich.
Ein sehr enttäuschendes Gespräch. Ich hätte mir wenigstens ein bisschen Respekt erhofft, besonders angesichts der Tatsache, dass es sich um einen äußerst sensibles Thema handelt. Dies bedeutet für mich nicht, dass sich die Grünen nicht für eine tolerante Ausländerpolitik einsetzen, sondern eben nur nicht für Schwarze. Ich weiß nicht, inwieweit es dieser Partei überhaupt ein Anliegen ist Wähler zu gewinnen, da man auf einer solchen Veranstaltung daraufhin gewiesen wird dass es einem nun mal “egal” ist.
Mir ist es jetzt auch egal.
Da ich den Namen des Herrn nicht wusste, ging ich trotzdem am darauf folgenden Tag in das Büro der Grünen in der Mannheimer Neckarstadt. Dort traf ich Herrn ??? wieder an. Er erzählte mir im Endeffekt wieder das Gleiche. Ich erzählte ihm, dass mich die unverschämte Art und Weise des Gespräches gestört hat. Als er sodann seinen Kollegen fragte ob dieser sich noch an das “Negerplakat” erinnere konnte ich nicht mehr tun als das Büro wütend zu verlassen, wieder ohne seinen Namen erfahren zu haben. Ich denke dies muss nicht weiter kommentiert werden.
[...] Ein Grund, nicht Grün zu wählen | DER SCHWARZE BLOG – Bei dem Wahlplakat fällt frau nichts mehr ein. Da kommt einem alles hoch. [...]
[...] realer Bericht von einer Begegnung mit der Grünen Basis in Mannheim von Aisha Camara via der braune mob unten. Die grünen Bezirksbeirätinnen und Bezirksbeiräte für die Neckarstadt sowie der [...]
[...] Ein Grund, nicht Grün zu wählen | DER SCHWARZE BLOG [...]
[...] derbraunemob: Ein Grund nicht grün zu wahlen [...]
[...] derbraunemob: Ein Grund nicht grün zu wahlen [...]
[...] 2009 sind die Grünen wegen eines rassistischen Plakates in die Schlagzeilen geraten (nachzulesen hier). Im Anschluss gab es einige Diskussionen und kaum geeignete Distanzierungen, weshalb nun auch die [...]
Hallo!
Über das Plakat gibt es nichts zu diskutieren – es ist unter allem Niveau!
Zum Glück weiß ich aber, daß die GRÜNEN generell GEGEN Rassismus wirklich etwas tun, während alle anderen Parteien nur reden.
Nicht umsonst gibt es bei den GRÜNEN so viele, führende Politiker fremder Herkunft – und das ist GUT so!
Dieser Ortsverein in Kaarst hat sehr daneben gegriffen, kann aber nicht DIE Grünen repräsentieren!
Und leider gibt es weiterhin KEINE Alternative zu den GRÜNEN.
Was die FDCSDU momentan machen, werden wir nach 4 Jahren (und eher!) teuer bezahlen.
Ich werde weiterhin die Grünen unterstützen, auch, wenn nicht alles gut ist, was dort z.B. in solchen Ortsvereinen passiert ist.
Viele Grüße
T.Schorr