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Ein Grund, nicht Grün zu wählen

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“Der einzige Grund, schwarz zu wählen”

(wer ihn noch nicht kennt: <klick>)

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update vom 1.11.09:
Artikel in “Junge Welt”

update vom 24.8.2009:
Verleihung der “Braunen Karte” an “Bündnis 90/Die Grünen” Stadtverband Kaarst und Landesgeschäftsstelle NRW

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update vom 31.8.2009:

auf der Homepage der Grünen in Kaarst heißt es unter dem Eintrag “31. August 2009″:

“Das Plakat ist von den Kaarster Grünen zurückgezogen worden. Die Mitgliederversammlung des OV Kaarst hat am 31.08.09 beschlossen, dass mit dem Abhängen des Plakates die Angelegenheit für den OV Kaarst beendet ist.”

In dem Partei-Blatt “Grüne Post” der Kaarster Grünen findet sich der Leserbrief eines Mitglieds der Kaarster Grünen, der als so genannter “sachkundiger Bürger” in der dortigen Stadtratsfunktion fungiert. Auszüge aus diesem Leserbrief:

“Es war etwa das Jahr 1992, als sich der Grüne Ortverband Kaarst an der Kampagne der Landesgrünen NRW ‘Rassismus ächten ” Farbe bekennen’ beteiligte .” (…) “Es beruhigt mich ein wenig: Wenn ich das Grüne Wahlprogramm zur Bundestagswahl 2009 auf Seite 149/150 lese, weiß ich, das es nur eine Partei gibt, die mit dem Thema [gemeint ist Rassismus, die Red.] richtig umgeht: Die Grünen.”

Ohne Worte.

update vom 19.8.2009:

Stellungnahme und Protest der Stadträtin der Grünen Liste-Erlangen.
Ihr offener Brief hier als pdf.

Grüne Ratsfraktion Hannover schließt sich in einer Mail an zahlreiche Organisationen und Gruppen “dem Protest still [???] an”.
Anm der Red.: Mit “still” können wir ihnen leider nicht entgegenkommen, da wir auf Zivilcourage setzen. Hier die Mail als pdf.

update vom 17.8.2009:

Noch am 17.8. hängen die Poster im Stadtgebiet. Die Grünen versenden eine Postkartenkampagne mit dem rassistischen und sexistischen Motiv an die ErstwählerInnen (ab 16. Jahre).

Offener Brief der “Brothers Keepers” zur Grünen Kampagne und “Stellungnahme”

update vom 14.8.:

How to tell people they sound (/act…) racist: Toller Film! Empfehlung für die Kommunikation mit den Kaarster Grünen und ähnlichen Beleidigten. http://www.youtube.com/watch?v=b0Ti-gkJiXc

update vom 13.8.:

- what’s going on, is this motive a joke?

For those who speak English rather than German, here and here are english blog entries that tell the story.
And here’s the Translation of the official Green Party in Kaarst Statement which many people find just as outrageous as the poster.

- Einsichtsresistenz 2.1:

13.8.: Die Grünen in NRW beschließen, das Plakat zu entfernen, schieben die berechtigten Vorwürfe des Rassismus und Sexismus jedoch auf reine Befindlichkeiten. In einer Pressemeldung erklären sie gleichzeitig, dass sie “die Reaktionen darauf sehr ernst” nämen und “den Vorwurf des Rassismus und Sexismus entschieden zurück [weisen]” – ???… genau. Weil man als Grüne ja nicht rassistisch sein kann.
Vor allem wenn man gerade was rassistisches gemacht hat.

Das gewählte Bild halten wir (…) für vergriffen. Wenn sich Menschen durch die Bildsprache verletzt oder diskriminiert fühlen, nehmen wir das sehr ernst. Wir haben in den vergangenen Tagen intern über das Plakat und die Reaktionen darauf diskutiert und haben uns dafür ausgesprochen, das Plakat zu entfernen.
Den Vorwurf des Rassismus und des Sexismus weisen wir entschieden zurück. Weder die NRW-Grünen noch die Kaarster Grünen denken oder handeln rassistisch oder sexistisch, sondern im Gegenteil(…)

Einsichtsresistenz 2.0: Grüne Kaarst sehen sich nun als Opfer von “Zensur” (nofollow link; Klick wird nicht gezählt)
Anm der Red.: Gesamtgesellschaftliche Aufforderungen, Rassismus und Sexismus zu unterlassen, sind nicht “Zensur”.

Die frauenpolitische Sprecherin der Grünen in Berlin, Anja Kofbinger, hofft “inständig, dass in Kaarst der Verstand über den schlechten Geschmack siegt und das Plakat freiwillig zurückgezogen wird. Sollte das nicht der Fall sein werden wir uns weiter einmischen.”
Der flüchtlingspolitische Sprecher der Grünen im Berliner Abgeordnetenhaus, Benedikt Lux, hat ebenfalls seine Unterstützung zugesagt. Von offizieller Seite (Bundesvorstand/Wahlkampfmanagement) werde gesagt, das Plakat sei “misslungen”.
(die original Aussagen liegen uns vor)

update vom 12.8.:

Stellungnahme der ISD hier als pdf.

- Die Grüne Jugend NRW fordert in einem offenen Brief die Kaarster Grünen auf, das Plakat aus dem Verkehr zu ziehen

- Rückmeldung der Grünen Bayern

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Es erreichten uns zahlreiche Zusendungen.

Grüne Wahlplakat

Kontakt Grüne Kaarst: (mit der Bundesgeschäftsstelle der Grünen sowie uns im cc) an info@gruene-kaarst.de

Fon: 02131 – 61557
Fax: 02131 – 798065

Bundesgeschäftsstelle BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN
T +49 (0)30/28442-0
F +49 (0)30/28442-210
M INFO@GRUENE.DE

Wir möchten ausdrücklich eine Kultur des Engagements fördern, weshalb wir dazu ermutigen wollen, auch selbst aktiv zu werden. Ohne Zuschriften der potenziellen WählerInnen gibt es für die betreffenden Parteien keinen Grund zur Auseinandersetzung mit dem Grad der Demokratie oder des Diskriminierungsgehaltes ihrer Inhalte.

Es empfiehlt sich für solche Korrespondenz der Zusatz:

“Bitte beachten Sie, dass dieser Briefwechsel von mir öffentlich geführt wird, und ich dieses Anschreiben wie auch Ihre eventuelle Antwort zu Zwecken der Dokumentation, Aufklärung und Lehre veröffentlichen werde.”

There are 127 comments. Add Yours.

Andreas —

..vielleicht hilft ein Blick in die Selbstdarstellung des Gruenen Buergermeisterkandidaten fuer Kaarst um sich ein Bild von der geistigen Situation des Gruenen-Milieus der deutschen Provinz zu machen, von ‘Weltoffenheit’ und ‘Toleranz’, wie sie Gruene ja in schon allein grenzwertigen Formulierungen so oft verwenden, liest man hier nicht einmal etwas, stattdessen von der Arbeit in ‘Sportvereinen’, deren Wert nicht hoch genug einzuschaetzen sei, von ‘Heimat’, seit ’1961 in Vorst’ zu leben, der dortigen ‘Lebensqualitaet’ und Vereinen wie der ‘Nachbarschaft Linning’, in deren Vorstaenden man Mitglied sei, das ganze klingt so dermassen nach Heimattuemelei, Blut&Boden und Provinzgemuet, das mir geradezu schlecht wird. In einem jedoch hat jener Sportlehrer den Nerv und die Wahrheit genau getroffen: die Gruenen vertreten zur Durchsetzung ‘dieser Belange’ die schluessigsten Konzepte, das ist allerdings nur allzu wahr, so wahr, dass es einen graut:

http://docs.google.com/gview?a=v&q=cache:uAa_hA6AaloJ:www.gruene-kaarst.de/kommunalwahl09/grafik/begerau.pdf+robert+begerau&hl=de&gl=de

jwbe —

zur Beratungsresistenz der Grünen in Kaarst kann man nun eigentlich nicht mehr viel sagen, das ‘zensiert’ ist immer noch auf ihrer Seite als auch die Denke ‘wir nennen uns antirassistisch also ist das Plakat nicht rassistisch’.
Für mich offenbart das auch die Unfähigkeit, und die ist nicht Kaarstgrün begrenzt, sondern ein Zeichen der Mehrheitsgesellschaft, Fehler zuzugeben, sich ernsthaft zu entschuldigen und vor allem ernsthaft über sich nachzudenken.
Würde man nun dieses Schild durch eine beliebige Großstadt Deutschlands tragen und weiße Passanten nach ihrer Meinung fragen, ich denke, das Ergebnis wäre sozusagen ernüchternd, und somit sind die Kaarstgrünen lediglich ein Spiegel unserer Gesellschaft, aus der sie gewachsen sind.

Ben —

Auch ich bin (noch) Mitglied bei den Grünen und absolut entsetzt, leider aber gar nicht so überrascht, wie ich sein sollte. Die Grünen sind schon lange keine durchgehend linke Partei mehr, nicht einmal im Sinne einer sozialdemokratischen Definition von “links”. Die Zahl der Orts- und Kreisverbände, in der die Grünen ein durchgängig bürgerliches Millieu aufgepeppt durch ein bißchen Ökoschick und ein paar soziale Feigenblätter repräsentieren, nimmt ständig zu. In einer solchen Atmosphäre ist es nicht verwunderlich, dass auch Alltagsrassismus, wie man ihn in der CDU erwartet, seinen Weg unwidersprochen auf ein grünes Wahlkampfplakat finden kann. Leider sind das auch nicht die einzigen fast schon körperlichen spürbaren Schmerzen, die diese Partei ihren linken Mitgliedern immer wieder bereitet. Bitter, ganz bitter!

G. Hirschberg —

Leserbrief an “Bündnis 90/Die Grünen” Stadtverband Kaarst am 13.08.2009:

Sehr geehrte Damen und Herren,

hiermit möchte ich gern mein Mißfallen an Ihrer letzten Plakatwerbung (Titel: “Der einzige Grund, schwarz zu wählen”) zum Ausdruck bringen. Wie ich auf Ihrer Homepage ersehen konnte, sind Sie sich der damit verbundenen Implikationen bewusst geworden und haben das Motiv zurückgezogen – mich erstaunt dabei jedoch, wie solches Material überhaupt in Umlauf gebracht werden konnte. Ihre Wählbakeit ist dadurch für mich stark in Frage gestellt worden und ich hoffe, Sie werden die Auswahlkriterien für Ihre Werbemittel zukünftig stärker überdenken und auf Darstellungen reiner Provokation auf Kosten jeglicher ethischer Bedenken verzichten.

Grüße,

G.Hirschberg

pitt —

Und hier das Ergebnis der Kommunalwahl 2009 in Kaarst
Die GRÜNEN 12,7% (im Vergleich 2004: 10,5%)
Das ergibt einen Gewinn von 2,2% im Vergleich zur letzten Wahl bei einer Wahlbeteiligung von 59,5%, (im Vergleich 2004: 61,3%)

Nils —

@Pitt: von den NPD-Wählern wahrscheinlich.

Aisha Camara —

Habe diese Mail auch an die Grünen geschickt….

“Man kann eben nicht immer political correct sein”

Am 16.09.2009 kamen eine Freundin und ich rein zufällig an einem Infostand der Grünen am Mannheimer Hauptbahnhof vorbei. Anlässlich des Besuchs von Jürgen Trittin in Mannheim stand dort allem Anschein nach eine Wahlkampfveranstaltung bevor, die in Kürze beginnen sollte. Schon seit Juli regte ich mich über das Wahlplakat der Grünen in NRW auf und wollte nun einfach mal jemanden darauf ansprechen. Für mich, als schwarze Deutsche, stand nun zur Debatte ob ich dieser Partei jemals wieder meine Stimme geben würde. Ich sprach einen Mann an, dieser bestätigte seine Mitgliedschaft bei den Grünen. Das Gespräch sollte sich ganz anders entwickeln als ich es erwartet hatte…

Zunächst fragte ich den sehr freundlichen Mann, ob er denn über das Plakat informiert sei. Dieser zögerte, also beschrieb ich ihm das Plakat. Zunächst brach Herr ??? erstmal in Gelächter aus. Daraufhin erinnerte er sich an das Plakat, dass seiner Meinung nach schon “vor längerer Zeit” (August 2009!) zurückgezogen wurde. Völlig irritiert von der Tatsache, dass Herr ??? mein Anliegen anscheinend für amüsant hielt, bat ich ihn nun um eine eigene Stellungnahme:

“Ja, was soll ich denn da machen? Ich bin doch hier in Mannheim!” Soweit er wusste, waren es sowieso welche von den jungen Grünen gewesen (Wir erinnern uns an seinen Informationsstand!). Daraufhin sagte ich “Ja aber wir haben nun mal BUNDESTAGSWAHL und ich kann ihnen sagen, dass ich aus diesem Vorfall die Konsequenz ziehen werde und ihre Partei nicht mehr wiederwählen werde”. Ich erzählte ihm, dass sowohl meine Mutter als auch Freunde meiner Ansicht seien. Herr ??? wirkte irgendwie verwirrt: ” Ja dann sagen sie ihrer Mutter sie solls lassen, sollse halt nicht zur Wahl gehen.” Er begann mir zu erklären, dass gerade ich “als Farbige” (hahaha), doch wissen sollte, dass es noch viel mehr Gründe gäbe die Grünen zu wählen und dass die anderen Parteien doch das größere Übel seien. Ich entgegnete, dass gerade die Tatsache, dass ich die Grünen zum großen Teil aufgrund ihrer toleranten Haltung unterstützte, für mich der entscheidende Punkt ist. “Na ja, man kann ja nicht immer political correct sein”, entgegnete er (nochmal:hahaha). Außerdem beschwerten sich seiner Meinung nach in anderen Fällen, Frauen darüber wenn sie ein Dekolleté sehen. Immer noch hatte ich das Gefühl, dass mich Herr ??? überhaupt nicht ernst nahm. Trotzdem versuchte ich ihm zu erklären, dass diese rassistische Geste der Aussage “Gerade die Grünen stehen für eine Politik, die sich durch Toleranz, Weltoffenheit und Gleichberechtigung auszeichnet” (siehe Stellungnahme) entschieden widerspricht. “Ach, das hat doch nix mit Rassismus zu tun”.Ich warf ihm vor, er banalisiere die Fakten: “Doch”, entgegnete ich: “Wenn sich Schwarze, wie ich, davon degradiert fühlen, dann ist es einfach rassistisch”. Ein Kollege schien etwas von Herrn ??? zu wollen und wie selbstverständlich, wandte er sich von mir ab. Da ich es nicht einsah darauf zu warten bis ich wieder an der Reihe war, ging ich.

Ein sehr enttäuschendes Gespräch. Ich hätte mir wenigstens ein bisschen Respekt erhofft, besonders angesichts der Tatsache, dass es sich um einen äußerst sensibles Thema handelt. Dies bedeutet für mich nicht, dass sich die Grünen nicht für eine tolerante Ausländerpolitik einsetzen, sondern eben nur nicht für Schwarze. Ich weiß nicht, inwieweit es dieser Partei überhaupt ein Anliegen ist Wähler zu gewinnen, da man auf einer solchen Veranstaltung daraufhin gewiesen wird dass es einem nun mal “egal” ist.

Mir ist es jetzt auch egal.

Da ich den Namen des Herrn nicht wusste, ging ich trotzdem am darauf folgenden Tag in das Büro der Grünen in der Mannheimer Neckarstadt. Dort traf ich Herrn ??? wieder an. Er erzählte mir im Endeffekt wieder das Gleiche. Ich erzählte ihm, dass mich die unverschämte Art und Weise des Gespräches gestört hat. Als er sodann seinen Kollegen fragte ob dieser sich noch an das “Negerplakat” erinnere konnte ich nicht mehr tun als das Büro wütend zu verlassen, wieder ohne seinen Namen erfahren zu haben. Ich denke dies muss nicht weiter kommentiert werden.

Tobias Schorr

Hallo!

Über das Plakat gibt es nichts zu diskutieren – es ist unter allem Niveau!

Zum Glück weiß ich aber, daß die GRÜNEN generell GEGEN Rassismus wirklich etwas tun, während alle anderen Parteien nur reden.

Nicht umsonst gibt es bei den GRÜNEN so viele, führende Politiker fremder Herkunft – und das ist GUT so!

Dieser Ortsverein in Kaarst hat sehr daneben gegriffen, kann aber nicht DIE Grünen repräsentieren!

Und leider gibt es weiterhin KEINE Alternative zu den GRÜNEN.

Was die FDCSDU momentan machen, werden wir nach 4 Jahren (und eher!) teuer bezahlen.

Ich werde weiterhin die Grünen unterstützen, auch, wenn nicht alles gut ist, was dort z.B. in solchen Ortsvereinen passiert ist.

Viele Grüße
T.Schorr

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