Felix Otto wurde abgeschoben

Presse von 26.8.2009: Thüringen schiebt Felix Otto ab //

http://thevoiceforum.org/node/1373

Die Abschiebung wurde ungeachtet massiven öffentlichen Protests durchgeführt.

Seit Monaten stand der Fall Felix Otto im Licht der Öffentlichkeit. Felix Otto war am 30. März 2009 verhaftet und wegen Verletzung der Residenzpflicht, die den Aufenthalt von Asylbewerbern auf einen einzigen Landkreis beschränkt, zu einer achtmonatigen Gefängnisstrafe verurteilt worden.

Am Mittwoch, den 19. August, erhielt seine Anwältin durch das Landesverwaltungsamt Thüringen die Information, dass für den heutigen
Dienstag die Abschiebung mit einem Charterflug angesetzt sei. Dies war eine Falschinformation; tatsächlich war für die Abschiebung von Anfang an ein regulärer Linienflug der Air France über Paris vorgesehen.

Der von Anfang an breite Protest und die öffentliche Aufmerksamkeit schien die Sonderbehandlung zu fördern, die man Felix Otto als Gefangenem zuteil werden ließ. Nicht nur zu Gerichtsterminen, sondern auch zu Arzt- und Krankenhausbesuchen wurde er gefesselt wie ein Schwerverbrecher geführt. Vor und nach einer gerichtlichen Anhörung am 24.6. unterbanden seine
Wächter die Kontakte mit Freunden, als einen Tag später eine Kundgebung gegen seine Inhaftierung vor dem Gefängnis stattfand, verlegte man ihn eine möglichst weit von der Aktion entfernte Zelle.

(…) Im nächsten und letzen Telefonat(…) teilte er uns mit, dass man ihn daraufhin in Hand- und Fußschellen in eine videoüberwachte Einzelzelle gebracht hätte. Seine Kleider wurden ihm abgenommen. Begründet wurde diese Maßnahme mit Suizidgefahr.
Der Gefängnisarzt äußerte sich am Montag gegenüber der Anwältin, dass er sich zu dem Vorwurf, Felix Otto sei geschlagen worden, nicht äußern könne.

In den letzten Wochen hatten Hunderte Menschen Felix Ottos Fall verfolgt und sich in Fax-Kampagnen und mit Telefonaten mit dem thüringischen Innenministerium gegen seine Inhaftierung und Abschiebung eingesetzt. Ca. 35 Personen demonstrierten in
einer Kundgebung auf dem Flughafengelände lautstark gegen seine Abschiebung nach Kamerun und gegen die Kollaboration des Airports und der Air France mit den deutschen Abschiebebehörden.

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