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Stimmen zu Hetzartikel gegen May-Ayim-Ufer

“Im Vorfeld der für den 27.02 angesetzten Umbenennung des Berliner Gröbenufers in May Ayim Ufer formiert sich seit einigen Tagen ein Backlash der Mehrheitspresse.”

So drückt es einer der vielen LeserInnen aus, die sich bestürzt über reaktionäre und unverhohlen kolonialverharmlosende Presseberichterstattung an uns wandten.

Hintergrund:

Der berliner Historiker Götz Aly, der bereits im Oktober 2009 unangenehm aufgefallen war, als er unter anderem das Schwarzsein von Soldaten und Vergewaltigung kausal in Zusammenhang brachte, hetzt nun in dem Artikel “Straßenschänder in Kreuzberg” (sic!) in der Berliner Zeitung (nofollow Link!) gegen das Gedenken an die afrodeutsche Dichterin May Ayim. Dass eine Straße in Berlin nun nicht mehr nach dem Kolonialverbrecher Gröben sondern nach der Berlinerin May Ayim benannt ist, bedenkt er mit der Vokabel “Straßenschänder”, nennt die Gruppen, die die Umbenennung erreicht hatten, “Altstalinisten” und verharmlost deutsche Versklavungsaktivitäten als “Koloniechen”. Auch die FAZ (ebenfalls nofollow link) ließ es sich nicht nehmen, das Thema mit der Themaverfehlung einer Einschätzung von May Ayims Werk (“Blödeleien”, “Plumpheit”) zu garnieren.

Es bietet sich an, sich an dieser  öffentlichen Debatte in Form einer Meinungsäußerung zu beteiligen!

Kontakt: (mit uns im cc): leserbriefe@berliner-zeitung.de

*

Hier einige Stimmen, Leserbriefe und Handlungsideen:

NEU vom 8.2.:

- Presseerklärung der ISD: “Wir, die ISD, fordern eine von Polemik freie Diskussion um die Kolonialverbrechen der Deutschen und eine Umbenennung aller Straßen und Plätze in Deutschland, die die Namen von Menschen tragen, die sich an Völkermord, Versklavung und Unterdrückung in den Kolonien schuldig gemacht haben.” pdf download

offener Leserinnenbrief von Dr. Susan Arndt(Anglistin/Afrikawissenschaftlerin, Goethe-Universität Frankfurt/M.)

- “Götz Alys neue Leidenschaften” – Kolumne aus dem Blog vom Unrast-Verlag

 

vom 3.2.1010 und davor:

- Leserbrief “Götz Aly, ein getroffener Hund!” von T.K.
- Aufruf aus Kreuzberg: Meinung sagen!
- Leserinnenbrief von U. Hamann (Berlin)

- Leserinnenbrief “300 Jahre Selbstbedienungsladen” von Noah Sow

- Leserinnenbrief “Nicht einmal das wird uns gegönnt” von A.C. aus Bayern

- Leserinnenbrief von S. Micossé-Aikins

- viele weitere Artikel und Einträge zum Thema, in unserem Blog

- pdf – Dossier über kolonialistische Straßennamen in Berlin von Berliner Entwicklungspolitischer Ratschlag e.V. (BER)

Götz Aly, ein getroffener Hund

Der entwicklungspolitische Ratschlag hat in Friedrichshain-Kreuzberg geschafft, was sonst in Deutschland kaum möglich wäre: Sich gegen das jahrhundertealte koloniale Erbe durchzusetzen und eine ca. 100m lange Straße nach einer schwarzen deutschen Autorin zu benennen. Wie sehr das Wirken und Wüten des Kolonialismus heute noch geschätzt wird und wie wenig die Realität von Schwarzen in Deutschland interessiert zeigt der Kommentar “Straßenschänder in Kreuzberg” von Götz Aly. Das Empörende an Alys Ergüssen ist nicht nur die finstere rechts-konservative deutsche Tradition in die er sich stellt. Das Empörende ist, dass er ausgerechnet den entwicklungspolitischen Ratschlag als “Altstalinisten” und Nachfolger nationalsozialistischer Straßenumbenenner insinuieren und im NS-Jargon “Straßenschänder” nennen darf. Die Berliner Zeitung vertritt natürlich nicht notwendigerweise die Meinung ihrer Autor/innen. Allerdings ist doch gut beraten sich zu dermaßen historisch und politisch unsinnigen wie grenzüberschreitenden Beschimpfungen zu verhalten. Auch wenn Götz Aly als getroffener Hund bellt, so sollte er sich an journalistische und historische Sorgfalt halten.

T.K.[Name ist der Redaktion bekannt]

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Aufruf aus Kreuzberg:

[in diesem Artikel] wird nicht nur der brandenburgische Sklavenhandel verharmlost (mindestens 30 000 Menschen wurden von den Brandenburgern deportiert und als “Sklaven” verkauft, für Aly ist die von Gröben im Auftrag des Kurfürsten gebaute Festung Großfriedrichsburg an der Küste des heutigen Ghana dennoch ein: “Koloniechen”) und Gröben im üblichen Eurozentrismusjargon als “Abenteurer und Entdecker” aufgewertet, sondern auch May Ayims Würde und Andenken herabgewürdigt.
Schnelle Reaktionen in Form von möglichst vielen Leser_innenbriefen gerade an die Berliner Zeitung (…) sind daher unbedingt notwendig. … Die öffentliche Debatte [ist] zumindest momentan ebenso wichtig wie die Umbenennung an sich. Wer in Kreuzberg wohnt, kann auch vor Ort durch Unterstützermails an die Grünen helfen, die sich mit wachsender Kritik auch in Kreuzberg konfrontiert sehen. Es geht dabei nicht darum, die Grünen als Partei zu unterstützen, sondern sich als Bürger_in von Kreuzberg hinter diese richtige und wichtige Entscheidung zu stellen.

Kontakte dazu:

elvirapichler@gmx.de – Elvira Pichler ist die Bezirksverordnete der Grünen, die sich seit zwei Jahren aktiv für die Umbenennung einsetzt
bezirksverordnetenversammlung@ba-fk.verwalt-berlin.de – email des Beziksparlamtes Friedrichshain Kreuzberg
fraktion-frieke@gruene-berlin.de – email der Grünenfraktion

pdf – Dossier über kolonialistische Straßennamen in Berlin von Berliner Entwicklungspolitischer Ratschlag e.V. (BER)

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Leserinnenbrief von U.H.

Mit einigem Erschrecken nahm ich den durchaus hetzerisch zu nennenden Artikel des eigentlich von mir geschätzten Historikers Götz Aly gegen die Strassenumbenennung zur Kenntnis. Hier fehlen keine Elemente schierer Propaganda: von Unterstellungen gegenüber Akteuren und Akteurinnen von ihm mißliebiger Basis-Politik bis hin zu historisch verdrehenden Beschreibungen. Das sollte eigentlich unter der Würde eines Historikers seines Ranges sein.
Zunächst wird eine Initiative aus größtenteils ehrenamtlich engagierten Interessierten als “Altstalinisten” beschimpft und ihnen dann ein heimtückisches Interesse unterstellt: die Erinnerung an Maueropfer tilgen zu wollen. Diese Logik läßt sich nur an den Haaren herbeiziehen, da sie in den Argumentationen weder für oder gegen Gröben noch May Ayim Sinn macht.
Die gesamte Debatte um die Erinnerung an koloniale Verbrechen der Deutschen, bzw. Preußen (und dazu gehört auch die Beteiligung am transatlantischen Sklavenhandel über 30 Jahre) wird immer wieder abgewehrt und eben auch mit Argumenten aus anderen deutschen historischen Konjunkturen versucht zu untergraben und das eine Gedenken in Konkurrenz mit einem anderen zu setzen.
Es gilt allerdings erst einmal, der längst vergessenen Geschichte des Kurfürsten und seiner Beteiligung am Sklavenhandel zu gedenken – und eben auch die historische Verantwortung zu übernehmen, dass solche Verbrechen nicht weiter geehrt werden. Der kurfürstlich betriebene Sklavenhandel dauerte von 1682 bis 1711 also etwa 30 Jahre. Wie viele Menschen die Brandenburger von der Westküste des heutigen Ghana zu den westindischen Inseln – wo die Lebenserwartung auf den Zuckerplantagen etwa fünf Jahre betrug – verschleppten, ist fast nicht mehr rekonstruierbar. Konservative Schätzungen sprechen von etwa 30.000 (Ulrich van der Heyden, Kolonialmetropole Berlin, 2002, S. 16) wobei die bei der Überfahrt ermordeten und gestorbenen Menschen doppelt so viele waren, wie die Überlebenden.
Dass von der Groeben als Befehlshaber der beiden Fregatten, die 1682 an die westafrikanische Küste aufbrachen, wohl von dem Zweck der Mission wußte, dürfte bei einer Ladung von 2000 eisernen Fußfesseln wohl anzunehmen sein. Dass der Herr Gröben in Polen gemocht wurde und “sein Grab noch heute gepflegt” wird – wie Herr Aly argumentiert, soll eigentlich was genau zeigen? Dass Herr Gröben nicht durch und durch menschenverachtend handelte und auch einige Freunde gewinnen konnte? Einem Herrn Aly muss man doch nicht wirklich die Funktionsweisen des historischen Rassismus erklären, der es ermöglichte, Menschen aus der Kategorie des Menschseins auszuschließen und sie mithilfe dieses Mechanismus zur persönlichen Bereicherung zu verkaufen oder auch industriell planvoll zu vernichten. Gerade die Deutschen haben hier ausgiebige historische Erfahrungen gemacht.
Geschichte ist tatsächlich kein Selbstbedienungsladen, aber es kommt immer darauf an, wie sie erzählt wird und wessen Perspektive dabei eingenommen wird. Und wenn sich Herr Aly der Verniedlichung bedient und den brandenburgisch-preußischen Handelsstützpunkt als “Koloniechen” bezeichnet, dann will er damit diese Periode herunterspielen – und letztlich damit auch das historische Verbrechen an 60.000 Menschen. Ob der Handelsstützpunkt nur eine “Minikolonie” war, hat weniger damit zu tun, dass die Kolonialisten vermeintlich ambitionslos waren, als dass der Zweck dieser europäischen Landnahme in Afrika nicht die Eroberung eines größtmöglichen Territoriums und der Kolonisierung seiner Bevölkerung war, sondern vielmehr der transatlantische Handel mit ebendieser Bevölkerung. Die koloniale massive Landnahme begannen die Deutschen erst 200 Jahre später nach der Berliner Afrika-Konferenz 1884/5, zu der Bismarck eingeladen hatte.
Eine Umbenennung, die nun die Erinnerung an eine Schwarze deutsche Geschichte in den Vordergrund rückt, kann gegenüber der Ehrung von Kolonialverbrechern nur zu begrüßen sein. Und sie setzt ein deutliches Zeichen dahingehend, wessen Geschichte in diesem Land, in dieser Stadt geehrt wird. Ja, dieser mutige politische Schritt bezieht Position, wie auch Herr Aly in dem Fall Position in den Reihen der Revanchisten bezieht. Die Tricks der Propaganda nutzend ist er sich sogar nicht zu schade, Assoziationen zum gerne zur Hetze für mehr Repressionsinstrumente benutzten “Kinderschänder-Argument” hervorzurufen. Ganz schön billig, Herr Aly.
U. Hamann (Berlin)

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Leserinnenbrief von Noah Sow

“Geschichte ist kein Selbstbedienungsladen”, schreibt Götz Aly. Wenn die deutsche Mehrheitsgesellschaft das in den letzten dreihundert Jahren bemerkt hätte, müssten wir heute gar keine Debatten mehr darüber führen, warum man als anständiger Mensch Sklavenhändlern selbstverständlich kein Denkmal setzt. Und würde der Leitsatz tatsächlich befolgt werden, würden verdienstvolle Schwarze Deutsche ebenso selbstverständlich geehrt (und in der Schule gelehrt) wie ihre weißen Landsleute.
Mit der Umbenennung ist ein Symbol gesetzt – und ein weiterer Schritt in das einundzwanzigste Jahrhundert getan. Eine demonstrative Umsetzung des Gleichheitsgedankens unseres Grundgesetzes – für Einige Gestrige anscheinend derart unerträglich, dass sie lieber unmenschliche Verbrechen verharmlosen und das Andenken an eine verstorbene Schwarze deutsche Kulturträgerin beleidigen. Diese irrationale und irrational heftige Reaktion (die bei Aly bei diesem Themenfeld nicht zum erstenmal zu beobachten ist) wäre noch gefährlicher wenn sie nicht so plump daher käme: Verachtung und Abneigung sprechen aus jeder Zeile.
Dagegen zu sein, dass eine friedliche und wichtige Dichterin, die für ihre Zivilcourage berühmt war, einem Verbrecher, Mörder, Rassisten und Antidemokraten vorgezogen wird, das schafft man wohl nur mit einer gewissen Grundeinstellung. Egal ob Aly sich wichtig machen, sich bei rechtsaußen einschleimen oder Stimmung gegen Schwarze deutsche Kutur machen wollte – sein polemischer Textfransen ist dermaßen durchsichtig undemokratisch, dass eine Zeitung sich den Vorwurf der Hetze auch machen lassen muss, wenn sie ihn als “Kommentar” abdruckt. Liebe Berliner Zeitung, man muss nicht jeden gefährlichen Schwachsinn bringen, nur um sich wichtig zu machen. Medien haben auch Verantwortung, und zwar unabhängig davon, ob sie dies wahrhaben wollen.
Noah Sow

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Datum: Tue, 2 Feb 2010 18:47:22 +0100
> An: leserbriefe@berliner-zeitung.de

Nicht einmal das wird uns gegönnt.

Es scheint mir, dass so mancher Mensch,
sei er nun Journalist oder nicht,
das Wörtchen Empathie aus seinem Wortschatz gestrichen hat.

Es ist mir unbegreiflich,
was es an der Umbenennung vom Gröbenufer in das May-Ayim-Ufer
zu streiten gibt.

Muss es wirklich immer Personen geben,
die schon einmal aus Prinzip, DAGEGEN sind?!

Das May-Ayim-Ufer ist nicht nur für alle Schwarzen Deutsche
ein besonderes Andenken, an diese starke Frau,
es setzt auch ein Zeichen, dass es Schwarze Deutsche Persönlichkeiten
gibt und gab, die etwas in Deutschland bewegt haben und auch in
Zukunft noch bewegen werden.

Menschen (ob schwarz oder weiß) werden zum Nachdenken gebracht,
werden wissen wollen wer denn diese May Ayim war.
Werden wissen wollen, ob es noch mehr Schwarze Deutsche gibt, wie
diese Frau,
die immerhin einen Meilenstein in der Deutschen Black Community
gelegt hat. (So war es zumindest bei jedem Weissen Berliner, dem ich
von der Umbenennung erzählt hatte.)

Es zähl nun mal nicht immer nur der weisse Blick.
Und ich muss mich mehr als genug, täglich über
Mohrengassen, Mohrenstraßen und Mohrenapotheken ärgern,
über Negerküsse und Menschen, die nicht einsehen wollen, dass
das N-Wort rassistisch ist.

Wird einem da nicht einmal die Umbenennung eines Ufers gegönnt?!

Vielleicht wäre es geschickter in Zukunft Ihre Schwarzen Redakteure
über ein solches Thema schreiben zu lassen, (falls es diese bei Ihnen
gibt)
die wissen dann wenigstens um was es hier geht.

A.C. [Name ist der Redaktion bekannt]

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An die Redaktion,

mit Überraschung las ich den von Ihnen heute veröffentlichten Artikel des sogenannten Historikers, Götz Aly. Mir ist nicht klar, wie ein solcher Text es in eine der größten Tageszeitungen Berlin schaffen konnte. Angefangen bei der unsäglichen Verharmlosung kolonialrassistischer Gewalt, die Aly in seiner Hetzkampagne öffentlich und unhinterfragt fortführen darf bis hin zur Schändung des Namens einer der wichtigsten afrodeutschen Persönlichkeiten, die – anders als in Deutschland – international Ansehen genießt, scheint der Artikel ein Urgetier aus fernen Zeiten zu sein, als die Vorherrschaft westlicher weißer und natürlich männlicher Deutungsgewalt noch unumstritten schien. Enttäuschend ist jedoch nicht dieser bei weitem nicht erste und somit wenig überraschende intellektuelle sowie moralische Aussetzer Alys, sondern die Tatsache, dass auch die Berliner Zeitung noch immer gerne Schulter an Schulter mit jenen zu marschieren scheint, die meinen, in das langweilig paranoide Gezeter einstimmen zu müssen, das sich erhebt, wann immer althergebrachte gemütliche Weltordnungen ins wanken geraten.

Es ist allerhöchste Zeit, das auch in Deutschland endlich Stimmen zu Wort kommen, die Geschichte(n) von anderen Seiten beleuchten. Über 30.000 Menschen wurden von Brandenburgern in die Sklaverei verschleppt. Es nur schwer nachvollziehbar, warum solch gewaltvolle Geschehnisse mit dem Wort “Koloniechen” zusammengefasst, das Leid so vieler Menschen relativiert und unsichtbar gemacht werden.
Dies ist keine Frage von Meinungen oder Befindlichkeiten, sondern von Respekt und der Anerkennung der Menschlichkeit der Millionen von Menschen, die für den Wohlstand der westlichen Welt ihrer Freiheit, ihres Lebens und ihrer Lieben beraubt wurden.

Kolonialapologeten sollte in der Berliner Zeitung keine Plattform geboten werden.

Sandrine Micossé-Aikins

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There are 11 comments. Add Yours.

TL —

Gestern habe ich folgenden Leserbrief an die Berliner Zeitung geschickt:

Leserbrief zu der „Kolumne“ von Götz Aly: „Straßenschänder in Kreuzberg“

Wie kann es sein, dass die Berliner Zeitung, eine weitestgehend angesehene und seriöse Tageszeitung, auf der vierten Seite in einer sogenannten Kolumne ein Forum bietet, um deutsche Kolonialverbrechen zu verharmlosen und die afrodeutsche Schriftstellerin May Ayim zu diffamieren?

Werden hier weiße deutsche Phantasien über heldenhafte Kolonialabenteurer und Entdecker, sowie über unbedeutsame deutsche Kolonien wieder belebt und salonfähig gemacht?

Passend erscheint mir folgender Ausschnitt aus May Ayims Gedicht blues in schwarz weiss: „im rhythmus von rassismus sexismus und antisemitismus wollen sie uns isolieren unsere geschichte ausradieren oder bis zur unkenntlichkeit mystifizieren“. Antisemitismus einmal ausgeklammert beschreiben diese Gedichtzeilen treffend, was hier passiert: einem weißen Mann scheinen die Worte, mit der eine Schwarze Frau ihre Erfahrungen in der BRD beschreibt „wenig überzeugend“. Das Zusammenspiel von Rassismus und Sexismus macht es möglich diese Geschichte als „wenig überzeugend“ zu isolieren. Es macht es auch möglich, die Geschichte von 30.000 versklavten Menschen, die von der Festung „Großfriedrichsburg“ verschleppt wurden, mit den Begriffen „Minikolonie“ und „Koloniechen“ zu verniedlichen und unkenntlich zu mystifizieren.

Götz Aly, war das nicht derjenige, der auf einer Pressekonferenz zu der Ausstellung „die dritte Welt im zweiten Weltkrieg“ einen Zusammenhang hergestellt hat zwischen dem Schwarz-Sein von Soldaten und Vergewaltigungen und damit auf platte Weise ein rassistisches Stereotyp fortgeführt hat?
Meint Götz Aly, dass sich Verdienste für „das friedliche Zusammenleben von Deutschen und Polen“ aufwiegen lassen mit dem Mitwirken an der Begründung und Errichtung einer menschenverachtenden Kolonie?
Ist sich die Berliner Zeitung bewusst, dass die Äußerungen, die diejenigen, die sich aus guten Gründen für Straßen-Umbenennungen einsetzen, auch noch in eine Tradition mit Nationalsozialisten und SED-Funktionären stellen, eher in der Jungen Freiheit oder dem Online Forum Politically Incorrect zu erwarten wären?

Dass die Berliner Zeitung an derart ignoranter Geschichtsverdreherei eines sogenannten Historikers mitwirkt, enttäuscht mich und macht mich wütend.

King —

Götz Aly ist ohne jeden Zweifel und ganz offensichtlich ein bösartiger Rassist, der in übelster Absicht May Ayim, eine großartige afrodeutsche Persönlichkeit, diffamiert und den transatlantischen Sklavenhandel und Kolonialismus in Afrika verharmlost und somit das Andenken an die Menschen, die darunter gelitten haben, in ekelhafter Weise beschmutzt.

Er bezeichnet die Umbenennung des so genannten “Gröbenufer” in “May-Ayim-Ufer” als “Schande”.

In Wirklichkeit ist es eine Schande, dass es im 21. Jahrhundert Leute wie ihn gibt, die derartig Abscheuliches von sich geben.

Bei Alys Artikel kann mensch schlichtweg und völlig gerechtfertigt von “Volksverhetzung” sprechen! Er steht in einer geistigen Linie mit Kolonialverbrechern wie Carl Peters oder Gröben.

Ihm sei an dieser Stelle gesagt, dass auch er als revanchistischer Geschichtsverdreher und Volksverhetzer die Schwarze deutsche Community nicht davon abhalten kann, auch in Zukunft für die historische Wahrheit und Gerechtigkeit sich einzusetzen.

„Truth is on the side of the oppressed!“ (Malcolm X)

NO JUSTICE NO PEACE

King

JTT —

Was bedeutet ” nofollow Link”

Tundanonga —

Götz Aly: Ein Intellektuller? Ein möchte-gern-Göbels-sein? Weder noch, aber sein Fall fällt unter der Diagnose “Göbels Syndrom”. Wie konnte es dazu kommen, dass ein Angehöriger der sogenannten Berliner Elite offen gegen den Artikel 2 des Deutschen GG gegen die Volksverständingung im Zeitalter der Globalisierung Stimmung macht? Ich bin ein kosmopolitischer menschen, habe die Unbennung begrüßt und kann sagen “ich war am 27.02.2010 dabei”. Tundanonga

Helga Schneider —

Wäre ich Bezieher der Berliner Zeitung, müßte ich sofort mein Abonnement kündigen! Götz Aly würde ich sehr gerne eine Woche im Bunker der Elmina-Festung in Ghana spendieren. Da könnte er sich dann bei einem Aufenthalt mit Fußfesselketten in einem “Koloniechen” delektieren, wobei ihm der Luxus einer Einzelzelle gewährt wäre, statt mit hunderten Leidensgenossen unter unsäglichen Zuständen im Verließ auf “Verschiffung” zu harren!
Diese Götz-Aly-Denkweise stelle ich in direktem Zusammenhang mit der Holocaust-Verleugnung!

Helga Schneider, Aachen

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