“Was sagen Sie zu Ghana, Herr Löw?” – FIFA und Medien vertreten und verbreiten Rassenlehre

via blogkow.wordpress.com:

Die Fußball-WM steht vor Tür oder besser vor dem Kontinent. Denn anstatt in heimischen Gefilden müssen unsere Soccer-Gurus ihre Fähigkeiten diesmal auf dem afrikanischen „SubKontinent“ unter Beweis stellen. Neben allerlei fußball-martialischer Ästhetik erwartet den hoffnungsvollen Zuschauer dabei auch die eine oder andere Lektion in Sachen Biologie und Genetik.

Im Interview mit dem Tagesspiegel ließ Bundestrainer Joachim „Jogi“ Löw seine Expertise bereits anklingen und konstatierte in Bezug auf den zukünftigen Gruppengegner Ghana:

‘Physisch haben die Afrikaner vielleicht durch ihre Genetik allen anderen etwas voraus.’

Da der Jogi als Vertreter der postkolonialen Biologie(wissenschaft)en nach 1945 sich aber durchaus der Problematik des Genetikbegriffs bewusst ist, präzisiert er an anderer Stelle seine Vorstellungen weiter:

‘Die Afrikaner haben enorme Vorteile, weil sie genetisch bedingt eine unglaubliche Ausdauer, Schnelligkeit und körperliche Präsenz mitbringen.’

Die jeweiligen Interviewpartner und anwesenden Pressevertreter scheinen mit dieser Form der Rhetorik kein Problem zu haben. Mit Verweis auf den BundesJogi zitieren sie das deutsche Sieger-Gen und könnten somit dazu beitragen, dass das Konzept des Postkolonialismus auch in Deutschland endlich einer breiten Öffentlichkeit verständlich wird.

Original-Post dort: http://blogkow.wordpress.com/2010/05/11/was-sagen-sie-zu-ghana/

Zusendung von JK:

leider gibt es das Genetik-Geschwafel nicht nur in der deutschen Presse, sondern auch auf der offiziellen FIFA-Seite:

http://de.fifa.com/worldcup/finaldraw/news/newsid=1144532/index.html?cid=rssfeed&att =

“man darf nicht vergessen, dass uns die Afrikaner in physischer Hinsicht aufgrund der Genetik auch voraus sind”

Ofenbar wurde da von Löw aber nur ein Kommentar aus 2009 wiederholt – inklusive Vokabelfehler: Löw denkt sicher nicht, dass ghanaische Genlehre (Genetik) überlegen ist, sondern dann doch eher die Gene selbst…..zu viel des Feinsinns für Mentalgrobmotoriker Löw

http://spnd.1on.de/archives/122-In-Jogi-Loews-Genetikseminar.html

Feedback-Kontakt zur FIFA:

MAIL: http://de.fifa.com/contact/form.html
Tel : +41-(0)43 222 7777? , Fax : +41-(0)43 222 7878

*

Anm der Red.:

*
Weiße deutsche Rassephantasien brechen sich noch heute regelmäßig bei internationalen Sportgroßereignissen bahn. Ein Skandal, wenn man bedenkt, welche Geschichte und Auswirkungen sie haben. Daraus abzulesen ist der Wunsch, Schwarze Leistungen nicht im selben Maße anzuerkennen wie weiße Leistungen. Die Vorstellung, einfach aus persönlichem Versagen zu unterliegen (und nicht aus ‘genetischen Nachteilen’), ist anscheinend für einige Berichterstattende nicht erträglich. Am Pressekodex, an der Definition von Rassismus, und an der Geschichte und Gefährlichkeit deutscher Rassenlehre und ihrer Folge- und Begleiterscheinungen ändert persönliche Empfindlichkeit von Reporter_innen jedoch nichts.

Anscheinend werden Journalist_innen immer noch nicht diesbezüglich geschult; und offensichtlich haben die Chefredaktionen und die FIFA immer noch nicht wirklich etwas gegen Rassismus und seine Verbreitung.Mit derartigen Publikationen und der anhaltenden Verweigerung antirassistischer Fortbildung machen sie alle Lippenbekenntnisse ‘gegen Rassismus’ unglaubwürig.

*

Aus unserem Archiv: Ähnliche Entgleisungen, bei Sportereignissen, von STERN, ARD, ZDF, NDR, RBB, SZ:

http://blog.derbraunemob.info/2008/08/25/deutsche-medien-ueber-olympia-rueckschritt-in-rassephantasien/
http://blog.derbraunemob.info/2008/09/08/89-brief-an-sternde-plattform-fuer-rassephantasien/
http://blog.derbraunemob.info/2008/09/08/brief-an-tagesschau-ndr-und-rbb-rueckschritt-in-rassephantasien/
http://blog.derbraunemob.info/2009/08/24/leichtathletik-wm-vorbei-white-pride-und-deutsche-rassephantasien-bleiben/

4 replies

Trackbacks & Pingbacks

  1. […] So sehr, dass nationalistische Parolen, fragwürdige Flaggen und Homophobie immer wieder auftreten. Wo selbst Nationaltrainer zur Rassenlehre greifen. Gut, das geht ziemlich in Richtungs Klischees. Nur naiv wäre es dies alles als Einzelfälle […]

  2. […] Afrikaner vielleicht durch ihre Genetik allen anderen etwas voraus.“ (mehr dazu unter http://blog.derbraunemob.info/2010/06/23/fifa-und-medien-rassenlehre/) (Zu diesem afrikanischen Physischen-Voraus-Gen arbeitet die nordgrönländische Wissenschaftlerin […]

  3. […] es unmöglich, mit Artikeln dem Mist auch nur halbwegs hinterherzukommen. Wie soll eine über der offiziellen FIFA-Rassenlehre noch dazu kommen, sich über die kleinen oder größeren Rassismen in den spielbegleitenden […]

  4. […] Bundesjogi und FIFA: unsportliches Verbreiten von Rassephantasien >> im Schwarzen Blog […]

Leave a Reply

Want to join the discussion?
Feel free to contribute!

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *