Berlin, 24.6.2011: Buch-Neuerscheinung “Wie Rassismus aus Wörtern spricht”
PK, Lesung und Release-Party

Von verschiedenen Autor_innen, u.a. Chandra-Milena Danielzik, Aisha Diallo, Esther Dischereit, Philippa Ebéné, Maisha Eggers, Anne Freese, Rosa Hoppe, Fei Kaldrack, Philipp Khabo Köpsell, Nadja Ofuatey-Alazard, Julia Roth, Markus Schmitz, Noah Sow, Juliane Strohschein, Deniz Utlu, uva.

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Susan Arndt | Nadia Ofuatey-Alazard (Hrsg.)

Wie Rassismus aus Wörtern spricht

(K)Erben des Kolonialismus im Wissensarchiv deutsche Sprache.

Ein kritisches Nachschlagewerk

ISBN 978-3-89771-501-1?780 Seiten | Hardcover | Großformat B5 | 29.80 Euro ?? Unrast Verlag | Postfach 8020 | 48043 Münster


Ab sofort im Buchhandel.

(komplettes Inhaltsverzeichnis und Intro/Vorwort/Geleit: HIER)

Aus der Pressemitteilung des Verlags:

Entgegen vieler Auffassungen ist der Kolonialismus noch längst nicht Geschichte. Bis heute offenbart er sich als strukturell virulent. Kolonialistische Mythen bilden in diesem Zusammenhang nicht nur eine wichtige Grundlage rassistischen Denkens. Sie sind in weißen europäischen Wissensarchiven konserviert, durchziehen öffentliche Diskurse, finden sich in gesellschaftlichen Alltagspraxen und artikulieren sich im gängigen Sprachgebrauch. Das erkenntnisleitende Ziel des vorliegenden kritischen Sammelbandes besteht deshalb zum einen darin, deutschsprachige Kernbegriffe eines weißen westlichen Wissenssystems zur Diskussion zu stellen. Es gilt, das unmittelbare und latente Zusammenwirken von Kolonialismus und Rassismus, Wissen und Macht aufzuarbeiten. Andererseits wird die analytisch offen gelegt, was die dominante Sprache an rassistischen Tradierungen enthält, kontinuierlich reproduziert und oftmals durch Verleugnungsstrategien schützt. Diese werden durch begriffliche Interventionen und konzeptuelle Neuschreibungen, durch widerständige Benennungspraxen und postkoloniale Analysen von People of Color herausgefordert und gegengelesen. Diese Gleichzeitigkeit von unterschiedlichen Zugängen, Wissens- und Denkkonzepten spiegelt sich in der bewussten Komposition verschiedener Textformen wider. Die Genre- und Stimmenvielfalt des Buches vereint wissenschaftliche Analysen und Essays, Spoken Word Performances sowie satirische, literarische und lyrische Texte. Das vorliegende Nachschlagewerk erhebt nicht die Forderung einer administrativ betriebenen oder staatlichen Sprachpolitik. Seine Intention liegt vielmehr darin, über die Möglichkeit sprachlicher Bewusstmachungen das Bewusstsein selbst zu ändern, damit rassistisches und kolonialistisches Gedankengut als solches identifiziert werden kann, um ihm nachhaltig und bestimmt zu widersprechen.

Pressekonferenz mit Lesung und anschließender Book-Release-Party ist am 24. Juni 2011

in der Berliner Werkstatt der Kulturen !

Die Herausgeberinnen und der UNRAST Verlag laden herzlich ein, mit dabei zu sein!

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Programmablauf:

  • 17:00 Uhr Pressekonferenz mit Herausgeberinnen und Autor_innen des Buches
  • 18:00 Uhr öffentliche Publikums-Slam-Lesung, in der Autor_innen ihre Texte in einen Dialog der Wörter schicken, um Widerstand gegen Rassismus zu leisten: u.a. mit Susan Arndt, Anna Böcker, Daniel Bendix, Chandra-Milena Danielzik, Aisha Diallo, Esther Dischereit, Philippa Ebéné, Maisha Eggers, Anne Freese, Rosa Hoppe, Fei Kaldrack, Philipp Khabo Köpsell, Nadja Ofuatey-Alazard, Julia Roth, Markus Schmitz, Noah Sow, Juliane Strohschein, Deniz Utlu, Anna Weicker
  • 20:00 Uhr Book-Release-Party in der WdK

EINTRITT FREI

Aus dem Geleit der Herausgeberinnen:

“… Wesentliche Anregungen für die Entscheidung, ein solches Genre- und Stimmenspektrum zusammenzuführen, das wissenschaftliche Analysen und Essays, Interview und Spoken Word Performance, satirische Texte und Kurzgeschichten vereint, verdanken die Herausgeber_innen der Autorin Noah Sow. Ihr 2008 erschienenes Sachbuch Deutschland Schwarz Weiß. Der alltägliche Rassismus zeigt, dass satirischer Humor eine wirksame und entlarvende Waffe sein kann, um als Person of Color mit der Ignoranz hiesiger weißer ›Gegebenheiten‹ konstruktiv umzugehen. Ihre Texte und die Beiträge anderer Wortkünstler_innen of Color kreieren eine subversive, visuell herausgehobene Ebene, die das gesamte Buch durchzieht und auf besondere Weise in Kommunikation mit gemeinhin als ›wissenschaftlich‹ bezeichneten Textformen tritt.
Diese Stimmen-, Ausdrucks- und Formenvielfalt gründet in dem Verständnis, dass jedem Sprechen über Rassismus nicht nur verschiedene gesellschaftliche Diskurse, sondern auch individuelle Geschichten und Bezugnahmen inhärent sind, die mitkommuniziert werden. Da Weiße, wenn sie über Rassismus sprechen, in anderen Traditionen stehen als People of Color, gehört es zur kontextualisieren- den Grundkonzeption des Buches, dass weiße Autor_innen sich in ihren Beiträgen zum beschriebenen Gegenstand positionieren. Schließlich ist jedes Sprechen – auch das akademisch-wissenschaftliche – immer subjektiv geprägt. …”

(komplettes Inhaltsverzeichnis und Intro/Vorwort/Geleit: HIER)

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