Kleiner Exkurs in “Meinungsfreiheit”:

Wie alle Publikationen entscheiden wir uns, welche Inhalte wir abbilden und welche nicht.

Ab und zu gibt es enttäuschte Reaktionen darauf, dass wir die ein oder andere zugesendete Geschichte, Meinung oder Seite (noch) nicht in unseren Blog aufgenommen haben. Manchmal geschieht das aus Personalmangel -es wäre schön wenn wir noch viel mehr content spiegeln könnten-, manchmal aus der Entscheidung heraus, welche Stimmen, Geschichten und Meinungen in diesem Blog behandelt werden sollen.

Das Internet ist insofern demokratisch, als dass alle ihre Meinungen dort online stellen können. Im deutschen Medienumfeld, das Schwarze und PoC-Eigenpublikationen strukturell stark benachteiligt (20% der Deutschen haben sogenannten “Migrationshintergrund” aber nur 2% der JournalistInnen), verstehen wir uns als Pool für ebendiese – zumindest was unser Themenfeld betrifft – und entscheiden uns daher ganz gezielt gegen Beiträge aus Positionen, Ansprüchen, Fragenkomplexen der Dominanzkultur.
Diese nehmen erfahrungsgemäß überproportional viel Raum ein, und würden wir diese Tatsache ignorieren, würde in unserem Blog dasselbe Ungleichgewicht vorherrschen, das bereits in der restlichen (Medien-)Öffentlichkeit besteht.

Als demokratisch verstehen wir weder die Abbildung undemokratischer Meinungen (sog. “Hater”) noch eine Verlagerung unserer Debatten und Inhalte auf Parallel- oder Abwehrdiskussionen vor hegemonialer Anspruchskulisse .

Ein Kommentar hat kaum Chancen, veröffentlicht zu werden, wenn er

- eine Themaverfehlung ist oder vom Thema ablenkt

- Rassismen beinhaltet

- auf eine Supremacy-Einstellung hindeutet

- sich um Befindlichkeiten oder biografische Exkurse von Angehörigen der Mehrheitsgesellschaft dreht

Ein Kommentar hat gute Chancen, veröffentlicht zu werden, wenn

- er auf das Thema eingeht

- auf Wissen statt Annahmen um Rassismus basiert (second-hand-”Erfahrungen” fallen nicht hierunter)

- er positioniert ist

- er einen Diskussionsbetrag leistet, der nicht zuvor schon im gleichen Thread ausführlich behandelt wurde

 

Grundwissen wird vorausgesetzt. Links zu Grundwissen finden sich u.a. links in der Seitenleiste.

die red.

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Ergänzungen im Januar 2012: