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	<title>Kommentare zu: Kommentar-Regeln</title>
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		<title>Von: &#8220;Das ist doch ZENSUR!!&#8221;, &#124; DER SCHWARZE BLOG</title>
		<link>http://blog.derbraunemob.info/blog-regeln/comment-page-1/#comment-4130</link>
		<dc:creator>&#8220;Das ist doch ZENSUR!!&#8221;, &#124; DER SCHWARZE BLOG</dc:creator>
		<pubDate>Sun, 16 May 2010 15:48:29 +0000</pubDate>
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		<description>[...] Blog-Regeln [...]</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>[...] Blog-Regeln [...]</p>
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	</item>
	<item>
		<title>Von: Dagmar Schultz</title>
		<link>http://blog.derbraunemob.info/blog-regeln/comment-page-1/#comment-3535</link>
		<dc:creator>Dagmar Schultz</dc:creator>
		<pubDate>Thu, 04 Feb 2010 17:35:24 +0000</pubDate>
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		<description>Leserbrief an die Berliner Zeitung


An die Redaktion
Als Kollegin und Verlegerin von May Ayim sehe ich mich veranlasst auf die uns&#228;gliche Kolumne „Stra&#223;ensch&#228;nder in Kreuzberg“ von G&#246;tz Aly in Ihrer Zeitung vom 02.02.2010 zu reagieren.
Nicht nur verniedlicht („Koloniechen“) Aly deutschen Kolonialismus und seine verheerenden Auswirkungen, nicht nur diffamiert er die InitiatorInnen der Umbenennung, er ma&#223;t sich auch ein herabw&#252;rdigendes Urteil &#252;ber die Wissenschaftlerin, Autorin und Aktivistin May Ayim an, wenn er feststellt: „Als deutsch-afrikanische Schriftstellerin schrieb sie einiges Beachtenswertes &#252;ber Rassismus und dichtete wenig &#252;berzeugend.“
May Ayims historische und sozialhistorische Forschungsarbeiten &#252;ber die Geschichte von Schwarzen in Deutschland, &#252;ber deutschen Kolonialismus und die Geschichte und Gegenwart von Afrodeutschen sind ver&#246;ffentlicht in dem Band Farbe Bekennen. Afrodeutsche Frauen auf den Spuren ihrer Geschichte und in einer Vielzahl von Beitr&#228;gen in B&#252;chern wie z.B. dem Band Ethnische Minderheiten in der Bundesrepublik Deutschland herausgegeben von Schmalz-Jakobsen und Hansen. Sie bildeten Anstoss und Grundlage f&#252;r eine Vielfalt von Forschungsarbeiten sowohl in Deutschland wie in den USA. Frau Ayim war Lehrbeauftragte an den Berliner Universit&#228;ten – ich selbst habe zusammen mit ihr an der Freien Universit&#228;t und an der Alice-Salomon-Hochschule f&#252;r Sozialarbeit und Sozialp&#228;dagogik unterrichtet.  An letzterer hatte sie auch die Stelle der Studienberaterin inne.

Gerade auf internationaler Ebene fand May Ayims Werk die Anerkennung, die ihr in Deutschland nicht in dem Ma&#223; zuteil wurde. Ihr Werk wird an Universit&#228;ten in den USA unterrichtet, das Buch Farbe Bekennen ist bei der University of Massachussetts Press auf Englisch erschienen und ihre Essays und Gedichte sind in dem Buch Blues in Black and White in englischer &#220;bersetzung ver&#246;ffentlicht. Ayims Gedichte sind in Zeitschriften in England, in den Niederlanden, in den USA, in Brasilien, Argentinien, Indien gedruckt worden. Autorinnen wie Marise Condé und Audre Lorde haben ihr dichterisches K&#246;nnen gew&#252;rdigt. Unter vielen Einladungen des Auslands war das Angebot einer Gastprofessur an der University of Minnesota. Die extensive Bibliographie ihres Werks und der Sekund&#228;rliteratur und die Liste ihrer Lesungen und Vortr&#228;ge in Europa, Ghana, S&#252;dafrika, Kanada, den USA  sind in dem Essayband Grenzenlos und Unversch&#228;mt zug&#228;nglich und zeigen den beeindruckenden Beitrag dieser jungen Wissenschaftlerin und Dichterin zur deutschen Literatur auf. 

Angesichts dieses Lebenswerks stellt sich die Frage, wieso Ayims Schriften nicht in Deutschland zum literarischen Kanon geh&#246;rt. Die Darstellungen von Gegnern der Strassenumbenennung wie Martin Otto (F.A.Z. vom 13.01.10) und wie G&#246;tz Aly kann man jedoch nur als d&#252;mmlich, ignorant und boshaft charakterisieren. Die Frage nach der Motivation f&#252;r eine solche Hetzkampagne sollten die Autoren sich selbst beantworten. 

Prof. Dr. Dagmar Schultz

P.S. Der Tagesspiegel  (13.04.1997) ver&#246;ffentlichte May Ayims Gedicht „Abschied“ mit anschlie&#223;endem Kommentar. Vielleicht k&#246;nnen Sie Gedicht und Kommentar in der Berliner Zeitung abdrucken.

abschied

was sollen die letzten worte sein
lebet wohl auf wiedersehen
irgendwann irgendwo?
was sollen die letzten taten sein
ein letzter brief ein telefonat
ein leises lied?
was soll der letzte wunsch sein
verzeiht mir
verge&#223;t mich nicht
ich hab euch lieb?
was soll der letzte gedanke sein
danke?
danke 

Aus: May Ayim: Nachtgesang. Gedichte. Orlanda Frauenverlag, Berlin 1997

„Es gibt Gedichte, die keiner Interpretation bed&#252;rfen, weil sie meinen, was sie sagen. Nichts steht zwischen den Zeilen, kein Bild birgt verborgene Bedeutungen; ein Sprachspiel findet nicht statt. Leben und Schreiben stimmten bei der afro-deutschen Autorin, Dozentin und Sprachtherapeutin May Ayim &#252;berein, als sie 1996 in Berlin den Freitod w&#228;hlte. Authenzit&#228;t ist die erschreckende Qualit&#228;t dieser Verse, die – &#228;hnlich wie die von Ingeborg Bachmann oder Inge M&#252;ller – das Ende inmitten eiens nicht lebbaren Alltags vorwegnehmen. Dieser Abschied ist schlicht wahr – und sonst gar nichts. Er verweist auf die Frau, die sich da verabschiedet hat, indem er zeigt, wie sie lebte, dachte und f&#252;hlte. Zeit , sie kennenzulernen: eine Dunkelh&#228;utige unter uns Wei&#223;en.“ dvt

Leserbrief an die F.A.Z.

An die Redaktion
Als Kollegin und Verlegerin von May Ayim sehe ich mich veranlasst auf den Beitrag „Entkolonialisierung der Lebenswelt“ von Martin Otto im Feuilleton der F.A.Z. vom 13.01.2010 zu reagieren.
Ende Mai 2009 wurde nach dreij&#228;hrigen Bem&#252;hungen verschiedener Initiativen die Umbenennung des Gr&#246;benufers in Berlin in May-Ayim-Ufer von der Friedrichshain-Kreuzberger Bezirksverordnetenversammlung beschlossen. Dennoch sind einige Gegner dieser Umbenennung nicht verstummt. Dabei verstricken sie sich in der Verharmlosung deutscher kolonialer Gewaltgeschichte. Gleichzeitig sehen sie sich veranlasst und befugt &#252;ber die Wissenschaftlerin, Autorin und Aktivistin May Ayim in herabw&#252;rdigender Weise zu urteilen. 
Ottos abwertende Skizze der Biographie von May Ayim ist ein besch&#228;mendes Beispiel daf&#252;r wie Leben und Werk einer Person bewusst entstellt werden k&#246;nnen: „1986 machte sie mit einer Arbeit &#252;ber &quot;Afro-Deutsche&quot; ihr Diplom und wurde Logop&#228;din. Seit 1984 lebte sie im Berliner Bezirk Kreuzberg. Wiederholt reiste sie nach Afrika. Daneben aber bet&#228;tigte sie sich als Autorin; ihre Werke befassen sich mit Rassismus, der &quot;deutschen (sch)einheit&quot; und Frauen in der Dritten Welt... Ein anderes (Gedicht) &#252;ber den fr&#252;heren Bundeskanzler Kohl, der als &quot;oberstes Wahlro&#223;&quot; bezeichnet wird, kommt freilich &#252;ber &quot;Birne&quot;-Bl&#246;deleien nicht hinaus und wirkt gerade in seiner &#252;bellaunigen Plumpheit erschreckend deutsch. Auch im Ausland fand sie Resonanz, etwa bei dem britischen Reggae-Musiker Linton Kwesi Johnson. Sich selbst bezeichnete Frau Ayim, so der Titel eines anderen Buches, als &quot;grenzenlos und unversch&#228;mt&quot;. An multipler Sklerose erkrankt, setzte sie ihrem Leben 1996 selbst ein Ende.“
Bevor man eine Person so falsch darstellt, sollte man die notwendigen Recherchen gemacht haben, insbesondere wenn man mit einem so rechthaberischen Anspruch daher kommt wie Herr Otto es tut.

May Ayims historische und sozialhistorische Forschungsarbeiten &#252;ber die Geschichte von Schwarzen in Deutschland, &#252;ber deutschen Kolonialismus und die Geschichte und Gegenwart von Afrodeutschen sind ver&#246;ffentlicht in dem Band Farbe Bekennen. Afrodeutsche Frauen auf den Spuren ihrer Geschichte und in einer Vielzahl von Beitr&#228;gen in B&#252;chern wie z.B. dem Band Ethnische Minderheiten in der Bundesrepublik Deutschland herausgegeben von Schmalz-Jakobsen und Hansen. Sie bildeten Anstoss und Grundlage f&#252;r eine Vielfalt von Forschungsarbeiten sowohl in Deutschland wie in den USA. Frau Ayim war Dozentin an den Berliner Universit&#228;ten – ich selbst habe zusammen mit ihr an der Freien Universit&#228;t und an der Alice-Salomon-Hochschule f&#252;r Sozialarbeit und Sozialp&#228;dagogik unterrichtet.  An letzterer hatte sie auch die Stelle der Studienberaterin inne.

Wenn Otto schreibt „Auch im Ausland fand sie Resonanz, etwa bei dem britischen Reggae-Musiker Linton Kwesi Johnson“, ist hiermit eine Abwertung sowohl von Linton Kwesi Johnson wie von Ayim intendiert. Gerade auf internationaler Ebene fand May Ayims Werk die Anerkennung, die ihr in Deutschland nicht in dem Ma&#223; zuteil wurde. Ihr Werk wird an Universit&#228;ten in den USA unterrichtet, das Buch Farbe Bekennen ist bei der University of Massachussetts Press auf Englisch erschienen und ihre Essays und Gedichte sind in dem Buch Blues in Black and White in englischer &#220;bersetzung ver&#246;ffentlicht. Ayims Gedichte sind in literarischen Zeitschriften in England, in den Niederlanden, in den USA, in Brasilien, Argentinien, Indien gedruckt worden. Autorinnen wie Marise Condé und Audre Lorde haben ihr dichterisches K&#246;nnen gew&#252;rdigt. Unter vielen Einladungen des Auslands war das Angebot einer Gastprofessur an der University of Minnesota. Die Bibliographie ihres Werks und der Sekund&#228;rliteratur und die Liste ihrer Lesungen und Vortr&#228;ge in Europa, Ghana, S&#252;dafrika, Kanada, den USA  sind in dem Essayband Grenzenlos und Unversch&#228;mt zug&#228;nglich und zeigen den beeindruckenden Beitrag dieser jungen Wissenschaftlerin und Dichterin zur deutschen Literatur auf. 

Angesichts dieses Lebenswerks stellt sich die Frage, wieso Ayims Schriften nicht in Deutschland zum literarischen Kanon geh&#246;rt. Die Darstellungen von Gegnern der Strassenumbenennung wie Martin Otto und wie G&#246;tz Aly, der sie in seiner uns&#228;glichen Kolumne in der Berliner Zeitung vom 2.2.10 mit dem Satz „Als deutsch-afrikanische Schriftstellerin schrieb sie einiges Beachtenswertes &#252;ber Rassismus und dichtete wenig &#252;berzeugend“ herabw&#252;rdigte, kann man jedoch nur als d&#252;mmlich, ignorant und boshaft charakterisieren. Die Frage nach der Motivation f&#252;r eine solche Hetzkampagne sollten die Autoren sich selbst beantworten. 

Prof. Dr. Dagmar Schultz

P.S. Der Tagesspiegel  (13.04.1997) ver&#246;ffentlichte May Ayims Gedicht „Abschied“ mit anschlie&#223;endem Kommentar. Vielleicht k&#246;nnen Sie Gedicht und Kommentar in der F.A.Z. abdrucken.

abschied

was sollen die letzten worte sein
lebet wohl auf wiedersehen
irgendwann irgendwo?
was sollen die letzten taten sein
ein letzter brief ein telefonat
ein leises lied?
was soll der letzte wunsch sein
verzeiht mir
verge&#223;t mich nicht
ich hab euch lieb?
was soll der letzte gedanke sein
danke?
danke 

Aus: May Ayim: Nachtgesang. Gedichte. Orlanda Frauenverlag, Berlin 1997

„Es gibt Gedichte, die keiner Interpretation bed&#252;rfen, weil sie meinen, was sie sagen. Nichts steht zwischen den Zeilen, kein Bild birgt verborgene Bedeutungen; ein Sprachspiel findet nicht statt. Leben und Schreiben stimmten bei der afro-deutschen Autorin, Dozentin und Sprachtherapeutin May Ayim &#252;berein, als sie 1996 in Berlin den Freitod w&#228;hlte. Authenzit&#228;t ist die erschreckende Qualit&#228;t dieser Verse, die – &#228;hnlich wie die von Ingeborg Bachmann oder Inge M&#252;ller – das Ende inmitten eiens nicht lebbaren Alltags vorwegnehmen. Dieser Abschied ist schlicht wahr – und sonst gar nichts. Er verweist auf die Frau, die sich da verabschiedet hat, indem er zeigt, wie sie lebte, dachte und f&#252;hlte. Zeit , sie kennenzulernen: eine Dunkelh&#228;utige unter uns Wei&#223;en.“ dvt</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Leserbrief an die Berliner Zeitung</p>
<p>An die Redaktion<br />
Als Kollegin und Verlegerin von May Ayim sehe ich mich veranlasst auf die uns&auml;gliche Kolumne „Stra&szlig;ensch&auml;nder in Kreuzberg“ von G&ouml;tz Aly in Ihrer Zeitung vom 02.02.2010 zu reagieren.<br />
Nicht nur verniedlicht („Koloniechen“) Aly deutschen Kolonialismus und seine verheerenden Auswirkungen, nicht nur diffamiert er die InitiatorInnen der Umbenennung, er ma&szlig;t sich auch ein herabw&uuml;rdigendes Urteil &uuml;ber die Wissenschaftlerin, Autorin und Aktivistin May Ayim an, wenn er feststellt: „Als deutsch-afrikanische Schriftstellerin schrieb sie einiges Beachtenswertes &uuml;ber Rassismus und dichtete wenig &uuml;berzeugend.“<br />
May Ayims historische und sozialhistorische Forschungsarbeiten &uuml;ber die Geschichte von Schwarzen in Deutschland, &uuml;ber deutschen Kolonialismus und die Geschichte und Gegenwart von Afrodeutschen sind ver&ouml;ffentlicht in dem Band Farbe Bekennen. Afrodeutsche Frauen auf den Spuren ihrer Geschichte und in einer Vielzahl von Beitr&auml;gen in B&uuml;chern wie z.B. dem Band Ethnische Minderheiten in der Bundesrepublik Deutschland herausgegeben von Schmalz-Jakobsen und Hansen. Sie bildeten Anstoss und Grundlage f&uuml;r eine Vielfalt von Forschungsarbeiten sowohl in Deutschland wie in den USA. Frau Ayim war Lehrbeauftragte an den Berliner Universit&auml;ten – ich selbst habe zusammen mit ihr an der Freien Universit&auml;t und an der Alice-Salomon-Hochschule f&uuml;r Sozialarbeit und Sozialp&auml;dagogik unterrichtet.  An letzterer hatte sie auch die Stelle der Studienberaterin inne.</p>
<p>Gerade auf internationaler Ebene fand May Ayims Werk die Anerkennung, die ihr in Deutschland nicht in dem Ma&szlig; zuteil wurde. Ihr Werk wird an Universit&auml;ten in den USA unterrichtet, das Buch Farbe Bekennen ist bei der University of Massachussetts Press auf Englisch erschienen und ihre Essays und Gedichte sind in dem Buch Blues in Black and White in englischer &Uuml;bersetzung ver&ouml;ffentlicht. Ayims Gedichte sind in Zeitschriften in England, in den Niederlanden, in den USA, in Brasilien, Argentinien, Indien gedruckt worden. Autorinnen wie Marise Condé und Audre Lorde haben ihr dichterisches K&ouml;nnen gew&uuml;rdigt. Unter vielen Einladungen des Auslands war das Angebot einer Gastprofessur an der University of Minnesota. Die extensive Bibliographie ihres Werks und der Sekund&auml;rliteratur und die Liste ihrer Lesungen und Vortr&auml;ge in Europa, Ghana, S&uuml;dafrika, Kanada, den USA  sind in dem Essayband Grenzenlos und Unversch&auml;mt zug&auml;nglich und zeigen den beeindruckenden Beitrag dieser jungen Wissenschaftlerin und Dichterin zur deutschen Literatur auf. </p>
<p>Angesichts dieses Lebenswerks stellt sich die Frage, wieso Ayims Schriften nicht in Deutschland zum literarischen Kanon geh&ouml;rt. Die Darstellungen von Gegnern der Strassenumbenennung wie Martin Otto (F.A.Z. vom 13.01.10) und wie G&ouml;tz Aly kann man jedoch nur als d&uuml;mmlich, ignorant und boshaft charakterisieren. Die Frage nach der Motivation f&uuml;r eine solche Hetzkampagne sollten die Autoren sich selbst beantworten. </p>
<p>Prof. Dr. Dagmar Schultz</p>
<p>P.S. Der Tagesspiegel  (13.04.1997) ver&ouml;ffentlichte May Ayims Gedicht „Abschied“ mit anschlie&szlig;endem Kommentar. Vielleicht k&ouml;nnen Sie Gedicht und Kommentar in der Berliner Zeitung abdrucken.</p>
<p>abschied</p>
<p>was sollen die letzten worte sein<br />
lebet wohl auf wiedersehen<br />
irgendwann irgendwo?<br />
was sollen die letzten taten sein<br />
ein letzter brief ein telefonat<br />
ein leises lied?<br />
was soll der letzte wunsch sein<br />
verzeiht mir<br />
verge&szlig;t mich nicht<br />
ich hab euch lieb?<br />
was soll der letzte gedanke sein<br />
danke?<br />
danke </p>
<p>Aus: May Ayim: Nachtgesang. Gedichte. Orlanda Frauenverlag, Berlin 1997</p>
<p>„Es gibt Gedichte, die keiner Interpretation bed&uuml;rfen, weil sie meinen, was sie sagen. Nichts steht zwischen den Zeilen, kein Bild birgt verborgene Bedeutungen; ein Sprachspiel findet nicht statt. Leben und Schreiben stimmten bei der afro-deutschen Autorin, Dozentin und Sprachtherapeutin May Ayim &uuml;berein, als sie 1996 in Berlin den Freitod w&auml;hlte. Authenzit&auml;t ist die erschreckende Qualit&auml;t dieser Verse, die – &auml;hnlich wie die von Ingeborg Bachmann oder Inge M&uuml;ller – das Ende inmitten eiens nicht lebbaren Alltags vorwegnehmen. Dieser Abschied ist schlicht wahr – und sonst gar nichts. Er verweist auf die Frau, die sich da verabschiedet hat, indem er zeigt, wie sie lebte, dachte und f&uuml;hlte. Zeit , sie kennenzulernen: eine Dunkelh&auml;utige unter uns Wei&szlig;en.“ dvt</p>
<p>Leserbrief an die F.A.Z.</p>
<p>An die Redaktion<br />
Als Kollegin und Verlegerin von May Ayim sehe ich mich veranlasst auf den Beitrag „Entkolonialisierung der Lebenswelt“ von Martin Otto im Feuilleton der F.A.Z. vom 13.01.2010 zu reagieren.<br />
Ende Mai 2009 wurde nach dreij&auml;hrigen Bem&uuml;hungen verschiedener Initiativen die Umbenennung des Gr&ouml;benufers in Berlin in May-Ayim-Ufer von der Friedrichshain-Kreuzberger Bezirksverordnetenversammlung beschlossen. Dennoch sind einige Gegner dieser Umbenennung nicht verstummt. Dabei verstricken sie sich in der Verharmlosung deutscher kolonialer Gewaltgeschichte. Gleichzeitig sehen sie sich veranlasst und befugt &uuml;ber die Wissenschaftlerin, Autorin und Aktivistin May Ayim in herabw&uuml;rdigender Weise zu urteilen.<br />
Ottos abwertende Skizze der Biographie von May Ayim ist ein besch&auml;mendes Beispiel daf&uuml;r wie Leben und Werk einer Person bewusst entstellt werden k&ouml;nnen: „1986 machte sie mit einer Arbeit &uuml;ber &#8220;Afro-Deutsche&#8221; ihr Diplom und wurde Logop&auml;din. Seit 1984 lebte sie im Berliner Bezirk Kreuzberg. Wiederholt reiste sie nach Afrika. Daneben aber bet&auml;tigte sie sich als Autorin; ihre Werke befassen sich mit Rassismus, der &#8220;deutschen (sch)einheit&#8221; und Frauen in der Dritten Welt&#8230; Ein anderes (Gedicht) &uuml;ber den fr&uuml;heren Bundeskanzler Kohl, der als &#8220;oberstes Wahlro&szlig;&#8221; bezeichnet wird, kommt freilich &uuml;ber &#8220;Birne&#8221;-Bl&ouml;deleien nicht hinaus und wirkt gerade in seiner &uuml;bellaunigen Plumpheit erschreckend deutsch. Auch im Ausland fand sie Resonanz, etwa bei dem britischen Reggae-Musiker Linton Kwesi Johnson. Sich selbst bezeichnete Frau Ayim, so der Titel eines anderen Buches, als &#8220;grenzenlos und unversch&auml;mt&#8221;. An multipler Sklerose erkrankt, setzte sie ihrem Leben 1996 selbst ein Ende.“<br />
Bevor man eine Person so falsch darstellt, sollte man die notwendigen Recherchen gemacht haben, insbesondere wenn man mit einem so rechthaberischen Anspruch daher kommt wie Herr Otto es tut.</p>
<p>May Ayims historische und sozialhistorische Forschungsarbeiten &uuml;ber die Geschichte von Schwarzen in Deutschland, &uuml;ber deutschen Kolonialismus und die Geschichte und Gegenwart von Afrodeutschen sind ver&ouml;ffentlicht in dem Band Farbe Bekennen. Afrodeutsche Frauen auf den Spuren ihrer Geschichte und in einer Vielzahl von Beitr&auml;gen in B&uuml;chern wie z.B. dem Band Ethnische Minderheiten in der Bundesrepublik Deutschland herausgegeben von Schmalz-Jakobsen und Hansen. Sie bildeten Anstoss und Grundlage f&uuml;r eine Vielfalt von Forschungsarbeiten sowohl in Deutschland wie in den USA. Frau Ayim war Dozentin an den Berliner Universit&auml;ten – ich selbst habe zusammen mit ihr an der Freien Universit&auml;t und an der Alice-Salomon-Hochschule f&uuml;r Sozialarbeit und Sozialp&auml;dagogik unterrichtet.  An letzterer hatte sie auch die Stelle der Studienberaterin inne.</p>
<p>Wenn Otto schreibt „Auch im Ausland fand sie Resonanz, etwa bei dem britischen Reggae-Musiker Linton Kwesi Johnson“, ist hiermit eine Abwertung sowohl von Linton Kwesi Johnson wie von Ayim intendiert. Gerade auf internationaler Ebene fand May Ayims Werk die Anerkennung, die ihr in Deutschland nicht in dem Ma&szlig; zuteil wurde. Ihr Werk wird an Universit&auml;ten in den USA unterrichtet, das Buch Farbe Bekennen ist bei der University of Massachussetts Press auf Englisch erschienen und ihre Essays und Gedichte sind in dem Buch Blues in Black and White in englischer &Uuml;bersetzung ver&ouml;ffentlicht. Ayims Gedichte sind in literarischen Zeitschriften in England, in den Niederlanden, in den USA, in Brasilien, Argentinien, Indien gedruckt worden. Autorinnen wie Marise Condé und Audre Lorde haben ihr dichterisches K&ouml;nnen gew&uuml;rdigt. Unter vielen Einladungen des Auslands war das Angebot einer Gastprofessur an der University of Minnesota. Die Bibliographie ihres Werks und der Sekund&auml;rliteratur und die Liste ihrer Lesungen und Vortr&auml;ge in Europa, Ghana, S&uuml;dafrika, Kanada, den USA  sind in dem Essayband Grenzenlos und Unversch&auml;mt zug&auml;nglich und zeigen den beeindruckenden Beitrag dieser jungen Wissenschaftlerin und Dichterin zur deutschen Literatur auf. </p>
<p>Angesichts dieses Lebenswerks stellt sich die Frage, wieso Ayims Schriften nicht in Deutschland zum literarischen Kanon geh&ouml;rt. Die Darstellungen von Gegnern der Strassenumbenennung wie Martin Otto und wie G&ouml;tz Aly, der sie in seiner uns&auml;glichen Kolumne in der Berliner Zeitung vom 2.2.10 mit dem Satz „Als deutsch-afrikanische Schriftstellerin schrieb sie einiges Beachtenswertes &uuml;ber Rassismus und dichtete wenig &uuml;berzeugend“ herabw&uuml;rdigte, kann man jedoch nur als d&uuml;mmlich, ignorant und boshaft charakterisieren. Die Frage nach der Motivation f&uuml;r eine solche Hetzkampagne sollten die Autoren sich selbst beantworten. </p>
<p>Prof. Dr. Dagmar Schultz</p>
<p>P.S. Der Tagesspiegel  (13.04.1997) ver&ouml;ffentlichte May Ayims Gedicht „Abschied“ mit anschlie&szlig;endem Kommentar. Vielleicht k&ouml;nnen Sie Gedicht und Kommentar in der F.A.Z. abdrucken.</p>
<p>abschied</p>
<p>was sollen die letzten worte sein<br />
lebet wohl auf wiedersehen<br />
irgendwann irgendwo?<br />
was sollen die letzten taten sein<br />
ein letzter brief ein telefonat<br />
ein leises lied?<br />
was soll der letzte wunsch sein<br />
verzeiht mir<br />
verge&szlig;t mich nicht<br />
ich hab euch lieb?<br />
was soll der letzte gedanke sein<br />
danke?<br />
danke </p>
<p>Aus: May Ayim: Nachtgesang. Gedichte. Orlanda Frauenverlag, Berlin 1997</p>
<p>„Es gibt Gedichte, die keiner Interpretation bed&uuml;rfen, weil sie meinen, was sie sagen. Nichts steht zwischen den Zeilen, kein Bild birgt verborgene Bedeutungen; ein Sprachspiel findet nicht statt. Leben und Schreiben stimmten bei der afro-deutschen Autorin, Dozentin und Sprachtherapeutin May Ayim &uuml;berein, als sie 1996 in Berlin den Freitod w&auml;hlte. Authenzit&auml;t ist die erschreckende Qualit&auml;t dieser Verse, die – &auml;hnlich wie die von Ingeborg Bachmann oder Inge M&uuml;ller – das Ende inmitten eiens nicht lebbaren Alltags vorwegnehmen. Dieser Abschied ist schlicht wahr – und sonst gar nichts. Er verweist auf die Frau, die sich da verabschiedet hat, indem er zeigt, wie sie lebte, dachte und f&uuml;hlte. Zeit , sie kennenzulernen: eine Dunkelh&auml;utige unter uns Wei&szlig;en.“ dvt</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: 2.9. Pressekonferenz! &#8211; Diskussion um Ausstellung in &#8220;Werkstatt der Kulturen&#8221;: &#246;ffentliches Statement von der braune mob e.V. &#124; DER SCHWARZE BLOG</title>
		<link>http://blog.derbraunemob.info/blog-regeln/comment-page-1/#comment-2789</link>
		<dc:creator>2.9. Pressekonferenz! &#8211; Diskussion um Ausstellung in &#8220;Werkstatt der Kulturen&#8221;: &#246;ffentliches Statement von der braune mob e.V. &#124; DER SCHWARZE BLOG</dc:creator>
		<pubDate>Tue, 01 Sep 2009 13:48:21 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://blog.derbraunemob.info/?page_id=718#comment-2789</guid>
		<description>[...] Blog-Regeln [...]</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>[...] Blog-Regeln [...]</p>
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	</item>
	<item>
		<title>Von: unsere Blog-und Kommentar-Regeln &#124; DER SCHWARZE BLOG</title>
		<link>http://blog.derbraunemob.info/blog-regeln/comment-page-1/#comment-1072</link>
		<dc:creator>unsere Blog-und Kommentar-Regeln &#124; DER SCHWARZE BLOG</dc:creator>
		<pubDate>Mon, 05 Jan 2009 18:24:40 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://blog.derbraunemob.info/?page_id=718#comment-1072</guid>
		<description>[...] Blog-Regeln         Artikel als RSS &#124; Kommentare als RSS [...]</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>[...] Blog-Regeln         Artikel als RSS &#124; Kommentare als RSS [...]</p>
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	</item>
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