Gast-Leserbriefe sind willkommen!

“Sich ins 21. Jahrhundert zu begeben, wie soll das Nachteile haben?”

 Interview mit Noah Sow im Leitartikel des MIGAZIN.

Frage:Das Medienmagazin ZAPP der ARD zeigte vor einigen Wochen, wie Schwarze Deutsche Schauspieler_innen hauptsächlich für exotische, migrantische oder kriminelle Rollen in öffentlichen Fernsehserien gecastet werden. Ist der Umgang der Medien mit Ihnen ähnlich stereotyp und kolonialistisch geprägt?

Antwort und weiterlesen hier.

In der Sonderausgabe des aktuellen Newsletters des Migrationsrates Berlin-Brandenburg dreht sich alles um Perspektiven Schwarzer Menschen in Berlin

In der Sonderausgabe des aktuellen Newsletters des Migrationsrates Berlin-Brandenburg dreht sich alles um Perspektiven Schwarzer Menschen in Berlin.

Via MRBB:

SEITE 1 – 3: Anthony Baggette führt uns zu den Anfängen des BHMs

SEITE 3 – 5: Joshua Kwesi Aikins verdeutlicht die Notwendigkeit einer postkolonialen Erinnerungspolitik

SEITE 6 – 7: Natasha A. Kelly fordert einen Perspektivwechsel an den Universitäten „grenzenlos und unverschämt” von May Ayim

SEITE 8 – 9: Sharon Dodua Otoo stellt ihren Debut-Novelle vor; Philipp Khabo Köpsell setzt sich poetisch mit „blackfacing” auseinander

SEITE 10 – 11: Noah Sow schreibt über die Herausforderung selbstbestimmter Schwarzer Kultur

Ankündigung: Empowermentworkshop für Schwarze Menschen im MRBB

SEITE 12: MRBB: Termine, Informationen und neue Texte

Wir wünschen eine empowernde Lektüre!


Migrationsrat Berlin Brandenburg e.V.
Geschäftsstelle
Oranienstr. 34
10999 Berlin

 

Newsletter als PDF: hier lesen

Deutscher Werberat: historische Amnesie im Fall Schlosspark Theater / Hallervorden / Blackface

Dass der Werberat (ein Selbstkontrollorgan der Werbeindustrie) nicht eben mit Diversitykompetenz sowie den Fähigkeiten, Diskriminierung zu erkennen oder in einen historischen Kontext zu setzen, ausgestattet ist (noch mit der Kenntnis, wie Arbeit gegen Diskriminierung ohne herrschaftserhaltende Widersprüchlichkeiten getan werden kann), schwant so Manchen, die diesen Blog verfolgen, schon seit einiger Zeit.

Hier nun ein aktueller Fall, der unterstreicht, weshalb viele Organisationen, darunter wir, eine Entscheidungsfähigkeit dieses selbsternannten Gremiums nicht gegeben sehen und diese “Institution” (nun ja) deshalb nicht anerkennen.

Es geht um den aktuellen Aufreger der Blackface Poster und Aufführungen von „Ich bin Rappaport“ des Berliner Schlosspark Theaters.

 

Dazu, dass Dieter Hallervorden behauptet „In meiner Gedankenwelt ist absolut kein Platz für Rassismus“, hier ein Liedtext von ihm (Achtung, Hardcore).

 

Und präventiv:

NEIN, um zu verstehen, warum Blackface rassistisch ist, ist KEIN Rückgriff nach Amerika notwendig.

Warum Blackface selbstverständlich auch in Deutschland rassistische Tradition ist, ist unter Anderem zu lernen :

 

Und nun noch eine Empfehlung:

Die Facebook-Seite Schluß mit rassistischen “blackface” Aufführungen: http://www.facebook.com/SchlussMitBlackface (Danke an die Seite für Quellen und Links)

Kardinal Lehmann, Bischof von Mainz, promotet geschichtsrevisionistisches und kulturrassistisches Buch, in dem ein Rechtsradikaler zum bewaffneten Kampf aufruft

Zusendung von R. [name liegt vor, Red.]

An: kontakt@bistum-mainz.de, pressestelle@dbk.de

 

Sehr geehrter Herr Lehmann,

gleich in im Vorwort des Buches „Christenverfolgung in islamischen Ländern“ [http://books.google.de/books?id=jQnl5FyK7DYC&lpg=PP1&pg=PP1#v=onepage&q&f=false , nofollow link; die Red.] wird eine Gleichsetzung des Islams mit den NS-Verbrechen angedeutet und der Ruf nach „Befreiung“ des muslimischen Raumes wie 1945 auch Deutschland durch eine Supermacht und die „Umerziehung“ der Menschen dort erwünscht.

Der Vorwurf, der Islam sei per se Gewalttätig und versucht mit Gewalt und Terrorismus die Weltmacht zu erlangen zieht sich durch das gesamte Buch, wobei sämtliche rassistischen und islamophoben Klischees bedient werden. In Kapitel 8 dann kulturkonservative und kulturrassistische Handlungsempfehlungen. Read more

Nichts dazu gelernt – “Afrikanische Nacht” im Zoo Eberswalde – Ein Brief an die Vertreterin der Veranstalter

Alle Jahre wieder?

Nachdem wir bereits im letzten Jahr einen Beitrag zur unsäglichen Veranstaltung im Zoo Eberswalde veröffentlicht haben, ist dies aus gegebenem Anlass wieder nötig, da am 30. Juli 2011 erneut eine “Afrikanische Nacht” veranstaltet wird.

Hier ein Brief an die Sprecherin des veranstaltenden Vereins Freundeskreis Gesundheit für Ombili Berlin-Brandenburg e. V.:

“Sehr geehrte Frau Dr. von Versen,

ich begrüße es sehr, dass Sie sich für einen guten Zweck einsetzen und diesen mit Spenden unterstützen möchten.

Dies möchten Sie anscheinend unter anderem erreichen, indem Sie den Europäern und insbesondere den Eberswaldern die “afrikanische Live-Musik”, die “afrikanischen Speisen” und “afrikanische Frisuren und Schminken” näherbringen. Es wäre schön gewesen, wenn Sie Afrika nicht verallgemeinert und als ein Land mit der kulturellen Vielfalt und Größe z.B. Deutschlands dargestellt hätten. Wenn Sie ein bestimmtes Land bzw. einen bestimmten Ort darstellen möchten, würde es sich anbieten, diesen auch direkt zu benennen und nicht so zu tun, als würde Afrika aus 5 Menschen, die ihren Unterhalt mit dem Basteln von Körben und Trommeln verdienen, und ein paar wilden Tieren bestehen. Read more

zweiter offener Beschwerdebrief gegen rassistische Glosse in der taz vom 19.04.2011

via  Migrationsrat Berlin Brandenburg e. V.

ADEFRA e.V. – Schwarze deutsche Frauen und Schwarze Frauen in Deutschland
Afrika-Rat e.V.
Initiative Schwarze Menschen in Deutschland (ISD-Bund) e.V.
Migrationsrat Berlin Brandenburg e.V. (MRBB),
Türkischer Bund in Berlin-Brandenburg e.V. (TBB)
Bitte beachten Sie, dass jeglicher Schriftverkehr zu diesem Fall zu Zwecken der Dokumentation und
Aufklärung von uns für Veröffentlichungen genutzt werden kann.

Sehr geehrte Frau Pohl,
Sehr geehrter Herr Metzger,
Sehr geehrte Frau am Orde

die künstlerische Freiheit, die in der von Herrn Micheal Ringel befürworteten Glosse steckt, lässt sich treffend mit May Ayim beschreiben: „Alle worte in den mund nehmen / egal wo sie herkommen / und sie überall fallen lassen /ganz gleich wen es / trifft (künstlerische freiheit, May Ayim).
Herr Ringel muss sich daher die Frage gefallen lassen, wie das Anverwandeln inferiorer, triebhafter Darstellungen mit entsprechendem rassistischen, kolonial-besetzten Vokabular, die gegenteilige Wirkung der verwendeten Worte beim Leser erzeugen soll?
Rassistische, kolonial-besetzte Sprache regt rassistische Denkrichtungen und Grenzüberschreitungen an oder wie Karl Kraus es ausdrückt: „Die Sprache ist die Mutter, nicht die Magd des Gedankens.“
Die von Herrn Ringel verwendete sarrazinische Weißwaschungsformel „Der Text ist nicht rassistisch, weil er nicht so gemeint war“ ist genauso inakzeptabel wie die unter seiner Leitung erschienene Glosse. Die Autonomie, die er bei der taz genießt, sollte er nicht für rassistische Diffamierungen
missbrauchen. Ein von ihm öffentlich Vorgebrachtes Eingeständnis seines Fehlverhaltens ist angebracht, vor allem wenn er der Meinung ist, dass es gar nicht so gemeint war.
Der Verweis auf die Autonomie der Wahrheit Redaktion entbindet unserer Ansicht nach die Chefredaktion der taz nicht von der Verantwortung für die Denkrichtungen, die durch die taz angestoßen werden. Es zeugt von mangelnder Konsequenz einerseits rassistische, kolonial-besetzte
Sprachbilder für die taz abzulehnen und sie andererseits unwidersprochen zuzulassen. Read more

Frauenzeitschrift “Freundin”: PoC als Requisite.

Im Blog ‘maedchenmannschaft.net’ ist ein interessanter Artikel mit dem Titel Wer ist hier eigentlich wir?

Es geht dabei um den neuen Fall einer ‘Verwendung’ von PoC als Requisiten für eine weiße Modestrecke im „sommer special“ der Zeitschrift “Freundin”.

Dort finden sich koloniale und ausgrenzende Motive inform einer Modestrecke mit pseudo-Ethno-Schmuck, Schwarzen Frauen als Deko und dem geistreichen Text “Wir spielen Meerjungfrau und hüllen uns jetzt in lichthelle Outfits, geschmückt mit Ethno-Accessoires im Großformat. Fehlen nur noch ein unschuldiger Blick und Haare, mit denen der Wind spielt.”

“Ethno-Accessoires im Großformat”, ja nun… beim Betrachten der Bilder wird die Sichtweise überdeutlich.

Der Eintrag auf Mädchenmannschaft ist sehr lesenswert, auch und besonders die Links im Text des Artikels, die deutlich machen, dass diese Gepflogenheiten durchaus ihre Muster, Funktionen und Zusammenhänge haben.

Hessischer Rundfunk:
“Farbige sind als Sparringspartner üblich, weil sie z.T. bessere Boxer sind”

Neu: Der nervenstarke Zuschauer ließ sich nicht abwimmeln und sendete dem HR einen neuen Brief. (unten als pdf)

Einen Leserbrief von A. [Name der Red. bekannt] an den Hessischen Rundfunk, der unter anderem kritisiert, dass im Tatort „Weil sie böse sind“ vom 24. April 2011 Schwarze Menschen und PoC auf unreflektierte Art funktionalisiert würden, beantwortete der Hessische Rundfunk mit einer stilistisch erfrischenden Erklärung, koloniales Vokabular inklusive:

“Farbige sind als Sparringspartner üblich, weil sie z.T. bessere Boxer sind.”

Diese grandiose Demonstration ihres interkulturellen, soziologischen und ethnologischen Bildungsstandes krönt die HR-Redakteurin?Volontärin?Visagistin?geheime Co-Intendantin? (Wir konnten keinen Hinweis auf ihre Funktion finden) mit einer fundierten Analyse – ominöse Anführungszeichen inklusive!

“Ansonsten bin ich der Meinung, dass man sicher an vielen Stellen unseres Alltaglsebens “Rassismus” entdecken kann, in diesem Tatort sicher nicht.”

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Hier auszugsweise der Zuschauerbrief:

(Zur Antwort des HR vollständigen Eintrag öffnen und HIER klicken)
(Zur Übersetzung der HR-Antwort vollständigen Eintrag öffnen und HIER klicken)

Sehr geehrte Programmverantwortliche des Hessischen Rundfunks,

(…) Im Wesentlichen schreibe ich Ihnen aufgrund folgender Szene:
Beim Sparringsboxen sieht man „Mike Staupen“ (gespielt von Peter Davor) gemeinsam mit einem Schwar- zen trainieren. „Mike Staupen“ wird von den beiden Hauptkommissaren während des Trainings gestört und dreht sich – für jeden erkennbar – zu diesen um, ist also nicht mehr gedeckt und folgt dem Sparring auch nicht mehr. Read more

Liste der Mitunterzeichner_innen der Pressemitteilung „Erschießung anscheinend unproblematisch“

Update: wichtiger Termin: Frankfurt/Main, Sa. 18.6.2011: Demonstration und Kundgebung im Gedenken an Christy Schwundeck!

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25.5.2011:

Liste der Mituntertzeichner_innen unserer Pressemitteilung „Erschießung anscheinend unproblematisch“:

Sie wird regelmäßig aktualisiert. Es haben bereits über 100 Privatpersonen und Organisationen mitunterzeichnet.

Wenn Sie die Pressemitteilung ebenfalls mitunterzeichnen möchten, senden Sie uns bitte eine Mail an info @ derbraunemob.de mit dem Betreff ‘FfM-Mitunterzeichnen’ und Ihrem Namen in der Mail (nach Wunsch gern auch Ort, Beruf/Funktion in einer mitunterzeichnenen Organisation). Read more

Pressemitteilung: „Erschießung anscheinend unproblematisch“
– Rüge der Medienberichterstattung über Tod im Jobcenter Frankfurt

Update, wichtiger Termin!: Frankfurt/Main, Sa. 18.6.2011: Demonstration und Kundgebung im Gedenken an Christy Schwundeck!

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Neu vom 30.5.2011:

Der Name der in Frankfurt getöteten Frau ist nun bekannt.

Wir betrauern den Tod von Christy Schwundeck, geboren 1971 in Omorodion.
Sie hinterlässt ihre elfjährige Tochter, einen Ehemann, einen Bruder und viele weitere Freunde und Verwandte.

Die Community ruft auf, bei der Kranzniederlegung am 31.5.  dabeizusein! (alle Infos hier)

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@ http://www.edocommunity.com

 

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Die Kopie der Traueranzeige stammt von Edo Community of Nigeria, Germany e.V. ( edocommunity.com)

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NEU vom 29.5.2011:

– „Das Jobcenter ist Schuld an ihrem Tod!“
Artikel und Interview mit Ehemann und Bruder, Artikel vom 29.5. auf Primavera24.de

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Neu vom 25.5.2011: Liste der Mitunterzeichnenden (wird regelmäßig aktualisiert) HIER.

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24.5.2011:

Wir, die Media-Watch Organisation „der braune mob e.V.“, sind bestürzt über den Vorfall im Jobcenter Frankfurt am Main, die Erschießung einer Schwarzen Deutschen durch Polizeibeamte, die zynische empathiefreie Reaktion des Sprechers der Polizeigewerkschaft sowie tendenziöse Medienberichterstattung.

Am 19. Mai 2011 war in der deutschen Medienberichterstattung der Tod einer Frau, die von einer Polizistin in einer Außenstelle des RheinMain-Jobcenter in Frankfurt am Main erschossen worden ist, eines der beherrschenden Themen.

Wir möchten hiermit sowohl unsere Bestürzung über den Tod der Frau sowie unsere Empörung über die diesbezügliche -größtenteils einseitige und unreflektierte- Berichterstattung zum Ausdruck bringen. Maßstab für Demokratie ist bekanntlich der Umgang mit Minderheiten.

Die ausführliche Pressemitteilung ist hier zum download.

Auszüge: Read more