Gast-Leserbriefe sind willkommen!

PUMA: animalisch, magisch, Afrika. Und Usain Bolt ist besonders instinktgeleitet

UPDATE; NEU vom 16.6.:

Antwort von PUMA, die einen Bruch ihres Hauseigenen “Ethikkodex” damit rechtfertigen, dass dieser hauseigene “Ethikkodex” existiert (sic.)

gute Antwort auf die Mail von Puma

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14.6.2010:

“erweck deine wilde Seite…”, “Instinkt”, “Energie”, “Lebensfreude”, “farbenfrohe Welt Afrikas”… gepaart mit “Animalisch” und “Magie” – und dazu natürlich ausschließlich Schwarze als Models. Kein Klischee in kolonialer Tradition (in der sich stets weiß als “Intellekt” im Gegensatz zum “triebgesteuerten” Schwarz konstruiert) scheint dem PUMA Konzern fern zu sein, um sein neues Parfum “Animagical” zu bewerben.

Hier kann man den TV Spot sehen (wenn man sich vom ganzen Ausmaß des Stereotypenkaleidoskops selbst überzeugen möchte).

Auszug aus einem (vielkopierten) Pressetext:

Warum also versuchen, alles zu analysieren und zu hinterfragen? Ist es nicht viel schöner, sich einfach mitreißen zu lassen und den Moment zu genießen? Genau dieses Gefühl fängt PUMA in ANIMAGICAL ein.
Es kann nur einen geben, der als Botschafter für all das steht, was zum Ausdruck gebracht werden soll: Für den Willen und die Fähigkeit, Grenzen zu überwinden, wie PUMA es tut. Für die Verbindung von Energie und Instinkt. Und das ist USAIN BOLT. …
Für die Kreation der temperamentvollen Düfte und ultra-coolen Verpackungen ließ sich PUMA von der farbenfrohen Welt Afrikas inspirieren. Animalisch, magisch – absolut ANIMAGICAL.

Consumer-Feedback an PUMA von H.:

Sehr geehrte Damen und Herren,

mit großem Entsetzen habe ich Ihren Fernsehspot zum Duft „Animagical“ zur Kenntnis genommen. Allein der Name dieses Duftes und die Tatsache, dass in dem Spot nur Schwarzen Menschen zu sehen sind ist Rassismus pur! Sie setzen Schwarze Menschen mit „animalischer Magie“ gleich?! Zudem bedienen Sie sich zig Stereotypen wie z.B. Schwarze Menschen = toll tanzen, Schwarze Menschen = exotisch = erotisch, ,was ja durch ein mehr als fragwürdiges und merkwürdiges Entkleiden der Darsteller auch noch unterstrichen wird.

Traurig, traurig, dass Ihnen und Ihren Werbefachleuten da nichts Besseres eingefallen ist!

Mit freundlichen Grüßen…

H. [name der red. bekannt]

P.S.
Dieser Briefwechsel wird von mir öffentlich geführt. Mein Schreiben sowie Ihre Antwort werde ich zu Zwecken der Dokumentation und Aufklärung veröffentlichen.

Kontakt -mit uns im cc- : info-de@puma.com PUMA AG, 91074 Herzogenaurach, Phone:(49) 9132 81 0, Fax: (49) 9132 81 2246

“M-Dose”: Sarotti und Edeka finden Kolonialverharmlosung weiterhin “nostalgisch”

Zusendung von M:

Im Anhang ist ein Bild das ich [am] 29.4.10 mit meinem Handy in einem Berliner Edeka gemacht habe.
Ich bin nicht sicher ob alles genau zu erkennen ist aber euch wird die Marke Sarotti bestimmt schon bekannt sein. Meine Familie kauft schon seit einiger Zeit keine Produkte von dieser Marke, wegen des kolonialistischen Emblems. Als ich nun diese “Nostalgie – Box” sah wurde mir geradezu schlecht.
Nun war ich auch auf der Homepage der Sarotti AG und dort wird wiederholt vom Sarotti Mohr u.ä. gesprochen. Leider hatte ich nur Zeit das ganze kurz zu überfliegen, aber es reichte aus, festzustellen, dass nicht nur das Markenzeichen in der Kolonialzeit hängen geblieben ist.

Wer starke Nerven hat, klickt zum Vergrößern.

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Anm der Red.:

Sarotti sträubt sich schon seit Jahren dagegen, sich aus dem Kolonialzeitalter heraus zu begeben und eine Zeit gewaltsamer Unterdrückung endlich nicht mehr als “romantisch” abzufeiern. Read more

Xenophobe Parolen im Wahl-o-Mat, gefördert von der Bundeszentrale für politische Bildung

Achtung, hier geht es nicht um die strukturelle Frage, ob der Wahl-o-Mat alle zur Wahl zugelassenen Parteien abbilden soll oder nicht, sondern ob dort rassistische Hetze gespiegelt werden soll oder nicht. die red.

Zusendung Bürgerbrief von J.:

Empört bin ich darüber, dass Sie in Ihrem wahl-o-mat Programm der NPD ein Forum bieten. So steht zur These “Kulturprojekte von Menschen mit Zuwanderungsgeschichte fördern” folgendes Statement der Nationaldemokraten abgedruckt:

“Sogenannte Kulturprojekte von Menschen mit Zuwanderungsgeschichte sind das Fundament parallelgesellschaftlicher Strukturen. Damit werden durch Transferleistungen Zustände alimentiert und Personen privilegiert, die den Deutschen und Deutschland vorsätzlich schaden wollen.”

Abgesehen von der Tatsache, dass es “So genannte” heißt (Deutsche Sprache – Schwere Sprache), verstehe ich nicht wie Sie es ernsthaft verantworten können solche Parolen abzudrucken.
Das hat rein gar nichts mit Demokratie zu tun, spätestens wenn es um “Personen […] die den Deutschen und Deutschland vorsätzlich schaden wollen.” Wieso sind Sie (bpb und NPD) nicht so ehrlich und schreiben wenigstens etwas über die “nicht-arischen Parasiten, die dem Deutschen Volkstum schaden zufügen wollen”?

Eine echte Frechheit und ein Armutszeugnis für unsere Demokratie, dass sie mit ihren eigenen Methoden zur Demokratisierung (Wahl-O-Mat) antidemokratische Thesen verbreitet.

Ich verbleibe hochachtungsvoll.

Link: Wahl-o-Mat zur Landtagswahl NRW 2010

Kontakt:
info@wahl-o-mat.de
– Bundeszentrale für politische Bildung (Betreiberin): info@bpb.de

Stimme nutzen führt zum Erfolg!

Auf nur eine Leserzuschrift hin (die allerdings sehr gut begründet war) hat die Redaktion von Tagesschau.de heute die koloniale Bezeichnung “Farbiger” in einem Artikel durch die korrekte Bezeichnung “Schwarzer” ersetzt.

Feedback abgeben und Leserbriefe schreiben ist nicht “umsonst” (allerdings gratis machbar  : ) – von seriösen Redaktionen wird Feedback auch besprochen und berücksichtigt.

Prophylaktisch, da es sich um Südafrika handelt: kolonial konnotierte Bezeichnungen (auch Selbstbezeichnungen) haben in jedem Kulturkreis eine andere Bedeutung (siehe engl. “race”, “caucasian” etc.). Eine wörtliche Übersetzung wäre daher in jedem Fall fehlerhaft.

ARD: düsseldorfer Bobfahrer spricht tatsächlich deutsch, erinnert ansonsten an Jamaikaner

Zusendung von J.:

Sehr geehrte Damen und Herren!

Als begeisterter Sportfan bin ich demletzt auf einen Artikel der ARD über einen deutschen Bobfahrer gestoßen, dessen Vater aus Ghana und dessen Mutter aus Deutschland stammt.
Ich habe mit erstaunen festgestellt, dass die ARD ihn mit dem Film “Cool Runnings” verglich, einem Film über jamaikanische Bobfahrer die lernen Bob zu fahren (der Film ist sehr “lustig”,da die Jamaikaner anfangs natürlich völlig unbedarft im Umgang mit Kälte, Schnee und Eis sind..nun ja, es scheint Humor ist typsache). Read more

Initiative “Grüner Rassismus Nein Danke” ruft zu Protestaktion auf

Neu: Monika Lazar hatte zuerst abgewiegelt, danach aber angekündigt, das Thema nach der Wahl aufzuarbeiten. Bis heute ist dies nicht erfolgt.
Von der Initiative per Einschreiben versandte Briefe and Frau Lazar wurden von ihr nicht angenommen und an die Versender_innen zurückgeschickt.

Daher ergeht nun eine Aufforderung an die Leser_innen und Unterstützer_innen, sich aktiv zu positionieren und per Post/Mail/Fax ein Statement of Support (für die antirassistischen Initiativen) an Monika Lazar zu schicken. Vorlage-Statement zur Anregung hier: http://gruenerrassismus.blogspot.com/

Anm. der Red.: empfehlenswert!

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“Buschne..r” im ZDF-Talk: Revision nicht notwendig

ZDF-Redaktion teilt Persilschein für ideologische Unvoreingenommenheit rassistischer Talkgäste im ZDF-Nachtstudio aus.

Moderator reagiert, Redaktion stellt auf Durchzug.

Zusendung Zuschauerfeedback von A. [Name anonymisiert] am 20.10.09 an Zuschauerredaktion@zdf.de:

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Die Grünen: kein Ende der Ignoranz

Thomas Hornung, Mannheim, Pressereferent des finanzpolitischen Sprechers der Grünen im Bundestag Dr. Gerhard Schick, zu einer Schwarzen Studentin im Grünen Büro: “Äh, das Negerplakat”…”Na ja, man kann ja nicht immer political correct sein”

Thomas Hornung von den Grünen

Thomas Hornung von den Grünen

Der ganze unglaubliche Erfahrungsbericht:

“Man kann eben nicht immer political correct sein”

Am 16.09.2009 kamen eine Freundin und ich rein zufällig an einem Infostand der Grünen am Mannheimer Hauptbahnhof vorbei. Anlässlich des Besuchs von Jürgen Trittin in Mannheim stand dort allem Anschein nach eine Wahlkampfveranstaltung bevor, die in Kürze beginnen sollte. Schon seit Juli regte ich mich über das Wahlplakat der Grünen in NRW auf und wollte nun einfach mal jemanden darauf ansprechen. Für mich, als schwarze Deutsche, stand nun zur Debatte ob ich dieser Partei jemals wieder meine Stimme geben würde. Ich sprach einen Mann an, dieser bestätigte seine Mitgliedschaft bei den Grünen. Das Gespräch sollte sich ganz anders entwickeln als ich es erwartet hatte…

Hier das Wahlplakat: http://blog.derbraunemob.info/wp-content/uploads/2009/08/Gr%C3%BCne-Wahlplakat.jpg

Hier die Stellungnahme:
http://blacknrw.wordpress.com/2009/08/11/stellungnahme-der-kaarster-grunen-zum-plakat-%E2%80%9Ees-gibt-nur-einen-grund-schwarz-zu-wahlen%E2%80%9C/

Zunächst fragte ich den sehr freundlichen Mann, ob er denn über das Plakat informiert sei. Dieser zögerte, also beschrieb ich ihm das Plakat. Zunächst brach Thomas Hornung erstmal in Gelächter aus. Daraufhin erinnerte er sich an das Plakat, dass seiner Meinung nach schon “vor längerer Zeit” (August 2009!) zurückgezogen wurde. Völlig irritiert von der Tatsache, dass Thomas Hornung mein Anliegen anscheinend für amüsant hielt, bat ich ihn nun um eine eigene Stellungnahme:

“Ja, was soll ich denn da machen? Ich bin doch hier in Mannheim!” Soweit er wusste, waren es sowieso welche von den jungen Grünen gewesen (Wir erinnern uns an seinen Informationsstand!). Daraufhin sagte ich “Ja aber wir haben nun mal BUNDESTAGSWAHL und ich kann ihnen sagen, dass ich aus diesem Vorfall die Konsequenz ziehen werde und ihre Partei nicht mehr wiederwählen werde”. Ich erzählte ihm, dass sowohl meine Mutter als auch Freunde meiner Ansicht seien. Herr Hornung wirkte irgendwie verwirrt: ” Ja dann sagen sie ihrer Mutter sie solls lassen, sollse halt nicht zur Wahl gehen.” Er begann mir zu erklären, dass gerade ich “als Farbige” (hahaha), doch wissen sollte, dass es noch viel mehr Gründe gäbe die Grünen zu wählen und dass die anderen Parteien doch das größere Übel seien. Ich entgegnete, dass gerade die Tatsache, dass ich die Grünen zum großen Teil aufgrund ihrer toleranten Haltung unterstützte, für mich der entscheidende Punkt ist. “Na ja, man kann ja nicht immer political correct sein”, entgegnete er (nochmal:hahaha). Außerdem beschwerten sich seiner Meinung nach in anderen Fällen, Frauen darüber wenn sie ein Dekolleté sehen. Immer noch hatte ich das Gefühl, dass mich Herr Hornung überhaupt nicht ernst nahm. Trotzdem versuchte ich ihm zu erklären, dass diese rassistische Geste der Aussage “Gerade die Grünen stehen für eine Politik, die sich durch Toleranz, Weltoffenheit und Gleichberechtigung auszeichnet” (siehe Stellungnahme) entschieden widerspricht. “Ach, das hat doch nix mit Rassismus zu tun”.Ich warf ihm vor, er banalisiere die Fakten: “Doch”, entgegnete ich: “Wenn sich Schwarze, wie ich, davon degradiert fühlen, dann ist es einfach rassistisch”. Ein Kollege schien etwas von Herrn Hornung zu wollen und wie selbstverständlich, wandte er sich von mir ab. Da ich es nicht einsah darauf zu warten bis ich wieder an der Reihe war, ging ich.

Ein sehr enttäuschendes Gespräch. Ich hätte mir wenigstens ein bisschen Respekt erhofft, besonders angesichts der Tatsache, dass es sich um einen äußerst sensibles Thema handelt. Dies bedeutet für mich nicht, dass sich die Grünen nicht für eine tolerante Ausländerpolitik einsetzen, sondern eben nur nicht für Schwarze. Ich weiß nicht, inwieweit es dieser Partei überhaupt ein Anliegen ist Wähler zu gewinnen, da man auf einer solchen Veranstaltung daraufhin gewiesen wird dass es einem nun mal “egal” ist.

Mir ist es jetzt auch egal.

Da ich den Namen des Herrn nicht wusste, ging ich trotzdem am darauf folgenden Tag in das Büro der Grünen in der Mannheimer Neckarstadt. Dort traf ich Herrn Hornung wieder an. Er erzählte mir im Endeffekt wieder das Gleiche. Ich erzählte ihm, dass mich die unverschämte Art und Weise des Gespräches gestört hat. Als er sodann seinen Kollegen fragte ob dieser sich noch an das “Negerplakat” erinnere konnte ich nicht mehr tun als das Büro wütend zu verlassen, wieder ohne seinen Namen erfahren zu haben. Ich denke dies muss nicht weiter kommentiert werden.

Aisha Camara

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KONTAKT:

Thomas Hornung

hornung@mannheim-begruenen.de (mit uns im cc)

Der Mann, für den Hornung arbeitet:

http://www.gerhardschick.net/index.php?option=com_content&task=view&id=12&Itemid=72

Geschäftsstelle: Bündnis 90/Die Grünen Mannheim
Waldhofstr. 4
68169 Mannheim

Tel.: 0621 ” 22 92 0
Fax: 0621 ” 33 67 652

E-Mail: info@gruene-mannheim.de (mit uns im cc)

Presse

dirk.grunert@gruene-mannheim.de (mit uns im cc)dirk.grunert@gruene-mannheim.de oder per Telefon unter 0173/6245695 erreichen.

Quellen:

Foto: Das Grüne Büro in der Mannheimer Neckarstadt. Quelle: Bündnis 90/Die Grünen Mannheim. Pressefoto
Foto: Thomas Hornung. Bündnis 90/Die Grünen Mannheim. Pressefoto
Bericht: (c) Aisha Camara via der braune mob.

danke auch an BlackNRW; Artikel dazu HIER

Radio Fantasy Augsburg: öffentlicher Protest nach öffentlichen Rassismen

Neu vom 9.9.2009:

Antwortschreiben der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien: “rassistische und diskriminierende Tendenzen” erkennbar. (echt? Anm der Red.). Rassismus für Erwachsene wird aber als unbedenklich eingestuft. Schreiben hier zum Download.

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29. März 2009:

Der Augsburger Radiosender “Radio Fantasy” hat mehrere Schüsse des 20. und 21. Jahrhunderts offensichtlich nicht gehört. Rap wird dort schon mal als “Buschmusik” betitelt und Berichte über Michelle Obama mit Sprüchen wie ‘Black Mamba schlängelt sich ins Weiße Haus’ und ‘N…kuss mit Folgen’ versehen, so das Institut für interkulturelle Unternehmensberatung und Bildungsmanagement.
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Diskussion um Ausstellung in “Werkstatt der Kulturen”: öffentliches Statement von der braune mob e.V.

(für Kommentierende: FYI und immer zu beachten: die Blog-Regeln, s.o.)

Neu vom 4.9.:

Tagesspiegel-Artikel, geht auf Hintergründe ein und zitiert mob und ISD.

Neu vom 1.9.:

Presseinformation des Migrationsrates Berlin & Brandenburg zu der Ausstellung “Die Dritte Welt im Zweiten Weltkrieg”

Am Mittwoch, den 2.9.2009 findet in der Amadeu-Antonio-Stiftung eine Pressekonferenz zu vorgenanntem Thema statt.
Linienstr. 139, 10115 Berlin, Tel.: ++49 (0)30. 240 886 10

Auf dem Podium u.a. Anetta Kahane.

Neu vom 31.8.:
– ADEFRA – Schwarze Frauen in Deutschland unterstützt die Entscheidung der Geschäftsführerin der Werkstatt der Kulturen, Philippa Ebéné, die Ausstellung “Die Dritte Welt im Zweiten Weltkrieg” abzusagen.
Presseerklärung von ISD
Presseerklärung von der braune mob e.V.

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Philippa Ebéné, seit 2008 Leiterin der Neuköllner Werkstatt der Kulturen, hatte kurz vor der Eröffnung die Ausstellung “Die Dritte Welt im Zweiten Weltkrieg” abgesagt. In dieser Ausstellung sollten die Beiträge von Schwarzen Menschen und People of Color im Widerstandskampf gegen den Nationalsozialismus portraitiert werden.
Die Ausstellung wird nun an einem anderen Ort in Berlin gezeigt.

Einer der Gründe für Ebénés Absage war, dass diese Ausstellung entgegen ihrer ursprünglichen Konzeption nun auch Kollaborateure mit den Nazis portraitieren wolle.

“Es ist Zeit, dass eine (oder mehrere) Organisation(en) von People of Color eine Gedenkveranstaltung für ihre Opfer, sowie für Soldaten und HeldInnen des 2. Weltkrieges konzipiert.”, so Ebèné. Der durchführende Verein, AfricAvenir, “war darüber informiert, dass wir an einer Gedenkveranstaltung interessiert sind, eine klassische ‘gute-Eingeborene-schlechte-Eingeborene-Ausstellung’ (mit sämtlichen damit einhergehenden eurozentrischen und paternalistischen Konnotationen) jedoch ablehnen – das war Bedingung der Zusammenarbeit”.

“Zensur” nennt der Texter der Ausstellung, der Kölner Journalist Karl Rössel, nun Ebénés Entscheidung. In Medien wird nun vielfältig suggeriert, dass ihr an einer Verdeckung der Kollaborateure der Nazis liege, so beispielsweise im mit der Artikel-Überschrift “Kritik an Arabern unerwünscht”. Öffentliche Kommentare unterstellen ihr gar Antisemitismus als Motiv. Philippa Ebéné ist Empfängerin der “Toussaint Louverture Medaille” 2008, die ihr von der UNESCO für “besondere Beiträge im Kampf gegen Hegemonie, Rassismus und Intoleranz” verliehen wurde.

Der Berliner Integrationsbeauftragte Günter Piening verfügte nach einem Meeting mit den KonzeptionistInnen der Ausstellung in Ebénés Abwesenheit, dass im September eine Kopie der umstrittenen Ausstellung in der Werkstatt der Kulturen gezeigt werden solle.

Trägerin der Werkstatt der Kulturen ist der gemeinnützige Verein »Brauerei Wissmannstraße e.V.«. Gefördert wird sie durch den Migrationsbeauftragten des Senats von Berlin.

Hier die Pressemitteilung unserer Organisation, in der wir unsere Zustimmung zu Frau Ebénés Entscheidung deutlich machen und entschieden gegen das Vorgehen des Senats in dieser Sache Stellung nehmen.

Radio-Interview mit Philippa Ebéné: http://www.inforadio.de/programm/schema/sendungen/interview/200908/130605.html

Ebénés Kommentar zum Interview:

Leider sind Gebrauch und Verständnis von Ironie keine deutsche Sekundartugenden. Aber wie soll man der allgegenwärtigen Konstruktion der “Bedrohung des christlichen Abendlandes durch diverse Araber” -im Kleinen wie im Großen- denn sonst begegnen als mit Ironie? Für alle, die es nicht verstanden haben: natürlich brauchen auch weiße Menschen sich nicht von Arabern bedroht zu fühlen. Das scheint vielen nur entfallen zu sein, zumal in Zeiten des Kampfes gegen “islamistischen Terror”.

Taz Artikel “Streit um Ausstellung eskaliert”: http://www.taz.de/regional/berlin/aktuell/artikel/1/streit-um-ausstellung-eskaliert/

Kontakt: Günter Piening, “Integrationsbeauftragter”
Mail: (cc Werkstatt der Kulturen and der braune mob): integrationsbeauftragter@intmig.berlin.de

the case in English: http://blog.derbraunemob.info/2009/08/30/exhibition-at-werkstatt-der-kulturen-statement-call-for-support/