Radio-Interview des MRBB zu rassistischen Taz-Entgleisungen

1) Zu einem schwer rassistischen Taz Artikel vor zwei Wochen

2) … gab es Proteste

3) … und darauf hin die erwartet wirre Antwort der Taz; inhaltlich etwa “Sie haben Recht aber wir machen trotzdem so weiter”, “wir machen dasselbe wie die NPD, um besonders links zu sein”, “wir haben das Funktionsprinzip ‘Satire’ nicht verstanden”.

taz – Antwortbrief als pdf hier

– Auf Radio Corax gab der MRBB nun dazu ein Interview.  Das Interview kann hier gehört oder heruntergeladen werden.

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(Hintergrund /dazu auch:) Taz – auch 2010 schon unverbesserlich

 

Bevor white supremacy bei der Taz noch versehentlich von selbst verschwindet…

… musste man sich dort tunlichst anstrengen, dass das auf keinen Fall passieren kann. Schließlich wollte man den Sieg als rassistischste deutsche Mainstreampublikation 2010 für das Folgejahr nicht gefährdet sehen.

*** NEU vom 22.5.2011: Radio-Interview des MRBB zu dieser Angelegenheit ***

5.5.2011:

So veröffentlichte das Blatt wieder mal eine Glosse, die sich darin gefiel, mit Rassismus um sich zu werfen und somit wissentlich Menschen, die durch Rassismus diskriminiert werden, zu verhöhnen und verletzen – freilich ausschließlich zum Wohle der Menschheit. Der Tazredaktions-Menschheit halt.

Hier ein Beschwerdebrief des MRBB (Migrationsrat Berlin Brandenburg):

Migrationsrat Berlin Brandenburg e. V.
Oranienstr. 34
10999 Berlin
Tel.: +49(30) 616 587 55
info@mrbb.de www.mrbb.de

Offener Beschwerdebrief gegen rassistische Glosse in der taz vom 19.04.2011
Sehr geehrte Mitarbeiter_innen der taz,

mit diesem offenen Beschwerdebrief wollen wir zum Ausdruck bringen, dass wir die am 19.04.2011 in der Rubrik „Die Wahrheit“ erschienene rassistische Glosse „Die ganze Welt liebt den König von Swasiland“ für eine sich selbstkritische verstehende „Qualitätszeitung“ als untragbar erachten. Solche rassistischen und sexistischen Schmierereien überraschen nicht in nationalistischen, rechtsextremen Hetzblättern, im linken Spektrum der deutschen Presselandschaft sind sie jedoch ein Skandal.

Die gewählte Form der Satire kann dabei als ein Vorweggriff der gängigen weißen Abwehrstrategien („Ist doch nur Spaß“, „Das war doch gar nicht so gemeint“ oder „Das muss man doch noch sagen dürfen“) gelesen werden, delegitimiert sie doch die Kritik an der Verwendung von rassistischen Unwörtern wie „N-König“ oder „N-Hoheit“ mit dem Verweis auf ihren „Unernst“. Zwar darf die Satire laut Kurt Tucholsky bekanntlich „Alles!“, sie verliert dieses Anrecht jedoch, wenn sie anstatt kritisch herrschende Machtverhältnisse zu hinterfragen, diese vielmehr stabilisiert, indem sie rassistische und sexistische Stereotype reproduziert.

Eine kurze Suchanfrage auf taz.de ergibt für das rassistische, kolonial-besetzte N-Wort eine Trefferquote von 76 Artikeln.

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Bundestags-Enquête-Kommission: Frauen und MigrantInnen nicht sachverständig

via neue Medienmacher
[Hervorhebungen von uns]

Offener Brief des Fachverbands Gender Diversity an den Bundestagspräsidenten

Herrn Bundestagspräsident
Prof. Dr. Lammert
Frau Vorsitzende der Enquete-Kommission
Daniela Kolbe

Deutscher Bundestag
Platz der Republik 1
11011 Berlin

07.02.2011

Wachstum, Wohlstand, Lebensqualität – eine Enquéte-Kommission ohne den Sachverstand von Frauen und MigrantInnen?

Sehr geehrter Herr Bundestagspräsident Prof. Dr. Lammert,
sehr geehrte Frau Vorsitzende der Enquéte-Kommission Daniela Kolbe,

mit großem Interesse haben wir in der Presse verfolgt, dass die am 1.12.2010 vom Bundestag beschlossene Enquete-Kommission “Wachstum, Wohlstand, Lebensqualität – Wege zu nachhaltigem Wirtschaften und gesellschaftlichem Fortschritt in der Sozialen Marktwirtschaft” nun unter dem Vorsitz von Daniela Kolbe ihre Arbeit aufgenommen hat. Wir begrüßen das Vorhaben, das rein ökonomisch und quantitativ ausgerichtete Bruttoinlandsprodukt (BIP) als Messgröße weiterzuentwickeln und um ökologische, soziale und kulturelle Kriterien zu ergänzen.

Wir bedauern sehr, dass der Bundestag bei der Einberufung eines solchen Gremiums nicht die Integration von Genderkompetenz z.B. durch die Umsetzung der Forderungen des Bundesgremiengesetzes von 1994 beachtet hat, das eine paritätische Besetzung solcher Gremien mit Frauen und Männern verlangt oder die schriftliche Begründung, warum das nicht möglich sei.
Befremdlich ist darüber hinaus, das sich unter den derzeit berufenen 17 Sachverständigen nicht eine einzige Person befindet, die aufgrund ihrer Herkunft oder Forschungen die Kompetenz der über 20% Menschen mit Migrationshintergrund in Deutschland einbringen könnte. Read more

AStA der Uni Hamburg präsentiert sich in Imagefilm mit white supremacy

Neu vom 5.2.2011: Links zu Berichten und Videos von der Filmvorführung sind in den Kommentaren zu diesem Artikel zu finden.
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Quelle: Asta Hamburg

„Der Morgen dämmert über dem Hamburger Univiertel – seine Bewohner schlafen natürlich noch. Nur im prächtigen Kuppelsaal des historischen Hauptgebäudes regt sich was: farbenprächtig gewandete afrikanische Reinigungskräfte gehen gospelnd ihrer Arbeit nach – und wehren sich dabei routiniert gegen den Versuch einiger Kommilitonen, ihre Flyer auf der soeben gewischten Bestuhlung auszulegen.“

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Ehrhart Körting (SPD): Seltsam aussehende Menschen, die eine Fremdsprache sprechen, den Behörden melden!

Klick = Video des Zitats ansehen

„Wenn wir in der Nachbarschaft irgendetwas wahrnehmen, dass da plötzlich drei etwas seltsam aussehende Menschen eingezogen sind, die sich nie blicken lassen oder ähnlich, und die nur Arabisch oder eine Fremdsprache sprechen, die wir nicht verstehen, dann sollte man glaube ich schon mal gucken, dass man die Behörden unterrichtet, was da los ist.“ , so Berlins Innensenator Dr. Ehrhart Körting in der RBB-Abendschau am 17.11.2010

Nun heißt es aktiv werden! Wen melden Sie? Bitte verdächtige Gruppen in unseren Kommentaren posten! Read more

Fasching in Frankfurt am Main: allerunterste Schublade.

Nicht dass jemand fälschlicherweise auf die Idee käme, krasser öffentlicher Rassismus sei etwa besonders ein Problem Ostdeutschlands:

Hier ein Programm vom Faschingsverein “F.C.G. Die Kameruner 1922 e.V.” aus Frankfurt am Main.

NUR FÜR GANZ STARKE NERVEN.

Ebenso NUR FÜR GANZ STARKE NERVEN das Programm, das sie mit Kindern und Jugendlichen machen.

Quelle: http://www.die-kameruner.de

Ihr/Euer Feedback an:

info_at_die-kameruner.de , Vereinsverantwortliche und uns im cc

Laut Impressum: Read more

Blackface-Karneval “nicht rassistisch” da in Leipzig

NEU vom 17.1.2011: Stellungnahme von zahlreichen Initiativen, die sich in Deutschland für die Aufarbeitung der Rolle kolonialer Bilder insbesondere im Alltagsrassismus einsetzen. Darunter die Initiative Schwarze Menschen in Deutschland, AfricAvenir, sowie die postkolonialen Initiativen berlin postkolonial e.V., frankfurt-postkolonial, freiburg-postkolonial.de und KopfWelten – gegen Rassismus und Intoleranz e.V. / Köln Postkolonial, dem Leipziger Forum für kritische Rechtsextremismusforschung, das AfrikanistikForum am Institut für Afrikanistik der Uni Leipzig, und der Berlin-Leipziger Gruppe “Kolonialismus im Kasten?”.

Pdf hier zum Download.

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13.11.2010:

Eine besonders bizarre Form der Einforderung vermeintlichen Rechts auf rassistische Traditionen leistet sich derzeit der “akademische Faschingsverein” “Ba Hu Elferrat” an der HTWK Universität Leipzig.

Eine Karnevalsveranstaltung bewarb man dort mit Blackface Plakaten und Flyern, auf dem auf den Auftritt eines schwarz angemalten Weißen angekündigt war, der Roberto Blanco parodieren sollte (als könnte der das nicht selbst).

Dieses Bild ist nur für ganz starke Nerven.

Abgewehrt wird die Beschwerde mit den unreflektierten Klassikern Read more

RTL “Supertalent”: Quote mit lahmen Obama-“Schwarzfahrer”-Witzen

Auch noch Jahre nach seiner Wahl veranlasst die Tatsache, dass Barack Obama und seine Familie nicht über vollständige Pigmentschwäche verfügen, deutsche Medien zu rassistisch konnotierten “Witzen”, die selbstverständlich “gar nicht rassistisch gemeint” sind.

Zusendung von Herrn S. [Name der Red. bekannt] an RTL “Supertalent”

Sehr geehrte Damen und Herren,

In der Sendung vom 30.10.2010 trat bei Ihnen der Kandidat Tobias Bertigo auf. Während des etwa 2-minütigen Films, in welchem sie diesen Mann vorstellten, erzählte dieser von seinem “harten Durchgreifen gegenüber Schwarzfahrern”. Das von der Regie hier nachträglich ein Bild von Barack und Michelle Obama eingefügt wurde, empört mich zutiefst. Read more

SWR benötigt dringend Nachhilfe – Stichwort: “Vermeidung von Rassismen in der Entwicklungspolitischen Öffentlichkeitsarbeit”…

Der SWR hat diese Info-Broschüre offensichtlich dringend nötig.

Auf der Onlinepräsenz des öffentlich-rechtlichen Senders (!) heißt es unter dem Stichwort “Hunger” in guter pauschalisierender und paternalistischer Manier unter Anderem:

“Welche Mahlzeiten stehen einem Afrikaner zur Verfügung, der von Nahrungsmittelhilfe abhängig ist und standardisierte Tagesrationen erhält?”

Quelle: SWR Online

Die Seite steht in vielen Punkten in starkem Kontrast zu den oben erwähnten Checklisten, wie Rassismen in derartiger “Berichterstattung” (hier eher: random Rechenaufgabe) vermieden werden können. Wie man es richtig macht; auszugsweise: Read more

Sarrazin beim Internationalen Literaturfestival? – Chronologie und Updates

7.9.2010, Darmstadt:

Der Interkulturelle Rat Deutschland gibt eine Pressemitteilung heraus: “Nicht mehr Sarrazin ist das Problem, sondern rassistische Vorurteile in der Bevölkerung

Darin heißt es unter anderem:

” Edmund Stoiber hat damit in Bayern Wahlkämpfe gewonnen und Roland Koch in Hessen …

Die SPD… muss sich jetzt damit auseinandersetzen, dass viele ihrer Mitglieder dessen rassistische Positionen teilen.”

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1.9.2010: Berlin: Nach der Absage durch das Haus der Kulturen der Welt (HWK) hat auch das Internationale Literaturfestival die Lesung mit Thilo Sarrazin abgesagt.
MRBB.de:

(…)Festzuhalten sei, dass trotz Absage ein bitterer Nachgeschmack dessen, was Thilo Sarrazin mit seinen verbalen Äußerungen und mit seinem „Buch“ in Deutschland angerichtet habe, bleibt. (…)

“Mit dem rassistischen Flächenbrand haben wir nun alle im Alltag zu kämpfen. Besonders die Hetze gegen Muslime hat für eine Potenzierung bereits existierender Vorbehalte gesorgt. Inwiefern sich dies auch in Taten umwandeln wird, werden wir mit besonderer Aufmerksamkeit verfolgen. Wir rufen alle Menschen auf, rassistisch diskriminierende Vorfälle, die sie beobachten oder selbst erleben, zu melden. Diese müssen dokumentiert und öffentlich gemacht werden. Auf Bedarf und Wunsch sollten Betroffene an spezialisierte Beratungsstellen begleitet und vermittelt werden“ (…) Read more