12. 1. 2009 – Bielefeld – “Täglich grüßt das Murmeltier”
Workshop zu Rassismus in den Medien

Und wieder mal müssen wir uns mit plumpen rassistischen Klischees in der Tagespresse
auseinandersetzen … und schon wieder und schon wieder.

Das Vorkommen von rassistischen Vorurteilen, Wörtern und Klischees in
der deutschen Presse verwundert heutzutage wohl kaum noch.
Gerade deshalb bleibt es weiterhin anklagenswert!

1)

allgemeiner Input von Noah Sow zu den strukturellen Anzeichen dominanten Diskurses und Rassismus in den Medien.

2)

Bericht von Auseinandersetzungen mit dem Bielefelder Stadtmagazin “Ultimo”. Der wirklich unglaubliche Vorgang kann hier eingesehen werden: http://www.ibz-bielefeld.de/pages/aktuelles.html oder -ausführlich beschrieben- hier im Blog.

3)

gemeinsamer Workshop über konkrete Handlungsmöglichkeiten.

Es sollen an dem Tag Veränderungsmöglichkeiten erarbeitet werden. Dies wird umso erfolgreicher, je mehr kritische LeserInnen und Medienschaffende sich beteiligen.

Veranstalter: IBZ Bielefeld in Kooperation mit Antifa AG Uni Bielefeld

Montag 12. Januar 19 Uhr im IBZ
Internationales Begegnungszentrum Friedenshaus e.V.
Teutoburger Straße 106
33607 Bielefeld

SZ vs. das dumme Dummy-Magazin

(… via BLACKprint) nach einem Hinweis von KA:

Jonathan Fischer hat sich in der Süddeutschen Zeitung mit dem unsäglichen Dummy-Heft mit dem Titel “Schwarze” befasst. Hier ein kleiner Ausschnitt:

Offensichtlich meint Gehrs, gegen ein Monster namens political correctness ankämpfen zu müssen – ohne sich wirklich mit dem Thema auseinanderzusetzen. Oder zu reflektieren, wie eine solche Auseinandersetzung fruchtbar sein könnte – etwa auf inhaltlicher Ebene, anstatt mit einem mehr oder minder missverständlichen und beleidigenden Titel. Rassismus wirkt nicht weniger verletzend, wenn der Autor sich selbst für einen Linken hält. […]

Schlimmer noch: Kein roter Faden leitet jenseits der Hautpigmentierung – es wird mal von “Farbigen”, mal von “Mulatten” gesprochen – durch das Heft. So fragt man sich, was “die besten Fick-Soul-Nummern” mit schwarzer Kultur zu tun haben. Und warum es die vier Seiten über den Sarotti-Mohren versäumen, jenseits einer Firmengeschichte auch die implizite historische Entwicklung des Rassismus in Deutschland aufzugreifen.

Was Dummy dafür umso eindringlicher belegt: Dass die Vergötzung der Provokation per se zu einer Orientierungslosigkeit führen kann, die Mittel und Ziel nicht mehr unterscheidet. Dass es auch angeblich Linken bisweilen gut steht, die eigene Definitionsmacht zu hinterfragen. Und dass der Wunsch, privat oder gar in Massenauflage ein Wort wie “Neger” zu äußern – Chris Rock führt das vor – bestenfalls den Narzissmus des Autors entlarvt.

– Der ganze Artikel: HIER

– Archiv: wir berichteten damals, als die Redaktion allen Ernstes noch erwägte, das Heft “Neger” zu nennen.

Sehr witzig: A.T.U. (Auto-Teile-Unger) legt Blackface neu auf

 

<klick auf das Bild: A.T.U. Werbe-Video mit Blackface, Triggerwarnung>

 

Kaum zu glauben, dass diese Werbung dem 21. Jahrhundert entspringt. Im Spot “Urlaubs-Check statt Warndreieck” ergeht man sich ungehemmt in Weiß=Reinheit-Phantasien.
(siehe: http://de.wikipedia.org/wiki/Blackface)

Hier ist der Spot von ATU (auf TV-Spot klicken)

Hier unser Brief an ATU, zum download

Der Regisseur des Clips ist übrigens kein ganz unbekannter Mann:
Arne Feldhusen führte u.a. auch Regie bei “Stromberg” und “Ladykracher”.

Die Werbeagentur Heye & Partner, die sich diesen Geniestreich ausgedacht hat, ist übrigens ebenfalls so stolz auf den Clip, dass sie ihn gleich auf ihre Startseite gestellt haben.

Wer mit dieser Werbung nicht einverstanden ist, sollte dies auch kundtun, damit die Unternehmen nicht denken, sie handelten im Namen aller potentiellen KundInnen.

Verantwortliche bei der Werbeagentur Heye & Partner:
Markus Goetze: Geschäftsführer Beratung
Jan Okusluk: Creative Director
Martin Winter: Management Supervisor

Der Clip stammt von Heye / München
Linrupstraße 16
80335 München
Tel.: +49 89 665321900
Fax: +49 89 665321910
info@heye.de

Verantwortliche bei A.T.U Auto-Teile-Unger Handels GmbH & Co. KG sind:

Dr. Dietmar Geppert: Leiter Marketing und Direkt Sales
Hueseyin Dereli: Leiter Kommunikation
Ulla Kraus: Leiter Kommunikation
Ralf Schalkhaußer: Leiter Media

Tel.: +49 800 50 35 470
Fax: +49 961 ” 306 5929
Beschwerdemanagement@cc.atu.eu

Kontakt zum Regisseur:
Tel. +49-(0)40- 43 21 61 12
stertz@funke-stertz.de


Leserzusendung:

Sehr geehrte Damen und Herren,

in den letzten Zeiten bieten Sie eine besondere Werbung im Fernsehen an. Das einfache Motto könnte lauten “wer hat Angst vorm Schwarzen Mann?”. Ihre Werbung suggeriert Kindern bereits, Angst vorm schwarzen Mann zu haben. Eine ausführliche Stellungnahme zu dieser absolut untragbare Werbung will ich hier nicht abgeben. Fakt ist, sie ist widerlich, diskriminierend, geschmacklos und zeugt von einer Peipita-Denkweise in Ihrem Unternehmen.
Sich solche Klischees zu bedienen um das eigene Geschäft ankurbeln zu wollen, ist ein eindeutiges Zeichen einer menschenverachtenden Einstellung Ihrerseits.
Zeigen Sie Größe und entschuldigen Sie in aller Öffentlichkeit Gefühle anderer Menschen verletzt zu haben.
Ein Afrikaner
MfG
L.
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