Fußball: Endlich Konsequenzen für rassistische Beleidigungen

Es scheint sich langsam mal die nötige Ernsthaftigkeit einzustellen, wenn es um die rassistischen Beleidigungen von Spielern geht. Laut Spiegel Online wurde Weidenfeller für seine an Asamoah gerichteten Sprüche für drei Spiele gesperrt und muss “10.000 Strafe zahlen. Auch, wenn es – nicht unbedingt für jeden nachvollziehbare – Entlastungsgründe gab, die einen Punktabzug für seine Mannschaft verhinderten, ist das endlich mal ein deutliches Zeichen dafür, dass so ein menschenverachtender Dreck zumindest in der 1. Bundesliga nicht mehr weiter geduldet und ignoriert wird.

Es bleibt zu hoffen, dass demnächst auch gegen Fans bzw. deren Mannschaften eingeschritten wird, die rassistische und antisemitische Äußerungen für eine geeignete Unterstützung ihrer Teams halten.

Links mit Infos zu anderen unsportlichen Vorfällen:

via BLACKprint

Schräge Gleichstellungskampagne

Hamburger Homo-Kampagne

Dies ist das Motiv einer Kampagne für die Gleichstellung homosexueller Lebenspartnerschaften. Nun versteh ich nicht:

  • Warum ist auf dem Plakat ein Hetero-Paar (bzw. zwei Menschen unterschiedlichen Geschlechts)? Auf der zugehörigen Postkarte stehen alle Erklärungen auf der Rückseite, so dass man beim ersten Ansehen gar nicht versteht, dass das Motiv etwas mit Gleichstellung von homosexuellen Partnerschaften zu tun hat.
  • Warum ist davor ein Schwarzes Mädchen – und in dieser seltsamen Pose mit Finger im Mund?!
  • Welche Assoziationen sollen mit dem Zusammenspiel von 2 weißen “Eltern”, einem Schwarzen Kind und dem roten Wort “ABGELEHNT” hervorgerufen werden?

Wer hat ne Idee???

via BLACKprint

Werbung, die es richtig macht.

Heutzutage ist es leider noch immer nicht üblich, Menschen, die nicht weiß sind, in Deutschland als “normale Menschen” und selbstverständlichen Teil der Bürgerschaft zu begreifen und zu behandeln. Ganz im Gegenteil konstruieren ja sogar Bundesregierung und Medien Schwarze Menschen andauernd als “fremd” und sind in deutschen Film- und TV-Produktionen recht wenig Schwarze zu sehen, die normale Rollen spielen ohne dass diese “Schwarze” Funktion erfüllen.
Sogar wenn man sich die neue Kampagne der “Integrationsbeauftragten” ansieht, kann man den Eindruck erhalten, dass sich dort noch nicht herumgesprochen hat, dass Schwarze auch Deutsche bzw EuropäerInnen sein können – und dies in Deutschland zu einem sehr hohen Prozentsatz auch sind.

Hier ein paar Werbungen (und ein Artikel), die Hoffnung machen. Weiter so.

Sw

Quelle und Artikel: "FitForFun"
Quelle und Artikel: “FitForFun”

Quelle: American Express Deutschland
Quelle: American Express Deutschland

Quelle: Microsoft Deutschland
Quelle: Microsoft Deutschland

Quelle: Nintendo Deutschland
Quelle: Nintendo Deutschland

Quelle: Deutsche Post
Quelle: Deutsche Post

Tagesschau-Interview: “Bundespolitik verstärkt völkische Ideologie”

Im Tagesschau-Interview Rechtsextremismus: “Kommunen müssen tätig werden” spricht endlich mal jemand deutlich aus, dass Politik und Gesellschaft immer noch am überkommenen Völkischen Bild von “Deutschen” festhalten und damit Rassismusbekämpfung erheblich erschweren.

Auf Tagesschau.de heißt es:

“Die Kommunen müssen gegen den Rechtsextremismus endlich selbst tätig werden”, so der Experte Bernd Wagner im Interview mit tagesschau.de. Aber auch die Bundespolitik verstärke durch ihre Rhetorik bisweilen die völkische Ideologie. Außerdem kritisierte Wagner die Rolle der Medien.

Wagner: “Das große Problem in der demokratischen Politik ist, dass man mit Ethnisierungen – wie es im Soziologen-Deutsch heißt – arbeitet. Politische Fragen werden über den Begriff des Völkischen gezogen. Völker und “Rassen” und Kulturen werden in den Mittelpunkt gestellt. Das geht so nicht. Man muss sich besonders den sozialen Fragen rhetorisch anders nähren, denn sonst stößt das beim rechtsextremen Massenpublikum durchaus auf Freude. Denn es gibt einen erklecklichen Anteil dieser Leute in Deutschland.”

Das ganze Interview ist hier, auf www.tagesschau.de

Sw

“Mein Inneres interessiert mich nicht!”: überhebliche Interviewerinnen nerven die britische Schriftstellerin Zadie Smith

Aufreger-Zusendung von Andreas:

(…) also ich wollte (…) nur auf dieses Tsp.-Interview von Zadie Smith, die britische Schriftstellerin ist, aufmerksam machen, es ist grotesk zu sehen, wie ahnungslos und dabei noch selbstbewusst-nachhakend der Interviewer in die typischen Stereotypie-Fettnaepfe weisser Europaer stapft, es geht (fuer ihn) um die Frage, warum die Figuren ihres neuen Romans eingentlich schwarz seien, warum die Konfliktlinien nicht zwischen schwarz und weiss sondern zwischen schwarzen Unterschichts- und Mittelschichtsfamilien verlaufen, sie versteht natuerlich die Frage nicht: warum schwarz, das schwarze als Abweichung, Deviation der Norm, Schwarz als Symbol fuer Abweichung unter denen die Subjekte zu verschwinden scheinen:

“Mein Inneres interessiert mich nicht!”

Anmerkung der Red.: recht unverschämt ist auch schon die Wahl des Titels, der eine Aussage aus dem Zusammenhang reisst, und dadurch die Autorin ignorant erscheinen lässt. Den Behauptungen, dass es in Norwegen und Deutschland keine Schwarzen gebe, wird auch nicht widersprochen, was in diesem Kontext auffällig ist und auch so gewertet werden kann als sei dies eine Feststellung, auf die man Wert lege, und keine Wissenslücke (die man ganz einfach hätten schließen können).
Sw

Auch Kiez-Größen wehren sich gegen N-Worte

Spiegel Online:

Karl-Heinz “Kalle” Schwensen, früher einer der Großen auf dem Hamburger Kiez, mag seinen alten Spitznamen nicht mehr. Er lässt inzwischen manche Blogger und Medien abmahnen, die den alten Namen noch verwenden. Den Spitznamen, der auch im Song “Dein Herz schlägt schneller” der Hamburger Band “Fünf Sterne Deluxe” fällt, in deren Musikvideo Schwensen 1998 auftrat. Heute findet er, der Spitzname sei “rassistisch, diskriminierend, abwertend und daher ansehensmindernd”. Die Aktion traf nicht nur die “Taz”, die den Spitznamen aus ihrem Online-Archiv löschen musste, auch mehrere Blogger erhielten eine entsprechende Abmahnung und eine Kostennote über 899,40 Euro.

Übernommen von BLACKprint

Gast-Leserbrief: plakativ schwer rassistisches Vokabular im Goldmann Verlag

Offener Brief von P[Name anonymisiert], die über ein Buch der Autorin Margit Schreiner gestolpert ist. Der Titel des Buches lautet “Mein erster Neger” (anm der Blog-Red.: wird unsererseits nachfogend in N**** umgewandelt)

Sehr geehrte Damen und Herren, sehr geehrte Frau Schreiner!

Als ich über Ihr Buch mit dem Titel “Mein erster N****” stolperte war ich entsetzt.
Das Wort “N****” stellt eine Beleidigung aller Menschen mit schwarzer Hautfarbe dar. Es stammt aus der Kolonialzeit. Die Firma Dickmanns hat sich schon seit einigen Jahren dazu entschieden, die früher genannten N-Küsse in Dickmanns umzutaufen. Und vielen Menschen leuchtet auch ein, dass Sie dieses Unwort in jeglicher Variante aus ihrem Wortschatz zu streichen haben. Zu Margit Schreiner und dem Goldmann Verlag scheint das wohl noch nicht durchgedrungen zu sein. Hier wird der unsägliche Buchtitel auch noch passend dazu mit einem Cover versehen auf dem Schaumküsse abgebildet sind. Das ist ja wunderbar. Damit schlagen Sie dann gleich zwei Fliegen mit einer Klappe nicht wahr? Als erstes werden die Leser dazu aufgefordert ab sofort wieder “N-Kuss” zu sagen und als zweites können Sie dann wohl damit anfangen schwarze Menschen auch als N…. zu betiteln. Das Buch besteht aus mehreren Kurzgeschichten und die eine heisst dann so wie der Buchtitel. Wie oft in dieser Geschichte das N-Wort vorkommt hab ich irgendwann aufgegeben zu zählen. Auch wird in der Geschichte nicht einmal klar, dass es sich bei dem Wort um eine Beleidigung handelt. Es wird benutzt als sei es das Normalste von der Welt schwarze Menschen als N…. zu bezeichnen. Es lässt sich leider nicht vermeiden, dass sich bei mir der Gedanke einschleicht, hier würde es darauf angelegt werden, das N-Wort wieder Salonfähig zu machen.

(…)

Mit freundlichen Grüssen
P[Name anonymisiert]
P.S. Ich bitte Sie eine Kopie dieses Schreibens Ihrer Autorin zukommen zu lassen (…)

Anm. der Red: Für alle, die es wirklich nicht verstehen (wollen), liegt auf www.derbraunemob.de das Dokument “Warum nicht Neger?” zum download und Verteilen.