“Mein Inneres interessiert mich nicht!”: überhebliche Interviewerinnen nerven die britische Schriftstellerin Zadie Smith

Aufreger-Zusendung von Andreas:

(…) also ich wollte (…) nur auf dieses Tsp.-Interview von Zadie Smith, die britische Schriftstellerin ist, aufmerksam machen, es ist grotesk zu sehen, wie ahnungslos und dabei noch selbstbewusst-nachhakend der Interviewer in die typischen Stereotypie-Fettnaepfe weisser Europaer stapft, es geht (fuer ihn) um die Frage, warum die Figuren ihres neuen Romans eingentlich schwarz seien, warum die Konfliktlinien nicht zwischen schwarz und weiss sondern zwischen schwarzen Unterschichts- und Mittelschichtsfamilien verlaufen, sie versteht natuerlich die Frage nicht: warum schwarz, das schwarze als Abweichung, Deviation der Norm, Schwarz als Symbol fuer Abweichung unter denen die Subjekte zu verschwinden scheinen:

“Mein Inneres interessiert mich nicht!”

Anmerkung der Red.: recht unverschämt ist auch schon die Wahl des Titels, der eine Aussage aus dem Zusammenhang reisst, und dadurch die Autorin ignorant erscheinen lässt. Den Behauptungen, dass es in Norwegen und Deutschland keine Schwarzen gebe, wird auch nicht widersprochen, was in diesem Kontext auffällig ist und auch so gewertet werden kann als sei dies eine Feststellung, auf die man Wert lege, und keine Wissenslücke (die man ganz einfach hätten schließen können).
Sw

Auch Kiez-Größen wehren sich gegen N-Worte

Spiegel Online:

Karl-Heinz “Kalle” Schwensen, früher einer der Großen auf dem Hamburger Kiez, mag seinen alten Spitznamen nicht mehr. Er lässt inzwischen manche Blogger und Medien abmahnen, die den alten Namen noch verwenden. Den Spitznamen, der auch im Song “Dein Herz schlägt schneller” der Hamburger Band “Fünf Sterne Deluxe” fällt, in deren Musikvideo Schwensen 1998 auftrat. Heute findet er, der Spitzname sei “rassistisch, diskriminierend, abwertend und daher ansehensmindernd”. Die Aktion traf nicht nur die “Taz”, die den Spitznamen aus ihrem Online-Archiv löschen musste, auch mehrere Blogger erhielten eine entsprechende Abmahnung und eine Kostennote über 899,40 Euro.

Übernommen von BLACKprint

Gast-Leserbrief: plakativ schwer rassistisches Vokabular im Goldmann Verlag

Offener Brief von P[Name anonymisiert], die über ein Buch der Autorin Margit Schreiner gestolpert ist. Der Titel des Buches lautet “Mein erster Neger” (anm der Blog-Red.: wird unsererseits nachfogend in N**** umgewandelt)

Sehr geehrte Damen und Herren, sehr geehrte Frau Schreiner!

Als ich über Ihr Buch mit dem Titel “Mein erster N****” stolperte war ich entsetzt.
Das Wort “N****” stellt eine Beleidigung aller Menschen mit schwarzer Hautfarbe dar. Es stammt aus der Kolonialzeit. Die Firma Dickmanns hat sich schon seit einigen Jahren dazu entschieden, die früher genannten N-Küsse in Dickmanns umzutaufen. Und vielen Menschen leuchtet auch ein, dass Sie dieses Unwort in jeglicher Variante aus ihrem Wortschatz zu streichen haben. Zu Margit Schreiner und dem Goldmann Verlag scheint das wohl noch nicht durchgedrungen zu sein. Hier wird der unsägliche Buchtitel auch noch passend dazu mit einem Cover versehen auf dem Schaumküsse abgebildet sind. Das ist ja wunderbar. Damit schlagen Sie dann gleich zwei Fliegen mit einer Klappe nicht wahr? Als erstes werden die Leser dazu aufgefordert ab sofort wieder “N-Kuss” zu sagen und als zweites können Sie dann wohl damit anfangen schwarze Menschen auch als N…. zu betiteln. Das Buch besteht aus mehreren Kurzgeschichten und die eine heisst dann so wie der Buchtitel. Wie oft in dieser Geschichte das N-Wort vorkommt hab ich irgendwann aufgegeben zu zählen. Auch wird in der Geschichte nicht einmal klar, dass es sich bei dem Wort um eine Beleidigung handelt. Es wird benutzt als sei es das Normalste von der Welt schwarze Menschen als N…. zu bezeichnen. Es lässt sich leider nicht vermeiden, dass sich bei mir der Gedanke einschleicht, hier würde es darauf angelegt werden, das N-Wort wieder Salonfähig zu machen.

(…)

Mit freundlichen Grüssen
P[Name anonymisiert]
P.S. Ich bitte Sie eine Kopie dieses Schreibens Ihrer Autorin zukommen zu lassen (…)

Anm. der Red: Für alle, die es wirklich nicht verstehen (wollen), liegt auf www.derbraunemob.de das Dokument “Warum nicht Neger?” zum download und Verteilen.

Gast-Leserbrief: SPIEGEL ONLINE knapp daneben

Offener Leserbrief von Petra Dibba anläßlich des Artikels “Ich darf ihn noch nicht mal Mörder nennen” http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,491147,00.html auf ‘Spiegel Online’:

Sehr geehrte Damen und Herren,

Natürlich ist es sinnvoll, wie Sie es in diesem Artikel tun, aufzuzeigen, daß auch Deutsche, nicht etwa nur Ausländer, Opfer rechter Schläger und Mörder werden können.

Trotzdem hätte ich mir mehr Aufmerksamkeit für die Traumatisierung der ausländischen Opfer gewünscht. Sie bleiben in Ihrem Artikel Un-Personen. Afrikaner; ohne Namen. Lohnt es sich nicht einmal, die Opfer beim Namen zu nennen, wenn man ihr Leiden schon, anders als das der deutschen Opfer, der näheren Beschäftigung nicht für würdig befindet?

Ethnozentrismen dieser Art unterlaufen dem Spiegel in letzter Zeit häufig. Auf Ihre in manchen Teilen schockierend rassistische und kolonialistische Serie ‘Afrika – Der Fluch des Paradieses’ will ich hier nicht weiter eingehen; dazu erübrigt sich m.E. jeder Kommentar.

Der aktuelle Spiegel 29/2007 transportiert ebenfalls eine in dieser Hinsicht seltsame Sichtweise. Im Artikel ‘Wie Olivenöl und Wasser’ berichten Sie über die Ermordung des deutschen Übersetzers Tilman Geske in Malatya/Türkei und versteigen sich dabei zu der Äußerung: “Zu Tilman Geskes Begräbnis…erschienen über 100 Trauergäste. Kein Regierungsvertreter aus Ankara war darunter, auch nicht der Bürgermeister von Malatya”.

Dazu ist sicherlich die Frage erlaubt, wie viele Berliner Regierungsvertreter denn nach Ihrer Kenntnis üblicherweise zu den Begräbnissen der von Rechtsradikalen ermordeten Ausländer in Deutschland erscheinen.

Mit freundlichen Grüßen,
Petra Dibba

UNICEF: Werbung durch Herabwürdigung – Protestkampagne zum Mitmachen

Bitte auch Extra-Seiten dazu (rechts) und die englische Version zum weiterleiten beachten.

Gegen besseres Wissen haben sich UNICEF Deutschland und die Werbeagentur Jung von Matt dazu entschlossen, folgende Assoziationen, die in ihren Köpfen anscheinend stattfinden, öffentlich zur Schau zu tragen:

“Schwarze Menschen = Dreck = Afrikaner = ungebildet.”

© UNICEF
Quelle:Unicef

Wir bitten alle Menschen, die damit nicht einverstanden sind, ihre Erfahrungen und Erklärungen an Unicef und die verantwortliche Werbeagentur zu schicken!

Bitte schreiben Sie Ihre zivilisierenden Gedanken an publicrelations@unicef.de und info@jvm.de mit einer Kopie an info@derbraunemob.de.

Es empfiehlt sich für jeden Leserbrief und jedes Beschwerdeschreiben der Zusatz “Bitte beachten Sie, dass dieser Briefwechsel von uns öffentlich geführt wird, und wir dieses Anschreiben wie auch Ihre eventuelle Antwort zu Zwecken der Dokumentation und Aufklärung veröffentlichen.”! So wird das Briefgeheimnis nicht verletzt und die Antwort kann verbreitet und veröffentlicht (und von Dritten kommentiert) werden.

Kosmetikkonzern L’Oréal wegen Rassismus verurteilt

interessanter Artikel, gefunden bei

  • http://jetzt.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/389977
  • Vorsorglich weisen wir darauf hin, dass “Farbige” keine diskriminierungsfreie Bezeichnung für Menschen ist und in seriösem Journalismus keinen Platz hat, unter anderem weil das Schwarz-sein keines Euphemismus’ bedarf – ebensowenig wie Weiß-sein, bei dem die Konstruktion unterschiedlicher Schattierungen und “Abstufungen” ja auch nicht erfolgt.

    (weiteres siehe: www.derbraunemob.de oben in der Sektion “Fragen”).

    Sw