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Güclü Yamans Film über die unmenschliche deutsche Abschiebepraxis und den Tod von Aamir Ageeb

ist nun veröffentlicht und auf internationalen Festivals erfolgreich (wir berichteten im Januar 2010 über das Vorhaben).
„Reise ohne Rückkehr – Endstation Frankfurt Flughafen“
läuft u.a. auf dem 11. türkischen Filmfestival in Frankfurt/M: www.turkfilmfestival.de.

  • Umfangreiche Soli-Seite mit Infos zum ‘Fall’ Aamir Ageeb und Widerstand: www.aamirageeb.de

Infopapier “Was Sie schon immer über ‘Zig…er’ wissen wollten”

In unserem “download”-Angebot befindet sich jetzt auch das Infopapier und Flugblatt “Was Sie schon immer über ‘Zig…er’ wissen wollten”.

Herausgegeben wurde es vom Zentralrat Deutscher Sinti und Roma, dem Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma, dem Interkulturellen Rat in Deutschland und PRO ASYL.

Auszüge:

“In Deutschland und Europa nehmen diskriminierende und rassistische Einstellungen gegenüber sozial benachteiligten Gruppen zu. Auch Sinti und Roma geraten mehr und mehr in den Fokus rassistischer Ausgrenzung.”

“Die Bundesrepublik Deutschland sollte sich vor dem Hintergrund der Geschichte über die besondere Verantwortung gegenüber Sinti und Roma bewusst sein und sich hierzu bekennen, so wie sie es gegenüber der jüdischen Minderheit seit Jahrzehnten tut.”

 

Aus dem Inhalt:

  • – Was Sie tun können
  • – Was ist der Unterschied zwischen Sinti und Roma?
  • – Sinti und Roma in Deutschland
  • – Sollte man heute noch »Zi….er« sagen?
  • – Aktuelle Situation

Download des Infopapiers HIER.

Thomas de Maizière ist Abschiebeminister 2010.

Am 18.11.2010 kürten Jugendliche im Rahmen eines Gala-Abends im Polittbüro den Bundesinnenminister zum inhumansten Innenminister des Jahres. Den Negativpreis „Abschiebeminister 2010“ erhält de Maizière für seine Politik der Abschiebungen nach Griechenland. Mit 98 Stimmen setzte sich de Maizière deutlich gegen den Innenminister von Niedersachsen Uwe Schünemann (58 Stimmen) und den bayrischen Innenminister Joachim Hermann (42 Stimmen) durch.

Jetzt verbot der Europäische Menschengerichtshof erstmals Griechenland-Abschiebungen – auch das Bundesverfassungsgericht stoppte in Eilrechtsschutzverfahren mehrere Abschiebungen und prüft die generelle Rechtmäßigkeit. Während die Landesinnenminister daraufhin Abschiebestopps erließen nutzt de Maizière die Bundespolizei um Abschiebungen durchzuführen. „Viele Flüchtlinge haben keinen Anwalt daher können sie sich nicht gegen die Abschiebungen wehren – obwohl jede Abschiebung durch eine Klage gestoppt werden könnte“, erklärt Newroz Duman von Jugendliche Ohne Grenzen.

Ganzer Artikel der großartigen Selbstorganisation “Jugendliche ohne Grenzen”, sehr lesenswert: http://2010.jogspace.net/2010/11/18/thomas-de-maiziere-ist-abschiebeminister-2010/

Bilder von der Preisübergabe: Read more

Hamburg, 18.11.2010 zur Innenministerkonferenz: Gala-Abend von “Jugendliche ohne Grenzen” mit Abschiebeministerwahl!

Via Pressemitteilung von “Jugendliche ohne Grenzen” vom 12.11.2010

Gala-Abend: Abschiebeministerwahl und Initiativenpreis 2010 sowie GRIPS-Theater im Polittbüro Hamburg

Am 18.11.2010 küren Jugendliche den schlimmsten Innenminister. Noah Sow (Publizistin und Musikerin), Eric Abubakari (Anwalt und Menschenrechtsaktivist) und Alain Morel (Schauspieler) zeichnen vorbildliche Initiativen gegen Abschiebungen aus und „SOS for Human Rights“ (GRIPS Theater Berlin) feiert Hamburg Premiere. Read more

Unzumutbare Zustände: OFFENER BRIEF der Flüchtlinge aus Remscheid gegen Sammelunterkünfte

Gesamter Brief als pdf (mit Unterschriftenliste!) HIER.

Auszüge:

Die Sozialarbeiter der BAF sind an ein oder zwei Tagen in der Woche in den Heimen. Wir wissen nicht genau, was ihre Aufgabe ist.
[..] einer der Sozialarbeiter des BAFs, behauptete im Februar letzten Jahres, dass jeder von den Sozialarbeitern der BAF 100 Klienten habe. Sie fühlen sich von gesundheitlichen Problemen über Schulden bis hin zur Antragsstellung, für sämtliche Sorgen der Asylbewerber zuständig [ebd.]. Als er dies sagte, bekamen wir keine Krankenscheine. Oft mussten wir Schmerzen erleiden und waren auf Hilfe angewiesen, aber von den Sozialarbeitern hörten wir immer wieder dasselbe: „Wartet!“ Ein Freund starb sogar. Er erhielt keine Hilfe. Read more

Weitere Abschiebungen der Liebl-Familie aus kolonialrassistischen Gründen geplant!

NEUE Entwicklung vom 29.4.2010: Proteste erfolgreich, Abschiebung gestoppt!

via ber-ev.de:

… mit Hilfe des gemeinsamen Engagements aus Zivilgesellschaft, Politik und Medien ist es einerseits gelungen, die Abschiebung von Ginette und Gergi Liebl zu verhindern sowie andererseits den Berliner Senat zu bewegen, die Zuständigkeit für die Erteilung einer Aufenthaltsgenehmigung von Bayern zu übernehmen:

http://www.taz.de/1/politik/deutschland/artikel/1/die-liebls-duerfen-bleiben/

Wir appellieren an den Berliner Senat, sich darüber hinaus für die Rückkehrmöglichkeit des abgeschobenen Vaters der Familie, Gerson Liebl, (bspw. im Rahmen einer Familienzusammenführung) einzusetzen und seinen Einfluss dahingehend geltend zu machen, dass jegliche Bezüge auch juristischer Art zur kolonial-rassistischen Gesetzgebung bzw. zur damaligen Umsetzungspraxis dauerhaft ausgeschlossen werden. Auch an die Bundesregierung richten wir hiermit die Forderung, endlich die historische Verantwortung für den deutschen Kolonialismus und seine Folgen zu übernehmen, den gesetzgeberischen Handlungsbedarf zu erkennen und entsprechend aktiv zu werden.

Wir bedanken uns für die breite Unterstützung des Offenen Briefs (Liste der Unterstützer/innen: www.ber-ev.de/?Aktuelles/liebl).

*
Meldung vom 27.4.:

via ber-ev.de
Anm: der braune mob e.V. unterstützt den Brief ausdrücklich. Hervorhebungen von uns.


Offener Brief an den Berliner Senat und die Abgeordnetenhausfraktionen

Sehr geehrte Senatorinnen und Senatoren, sehr geehrte Mitglieder der Abgeordnetenhausfraktionen,

angesichts der geplanten Abschiebung von Ginette Liebl und ihrem in Deutschland geborenen zehnjährigen Sohn Gergi Liebl nach Togo appellieren wir an die Berliner Landesregierung, alle nötigen Schritte zu unternehmen, um der ungerechtfertigten und inhumanen Zwangsausweisung entgegenzutreten und ihnen das Aufenthaltsrecht in Berlin zu gewähren.

Wir unterstützen hiermit ausdrücklich den Brief des Bürgermeisters von Friedrichshain-Kreuzberg an den Innensenator von Berlin sowie die Petition der Schule, die Gergi seit mehr als einem Jahr besucht und verweisen auf die dort angeführten humanitären Gründe, welche die Ausweisung verbieten.

18 Jahre hat der Anfang des vergangenen Jahres nach Togo abgeschobene Ehemann und Vater Gerson Liebl hier in Deutschland um die Anerkennung seiner deutschen Staatsbürgerschaft gekämpft. Sein Großvater Friedrich Karl Georg Liebl, kaiserlicher Regierungsarzt in der deutschen Kolonie Togo, heiratete 1908 die Togoerin Kokoé Edith Ajavon. Die Ehe wurde förmlich nach togoischem Recht geschlossen, da zu dieser Zeit eine so genannte Rassenmischehe nach deutschem Recht nicht mehr eingegangen werden konnte. Das berüchtigte “Mischehenverbot” sollte verhindern, dass Kinder aus Verbindungen von Weißen und Schwarzen deutsche Staatsbürgerschaftsrechte erwerben und damit das kolonial-rassistische Machtgefüge in Fage stellen würden.

Um eben diese Rechte als deutscher Staatsbürger, welche die Bundesregierung weißen Aus- und Umsiedlern mit “deutscher Abstammung” anstandslos gewährt hat, bemühte sich Gerson Liebl viele Jahre lang vergeblich. Jetzt sollen auch seine Frau und der in Deutschland aufgewachsene Sohn Gergi Liebl nach Togo abgeschoben werden.

Wir fordern die Bundesregierung nachdrücklich auf, gegen diese Diskriminierung vorzugehen und sich nicht länger auf eine rassistische Kolonialpolitik und -gesetzgebung zu berufen, die den deutschen Kolonialisten auch das Recht auf Züchtigung ihrer schwarzen Angestellten mit der Nilpferdpeitsche zugestand. Read more

“Reise ohne Rückkehr” – Film über den Tod von Aamir Ageeb

update & Korrektur vom 21.1.10:

Als Aamir Ageeb, ein sudanesischer Flüchtling, der seit 1994 in Deutschland lebte, am 9. April 1999 den Diebstahl seiner Jacke bei der Polizei in Karlsruhe meldete, wurde er auf dem Revier festgenommen und auf dem Lufthansaflug seiner Abschiebung von drei deutschen BGS-Beamten getötet.
Das Gericht bewertete die Tötung Ageebs durch drei Beamte als ‘minder schweren’ Fall.

Der frankfurter Regisseur Güclü Yaman veröffentlicht in Kürze einen Kurzfilm namens “Reise ohne Rückkehr – Endstation Frankfurter Flughafen” , der die Geschehnisse um den Tod von Aamir Ageeb dokumentarisch nachzeichnet.

Regie: Güclü Yaman.
Mit Aljoscha Zinflo, Yüksel Yolcu, Christian Kahrmann, uva.

Filmseite mit Trailer und allen Infos: journeyofnoreturn.com

Umfangreiche Soli-Seite mit Infos zum ‘Fall’ Aamir Ageeb und Widerstand: www.aamirageeb.de

»The Voice«-Sprecher Osaren Igbinoba über die Zusammenarbeit mit deutschen antirassistischen Gruppen

Die Zusammenarbeit zwischen deutschen antirassistischen Gruppen und selbstorganisierten Flüchtlingen in Deutschland war in den letzten Jahren durch eine Reihe von Rückschlägen geprägt. Trotz einiger guter gemeinsamer Kampagnen ” insbesondere die Anti-Abschiebungskampagne »Deportation Class« ” fällt die Gesamtbilanz negativ aus. Die Ursachen sind mannigfaltig und wurzeln tief. Während der Grenzcamps etwa organisierte die antirassistische Bewegung Proteste vor Flüchtlingslagern, ohne sich intensiv um Kontakte zu den Menschen zu bemühen, die darin zu leben gezwungen sind. Erst als die Flüchtlinge anfingen, diesen Umstand zu kritisieren, begann sich etwas zu ändern.

weiterlesen hier: http://thecaravan.org/node/2115 oder hier per pdf

13. August 2009, Magdeburg: Oury Jalloh – Demo vor dem Innen- und Justizministerium

via http://thevoiceforum.org

Demo gegen rassistische Polizeigewalt und für die Unterstützung einer Internationalen Unabhängigen Kommission zur Aufdeckung des rassistischen Mordes von Oury Jalloh und staatlicher Gewalt vor dem Innen- und Justizministerium.

BREAK THE SILENCE
Donnerstag, den 13. August 2009:
15.00 UHR HAUPTBAHNHOF MAGDEBURG

Hintergrund:

Am 7. Januar 2005 verbrannte Oury Jalloh, ein Flüchtling aus Sierra Leone, qualvoll in einer Polizeizelle in Dessau, Sachsen- Anhalt.

Weiterlesen: HIER