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WEIRD people = default? Psychologische Studien mit Scheuklappen.

Drei Professoren der University of British Columbia beschäftigen sich derzeit mit der Tatsache (und den Folgen davon), dass die überwiegende Mehrzahl der Forschung in Verhaltenswissenschaften an einer verschwindend kleinen kulturellen Minderheit vollzogen wird (wodurch eine universelle Anwendbarkeit der Ergebnisse womöglich nicht gegeben ist, die Red.). Diese überproportional oft observierte Gruppe wird in der Forschung mit dem malerischen Acronym ‘WEIRD‘ versehen (kurz für Western, Educated, Industrialized, Rich and Democratic).

In einem Artikel heißt es unter anderem: Read more

Die Farbe der Klischees – deutsches Casting

Uns erreichen regelmäßig Anfragen von Castingbüros, die eine Schwarze Person für eine Filmproduktion suchen (sich dabei aber seltsamer ausdrücken).

Einer Beschreibung der Schattierung der Hautoberfläche der gesuchten Person kommt dabei regelmäßig wesentlich mehr Sorgfalt zu als etwa einer Ausführung, was außer Klischees in den betreffenden Filmprojekten dargestellt werden soll, ob und wie Drehbuch und Umsetzung auf Stereotype und Exotisierung der PoC DarstellerInnen/-Rollen verzichten wollen, und wie Produktion, Regie und Hauptrollen positioniert sind (weiß? deutsch? beides? genaue Farbe?). In der Regel verzichten derlei Castingbüros auch auf Beschreibungen der Rolle (natürlich nur sofern es sich um PoC handelt; weiße Rollen bekommen dabei grundsätzlich Attribute, die ihre Persönlichkeit beschreiben, Schwarze Rollen hingegen fast immer nur solche, die ihr “Anders-“/”Fremd”sein beschreiben).

Da wir erstens genau so sehr eine Schwarzenvermittlungsstelle sind wie der deutsche Presserat eine (random) Weißenvermittlungsstelle ist – und zweitens nicht daran interessiert, Produktionsvorhaben zur Realisation zu verhelfen, die nicht vermitteln, ob sie ihre ausgedachten PoC anders als “hilfsbedürftig”, “fremd”, “suspekt” oder “dankbar” -sprich defizitär- darstellen wollen, haben wir nun doch einmal geantwortet – auf dass derlei Anfragen künftig fernbleiben mögen. Wir wünschen gute Unterhaltung.

Anschreiben der Castingfirma:

Von: Stefany Pohlmann Casting
Datum: Wed, 24 Mar 2010 16:50:01 +0100
Betreff: Aufruf Kinderhauptrolle Kinofilm “Die Farbe des Ozeans”

Sehr geehrte Damen und Herren,

wir sind ein Castingbüro aus München und derzeit auf der Suche nach einem dunkelhäutigen Jungen für die Hauptrolle im Kinofilm “Die Farbe des Ozeans”.
Da sich die Suche sehr schwierig gestaltet, würden wir uns sehr freuen, wenn Sie uns bei der Suche unterstützen können und den Aufruf an evtl. geeignete Personen weiterleiten oder (falls die Möglichkeit besteht) ihn an einem schwarzen Brett o.ä. auszuhängen. [das tun wir hiermit; schwärzer könnte das Brett kaum sein, Anm. der Red.]

Sie finden den Aufruf als pdf zum Ausdrucken im Anhang. Alle Infos zu Projekt und Suche sind aber auch nochmal unten in der Email zu sehen.

Kurz zu uns: wir arbeiten seit 10 Jahren im Bereich Casting. Kindercasting haben wir unter anderem für folgende Projekte hauptverantwortlich durchgeführt: Die Wilden Kerle 3-5, Freche Mädchen 1-2, Rock It!, Lippels Traum, Taco und Kaninchen.

Für Rückfragen sind wir natürlich jederzeit gerne erreichbar und bedanken uns schon vorab ganz herzlich für Ihre Hilfe!

Herzliche Grüße
Angela Altnöder & Stefany Pohlmann

AUFRUF
Wir bitten um Unterstützung bei unserer Suche nach dem Jungen MAMADOU in dem Kinofilm “Die Farbe des Ozeans” mit folgenden Eigenschaften:

– Spielalter 5-8
– Herkunft: Senegal
– beide Film-Eltern sind dunkelhäutige Afrikaner (daher bitte nur Kinder vorschlagen deren Eltern beide dunkelhäutig sind!) Read more

Gut gemeint, sehr daneben: Schicksale von Flüchtlingen als Computer”spiel”

Eine zweifelhafte “Repräsentation” afrikanischer Flüchtlinge als Zeitvertreib und kurzweiliges Game.
Das schafft bestimmt viel Empathie und viele junge Leute, die sich künftig ganz auf Augenhöhe mit Flüchtlingsselbstorganisationen für die Verbesserung der Flüchtlingspolitik einsetzen!

via Tagesschau.de

Video HIER

Das macht aber Spaß!

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Bilderquelle: Tagesschau.de

Wallraff: “Von Weißen für Weiße”

via ISD

Der Kölner Journalist Günther Wallraff greift für die Recherche zu seinem Buch “Aus der schönen neuen Welt. Expeditionen ins Landesinnere” und der begleitenden Filmdokumentation für die Rolle eines “Somaliers” auf das im rassistischen Kontext etablierte “Blackface” zurück.

Was politisch nicht hinnehmbar ist, findet als Film und Buch positiven Zuspruch im bundesdeutschen Feuilleton.

Ganze Stellungnahme der ISD HIER

Berlin, 19.-20- Juni: “RE/POSITIONIERUNG, RE/POSITIONING” – Critical Whiteness/Perspectives of Color

Achtung Programmänderung: Die Veranstaltung Locations of the Mothership: The Black Female Subject as a Site of Resistance mit Jamika Ajalon am 20.06.09 findet um 18h statt um 16h statt.

(English version below)

RE/POSITIONIERUNG

Der Auseinandersetzung und Anerkennung der eigenen Position folgt eine Repositionierung, in der bewusst Standpunkte bezogen werden, die Rassismus entgegenwirken, anstatt ihn zu bestärken.
Syd Shelton und Carol Tulloch stellen die Bewegung des “Rock against Racism” vor, die von 1976-81 Schwarze und Weiße Aktivist/-innen, Künstler/-innen, Schriftsteller/-innen Designer/-innen und Musiker/-innen im Kampf gegen Rassimus vereinte. Gabriele Dietze erweitert den Dialog über kritisches Weißsein um das Konzept des kritischen Okzidentalismus. Jamika Ajalon behandelt in ihrer Anti-Lecture die Bedeutung Schwarzer Frauen als Subjekte des Widerstandes. Lambert Mousseka und Stefanie Oberhoff präsentieren den Film “… und jetzt bin ich ein Künstler”, der ihre Arbeit mit Straßenkindern und Kindersoldaten in Kinshasa dokumentiert.

RE/POSITIONING

A repositioning follows the discussion and acknowledgment of one’s own position whereby points of view are taken up consciously that mark an active opposition to racism instead of implicitly strengthening it. Syd Shelton and Carol Tulloch present the historical movement of Rock Against Racism which untied Black and White activists, artists, writers and designers in the fight against racism from 1976 to 1981. Gabriele Dietze expands the dialog regarding Critical Whiteness Theory through the concept of Critical Occidentalism. Jamika Ajalon deals with the importance of women as subjects of Resistance in her “anti-lecture”, while Lambert Mousseka and Stafanie Oberhoff present the film “… und jetzt bin ich ein Künstler” documenting their work with street children and child soldiers in Kinshasa.

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Januar-April, Berlin: TOP Veranstaltungsreihe “Re/positionierung”!

Diskussionsreihe über Identität und Positionalität; unterschiedliche Zugänge zu Perspektiven of Color, Weiß-Sein und Repräsentation. Es werden künstlerische, wissenschaftliche und alltägliche Strategien zum kritischen Umgang mit Identitätskonstruktionen erarbeitet. Info und Weitere Termine: http://www.ngbk.de/