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ARD: düsseldorfer Bobfahrer spricht tatsächlich deutsch, erinnert ansonsten an Jamaikaner

Zusendung von J.:

Sehr geehrte Damen und Herren!

Als begeisterter Sportfan bin ich demletzt auf einen Artikel der ARD über einen deutschen Bobfahrer gestoßen, dessen Vater aus Ghana und dessen Mutter aus Deutschland stammt.
Ich habe mit erstaunen festgestellt, dass die ARD ihn mit dem Film “Cool Runnings” verglich, einem Film über jamaikanische Bobfahrer die lernen Bob zu fahren (der Film ist sehr “lustig”,da die Jamaikaner anfangs natürlich völlig unbedarft im Umgang mit Kälte, Schnee und Eis sind..nun ja, es scheint Humor ist typsache). Read more

Wallraff: “Von Weißen für Weiße”

via ISD

Der Kölner Journalist Günther Wallraff greift für die Recherche zu seinem Buch “Aus der schönen neuen Welt. Expeditionen ins Landesinnere” und der begleitenden Filmdokumentation für die Rolle eines “Somaliers” auf das im rassistischen Kontext etablierte “Blackface” zurück.

Was politisch nicht hinnehmbar ist, findet als Film und Buch positiven Zuspruch im bundesdeutschen Feuilleton.

Ganze Stellungnahme der ISD HIER

Artikel über Somalia #Piraterie und Hintergründe online

Die so genannte “Piraterie”, der eigenwillige Umgang mit der Wahrheit und die Doppelmoral von Ost und West

“Vor der Küste Somalias am Golf von Aden ist erneut ein europäischer Frachter von somalischen Piraten gekapert worden. Die Entführer verlangen Lösegeld für die Freilassung der Geiseln.”
Solche oder ähnliche Meldungen hören wir seit dem Jahr 2008 vermehrt im Fernsehen und Radio. Die Rede hierbei ist von den so genannten “Piraten” aus Somalia, die angeblich auf verbrecherischer Art und Weise und skrupellos im Indischen Ozean ihr Unwesen treiben, während ausländische Frachter mit ihrer Besatzung ihre unschuldigen Opfer sind. Dieses einfache und vermeintlich schlüssige Bild wird uns tagtäglich von ARD, ZDF bis hin zu RTL und n-tv suggeriert.

Das Problem an dieser Sichtweise ist folgendes:
Jegliche Hintergründe zu den Verhältnissen in Somalia und der Entstehung der so genannten “Piraterie” werden nicht oder nur ungenügend beleuchtet.

weiter lesen hier auf Afroklick.de

SOMALIA : Der Bürgerkrieg, die Hungerkatastrophe und die Schuld von Ost und West

Um den Bürgerkrieg in Somalia und ihren Verlauf nachvollziehen zu können, ist es vonnöten, über die jüngere Geschichte Somalias Bescheid zu wissen. Ohne die Zeit des europäischen Kolonialismus und die Jahrzehnte nach der Unabhängigkeit zu beleuchten, kann mensch die jetzige Lage Somalias nicht verstehen.

weiter lesen – Geschichte und Timetable – hier auf Afroklick.de

bis 15.6. anmelden! “Medien ” Vielfalt nutzen! Perspektiven der Selbstorganisation”
– Tagung von und über MedienmacherInnen mit Migrationshintergrund

Datum: Freitag, 19. Juni 2009 (15 Uhr – 20.30 Uhr)
Ort: Heinrich-Böll-Stiftung, Beletage
Schumannstr. 8, 10117 Berlin-Mitte

Der braune mob e.V. wird mittagen und unsere Arbeit vorstellen. Das Programm zum pdf-Download: hier

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Kölner Treff

aus aktuellem Anlass der “Kommentar-Hygiene”: Es kamen bereits Kommentare zur Sendung “Kölner Treff”, zu der es aber bisher noch keinen Eintrag gab. Zur besseren Übersichtlichkeit daher hier der Eintrag, unter dem die Sendung nun kommentiert werden kann. Bisherige Kommentare zur Sendung, die sich verteilt unter verschiedenen anderen Einträgen befanden, haben wir unten eingefügt.

Diskutiert und näher erörtert wird das Thema parallel dazu auch im Noah Sow Blog, der die persönliche Meinung von Noah Sow wiedergibt.

Kurz: In der Sendung wurde der braune mob e.V. erwähnt. Noah Sow verweigerte sich der spontanen Aufforderung von Bettina Böttinger, genau zu erklären, wie sich medialer Rassismus denn nun im einzelnen anhand von deutlichen Beispielen äußere, mit Hinweis auf die Mob-Homepage .

12. 1. 2009 – Bielefeld – “Täglich grüßt das Murmeltier”
Workshop zu Rassismus in den Medien

Und wieder mal müssen wir uns mit plumpen rassistischen Klischees in der Tagespresse
auseinandersetzen … und schon wieder und schon wieder.

Das Vorkommen von rassistischen Vorurteilen, Wörtern und Klischees in
der deutschen Presse verwundert heutzutage wohl kaum noch.
Gerade deshalb bleibt es weiterhin anklagenswert!

1)

allgemeiner Input von Noah Sow zu den strukturellen Anzeichen dominanten Diskurses und Rassismus in den Medien.

2)

Bericht von Auseinandersetzungen mit dem Bielefelder Stadtmagazin “Ultimo”. Der wirklich unglaubliche Vorgang kann hier eingesehen werden: http://www.ibz-bielefeld.de/pages/aktuelles.html oder -ausführlich beschrieben- hier im Blog.

3)

gemeinsamer Workshop über konkrete Handlungsmöglichkeiten.

Es sollen an dem Tag Veränderungsmöglichkeiten erarbeitet werden. Dies wird umso erfolgreicher, je mehr kritische LeserInnen und Medienschaffende sich beteiligen.

Veranstalter: IBZ Bielefeld in Kooperation mit Antifa AG Uni Bielefeld

Montag 12. Januar 19 Uhr im IBZ
Internationales Begegnungszentrum Friedenshaus e.V.
Teutoburger Straße 106
33607 Bielefeld

Rechtsextreme Eskalation?

via Blackprint:

zur “plötzlichen Eskalation” rechtsextremer Gewalt, die einige Medien und PolitikerInnen momentan feststellen möchten, hier ein sehr lesenswerter Artikel von Daniel Nuber:

“wann eskaliert die Eskalation?”

Auszüge:

Die Frage ist nun nicht, ob und welche Maßnahmen die richtigen, effektivsten wären ” vielmehr lautet die korrekte Fragestellung: Warum spricht man erst jetzt von einer Eskalation und nicht schon viel früher?

Wir blicken ein paar Jahre zurück: Im Jahre 2000 erliegt Alberto Adriano, afrodeutscher Fleischer, wenige Tage nachdem er von mehreren Nazis angefallen wurde, seinen Verletzungen. Die “Brothers Keepers” widmen ihm den Song “Adriano (Letzte Warnung)”. 2001: Der aus Sierra Leone stammende Momoh Kabbah, damals 16, wird von vier Neonazis geschlagen und an einem Auge schwer verletzt. Er sagt dazu: “Ich habe Sierra Leone verlassen, weil ich Angst um mein Leben hatte (“). Ich bin nach Deutschland gekommen, um hier Schutz zu finden. Aber auch hier bin ich anscheinend nicht sicher. Es ist sogar schlimmer, denn auf das, was hier passiert ist, war ich überhaupt nicht vorbereitet gewesen.” (…) 2007: Unter fremdenfeindlichen Parolen wird eine Gruppe von Indern durch Mügeln (Sachsen) gejagt und zum Teil verletzt.

Eine Auflistung solcher Angriffe ließe sich schier endlos weiterführen, ganz zu schweigen von all den nicht bekannt gewordenen Übergriffen.

Was aber unterscheidet die Attacke auf Mannichl von den oben genannten, von all den anderen Opfern rechtsextremer Gewalt? Weshalb war bisher noch nicht von einer “Eskalation der Gewalt” die Rede, von einer “rechtsextremen Krake”? (…)

Ganzer Artikel hier.

Interessant dazu auch: in Dresden werden zum 13./14. Februar 2009 Naziaufmärsche mit geschichtsverdrehendem Hintergrund (“Nie wieder einen Bombenholocaust wie Dresden”) erlaubt.

Siehe: Laut gegen Nazis Blog

Hier auf www.geh-denken.de ist ein Aufruf gegen die als “Gendenkveranstaltung” angekündigte rechtsextreme Propagandashow, die Europas größte Nazidemo werden soll.

Dort kann man sich informieren, wie man sich dieser Demo entgegenstellen kann, und welche PolitikerInnen anscheinend ein Problem damit haben, wenn Bürgerinnen und Bürger das Vorhaben der Nazis konterkarieren wollen.

venceremos schreibt, dass “ein nahezu stadtweiter Konsens” existiere.

11. Dezember 17h: “München Schwarz weiß”
Workshop und Plenum zu Schule und Medien

München, 11. Dezember 08, 17:00 Uhr

Mit Noah Sow, Jasmin Eding, Modupe Laja, Nadja Ofuatey-Rahal, Maria Virginia Gonzales Romero, Magda Agudelo

Programm und genauere Informationen hier

Es sollen an dem Tag Veränderungsmöglichkeiten erarbeitet werden – und ein Forderungskatalog an die Stadt München entstehen. Dies wird umso erfolgreicher, je mehr Leute aus den unterschiedlichsten Bereichen der Medien- und Schul-Öffentlichkeit sich beteiligen.

kleine Obama-Medienschau: Relevanz für Deutschland?

chronologisch:

Noah Sow (deutsche Autorin) in Frankfurter Rundschau:

Was aber ein Schwarzer US-Präsident für ein Signal sein kann, da freue ich mich schon drauf: Schwarze Kinder wachsen dann mit einer Repräsentation auf, die theoretisch Macht und Möglichkeiten beinhaltet. Für weiße Kinder ist das alltäglich. Schwarze Kinder haben da bisher weniger Glück: Die Medien stellen Schwarze immer noch zu 90 Prozent verarmt, kriminell oder übersexualisiert dar. …

weiterlesen hier.

US Bestseller-Autor Uzodinma Iweala auf Zeit Online:

“Wir leben in einem Land, das sich an Bildern orientiert. Diese Bilder, die uns ständig von der Rückseite der Busse, von Plakaten und dem Fernseher in unserem Wohnzimmer anspringen, sind so wirkungsvoll, dass wir Milliarden an Dollar dafür ausgeben, um sie herzustellen. Leider haben diese Bilder bis heute ein außerordentlich negatives Image von Schwarzen in der Gesellschaft gezeichnet. …”

weiterlesen hier.

Nachgereicht: Bei der TAZ

– weiß man nicht, dass Sexismus und Rassismus auszuüben Vorurteile und Privilegien voraussetzt

– gibt man sich geschichtsblind

– findet man ergo die Wahl Obamas aufgrund der Hoffnung auf eine erfolgreiche Überwindung bestehender Diskriminierungs-Strukturen “etwas dürftig” und bemüht dazu als Grund “Margret Thatcher und viele afrikanische Diktatoren”.

“Wenn die Hautfarbe eines Kandidaten der wesentliche Grund dafür ist, dass man seinen Sieg wünscht oder fürchtet, dann ist das Rassismus – auch wenn der Kandidat schwarz ist. “

Kommentar zum Artikel HIER

Leserbrief einer Tagesschau-Zuschauerin:

Sehr geehrte Damen und Herren,

o.k., es war eine lange Wahlnacht. Sie haben diese Nacht gut gestaltet (nur die Ergüsse der in den USA lebenden Ex-Deutschen waren eher anödend) und sind jetzt, wie wir Zuschauer auch, rechtschaffen müde.

In solchen Situationen aber werden manchmal entlarvende Dinge gesagt, Dinge, die unter normalen Umständen nicht gesagt würden, obwohl man sie heimlich denkt. So auch jetzt:

Ich konnte leider nicht sehen, welcher Ihrer Kommentatoren es war, der nach der Rede des neugewählten US-Präsidenten meinte anmerken zu müssen, Barack Obama ‘benähme sich ja auch gar nicht wie ein Schwarzer’, womit er dessen Erfolg erklären wollte.

Das fand ich doch einigermaßen verblüffend. Denn wie benimmt sich ein Schwarzer seiner Ansicht nach?? Hupft er wild herum, rollt mit den Augen, trommelt sich auf die Brust und stößt dazu unartikulierte Laute aus? Redet er jeden mit ‘mothafucka’ an? Stehen Vorstellungen dieser oder ähnlicher Art hinter den Worten, die Ihrem Kommentator da entschlüpft sind?

Das weiße USA hat der Welt heute gezeigt, daß es trotz einer äußerst üblen rassistischen Tradition fähig ist, diese zumindest partiell zu überwinden. Davon sind wir in Deutschland offenbar noch etwas weiter entfernt…

Mit freundlichen Grüßen

Petra D. (Name der Red. bekannt)
Düsseldorf

Bitte beachten Sie, daß dieser Briefwechsel von mir öffentlich geführt wird. Mein Schreiben sowie Ihre Antwort (oder Ihr Schweigen) werde ich zu Zwecken der Dokumentation und Aufklärung veröffentlichen.

Nachtrag: Totalausfall im ORF

“Das wäre ungefähr so wie wenn wir den nächsten – wie wenn der nächste Bundeskanzler ein Türke wäre in Österreich… Ich möchte mich nicht von einem Schwarzen in der westlichen Welt dirigieren lassen.”

Artikel über Klaus Emmerich, pensionierten ORF-“Journalisten” und seine Wahlnachtkommentare HIER beim “Standard”

nachgereicht 7.11. TAZ: “Unser Barack”, VON BEATIRX LOGHIN / VICTORIA B. ROBINSON
Das Wahlergebnis aus einer Schwarzen weißen US- und einer Schwarzen deutschen Sicht

“bei Obama weiß ich, dass er sieht, wie viele Schwarze im Todestrakt sitzen und wie unverhältnismäßig oft die Todestrafe in den USA angewandt wird. Ein Schwarzer, der einen Weißen tötet, wird dreimal häufiger zum Tode verurteilt als ein Weißer, der einen Schwarzen ermordet…”

“Warum freuen wir uns so? Was bewegt uns so? Wo es doch nicht um unser Land geht? Sondern um ein Land, auf das man von Deutschland aus immer gern den Finger zeigt, wenn es um das Thema Rassismus geht. Genau dort wird ein Schwarzer Mann von der noch immer mehrheitlich weißen Bevölkerung in das höchste politische Amt gewählt. Wo will Deutschland denn jetzt noch hinzeigen? Werden die deutsche Bevölkerung, die Politik und die Medien jetzt vielleicht tatsächlich mal nach innen sehen müssen?

ganzer Artikel HIER