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Buchveröffentlichung: Die Akte James Knopf – Afrodeutsche Wort- und Streitkunst

Philipp Khabo Köpsell – Die Akte James Knopf

Erschienen in der Reihe “Insurrection Notes”, Unrast Verlag

ISBN 978-3-89771-601-8 | 84 Seiten | 9.90 Euro

Lummerland ist abgebrannt

Die Akte James Knopf ist eine poetische Verhandlung afrodeutscher kultureller Identität. Wurden Schwarze Deutsche in den 80er Jahren noch als Exoten und Ausländer im eigenen Land angesehen, so sind sie im neuen Jahrtausend Deutsche mit Fußnote des Migrationshintergrunds. In einem Land, welches sich lange Zeit als homogen-weiß und christlich verstand, müssen “abweichende” Identitäten ständig neu und radikal verhandelt werden. Die Akte James Knopf ist Verhandlung und Abrechnung zugleich.
Die Verse durchforsten den deutschen Alltag mit poetischem Geschick und einem Blick, der den Auswüchsen einer rassistischen Alltagsrealität und der kolonialen Kontinuität stets auf den Spuren bleibt. Jenseits von Multikulti-Romantik demaskiert Philipp Khabo Köpsell die deutsche Dominanzkultur und schafft zugleich einen schützenden Raum für alles zwischenmenschliche. Bissige Poesie und politische Satire formen eine eindringliche, selbstbestimmte Aussage: „I speak, so you don’t speak for me!„

ebay und Amazon: weiterhin Plattform für öffentliche Rassismen

Eine Frage, die LeserInnen und wir selbst uns kürzlich gestellt haben:

Macht es Sinn, sich mit Protest an E-bay und Amazon zu wenden? Werden kolonialrassistisch betitelte Artikel dann aus dem Sortiment genommen?

Unsere Antwort:

In der Tat ist es fraglich, ob Proteste bei Ebay oder Amazon zu etwas führen; jedoch ist eines sicher: nicht zu protestieren trägt auf alle Fälle zum Erhalt des Status Quo bei.

Ohne Zuschriften der “VerbraucherInnen” bzw Zielgruppe gibt es für die betreffenden Unternehmen keinen Grund zur Auseinandersetzung mit dem Grad der Demokratie oder des Diskriminierungsgehaltes ihrer Inhalte. (Die Verbindung Ihres Protestes mit dem Hinweis auf einen persönlichen Boykott der Seiten könnte dem politischen Denkanstoß auch einen kaufmännischen hinzufügen…)

Hier sind Schreiben von uns, die wir an Amazon und eBay gerichtet haben, und die als Anregungen oder Argumentationsgrundlage dienen können.

Wenn man dazu schweigt, wird sich nichts ändern. Wir hoffen auf zahlreiche Kundenproteste. Vielleicht können andere antirassistische Institution sich ebenfalls zu diesem Thema positionieren?

Falls Sie Ihr kritisches feedback an die Unternehmen richten, würden wir uns über eine Kopie Ihres Anschreibens und des Vorgangs freuen. Es empfiehlt sich für solche Korrespondenz unbedingt der Zusatz:

“Bitte beachten Sie, dass dieser Briefwechsel von mir öffentlich geführt wird, und ich dieses Anschreiben wie auch Ihre eventuelle Antwort zu Zwecken der Dokumentation und Aufklärung veröffentlichen werde.”

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– Verstöße gegen die eBay-Grundsätze kann man hier melden:

http://pages.ebay.de/help/buy/report-trading.html

Die einzige e-Mail Adresse, die öffentlich auffindbar war, ist vielleicht nicht zu 100% der richtige Ansprechpartner, aber dennoch durchaus dem Unternehmen zugehörig:
presse@ebay.de

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Bei Amazon kann man über dieses Formular Feedback abgeben.

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Wir wünschen viel Energie und Erfolg.

Briefwechsel einer Zehnjährigen mit der Ravensburger Kinderwelt

Anm der Red.: “Kinderwelt” ist eine Art “Second Life” für Kinder.

Folgenden spannenden Briefwechsel hat uns eine Userin zugemailt.

1)

gesendet am: 21.7.08 19:10Uhr
von L (10 Jahre alt)

Hallo Ravensburgerkinderweltteam,

in der Ravensburgerkinderwelt sind ja keine Schimpfwörter erlaubt(Arschloch,Schlampe……)
Ich habe heraus gefunden das Sie aber die Wörter Neger,Farbiger und Mohr akzeptieren!
In den regeln des Chat steht noch das keinerlei Schimpfwörter benutz werden dürfen
doch für Sie scheinen Neger,Farbiger und Mohr nicht zu zählen.Aber das sind schlimme rassistische Ausdrücke die auf keinen Fall verwendet werden sollten !
Unten habe ich Ihnen Informationen zu dem Wort Neger eingefügt.

Mit freundlichen Grüßen
L (in der Kinderwelt [xxxx])

HINWEIS: Dieser Briefwechsel wird von mir öffentlich geführt. Mein Schreiben sowie Ihre Antwort werde ich zu Zwecken der Dokumentation und Aufklärung veröffentlichen.

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2)

Von: L.
Gesendet: Mo 01.09.2008 09:56
An: Kinderwelt
Cc: info[at]derbraunemob.info
Betreff: Rassismus im Chat!!!

Hallo Kinderweltteam,

Ich finde es sehr erschütternd das Sie nicht zurück schreiben obwohl ich mir sicher bin das Sie meine e-Mail gelesen haben(Ich meine die e-mail in der ich den Rassismuss im Chat anspreche. Ich habe sie am 21.7.08 um 19.10 gesendet )!Es entspricht nicht im geringstem dem Niveau das ich Ihnen zugeordnet habe!

Ich dachte Sie sind so diszipliniert das ich eine Antwort erwarten könnte.Aber das scheint nicht der Fall zu sein.

Nun wissen Sie was ich von ihnen halte.

L. (in der Kinderwelt [xxxx])

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