Fasching in Frankfurt am Main: allerunterste Schublade.

Nicht dass jemand fälschlicherweise auf die Idee käme, krasser öffentlicher Rassismus sei etwa besonders ein Problem Ostdeutschlands:

Hier ein Programm vom Faschingsverein “F.C.G. Die Kameruner 1922 e.V.” aus Frankfurt am Main.

NUR FÜR GANZ STARKE NERVEN.

Ebenso NUR FÜR GANZ STARKE NERVEN das Programm, das sie mit Kindern und Jugendlichen machen.

Quelle: http://www.die-kameruner.de

Ihr/Euer Feedback an:

info_at_die-kameruner.de , Vereinsverantwortliche und uns im cc

Laut Impressum: Read more

Resolution: Aufruf zu einem grundlegenden Wandel im Umgang mit Deutschlands kolonialem Erbe

Wir hatten im Blog schon mehrere Artikel über das Festhalten an Straßennamen, die nach nach deutsche , Straßennamen nach “Eroberern” (Menschenhändlern) benannt sind. In einigen traurigen Fällen (wie in Hamburg) werden sogar neue Straßen nach Männern benannt, neue Denkmäler errichtet für Männer, die sich an Verbrechen gegen die Menschlichkeit schuldig gemacht haben.

Nun wurde eine Resolution verabschiedet, am 3.10.2010 in Berlin auf dem bundesweiten Vernetzungstreffen postkolonialer und erinnerungskultureller Initiativen: freedom roads! – Vom Umgang mit kolonialen Straßennamen: Praxis und Visionen.

Diese Resolution kann und sollte von Bürger_innen und Organisationen mitunterzeichnet werden.

Resolution zum download hier.

Dort finden sich Beispiele zahlreicher Städte mit noch zahlreicheren Straßennamen.

Text der Resolution; auszugsweise:

Die Stadtlandschaften Europas und Deutschlands sind geprägt von Spuren der Kolonialvergangenheit und Relikten kolonial-rassistischer Ideologie.

Straßennamen vergegenwärtigen den ehemaligen „Kolonialbesitz“, erinnern an einst beanspruchte Regionen, Orte und Ressourcen oder tragen Bezeichnungen, die Schwarze Menschen diskriminieren. Selbst koloniale Akteure werden bis heute unkommentiert mit Straßennamen und Denkmälern geehrt, „durch die Kolonialisten noch immer glorifiziert und Kolonialisierte weiterhin gedemütigt werden“ (May Ayim). Diese Ehrungen sind mit der Würde des Menschen und dem demokratischen Selbstverständnis unserer Gesellschaft nicht vereinbar.
Die öffentliche und interkulturelle Debatte über den europäischen Kolonialismus und seine schwerwiegenden materiellen, kulturellen und geistigen Folgen ist überfällig. Ohne eine solche Kultur des Erinnerns kann weder das wirtschaftliche und politische Ungleichgewicht der Staaten des Südens und des Nordens noch der anhaltende Rassismus in unserer Gesellschaft verstanden und überwunden werden. Read more

Hamburg, 18.11.2010 zur Innenministerkonferenz: Gala-Abend von “Jugendliche ohne Grenzen” mit Abschiebeministerwahl!

Via Pressemitteilung von “Jugendliche ohne Grenzen” vom 12.11.2010

Gala-Abend: Abschiebeministerwahl und Initiativenpreis 2010 sowie GRIPS-Theater im Polittbüro Hamburg

Am 18.11.2010 küren Jugendliche den schlimmsten Innenminister. Noah Sow (Publizistin und Musikerin), Eric Abubakari (Anwalt und Menschenrechtsaktivist) und Alain Morel (Schauspieler) zeichnen vorbildliche Initiativen gegen Abschiebungen aus und „SOS for Human Rights“ (GRIPS Theater Berlin) feiert Hamburg Premiere. Read more

Blackface-Karneval “nicht rassistisch” da in Leipzig

NEU vom 17.1.2011: Stellungnahme von zahlreichen Initiativen, die sich in Deutschland für die Aufarbeitung der Rolle kolonialer Bilder insbesondere im Alltagsrassismus einsetzen. Darunter die Initiative Schwarze Menschen in Deutschland, AfricAvenir, sowie die postkolonialen Initiativen berlin postkolonial e.V., frankfurt-postkolonial, freiburg-postkolonial.de und KopfWelten – gegen Rassismus und Intoleranz e.V. / Köln Postkolonial, dem Leipziger Forum für kritische Rechtsextremismusforschung, das AfrikanistikForum am Institut für Afrikanistik der Uni Leipzig, und der Berlin-Leipziger Gruppe “Kolonialismus im Kasten?”.

Pdf hier zum Download.

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13.11.2010:

Eine besonders bizarre Form der Einforderung vermeintlichen Rechts auf rassistische Traditionen leistet sich derzeit der “akademische Faschingsverein” “Ba Hu Elferrat” an der HTWK Universität Leipzig.

Eine Karnevalsveranstaltung bewarb man dort mit Blackface Plakaten und Flyern, auf dem auf den Auftritt eines schwarz angemalten Weißen angekündigt war, der Roberto Blanco parodieren sollte (als könnte der das nicht selbst).

Dieses Bild ist nur für ganz starke Nerven.

Abgewehrt wird die Beschwerde mit den unreflektierten Klassikern Read more

Interkultureller Rat in Deutschland: Polemiken aus Politik ‘Dumm und falsch’, Versagen deutscher Schulpolitik

via Interkultureller Rat in Deutschland

Darmstadt, 11. November 2010

Pressemitteilung


Dumm und falsch: „Multikulti ist gescheitert“


Als dumm und falsch wurde der Spruch “Multikulti ist gescheitert” bei der gestrigen Mitgliederversammlung des Interkulturellen Rates in Köln bezeichnet. In Deutschland haben mehr als zwanzig Prozent aller Einwohner eine Migrationsgeschichte. Diese Menschen und ihre Leistungen werden mit dieser These diskreditiert und für „gescheitert“ erklärt.

Dabei zeigen europaweite Untersuchungen, dass sich in Deutschland das Miteinander mit eingewanderten Menschen insgesamt gut entwickelt hat. Die Einwanderung nach Deutschland ist eine Erfolgsgeschichte. Dass noch viel zu tun ist versteht sich von selbst.

Der Vorsitzende des Interkulturellen Rates, Jürgen Micksch, betont: “Multikulti ist unsere Zukunft! Das zeigt schon die Tatsache, dass in zahlreichen deutschen Städten über 50 Prozent der Schulkinder eine Migrationsgeschichte haben. Von ihnen hängt unsere Zukunft ab. Ähnlich wie Kinder aus der deutschen Unterschicht leiden viele von ihnen an einem miserablen Schulsystem, das sie stärker als in anderen Ländern benachteiligt – wie europäische Vergleiche leider zeigen. Hier besteht ein fatales Versagen deutscher Schulpolitik. Ein Ergebnis wird die Verarmung dieser jungen Menschen sein. Von diesen Defiziten soll offensichtlich abgelenkt werden.”

“Politikerinnen und Politiker, die auch künftig den dummen Spruch ‚Multikulti ist gescheitert’ wiederholen, sollten von den Menschen mit Migrationsgeschichte und den vielen Millionen, die sich für ein gutes Miteinander in Schulen, Beruf und Öffentlichkeit einsetzen, nicht mehr gewählt werden” – so Jürgen Micksch weiter.

Buchveröffentlichung: Die Akte James Knopf – Afrodeutsche Wort- und Streitkunst

Philipp Khabo Köpsell – Die Akte James Knopf

Erschienen in der Reihe “Insurrection Notes”, Unrast Verlag

ISBN 978-3-89771-601-8 | 84 Seiten | 9.90 Euro

Lummerland ist abgebrannt

Die Akte James Knopf ist eine poetische Verhandlung afrodeutscher kultureller Identität. Wurden Schwarze Deutsche in den 80er Jahren noch als Exoten und Ausländer im eigenen Land angesehen, so sind sie im neuen Jahrtausend Deutsche mit Fußnote des Migrationshintergrunds. In einem Land, welches sich lange Zeit als homogen-weiß und christlich verstand, müssen “abweichende” Identitäten ständig neu und radikal verhandelt werden. Die Akte James Knopf ist Verhandlung und Abrechnung zugleich.
Die Verse durchforsten den deutschen Alltag mit poetischem Geschick und einem Blick, der den Auswüchsen einer rassistischen Alltagsrealität und der kolonialen Kontinuität stets auf den Spuren bleibt. Jenseits von Multikulti-Romantik demaskiert Philipp Khabo Köpsell die deutsche Dominanzkultur und schafft zugleich einen schützenden Raum für alles zwischenmenschliche. Bissige Poesie und politische Satire formen eine eindringliche, selbstbestimmte Aussage: „I speak, so you don’t speak for me!„

RTL “Supertalent”: Quote mit lahmen Obama-“Schwarzfahrer”-Witzen

Auch noch Jahre nach seiner Wahl veranlasst die Tatsache, dass Barack Obama und seine Familie nicht über vollständige Pigmentschwäche verfügen, deutsche Medien zu rassistisch konnotierten “Witzen”, die selbstverständlich “gar nicht rassistisch gemeint” sind.

Zusendung von Herrn S. [Name der Red. bekannt] an RTL “Supertalent”

Sehr geehrte Damen und Herren,

In der Sendung vom 30.10.2010 trat bei Ihnen der Kandidat Tobias Bertigo auf. Während des etwa 2-minütigen Films, in welchem sie diesen Mann vorstellten, erzählte dieser von seinem “harten Durchgreifen gegenüber Schwarzfahrern”. Das von der Regie hier nachträglich ein Bild von Barack und Michelle Obama eingefügt wurde, empört mich zutiefst. Read more

SWR benötigt dringend Nachhilfe – Stichwort: “Vermeidung von Rassismen in der Entwicklungspolitischen Öffentlichkeitsarbeit”…

Der SWR hat diese Info-Broschüre offensichtlich dringend nötig.

Auf der Onlinepräsenz des öffentlich-rechtlichen Senders (!) heißt es unter dem Stichwort “Hunger” in guter pauschalisierender und paternalistischer Manier unter Anderem:

“Welche Mahlzeiten stehen einem Afrikaner zur Verfügung, der von Nahrungsmittelhilfe abhängig ist und standardisierte Tagesrationen erhält?”

Quelle: SWR Online

Die Seite steht in vielen Punkten in starkem Kontrast zu den oben erwähnten Checklisten, wie Rassismen in derartiger “Berichterstattung” (hier eher: random Rechenaufgabe) vermieden werden können. Wie man es richtig macht; auszugsweise: Read more

Dezember 2010, Berlin: Empowerment-Training – Stark und Selbstbewusst gegen Diskriminierung und Rassismus!

via Antidiskriminierungsnetzwerk Berlin des TBB

Ansprechpartnerin: Nuran Yigit

Empowerment für People of Color, Schwarze Menschen und MigrantInnen

Termine: 01. – 03.12.2010 (Modul 1) und 17. – 17.12.2010 (Modul 2)
Beginn 9 Uhr, Ende 17 Uhr
Veranstaltet von Antidiskriminierungsnetzwerk Berlin des TBB und Landeszentrale für politische Bildungsarbeit Berlin

PDF-Download der ganzen Einladung HIER

Rassismus und Diskriminierung sind gesellschaftliche „Normalität“ und gehören zur Alltagserfahrung und Lebenswelt von People of Color, Schwarze Menschen und  MigrantInnen in Deutschland. Zusammen mit anderen Merkmalen, z.B. Geschlecht, Alter, sexuelle Identität, Religion und/oder Behinderung ergeben sich nicht selten verstärkende Ohnmachtserfahrungen in Form mehrdimensionaler Diskriminierung. Spezielle Angebote in der Antirassismusarbeit nur für diese Zielgruppe, die sowohl ihre Rassismus- als auch andere Diskriminierungserfahrungen berücksichtigen, werden selten angeboten.  Generell fehlt oft der Blick auf die Perspektive der von Rassismus und Diskriminierung Betroffenen. Vielmehr stehen in diversen Fortbildungen Präventions- und Täterarbeit im Vordergrund.

Dieses Empowerment-Training richtet sich deswegen ausschließlich an Menschen mit eigenen Rassismuserfahrungen (….)

Empowerment bedeutet die Stärkung des Selbst. Dabei richtet sich der Blick auf die Aktivierung individueller Ressourcen und Potentiale.

Ziel dieser Fortbildung ist es daher,
–  in einem „geschützten“ Raum den erlebten und erfahrenen Rassismus und die verschiedenen Formen von Diskriminierung, zur Sprache zu bringen und
– bereits vorhandene individuelle Strategien und Wissen gegen Rassismus und Diskriminierung im Gruppenprozess auszutauschen, sich bewusst zu machen, zu reflektieren und zu erweitern.
Empowerment wird somit im Sinne von   Selbstbestimmung und Selbstbemächtigung erfahrbar. Read more

Checklisten zur Vermeidung von Rassismen in der entwicklungspolitischen Öffentlichkeitsarbeit

via BER (Berliner Entwicklungspolitischer Ratschlag), NEU erschienen als Anhang zu der Broschüre “Von Trommlern und Helfern”!

Die Öffentlichkeitsarbeit entwicklungspolitischer NRO reproduziert oft Stereotype und Rassismen. So werden Schwarze und People of Color im Nord-Süd-Kontext häufig als Objekte und Empfänger/innen von Hilfe oder Unterstützung dargestellt, Weiße dagegen als handelnde Subjekte und Expert/innen.

Um dem entgegenzuwirken, legt die AG Antirassismus des Berliner Entwicklungspolitischen Ratschlags (BER) diese Checklisten vor, die Organisationen als Anregung und Denkanstoß für eine reflektierte Arbeitsweise dienen und dazu beitragen sollen, rassistische Darstellungen in Bild und Text zu vermeiden.

Der braune mob e.V. hat Feedback und Tipps zur dem Projekt beigesteuert und empfiehlt Download und Lektüre für alle Menschen, die zum Themenfeld “Entwicklungszusammenarbeit” oder “ferne Länder” im weitesten Sinne arbeiten.

Pdf Download: http://ber-ev.de/download/BER/09-infopool/checklisten-rassismen_ber.pdf