Aufklären und tätig werden

SCHWARZE DEUTSCHE KRA”FTE – U”BER DIE ABSURDITA”T DER INTEGRATIONSDEBATTE

Wichtiger, sehr lesenswerter Artikel von Victoria B. Robinson!

Genau so interessant: das Betragen der Zeitung, in der er 2x veröffentlicht wurde (beim ersten mal mit unautorisierten Veränderungen, die Hintergründe hier)

SCHWARZE DEUTSCHE KRA”FTE
U”BER DIE ABSURDITA”T DER INTEGRATIONSDEBATTE

Rassismus in Deutschland ist ein Hemmnis fu”r die Integration. Versteht man diese vorrangig als Bringschuld der Immigranten, vernachla”ssigt man einen sehr bedeutenden Baustein: den Unwillen zur Integration auf Seiten der weißen deutschen Mehrheit.
Das Beispiel der Schwarzen Deutschen zeigt, dass es gerade dieser Unwille ist, der fu”r Schwierigkeiten sorgt und letztlich auch eine Abkehr derer, denen die Zugeho”rigkeit zur deutschen Gesellschaft fortwa”hrend abgesprochen wird, zur Folge haben kann.

Download des Artikels als pdf HIER

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Sw

“Jugendliche verprügeln schwarzen US-Bürger”: lückenhafte Berichterstattung

folgender Artikel findet sich seit dem 20.10. auf Spiegel Online:

Jugendliche verprügeln schwarzen US-Bürger
Sie pöbelten, stießen die Frau zu Boden, dann schlugen sie zu: Vier Jugendliche in Berlin haben einen schwarzen US-Bürger und seine Freundin angegriffen. Die Polizei konnte sie kurz danach festnehmen.

Berlin – Die Berliner Polizei teilte am Abend mit, dass die Jugendlichen im Alter von 16, 17 und 19 Jahren den US-Bürger “aufgrund seiner Hautfarbe” angegriffen hätten.
Dennoch gebe es keine Hinweise auf eine fremdenfeindliche Tat, hieß es in der Polizeimeldung.
Der Übergriff ereignete sich in der Nacht zum Samstag gegen 2 Uhr in der Seegefelder Straße in Spandau. Die Täter hätten zunächst die 27-jährige Freundin des Mannes zu Boden gestoßen. Nachdem er ihr zu Hilfe eilte, konnten beide zunächst flüchten.
Nach wenigen Metern schlugen die Täter den 37-Jährigen zu Boden und traten anschließend auf ihn ein. Danach flüchteten die vier jungen Männer. Alarmierte Polizisten nahmen die Schläger noch in der Nähe fest. Der Mann wurde leicht verletzt, seine Freundin nicht. Die Kriminalpolizei hat inzwischen die weiteren Ermittlungen übernommen.
pav/AFP

Es drängen sich die Fragen auf:

1) Warum wird das Paradoxon, der Übergriff sei “aufgrund seiner Hautfarbe” erfolgt, aber “nicht fremdenfeindlich” unkommentiert stehen gelassen?

2) Weshalb wird nicht erwähnt, wie die Täter aussehen und welche Nationalität sie hatten? Waren es weiße Deutsche?

3) Warum ordnet Spiegel Online die Meldung unter den dramatischen Überschriften “Politik” und “der braune Sumpf” und sogar “Rechtsextremismus in Deutschland” ein? Es liegt bisher kein Hinweis darauf vor, dass die Täter politisch organisiert oder gar rechtsextrem wären.

So viel Anstrengung, nur um das Kind nicht beim Namen nennen zu müssen: Rassismus. Gleichzeitig wird die Tat an den rechten Rand geschoben und so künstlich aus der Mitte der Gesellschaft entfernt, wo genau dieser Diskurs und eine Beschäftigung mit Rassismus längst überfällig sind.

HIER gibt es Nachhilfe: Informationen fu”r JournalistInnen zum korrekten sprachlichen Umgang mit rechtsextremistischen oder rassistisch motivierten Straftaten zum Download

Screenshot von Spiegel Online, man beachte die Überschriften:

Screenshot_Spiegelonline

Sw

Mügeln aus afrodeutscher Perspektive

Die afrodeutsche Antirassismus-Trainerin Manuela Ritz ist in Mügeln aufgewachsen. Nun wurde sie von der Zeit Online zum Thema Rassismus interviewt. Hier einige Ausschnitte:

ZEIT online: Gibt es Rassismus in Mügeln?

Ritz: Es gibt Rassismus in Deutschland. Schon der Umgang mit den Worten zeigt das Problem. Wenn man von Rechtsradikalismus spricht, kann man sich zurücklehnen und sagen, es geht nur um fünfzig Leute, die wahnsinnig sind. Wenn man dagegen von Rassismus spricht, muss sich jeder selbst anschauen, muss nachdenken, mit welchen Vorurteilen er durch die Gegend läuft. Dass das Wort so vermieden wird, liegt daran, dass es dabei um alle geht. Das ist der Kern des Problems. Tendenziell auch bei jenen, die sich gar nicht für rassistisch halten, trotzdem aber Bilder und Sprüche im Kopf haben, die in diese Richtung gehen.

(…)

Was mir zeigt, dass sich die Einstellung in diesem Land nicht geändert hat, egal in welcher Stadt. Es wird immer noch so getan, als wäre deutsch gleich weiß. Und wer asiatisch oder indisch aussieht, gehört nicht hier her. Und wird wegen seines Aussehens kriminalisiert. Das ist makaber, wenn man bedenkt, das zum Beispiel Schwarze seit dem 15. oder 16. Jahrhundert hier leben.

(…)

ZEIT online: Viele Mügelner sagen, sie seien nicht rassistisch, sie würden ja auch beim türkischen Dönerstand und dem vietnamesischen Blumenladen einkaufen.

Ritz: Meine Mutter hat mich nach dem Vorfall angerufen und sagte als ersten Satz wörtlich: Wir werden berühmt. Das fand ich sehr erschreckend. Aber es ist auch bezeichnend. Sie erleben ihren Rassismus ja nicht selbst. Sie haben nur dabei gestanden. Abbekommen haben es die Inder, die da um ihr Leben rannten. Und manche beklagen jetzt sogar, dass Mügeln in Misskredit gezogen wird. Das ist makaber, sich selbst in den Fokus zu stellen, sich zu bemitleiden, dass “es” passiert ist.

(…)

Irgendwann sind die Journalisten wieder weg und dann geht alles wieder seinen geregelten Gang. Da schließt sich für mich auch der Kreis. Das ist möglich, wenn man sagt, es waren nur ein paar Rechtsradikale. Dann kann man schnell zur Tagesordnung übergehen. Wenn man das darüber liegende Thema Rassismus ansprechen würde, ging das so schnell nicht. Dann müsste man sich damit auseinandersetzen und zugeben, bei uns gibt es Rassismus, wir sind vielleicht selbst rassistisch.

Es geht um eine Auseinandersetzung mit mir selbst. Ich muss für mich selbst klären, ob ich rassistisches Gedankengut habe und wie ich es loswerden kann. Darum geht es auch bei den Workshops, die ich leite: den Menschen zu zeigen, was alles in ihnen ist. Dann können sie entscheiden, was sie damit tun wollen. Wenn man nicht hinschauen will, kann man nichts gegen Rassismus tun. Man muss sich den Dingen stellen, die man selber denkt.

ZEIT online: Nach solchen Vorfällen wird schnell mehr Zivilcourage gefordert. Hilft es, couragierter zu sein?

Ritz: Ich frage mich, wieso es immer Zuschauer geben muss, wenn ein paar Leute zuschlagen. Wenn ich allein Zuschauerin wäre von fünfzehn Männern, würde ich auf Zivilcourage pfeifen. Aber wenn das Verhältnis so ist, wie es in Mügeln war, wundere ich mich, warum niemand etwas tut. Für mich beantwortet es die Frage, ob es in Deutschland Rassismus gibt: Das Zuschauen und Nichtstun ist ein stilles Bekenntnis, dass es ok ist, was dort passiert. Man macht nichts, um deutlich zu machen, das ist nicht in Ordnung.

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die Unteilbaren

Jetzt gibt es auch eine französische Schwesterorganisation, die sich nach dem Vorbild des braunen mob e.V. gegründet hat: “les indivisibles” (“die Unteilbaren/Untrennbaren”).

“Unser Name “Les Indivisibles” ist inspiriert vom ersten Artikel der Französischen Verfassung, in dem es heißt, Frankreich ist eine unteilbare Republik”, so die Vorsitzende Rokhaya Diallo.

Ihre Homepage ist www.lesindivisibles.fr

ihre Vorstellungsbroschüre kann hier heruntergeladen werden.

Wir wünschen unzertrennlich viel Erfolg!

Sw

Gast-Leserbrief: plakativ schwer rassistisches Vokabular im Goldmann Verlag

Offener Brief von P[Name anonymisiert], die über ein Buch der Autorin Margit Schreiner gestolpert ist. Der Titel des Buches lautet “Mein erster Neger” (anm der Blog-Red.: wird unsererseits nachfogend in N**** umgewandelt)

Sehr geehrte Damen und Herren, sehr geehrte Frau Schreiner!

Als ich über Ihr Buch mit dem Titel “Mein erster N****” stolperte war ich entsetzt.
Das Wort “N****” stellt eine Beleidigung aller Menschen mit schwarzer Hautfarbe dar. Es stammt aus der Kolonialzeit. Die Firma Dickmanns hat sich schon seit einigen Jahren dazu entschieden, die früher genannten N-Küsse in Dickmanns umzutaufen. Und vielen Menschen leuchtet auch ein, dass Sie dieses Unwort in jeglicher Variante aus ihrem Wortschatz zu streichen haben. Zu Margit Schreiner und dem Goldmann Verlag scheint das wohl noch nicht durchgedrungen zu sein. Hier wird der unsägliche Buchtitel auch noch passend dazu mit einem Cover versehen auf dem Schaumküsse abgebildet sind. Das ist ja wunderbar. Damit schlagen Sie dann gleich zwei Fliegen mit einer Klappe nicht wahr? Als erstes werden die Leser dazu aufgefordert ab sofort wieder “N-Kuss” zu sagen und als zweites können Sie dann wohl damit anfangen schwarze Menschen auch als N…. zu betiteln. Das Buch besteht aus mehreren Kurzgeschichten und die eine heisst dann so wie der Buchtitel. Wie oft in dieser Geschichte das N-Wort vorkommt hab ich irgendwann aufgegeben zu zählen. Auch wird in der Geschichte nicht einmal klar, dass es sich bei dem Wort um eine Beleidigung handelt. Es wird benutzt als sei es das Normalste von der Welt schwarze Menschen als N…. zu bezeichnen. Es lässt sich leider nicht vermeiden, dass sich bei mir der Gedanke einschleicht, hier würde es darauf angelegt werden, das N-Wort wieder Salonfähig zu machen.

(…)

Mit freundlichen Grüssen
P[Name anonymisiert]
P.S. Ich bitte Sie eine Kopie dieses Schreibens Ihrer Autorin zukommen zu lassen (…)

Anm. der Red: Für alle, die es wirklich nicht verstehen (wollen), liegt auf www.derbraunemob.de das Dokument “Warum nicht Neger?” zum download und Verteilen.