Hier finden sich Artikel und Links zur weiteren Information

01. bis 26. Februar 2012: Black History Month Berlin @ Werkstatt der Kulturen

Dieses Jahr mit dem Schwerpunkt Brasilien.

Jedes Jahr im Februar wird in zahlreichen Ländern der Black History Month (BHM) mit Veranstaltungen zu Schwarzer Kultur und Geschichte zelebriert. Diese Tradition geht auf das Jahr 1926 zurück […]
Der erste deutsche Black History Month fand im Jahre 1990 statt und wurde von der Initiative Schwarze Menschen in Deutschland e.V. (ISD) organisiert.
[…]
Mehr Infos zum Programm des Black History Month 2012 und allen anderen Veranstaltungen der Werkstatt der Kulturen auf www.werkstatt-der-kulturen.de. Besonderer Dank dem Forum Brasil!

Musik-, Wort-, Party-, Info-, Tanz- und Film- Veranstaltungen; Gesamtes Programmheft zum Download: HIER

Deutscher Werberat: historische Amnesie im Fall Schlosspark Theater / Hallervorden / Blackface

Dass der Werberat (ein Selbstkontrollorgan der Werbeindustrie) nicht eben mit Diversitykompetenz sowie den Fähigkeiten, Diskriminierung zu erkennen oder in einen historischen Kontext zu setzen, ausgestattet ist (noch mit der Kenntnis, wie Arbeit gegen Diskriminierung ohne herrschaftserhaltende Widersprüchlichkeiten getan werden kann), schwant so Manchen, die diesen Blog verfolgen, schon seit einiger Zeit.

Hier nun ein aktueller Fall, der unterstreicht, weshalb viele Organisationen, darunter wir, eine Entscheidungsfähigkeit dieses selbsternannten Gremiums nicht gegeben sehen und diese “Institution” (nun ja) deshalb nicht anerkennen.

Es geht um den aktuellen Aufreger der Blackface Poster und Aufführungen von „Ich bin Rappaport“ des Berliner Schlosspark Theaters.

 

Dazu, dass Dieter Hallervorden behauptet „In meiner Gedankenwelt ist absolut kein Platz für Rassismus“, hier ein Liedtext von ihm (Achtung, Hardcore).

 

Und präventiv:

NEIN, um zu verstehen, warum Blackface rassistisch ist, ist KEIN Rückgriff nach Amerika notwendig.

Warum Blackface selbstverständlich auch in Deutschland rassistische Tradition ist, ist unter Anderem zu lernen :

 

Und nun noch eine Empfehlung:

Die Facebook-Seite Schluß mit rassistischen “blackface” Aufführungen: http://www.facebook.com/SchlussMitBlackface (Danke an die Seite für Quellen und Links)

NDR “ZAPP” Beitrag: Migrantin oder Dealer – Schwarze im Fernsehen

Ein Film von Sugárka Sielaff.

(Homepage des TV Beitrags: http://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/zapp/film_fernsehen_radio/schwarze105.html)

Und, ja, doch, wir verlinken auf die BILD-Zeitung:

LIZ BAFFOE KRITISIERT TV-BRANCHE:
Ich soll nur Prostituierte und Asylanten spielen…

Und erlauben uns die Anmerkung, dass hierzulande Weiße durchaus explizit Schwarze Rollen spielen (siehe Wallraff oder der neueste Blackface Horror am Schlosspark Theater Berlin), PoC hingegen in den allermeisten Fällen für Rollen außerhalb einer Fremdseins-Konstruktion nicht besetzt werden.

 

Dessau und Berlin, 7.1.2012: Mahnwache, Demo, Soli für Oury Jalloh

NEU vom 6.1.: Gemeinsame Fahrt auch aus Hamburg, mit dem Zug; Treffpunkt: Reisezentrum Hauptbahnhof, Sa, 07.01.2012, 06:20 Uhr

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via Initiative in Gedenken an Oury Jalloh e.V.

in Trauer gedenken wir Oury Jalloh, der vor sieben Jahren im Dessauer Polizeirevier umgebracht wurde. Aus diesem Anlass gibt es diesen Samstag, den 7. Januar 2012 eine Mahnwache in Dessau.

Samstag | 7. Januar 2012; 1. Mahnwache in Dessau ab 13:00 Uhr

Gemeinsame Abfahrt von Berlin mit Bus und Bahn: Treffpunkt 10:30 Uhr vor dem Hotel PARK INN am Taxistand (Alexanderplatz) Read more

Afrika-Festival in Frankfurt am Main: Trommeln ja, gegen institutionellen Rassismus wehren: nein

In einer Pressemeldung mit dem Titel Wenn beim Afrika-Festival in Frankfurt/Main über Oury Jalloh gesprochen wird, ist Schluß mit lustig veröffentlichte die senegalesische Vereinigung Frankfurt am Main Ende November ihre Ansicht, warum die Stadt Frankfurt den bisherigen Veranstaltungsort des dort jährlich stattfindenden Afrika Festivals gekündigt hat.

In der Zwischenzeit erfolgte eine neue Pressemitteilung, die wir hier spiegeln wollen.

Die Stimme gegen „Rassismus und rechte Gewalt“ erheben – aber bitte nicht zu laut: Stadt Frankfurt droht dem Afrikanischen Kulturfest im Solmspark mit dem Aus.

Ausgerichtet von der Senegalesischen Vereinigung im Land Hessen e.V., hat sich das Afrikanische Kulturfest im Frankfurter Solmspark auch letzten August mit über 5.000 Gästen erneut als Publikumsmagnet erwiesen. Nach sechs erfolgreichen und störungsfreien Jahren soll die Veranstaltung dort künftig aber nicht mehr stattfinden. Die offizielle Begründung der Stadt Frankfurt beruft sich auf angebliche Beschwerden der Anwohner. Die Kommunikation dieser Entscheidung gegenüber den Veranstaltern gibt jedoch Anlass zur Vermutung, dass hinter der Ablehnung vielmehr der politische Hintergrund des Festivals steckt.

Frankfurt, 30.11.2011. Es gab auf Seiten der Stadt Frankfurt widersprüchliche Aussagen dazu, warum man das Afrikanische Kulturfest künftig nicht mehr am angestammten Platz im Frankfurter Stadtteil Rödelheim stattfinden lässt. Das Grünflächenamt hat lediglich bekannt gegeben, dass sich Anwohner über Lautstärke und zu viele Besucher beschwert hätten und der Park zu klein wäre. Das Amt sagte gleichzeitig aber auch zu, einen Alternativ-Platz für die Veranstaltung suchen zu wollen. Der tatsächliche Grund ist der Auffassung der Vereinsverantwortlichen nach aber ein anderer. So tätigte ein Referent des Kulturamts vor dem letztjährigen Festival versehentlich die Aussage, der Antrag werde vermutlich nicht genehmigt, weil es bei der Auftaktveranstaltung »Kritik an der Staatsgewalt« gegeben habe. Er wusste allerdings nicht, dass der Verein zu diesem Zeitpunkt die formelle Genehmigung bereits in der Hand hatte.

Eingeladen waren Initiativen, die u. a. ihre Erfahrungen mit Rechter Gewalt und über den Umgang mit staatlichem Gewalteinsatz gegenüber Schwarzen/ People of Colour thematisierten. Mouctar Bah von der Initiative »Oury Jalloh« hatte beispielsweise über den Prozess berichtet, in dem es um den Tod des im Polizeigewahrsam umgekommenen Asylbewerbers Oury Jalloh geht. Read more

NSU-TERROR “Ein Tiefpunkt in der rassistischen Dauerkrise” – Interview mit Kien Nghi Ha

Im MiGAZIN

“Die Opfer der NSU wurden umgebracht, weil die Betroffenen nicht in das vorgegebene rassifizierte Identitätsbild der Nation hineinpassen.”

Wir können den subtilen oder offenen Ethnozentrismus der Institutionen nicht verstehen, wenn wir die Jahrhunderte des rassistischen Nationalismus, der europäischen Kolonialerfahrung und die Rassifizierung deutscher Identität aus der Analyse ausklammern.

Für den Politologen und Buchautor Kien Nghi Ha deutet das behördliche Versagen in der NSU-Mordserie auf einen verwurzelten Rassismus hin: „Die übermäßige Toleranz gegenüber rechtsextremer Politik und Gewalt hat eine lange Tradition in Deutschland“, sagt er im Gespräch mit MiGAZIN.

‘White Charity’ – Supremacy im Subtext von Barmherzigkeit – Film online sehen!

Neu: For subtitles go to ‚cc‘ in the video and choose language(s).

Ein Projekt, das wir schon seit einigen Jahren mit Spannung aus der Ferne beobachten, ist nun fertiggestellt und veröffentlicht:
der Film “White Charity“!

Von Carolin Philipp und Timo Kiesel,
Mit: Aram Ziai, Grada Kilomba, Peggy Piesche, Philipp Khabo Köpsell, u.a.

Der Film ist in ganzer Länge online zu sehen und auch als DVD erhältlich. Zudem wird er in Kinos, Unis und NROs gezeigt.

Homepage, Film online sehen und aktuelle Vorführungstermine: www.whitecharity.de

Auszüge aus dem Begleittext:

Die Analyse der entwicklungspolitischen Spendenplakate zeigt, wie auch ein – auf den ersten Blick – humanitäres, menschenfreundliches Arbeitsfeld koloniale Denkweisen reproduziert und dabei Menschen entlang ihrer zugeschriebenen Hautfarbe unterscheidet und bewertet.

Meist werden auf den Spendenplakaten Schwarze Menschen dargestellt und in stereotyper Weise als passive Objekte defizitär oder exotisch konstruiert. Wir möchten das dahinterliegende Weiße Selbstbild betrachten, dass die Hilfsorganisationen mit ihrer Werbung zeichnen: Die Bilder erfüllen eine gesellschaftliche Funktion der Aufrechterhaltung Weißer Überlegenheit.

Der Dokumentarfilm bringt Vertreter_innen von Nichtregierungsorganisationen mit Wissenschaftler_innen der Postkolonialen Theorie und Rassismuskritik ins Gespräch und diskutiert die Spendenplakate in dem Kontext von Kolonialismus, Rassismus und Macht.

Der Film analysiert die Macht der Bilder. Es geht nicht darum einzuschätzen, ob die Spenden die gewonnen werden auch sinnvoll eingesetzt werden. Allerdings verraten die Darstellungsweisen teilweise durchaus etwas über die Struktur der NRO, in denen größtenteils Weiße Deutsche Entscheidungsträger_innen sitzen und sowohl Partnerorganisationen aus dem Süden strukturell ausgegrenzt werden.

Polizeieinsatz gegen postkoloniale Kunstperformance in Hamburgs Lettow-Vorbeck-Kaserne

P R E S S E M I T T E I L U N G der Initiative freedom roads

15.12.2011

Die Begehung Kasernenechos: Widerstand und Widerhall, die am 9.12. anlässlich des 50. Jahrestags der Unabhängigkeit Tansanias in Hamburg-Jenfeld stattfand, wurde durch ein größeres Polizeiaufgebot abgebrochen.

Bericht und Bilder im PDF HIER

20 Jahre rassistisches Pogrom von Hoyerswerda – Aufruf unterstützen!

via Initiative “Pogrom 91”.

Aufruf unterstützen: HIER.

Auszugsweise Info:

im September jährt[e] sich das rassistische Pogrom von Hoyerswerda zum zwanzigsten Mal. 1991 griffen ein Mob aus Nazis und „ganz normalen“ Bürger_innen tagelang zwei Heime von Asylsuchenden und Vertragsarbeiter_innen an. Die Menschen in den angegriffenen Häusern mussten um ihr Leben fürchten und wurden schließlich aus der Stadt evakuiert – der rassistische Mob hatte gesiegt.

Nach wie vor versucht man in Hoyerswerda, die Ereignisse von 1991 zu relativieren, zu verdrängen und zu vergessen. Die Initiative „Pogrom 91“ möchte dem durch verschiedene Aktionen etwas entgegensetzen – wir fordern die klare Bezeichnung der Geschehnisse von 1991 als rassistisches Pogrom und wir fordern ein Denkmal in der Stadt, welches an die Angriffe vom September 1991 erinnert.

Auf unserer Internetseite http://pogrom91.tumblr.com findet ihr Informationen zu den Geschehnissen von 1991 und den geplanten Aktionen.

Hamburg verweigert sich rassismusfreier Öffentlichkeit

Nachtrag:

Hier schlägt das koloniale Herz der ‘HafenCity’ – Ein Spaziergang durch Hamburgs neuen Stadtteil, auf afrika-hamburg.de

*

Die Stadt Hamburg ist nicht gerade weit vorne, was das Abgewöhnen rassistischer öffentlicher Frechheiten ist. Einige aktuelle Geschehnisse:

Die Gruppe Karano interveniert soeben gegen rassistische Plakate des “Alma Hoppe Lustspielhaus” (Abwehr Deluxe)

Der HVV (hamburger Verkehrsverbund) will sich nicht nur durch rassistische Stereotype ‘international’ geben (achtung, schlimmes Bild!) sondern ignoriert dabei auch noch vollständig das hier.

– Die Stadt Hamburg feiert auch weiterhin ungeniert Kolonialverbrechen. Daher hier die Weiterleitung eines Aufrufs zur Demo am 9.12. in Hamburg “Gegen das geschichtsklitternde Projekt des sog. „Tansania-Parks“ und die weißen Flecken der Erinnerung in Hamburg” von der Initiative freedom roads (Pressemitteilung als PDF HIER). Fotos von beschämender Kolonialverherrlichung in Hamburg (via Initiative freedom roads) HIER.