Hier finden sich Artikel und Links zur weiteren Information

Berlin: Verurteilung zweier Polizeibeamter

 via ReachOut – Opferberatung und Bildung gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus

INFORMATIONEN FÜR PRESSE, FUNK UND FERNSEHEN

Berlin, 20.09.2011: Das Amtsgericht Tiergarten verurteilt zwei der
gefährlichen Körperverletzung im Amt angeklagten Polizeibeamte zu sechs
bzw. sieben Monate auf Bewährung und je 500 ? Schmerzensgeld. ReachOut,
KOP und der Migrationsrat Berlin Brandenburg gehen von einem rassistisch
motivierten Polizeiangriff aus.

Die beiden verurteilten Polizeibeamten hatten am 25. Mai 2010 Herrn Amare
B., der auf dem Tempelhofer Damm mit seinem Handy telefonierte, zu Boden
geworfen, ihn gefesselt und dabei verletzt. Sie hatten zuvor zwei
Süßigkeitendiebe verfolgt und Herr Amare B. der Komplizenschaft
verdächtigt.

Während die Staatsanwältin den Einsatz der beiden Polizeibeamten als
verhältnismäßig einstuft und dafür plädiert, den Fall als “dumm gelaufen”
fallen zu lassen, findet der Richter klare Worte und beanstandet auch das
Ausbleiben einer Entschuldigung und die Arroganz sowie das ständige Lachen
der Angeklagten während des gesamten Prozessverlaufs.
Biplab Basu, von ReachOut, ist mit dem Urteil zufrieden: “Nur wenige Fälle
rassistischer Polizeigewalt kommen vor Gericht und noch seltener kommt es
zu einem Urteil.”

Ansprechpartner:

Biplab Basu
ReachOut – Opferberatung und Bildung gegen Rechtsextremismus, Rassismus
und Antisemitismus
Oranienstraße 159, 10969 Berlin
Tel.-Nr. 030/ 695 68 339
Fax: 030/ 695 68 346
Email: info@reachoutberlin.de

Berlin, 29.08.2011: Offizielle Einweihung der Gedenktafel am May-Ayim-Ufer

13 Uhr, May-Ayim-Ufer 9, Berlin-Kreuzberg
Um zahlreiches Erscheinen wird gebeten.

Aus dem Programm:

13.00 – 13.05 Uhr
Das May-Ayim-Ufer als postkolonialer Aufklärungs- und Erinnerungsort
Elvira Pichler, Vorsitzende Kulturausschuss der BVV
Joshua Kwesi Aikins, Initiative Schwarze Menschen in Deutschland

13.05 – 13.15 Uhr
May Ayim – Person und Werk
ManuEla Ritz, Antirassismustrainerin, Autorin

Einladungskarte zum Download HIER

„Zum ersten Mal in Deutschland wurde der Name eines Akteurs des Kolonialismus auf einem Straßenschild ersetzt durch den Namen einer Person, die sich kritisch mit Kolonialismus und Rassismus auseinandergesetzt und gegen deren Folgen gekämpft hat“

Am 27.02.2010 wurde das ehemalige “Gröbenufer” nach der afrodeutschen Dichterin und Aktivistin May Ayim (*1960 1996) umbenannt. Zahlreiche Vereine und Personen der Schwarzen Diaspora sowie aus der afrodeutschen Emanzipationsbewegung und der Antirassismusarbeit hatten viele Jahre dafür gekämpft.

Der Hintergrund und viele wichtige weitere Infos: Hier im Schwarzen Blog.

Berliner Charité gibt geraubte Gebeine an Namibia zurück – Witnesses of the German Genocide – Berlin’s Charité returns stolen bones to Namibia

via Africavenir.org:

Zur Rückführung der sterblichen Überreste von Herero und Nama, die während des Völkermords 1904-08 von deutschen Truppen umgebracht wurden, wird in Berlin eine offizielle Delegation aus der Republik Namibia erwartet. Die Gebeine sind vor über einhundert Jahren aus den zahlreichen deutschen „Konzentrationslagern“ im ehemaligen „Deutsch-Südwestafrika“ für „wissenschaftliche Messungen“ an das Pathologische Institut zu Berlin und andere deutsche Forschungseinrichtungen versandt worden. „Mittels Glasscherben“, so sagt der originale Untertitel der oben abgebildeten zeitgenössischen Fotografie, mussten die Schädel vor ihrer Verschickung von den Frauen der Ermordeten „vom Fleisch befreit und versandfertig“ gemacht werden.

Ganzer Eintrag: hier

Between 1904 and 1908 German troops waged an unimaginably cruel and atrocious war of extermination against the Herero, Nama and Damara peoples, aiming to break anticolonial resistance within the former German colony “Deutsch-Südwestafrika” (today known as the Republic of Namibia).

Thousands of human remains from the genocide and the numerous German “concentration camps” in the former “German Southwest Africa” were sent over 100 years ago to the pathological institute in Berlin and to other German research institutions for “scientific measuring.” “By using shards of glass,” so says one of the original subtitles of the contemporary photography pictured above, the skulls had to be “freed of flesh and made ready” by the wives of those murdered before being sent off.

continue reading: here

Kritische Prozessbegleitung = “Fluchthilfe”? Hamburger Piratenprozess absurd.

Presse-Information vom 12. August 2011

via Eine Welt Netzwerk Hamburg e.V.

Gericht lehnt Haftentlassung im Hamburger Piratenprozess ab!
Fluchthilfe durch kritische Prozessbegleitung?

Offenbar gehen dem Hamburger Landgericht nun endgültig die Argumente aus: Statt die unangemessen lange Untersuchungshaft der Angeklagten aus Somalia endlich zu beenden und den Anträgen der Anwälte auf Haftentlassung zu folgen, wird auf abenteuerliche Weise eine neue Begründung für die angebliche Fluchtgefahr aus dem Hut gezaubert: Solidarische Menschen und kritische ProzessbegleiterInnen werden verleumdet. Sie würden als FluchthelferInnen für die teilweise minderjährigen Somalier bereit stehen, so die Behauptung des Gerichts!

„Diejenigen Prozessbeteiligten, denen wir gerne zur Flucht verhelfen würden, sind der Richter und die Staatsanwaltschaft“ sagt Michaela Goedecke von der Gruppe kein mensch ist illegal Hamburg.

Abgesehen davon, dass das Gericht seine Quellen verschweige, die solche absurden Anschuldigungen zu belegen meinen, werde auf diese Weise der Solidaritätsbegriff und eine kritische Prozessbeobachtung diffamiert, sagen das Eine Welt Netzwerk Hamburg, kein mensch ist illegal Hamburg und die Dritte-Welt-Hafengruppe Hamburg.

Seit anderthalb Jahren befinden sich die zehn Somalier, die angeklagt sind, das Containerschiff Taipan im April 2010 mit Waffengewalt überfallen zu haben, in Haft. Am 15. August läuft der Prozess nach einer längeren Pause weiter. Auf bisherige Haftentlassungsanträge wurde mit dem Ältermachen der Minderjährigen und eines zur Tatzeit Strafunmündigen, mit dem Ignorieren einer somalischen Geburtsurkunde und der Verschärfung der Tatvorwürfe reagiert.

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Kardinal Lehmann, Bischof von Mainz, promotet geschichtsrevisionistisches und kulturrassistisches Buch, in dem ein Rechtsradikaler zum bewaffneten Kampf aufruft

Zusendung von R. [name liegt vor, Red.]

An: kontakt@bistum-mainz.de, pressestelle@dbk.de

 

Sehr geehrter Herr Lehmann,

gleich in im Vorwort des Buches „Christenverfolgung in islamischen Ländern“ [http://books.google.de/books?id=jQnl5FyK7DYC&lpg=PP1&pg=PP1#v=onepage&q&f=false , nofollow link; die Red.] wird eine Gleichsetzung des Islams mit den NS-Verbrechen angedeutet und der Ruf nach „Befreiung“ des muslimischen Raumes wie 1945 auch Deutschland durch eine Supermacht und die „Umerziehung“ der Menschen dort erwünscht.

Der Vorwurf, der Islam sei per se Gewalttätig und versucht mit Gewalt und Terrorismus die Weltmacht zu erlangen zieht sich durch das gesamte Buch, wobei sämtliche rassistischen und islamophoben Klischees bedient werden. In Kapitel 8 dann kulturkonservative und kulturrassistische Handlungsempfehlungen. Read more

Nichts dazu gelernt – “Afrikanische Nacht” im Zoo Eberswalde – Ein Brief an die Vertreterin der Veranstalter

Alle Jahre wieder?

Nachdem wir bereits im letzten Jahr einen Beitrag zur unsäglichen Veranstaltung im Zoo Eberswalde veröffentlicht haben, ist dies aus gegebenem Anlass wieder nötig, da am 30. Juli 2011 erneut eine “Afrikanische Nacht” veranstaltet wird.

Hier ein Brief an die Sprecherin des veranstaltenden Vereins Freundeskreis Gesundheit für Ombili Berlin-Brandenburg e. V.:

“Sehr geehrte Frau Dr. von Versen,

ich begrüße es sehr, dass Sie sich für einen guten Zweck einsetzen und diesen mit Spenden unterstützen möchten.

Dies möchten Sie anscheinend unter anderem erreichen, indem Sie den Europäern und insbesondere den Eberswaldern die “afrikanische Live-Musik”, die “afrikanischen Speisen” und “afrikanische Frisuren und Schminken” näherbringen. Es wäre schön gewesen, wenn Sie Afrika nicht verallgemeinert und als ein Land mit der kulturellen Vielfalt und Größe z.B. Deutschlands dargestellt hätten. Wenn Sie ein bestimmtes Land bzw. einen bestimmten Ort darstellen möchten, würde es sich anbieten, diesen auch direkt zu benennen und nicht so zu tun, als würde Afrika aus 5 Menschen, die ihren Unterhalt mit dem Basteln von Körben und Trommeln verdienen, und ein paar wilden Tieren bestehen. Read more

Berlin, 16.07.2011: Demonstration: Vorgang Oury Jalloh aus Polizeiarchiv gelöscht!

via INITIATIVE IN GEDENKEN AN OURY JALLOH

VOM GERICHT AUF DIE STRAßEN BERLINS GEHT DIE INITIATIVE IN GEDENKEN AN OURY JALLOH E.V. AM SAMSTAG, DEN 16.07.2011

DEMONSTRATION | SAMSTAG, DEN 16.07.2011 | 16:00 UHR | MEHRINGHOF -GNEISENAUSTR. 2A

Auszüge aus der Pressemitteilung (vollständige Mitteilung HIER) :

Berlin, den 10. Juli 2011

Wie konnte der Vorgang Oury Jalloh aus dem Journal, eine elektronisch
gespeicherte Vorgangsliste aller Einträge über Einsätze des Dessauer
Polizeireviers, gelöscht werden? Das war eine der bestimmenden Fragen
am 30. Juni 2011 im Landgericht Magdeburg. Die Nebenklage veranlasste
einen Ausdruck des Journals, um die Frage zu klären, wo Hans-Ulrich
März und Udo Scheibe zum Zeitpunkt des Feuerausbruchs waren? Sie selbst
behaupten, sie wären auf Streife gewesen. Dies wiederum müsste dann in
dem Journal vermerkt sein, das nun gelöscht wurde.

(…)

Noch immer gilt die Aussage von Torsten Bock, dass März und Scheibe um
11:30 Uhr, eine halbe Stunde vor Brandausbruch, in der Zelle bei Oury
Jalloh waren und ihn nochmals gründlich durchsuchten. Die Version der
Polizei, Oury Jalloh habe sich selbst mithilfe eines Feuerzeuges
angezündet, ist damit hinfällig. Was für die Initiative schon lange
fest steht, wird nun hoffentlich auch dem Gericht deutlich: Oury Jalloh
– das war Mord!

DEMONSTRATION | SAMSTAG, DEN 16.07.2011 | 16:00 UHR | MEHRINGHOF –
GNEISENAUSTR. 2A

Nach vielen Demonstrationen in Dessau und Magdeburg geht die Initiative
in Gedenken an Oury Jalloh e.V. endlich auch wieder in Berlin auf die
Straßen, um all der Menschen zu gedenken, die in kolonialer Manier
innerhalb und außerhalb der europäischen Grenzen, rechtsstaatlich
abgesegnet, umgebracht, zum Schweigen gebracht und ausgelöscht wurden.
Wir hoffen auf viele Verbündete im Kampf gegen Polizeigewalt und
Behördenrassismus.

DIE INITIATIVE OURY JALLOH E. V. FORDERT:
1. Stop der gezielten Polizeikontrolle von PoCs ( Racial Profiling)
2. Stopp Polizei-Brutalität!
3. Stopp der Straflosigkeit für Polizisten_innen in der BRD!
4. Abschaffung der menschenverachtenden Residenzpflicht!
5. Keine Isolation für Geflüchtete!

Infos unter http://initiativeouryjalloh.wordpress.com/
Kontakt: 0176/ 38113135

Vollständige Pressemitteilung: HIER

Hamburg, Fr. 15.7.2011: „Piraten-Prozess“ in Hamburg:
Presse-Einladung zur Öffentlichen Anhörung eines Sachverständigen aus Somalia

Um 12.15 Uhr vor dem Strafjustizgebäude (Sievekingsplatz)

mit dem Politologen Abdulahi Mohamud Qalimow

Alle Infos, vollständige Einladung, Kontakt und Presse-Telefonnummer: HIER im PDF

*

via Eine Welt Netzwerk Hamburg e.V.

Auszüge aus der Einladung (Hervorhebungen von uns):

Das Gericht hat sich bisher nicht darum bemüht, Experten aus der Region einzuladen. Damit sich die Öffentlichkeit trotzdem ein Bild machen und ein Experte aus Somalia sprechen kann, veranstalten verschiedene Initiativen am 15. Juli eine öffentliche Anhörung vor dem Gerichtsgebäude…
Der in Zürich lebende Politologe und Projektmanager Abdulahi Mohamud Qalimow hat vor seiner Flucht aus Somalia Mitte der 1990er Jahre ein Schulprojekt im Süden des Landes aufgebaut, das er weiterhin betreut. …

Er beantwortet am 15. Juli Fragen zur sozialen Lage Somalias und zum Hamburger Prozess gegen die zehn Angeklagten aus Somalia. Damit wird – wenn auch außerhalb des Gerichts – der eurozentristischen Sichtweise der bislang geladenen Experten die Betrachtung eines Experten aus Somalia gegenübergestellt.

Seit November 2010 läuft im Landgericht Hamburg der so genannte Piratenprozess: Zehn Männer, drei von ihnen minderjährig, sind wegen Angriffs auf den Seeverkehr und erpresserischen Menschenraubs angeklagt. Sie sollen im April 2010 das Containerschiff MS „Taipan“ überfallen haben, das einer Hamburger Reederei gehört. In 38 langen Prozesstagen mussten sie sich das so genannte Expertenwissen von sieben weißen europäischen Sachverständigen anhören.

Drei Rechtsmediziner meinen mit fragwürdigen und entwürdigenden Methoden sagen zu können, wie alt die jugendlichen Angeklagten sind. Eine vorgelegte Geburts- und Schulbescheinigung aus Somalia eines Minderjährigen lässt der Richter nicht gelten…

Die Auswahl der Gutachter macht die Kontinuität kolonialistischer und eurozentristischer Strukturen und Haltungen auf erschreckende Weise deutlich. Auch andere Aspekte, etwa die über ein Jahr andauernde Untersuchungshaft der Jugendlichen zeigt, wie das Gericht mit zweierlei Maß misst. Deutsche Jugendliche wären schon längst aus der Untersuchungshaft entlassen worden.

Alle Infos, vollständige Einladung, Kontakt und Presse-Telefonnummer: HIER im PDF

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Siehe auch (bei uns im Blog):

Die Info-Tafel am Berliner May-Ayim-Ufer steht!

via BER

Sage und schreibe ein Jahr nach Fertigstellung ist die Tafel jetzt endlich [am 7.6.2011, die Red.] aufgestellt worden.

May-Ayim-Ufer

Foto von Berliner Entwicklungspolitischer Ratschlag (BER)

 

Die offizielle Einweihung/Übergabe der Infotafel wird Ende August mit einem kleinen Festakt begangen.

Berlin, 24.6.2011: Buch-Neuerscheinung “Wie Rassismus aus Wörtern spricht”
PK, Lesung und Release-Party

Von verschiedenen Autor_innen, u.a. Chandra-Milena Danielzik, Aisha Diallo, Esther Dischereit, Philippa Ebéné, Maisha Eggers, Anne Freese, Rosa Hoppe, Fei Kaldrack, Philipp Khabo Köpsell, Nadja Ofuatey-Alazard, Julia Roth, Markus Schmitz, Noah Sow, Juliane Strohschein, Deniz Utlu, uva.

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Susan Arndt | Nadia Ofuatey-Alazard (Hrsg.)

Wie Rassismus aus Wörtern spricht

(K)Erben des Kolonialismus im Wissensarchiv deutsche Sprache.

Ein kritisches Nachschlagewerk

ISBN 978-3-89771-501-1?780 Seiten | Hardcover | Großformat B5 | 29.80 Euro ?? Unrast Verlag | Postfach 8020 | 48043 Münster


Ab sofort im Buchhandel.

(komplettes Inhaltsverzeichnis und Intro/Vorwort/Geleit: HIER)

Aus der Pressemitteilung des Verlags:

Entgegen vieler Auffassungen ist der Kolonialismus noch längst nicht Geschichte. Bis heute offenbart er sich als strukturell virulent. Kolonialistische Mythen bilden in diesem Zusammenhang nicht nur eine wichtige Grundlage rassistischen Denkens. Sie sind in weißen europäischen Wissensarchiven Read more