Gast-Leserbrief: plakativ schwer rassistisches Vokabular im Goldmann Verlag

Offener Brief von P[Name anonymisiert], die über ein Buch der Autorin Margit Schreiner gestolpert ist. Der Titel des Buches lautet “Mein erster Neger” (anm der Blog-Red.: wird unsererseits nachfogend in N**** umgewandelt)

Sehr geehrte Damen und Herren, sehr geehrte Frau Schreiner!

Als ich über Ihr Buch mit dem Titel “Mein erster N****” stolperte war ich entsetzt.
Das Wort “N****” stellt eine Beleidigung aller Menschen mit schwarzer Hautfarbe dar. Es stammt aus der Kolonialzeit. Die Firma Dickmanns hat sich schon seit einigen Jahren dazu entschieden, die früher genannten N-Küsse in Dickmanns umzutaufen. Und vielen Menschen leuchtet auch ein, dass Sie dieses Unwort in jeglicher Variante aus ihrem Wortschatz zu streichen haben. Zu Margit Schreiner und dem Goldmann Verlag scheint das wohl noch nicht durchgedrungen zu sein. Hier wird der unsägliche Buchtitel auch noch passend dazu mit einem Cover versehen auf dem Schaumküsse abgebildet sind. Das ist ja wunderbar. Damit schlagen Sie dann gleich zwei Fliegen mit einer Klappe nicht wahr? Als erstes werden die Leser dazu aufgefordert ab sofort wieder “N-Kuss” zu sagen und als zweites können Sie dann wohl damit anfangen schwarze Menschen auch als N…. zu betiteln. Das Buch besteht aus mehreren Kurzgeschichten und die eine heisst dann so wie der Buchtitel. Wie oft in dieser Geschichte das N-Wort vorkommt hab ich irgendwann aufgegeben zu zählen. Auch wird in der Geschichte nicht einmal klar, dass es sich bei dem Wort um eine Beleidigung handelt. Es wird benutzt als sei es das Normalste von der Welt schwarze Menschen als N…. zu bezeichnen. Es lässt sich leider nicht vermeiden, dass sich bei mir der Gedanke einschleicht, hier würde es darauf angelegt werden, das N-Wort wieder Salonfähig zu machen.

(…)

Mit freundlichen Grüssen
P[Name anonymisiert]
P.S. Ich bitte Sie eine Kopie dieses Schreibens Ihrer Autorin zukommen zu lassen (…)

Anm. der Red: Für alle, die es wirklich nicht verstehen (wollen), liegt auf www.derbraunemob.de das Dokument “Warum nicht Neger?” zum download und Verteilen.

Gast-Leserbrief: SPIEGEL ONLINE knapp daneben

Offener Leserbrief von Petra Dibba anläßlich des Artikels “Ich darf ihn noch nicht mal Mörder nennen” http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,491147,00.html auf ‘Spiegel Online’:

Sehr geehrte Damen und Herren,

Natürlich ist es sinnvoll, wie Sie es in diesem Artikel tun, aufzuzeigen, daß auch Deutsche, nicht etwa nur Ausländer, Opfer rechter Schläger und Mörder werden können.

Trotzdem hätte ich mir mehr Aufmerksamkeit für die Traumatisierung der ausländischen Opfer gewünscht. Sie bleiben in Ihrem Artikel Un-Personen. Afrikaner; ohne Namen. Lohnt es sich nicht einmal, die Opfer beim Namen zu nennen, wenn man ihr Leiden schon, anders als das der deutschen Opfer, der näheren Beschäftigung nicht für würdig befindet?

Ethnozentrismen dieser Art unterlaufen dem Spiegel in letzter Zeit häufig. Auf Ihre in manchen Teilen schockierend rassistische und kolonialistische Serie ‘Afrika – Der Fluch des Paradieses’ will ich hier nicht weiter eingehen; dazu erübrigt sich m.E. jeder Kommentar.

Der aktuelle Spiegel 29/2007 transportiert ebenfalls eine in dieser Hinsicht seltsame Sichtweise. Im Artikel ‘Wie Olivenöl und Wasser’ berichten Sie über die Ermordung des deutschen Übersetzers Tilman Geske in Malatya/Türkei und versteigen sich dabei zu der Äußerung: “Zu Tilman Geskes Begräbnis…erschienen über 100 Trauergäste. Kein Regierungsvertreter aus Ankara war darunter, auch nicht der Bürgermeister von Malatya”.

Dazu ist sicherlich die Frage erlaubt, wie viele Berliner Regierungsvertreter denn nach Ihrer Kenntnis üblicherweise zu den Begräbnissen der von Rechtsradikalen ermordeten Ausländer in Deutschland erscheinen.

Mit freundlichen Grüßen,
Petra Dibba

Reaktionen von UNICEF

Dear Mr Naughton,

Apologies for the delay in getting back to you — I have been in meetings
for much of the day. Thank you very much for alerting UNICEF Headquarters
to this.

I have forwarded your concerns to colleagues at the German National
Committee for UNICEF, asking them to respond to you directly. Meanwhile, I
am also trying to reach individual colleagues in Germany in person, so that
we can respond to you today if possible — despite the time difference.

I can assure you that we take such issues very seriously at UNICEF, and
that we will get back to you as soon as we can.

With apologies once more for the delay, and with best regards

angela

For every child
Health, Education, Equality, Protection
ADVANCE HUMANITY
_______________________________
Angela Hawke
Communication Officer
Media Section
UNICEF New York
Tel: 1 212 326 7269
Cell: 1 917 605 1699
http://www.unicef.org/media

(Anmerkung:

UNICEF haben den Link, der zu besagter Kampagne führt, von ihrer Homepage genommen. So lange aber keine tatsächliche Einsicht herrscht (siehe Brief und Anmerkung von UNICEF Deutschland unten), empfiehlt es sich eventuell, UNICEF und ihre Werbeagentur weiterhin darüber zu informieren, wie Sie über ihre Sozialkompetenz denken, und warum die Mittel mit denen in diesem Fall Werbung betrieben werden sollte, falsch sind.)

*********

UNICEF Deutschland:

Dear Mr. Dalzine,

Thank you very much for your letter and your comments on the advertisment
for our “Schools for Africa” initiative. Please let me try to explain
context and message of the ad.

The German Committee for UNICEF has started a campaign to promote
child-friendly schools in six African countries in late 2004. This campaign
aims to raise awareness on the fact that nearly half of all children in
Africa lack even primary education.

With funds from private donors, since then 350 schools have been repaired or
newly constructed. In addition, several thousand teachers were trained and
school management improved. In total, some hundred thousand children and
young people have benefitted from this campaign since 2004.

The right to education for all children is a prerequisite to develop their
full potential and a basis for social and economic development. But still
many governments – including the G8-countries – do not stick to their
promise in the so-called “Millennium Declaration” to reach “education for
all” until 2015.

We therefore tried to bring the issue up to the agenda of the G8 summit
which took place in Germany in June this year. One element of our advocacy
work was this ad which was developed pro bono by Jung von Matt.

The idea behind is that children from Germany demonstrate their solidarity
with children in Africa by showing up with a coloured make up. Their message
is: “Children may look different but are equal – we all want to go to
school.” Absolutely no connotation of black children as “dirty children” was
intended.

Before publishing the ad, we had carefully discussed possible
misinterpretations and the agency had also tested public reaction in a
survey in Germany, without receiving negative comments. Neither did we
receive any negative reaction from the German public after publication.

The ad was published in a few high-quality print media like Frankfurter
Allgemeine Zeitung, Spiegel, Die Zeit, Stern, free-of-charge. These media
had never volunteered to publish the ad if they would have expected a
negative connotation. Obviously, the perception of the ad varies by country.

There are no plans to promote the ad further as it was explicitly developed
for the G8 summit. Your remarks have caused us to drop it from our website.

We apologize if you feel irritated by the make up of the children. Please
rest assured that we take your remarks very seriously and will consider them
in any further communication.

Thank you for sharing your comments with us.

With kind regards,

Rudi Tarneden

Press Officer
___________________

German Committee for UNICEF

Hoeninger Weg 104, 50969 Koeln

Phone: +49 (0) 221-93650-235
Fax: +49 (0) 221-93650-301

E-Mail: rudi.tarneden@unicef.de

Web: *www.unicef.de*


(unsere Anmerkung:

Aus diesem Antwortschreiben geht jedoch klar hervor, dass keine Einsicht dahingehend herrscht, weshalb diese Anzeigen entwürdigend sind. Ganz im Gegenteil wird hier erwartungsgemäß betont, wieviel Gutes bisher erreicht wurde, und vor allem dass die Kampagne bisher angeblich nicht im mindesten als beleidigend empfunden wurde:

“Before publishing the ad, we had carefully discussed possible
misinterpretations and the agency had also tested public reaction in a
survey in Germany, without receiving negative comments. Neither did we
receive any negative reaction from the German public after publication.”

Uns ist jedoch bekannt, dass Organisationen, die anfang des Jahres konsultiert wurden, stark davon abgeraten haben, eine derartige Kampagne durchzuführen. Damals war noch geplant, Weiße deutsche Erwachsene braun anzumalen. Anscheinend gingen UNICEF und die Werbeagentur davon aus, dass eine Verhöhnung durch Kinder weniger schlimm sei (?). Da im Brief auch von “Missverständnissen” die Rede ist, können wir zu diesem Zeitpunkt leider nicht davon ausgehen, dass der grundsätzliche Kritikpunkt verstanden wurde.

Um also ähnliche Vorkommnisse in der Zukunft zu vermeiden, und auch um der deutschen Öffentlichkeit dahingehend Nachhilfe zu leisten, bitten wir alle Menschen, ihre Erfahrungen und Erklärungen an Unicef und die verantwortliche Werbeagentur zu schicken, die erklären, weshalb die Anzeigentexte dieser Kampagne sowie “blackface” (ob mit Dreck oder Farbe) diskriminierend und beleidigend sind.

unsatisfactory reaction from UNICEF Germany

July 24:

inofficial and personal response from one German UNICEF employée

Dear Mr. (…),

Just a quick update. The adverts have been dropped from the German National
Committee website and there are no plans to use them in the future. We
apologise sincerely for any offence caused. The adverts were inappropriate
and do not reflect our mission.
Thank you again for bringing this to our attention.
with best regards
a(…)

*********

July 18

UNICEF USA:

Dear Mr Naughton,

Apologies for the delay in getting back to you — I have been in meetings
for much of the day. Thank you very much for alerting UNICEF Headquarters
to this.

I have forwarded your concerns to colleagues at the German National
Committee for UNICEF, asking them to respond to you directly. Meanwhile, I
am also trying to reach individual colleagues in Germany in person, so that
we can respond to you today if possible — despite the time difference.

I can assure you that we take such issues very seriously at UNICEF, and
that we will get back to you as soon as we can.

With apologies once more for the delay, and with best regards

angela

For every child
Health, Education, Equality, Protection
ADVANCE HUMANITY
_______________________________
Angela Hawke
Communication Officer
Media Section
UNICEF New York
Tel: 1 212 326 7269
Cell: 1 917 605 1699
http://www.unicef.org/media

(comment from blog-author:
Until it isn’t clear that the actual campaign (posters and ads with these images and “quotes”) will be stopped for good and not be published in the future, it might be a good idea to continue explaining to UNICEF Germany and the advertising agency how you feel about their social skills and why blackface is never a good idea.

Our main aim lies in actually explaining why this is wrong, because in Germany it is really not clear at all why the campaign is offensive. The UK and US experience can help explain and get the point across, so that in the future this won’t be just “one example of a bad campaign” but it can be generalized why the means of “blackface” and “white kids speak for “african” kids” (a.s.o.) is not okay.)

***********************

UNICEF Germany:

Dear Mr. Dalzine,

Thank you very much for your letter and your comments on the advertisment
for our “Schools for Africa” initiative. Please let me try to explain
context and message of the ad.

The German Committee for UNICEF has started a campaign to promote
child-friendly schools in six African countries in late 2004. This campaign
aims to raise awareness on the fact that nearly half of all children in
Africa lack even primary education.

With funds from private donors, since then 350 schools have been repaired or
newly constructed. In addition, several thousand teachers were trained and
school management improved. In total, some hundred thousand children and
young people have benefitted from this campaign since 2004.

The right to education for all children is a prerequisite to develop their
full potential and a basis for social and economic development. But still
many governments – including the G8-countries – do not stick to their
promise in the so-called “Millennium Declaration” to reach “education for
all” until 2015.

We therefore tried to bring the issue up to the agenda of the G8 summit
which took place in Germany in June this year. One element of our advocacy
work was this ad which was developed pro bono by Jung von Matt.

The idea behind is that children from Germany demonstrate their solidarity
with children in Africa by showing up with a coloured make up. Their message
is: “Children may look different but are equal – we all want to go to
school.” Absolutely no connotation of black children as “dirty children” was
intended.

Before publishing the ad, we had carefully discussed possible
misinterpretations and the agency had also tested public reaction in a
survey in Germany, without receiving negative comments. Neither did we
receive any negative reaction from the German public after publication.

The ad was published in a few high-quality print media like Frankfurter
Allgemeine Zeitung, Spiegel, Die Zeit, Stern, free-of-charge. These media
had never volunteered to publish the ad if they would have expected a
negative connotation. Obviously, the perception of the ad varies by country.

There are no plans to promote the ad further as it was explicitly developed
for the G8 summit. Your remarks have caused us to drop it from our website.

We apologize if you feel irritated by the make up of the children. Please
rest assured that we take your remarks very seriously and will consider them
in any further communication.

Thank you for sharing your comments with us.

With kind regards,

Rudi Tarneden

Press Officer
___________________

German Committee for UNICEF

Hoeninger Weg 104, 50969 Koeln

Phone: +49 (0) 221-93650-235
Fax: +49 (0) 221-93650-301

E-Mail: rudi.tarneden@unicef.de

Web: *www.unicef.de*

(our comment:

this answer shows that UNICEF Germany still don”t really understand why their campaign is offensive:

1) what about the quotes that practically say all africans are un-educated?

2) Now, we find it important to explain just exactly why this campaign is wrong, because in Germany it is really not clear at all why the campaign is offensive. The UK and US experience can help get the point across, so that in the future this won’t be just “one example of a bad campaign” and happen again. We would like to generalize why the means of “blackface” and “white kids speak for “african” kids” (a.s.o.) and the “quotes” in the ad are not okay.

Besides, a similar campaign that had been tested early 2007 used white grown-ups with faces painted brown instead of children. We know of organisations that had been asked their opinion by UNICEf/JvM and who had strongly suggested to not publish such a campaign. Why UNICEF and JvM thought it would be less offensive if children do the blackfacing, we do not understand.

UNICEF: Werbung durch Herabwürdigung – Protestkampagne zum Mitmachen

Bitte auch Extra-Seiten dazu (rechts) und die englische Version zum weiterleiten beachten.

Gegen besseres Wissen haben sich UNICEF Deutschland und die Werbeagentur Jung von Matt dazu entschlossen, folgende Assoziationen, die in ihren Köpfen anscheinend stattfinden, öffentlich zur Schau zu tragen:

“Schwarze Menschen = Dreck = Afrikaner = ungebildet.”

© UNICEF
Quelle:Unicef

Wir bitten alle Menschen, die damit nicht einverstanden sind, ihre Erfahrungen und Erklärungen an Unicef und die verantwortliche Werbeagentur zu schicken!

Bitte schreiben Sie Ihre zivilisierenden Gedanken an publicrelations@unicef.de und info@jvm.de mit einer Kopie an info@derbraunemob.de.

Es empfiehlt sich für jeden Leserbrief und jedes Beschwerdeschreiben der Zusatz “Bitte beachten Sie, dass dieser Briefwechsel von uns öffentlich geführt wird, und wir dieses Anschreiben wie auch Ihre eventuelle Antwort zu Zwecken der Dokumentation und Aufklärung veröffentlichen.”! So wird das Briefgeheimnis nicht verletzt und die Antwort kann verbreitet und veröffentlicht (und von Dritten kommentiert) werden.

your reactions to the UNICEF campaign (frequently updated):

© UNICEF
source: Unicef

NEW (updated July 29)

Colleagues,

I, as many people, have been shocked and disgusted by the advertising
campaign featuring German (white) children ‘blacked up’ in sympathy
for their ‘African’ counterparts. I have used my networks to forward
the link to your campaign as widely as possible, so there can be
absolutely no mistake or misunderstanding on your part – the advert is
unacceptable, and many people of all ethnicities within Germany and
outside are agreed about this. The Unicef Schools for Africa campaign
racist and patronising. I am pleased to hear it has been removed from
the Unicef website, however a lot of damage has been done.

Even in the response to the criticism, the German Committee for UNICEF
has displayed a profound lack of judgement and awareness of the
effects of racial and cultural stereotyping. It simply isn’t good
enough to make sweeping judgements about “the children in Africa”,
“the schools in Africa”, “the teachers in Africa”… Africa is a
vast continent, as varied and diverse as any other continent in the
world – perhaps even more so.

I would like more information about the discussions that were had
surrounding the possible misinterpretations of the advertisment – what
was there to misinterpret? In your advert you are showing that
children from Germany are white (that German = white) – and these
white children show solidarity with African children, presumably all
Black, by colouring their faces – please explain?

From the little I know about some aspects of white German culture
(Children’s Book Struwwelpeter springs to mind) being Black is seen to
be something of a curse, something to be pitied, “they can’t help it
if they are Black” – so perhaps these white children colouring their
faces shows solidarity for how unfortunate it is to be Black? It
isn’t clear to me, or other people I have discussed this with, how
else to interpret this visual statement.

And now that this error in judgement has occurred, what is the public
relations exercise going to look like in order to correct the
misinformation that has been spread by this campaign? In the UK it is
common for apologies to be carried in the newspapers were those errors
occured. I would suggest this as a possible way forward. I would
suggest that these apologies should be as large as the original
adverts, that they contain a proper explanation about why the adverts
were offensive and finally, that Unicef at all levels of the
organisation and in every national committee agrees unequivocally on
this advertising campaign should simply not have happened.

I look forward to your response.

Sharon Otoo

www.talentedtenth.co.uk

———

To Whom It May Concern at UNICEF and JVM,

I am deeply disturbed– horrified– by your recent ad campaign
utilizing white children in blackface to “support” aid to Africa (?).
It is unclear to me how you find this stereotypical, white supremacist
racist treatment of the children of Africa to be helpful to them.
Clearly it is not obvious to you that coating white children’s faces
in mud does NOT effectively express their solidarity with African
children. In fact, painting the children of an entire continent as
uneducated, and utilizing blackface does NOT help those children. It
demeans them and perpetuates racist notions of blackness.
It also serves to hide the legacy of colonialism that has put former
colonies in the economic situations they face today, the situations
that make UNICEF relevant. Policies that the European Union supports,
including the work of the World Bank and IMF, establish the economic
dependence of former colonies on their colonizers, effectively
recolonizing them. Your use of blackface and descriptions of the lack
of education of Africans (all Africans can be lumped together,
apparently) obscures the role of your target demographics in the
ongoing colonization of the global South. It perpetuates the notion of
the “white man’s burden”.

Portraying “blackness” the way you have is counter to everything that
I have believed UNICEF to stand for. I will actively work to educate
others of the racist ideas UNICEF supports until there has been a
public apology made. I am going to publish this letter in as many
sources as possible.

Susan Wilcox, Ed.D., Co-Executive Director
The Brotherhood/Sister Sol
512 West 143 Street
New York, NY 10031

——

To Whom It May Concern at UNICEF and JVM,

I am quite shocked by your recent ad campaign showing white children in blackface supposedly to show solidarity with African children.

Do you not see how demeaning blackface is? Do you really think putting mud on children’s faces will help them understand the issue of education in Africa? How can you use such a grossly stereotypical, demeaning and racist depiction?

The message you are sending is that mud = blackness = uneducated. Shame on you.

Portraying “blackness” the way you have is counter to everything that I have believed UNICEF to stand for. I will actively work to educate others of the racist ideas UNICEF supports until there has been a public apology made. I am going to publish this letter in as many sources as possible.

Janice Stashwick
Civil Rights Advocate
Access Living
115 W. Chicago Ave.
Chicago, IL 60610

——-

To Whom It May Concern at UNICEF and JVM,

Your recent ad campaign in ignorant and racist. How can pictures of white children smeared in dark paint be seen as humanitarian? Unintentional or not, the effect is the degradation of Black people and children. It perpetuates racist notions of blackness and hides the legacy of colonialism that has put former colonies in the economic situations they face today, the situations that make UNICEF relevant.

Your use of blackface and descriptions of the lack of education of Africans (all Africans can be lumped together, apparently) obscures the role of your target demographics in the
ongoing colonization of the global South. It perpetuates the notion of
the “white man’s burden”.

Portraying “blackness” the way you have is counter to everything that I have believed UNICEF to stand for. I will actively work to educate others of the racist ideas UNICEF supports until there has been a public apology made. I am going to publish this letter in as many sources as possible.

Please remove the campaign, issue an international apology, and replace it with a more accurate and humanitarian message. Otherwise, you will lose supporters – such as myself – across the world by the hundreds of thousands.

Sincerely, M. Fu

****

July 24th

numerous reactions from PoC on american page “racialicious” HERE

The UNICEF ads of the white Germans in blackface are racist and need to be taken down immediately. First of all, the debate equates blackness with “mud” and makes all Africans seem uneducated. It also posits the whites as educated. It is condescending, racist and offensive.

Sai

Hello. I’d like to start by apologizing for not writing this in German
and thanking you for taking the time to read this.

I’m sure you’ve received a number of e-mails, phone calls and letters
concerning your recent Unicef campaign featuring children with mud
“blackface”. Truth be told I don’t know a great deal about racial
relations in Europe, I simply assumed they are much better over there
than they are here in America. Perhaps it is because of this that the
use of blackface isn’t as taboo in Germany as it is America. Here the
use of black face conjures memories of white comedians who used black
paint to make fun of oppressed black people and enforce some very
negative stereotypes.

However my concern is geared more towards the words used in your
campaign than it is the mud “blackface”. I’m sure you had the best
intentions in mind when you came up with the campaign, seeking to
illicit as many donations as possible. Still, it is somewhat off putting
that you would trivialize the current state of the education system in
Africa. It may not be up to the high standards of your fine country but
they are far from having no schools or being as uneducated as your
advertisement may lead people to believe.

Unicef does good work, I’ve donated both my time and money to them in
the past. I would be honored to continue doing so. I am of the opinion
that this particular advertisement campaign is in need of some editing.
It’s true the mud “blackface” gets attention, and I’m sure the
controversy surrounding this campaign will get people talking, but
probably not in a positive way. Despite the negative feelings associated
with “blackface” I think the pictures themselves will be useful in
generation hype and getting them seen. So perhaps if you could just make
the text that accompanies them a little less offensive and more thought
provoking it would make this campaign even more beneficial to your
worthy and noble cause.

Once again I’d like to thank you for your time and apologize for not
writing this in German.

Sincerely,

Andrew S. Reed

—-

Colleagues,

I, as many people, have been shocked and disgusted by the advertising
campaign featuring German (white) children ‘blacked up’ in sympathy
for their ‘African’ counterparts. I have used my networks to forward
the link to your campaign as widely as possible, so there can be
absolutely no mistake or misunderstanding on your part – the advert is
unacceptable, and many people of all ethnicities within Germany and
outside are agreed about this. The Unicef Schools for Africa campaign
racist and patronising. I am pleased to hear it has been removed from
the Unicef website, however a lot of damage has been done.

Even in the response to the criticism, the German Committee for UNICEF
has displayed a profound lack of judgement and awareness of the
effects of racial and cultural stereotyping. It simply isn’t good
enough to make sweeping judgements about “the children in Africa”,
“the schools in Africa”, “the teachers in Africa”… Africa is a
vast continent, as varied and diverse as any other continent in the
world – perhaps even more so.

I would like more information about the discussions that were had
surrounding the possible misinterpretations of the advertisment – what
was there to misinterpret? In your advert you are showing that
children from Germany are white (that German = white) – and these
white children show solidarity with African children, presumably all
Black, by colouring their faces – please explain?

From the little I know about some aspects of white German culture
(Children’s Book Struwwelpeter springs to mind) being Black is seen to
be something of a curse, something to be pitied, “they can’t help it
if they are Black” – so perhaps these white children colouring their
faces shows solidarity for how unfortunate it is to be Black? It
isn’t clear to me, or other people I have discussed this with, how
else to interpret this visual statement.

And now that this error in judgement has occurred, what is the public
relations exercise going to look like in order to correct the
misinformation that has been spread by this campaign? In the UK it is
common for apologies to be carried in the newspapers were those errors
occured. I would suggest this as a possible way forward. I would
suggest that these apologies should be as large as the original
adverts, that they contain a proper explanation about why the adverts
were offensive and finally, that Unicef at all levels of the
organisation and in every national committee agrees unequivocally on
this advertising campaign should simply not have happened.

I look forward to your response.

Sharon Otoo

www.talentedtenth.co.uk

**********

Earlier letters (July 10th):

Unicef and Jung von Matt:

Thanks to (…) I was recently made aware of an advertising campaign created by your organizations that sought to seek support for education for children in Africa. While the intent of this project is quite laudable, I’m afraid both your organizations went about crafting the campaign in ways that not only highlight some of the stereotypical attitudes that many in the West have toward Africa and Africans but in an ironic turn point to the very attitudes many have about Germans and Germany. Neither is fair.

It is true that the problems facing those living on the African continent are many and that assistance is greatly needed particularly in matters concerning the education. Yet I cannot understand why you chose to place mud on the faces of children in order to solicit funds for this cause. Are Germans so ignorant of the situation in Africa that a crude, racist costume is required to convey this information? Or is this simply how Unicef and the Jung von Matt advertising agency think of Africans?

In the future, might I suggest that your organization, as Europeans in general and Germans in particular, exercise a little more cultural sensitivity when embarking on a campaign to aid those less fortunate than yourselves wherever they may reside. As you know all of us can easily be mocked by costume but the challenge is to see the humanity we share. I hope you can do better next time.

Marcus Dalzine, Esq.
New York, NY

Dear Representatives or Unicef,

I am absolutely disgusted by your “UNICEF-Anzeigenserie Schulen für Afrika!” (http://www.unicef.de/4500.html)

How on earth can you create a connotation of black children being represented by white children with DIRT in their faces! This makes me sick.

How do I explain this to my little daughter (4), who is suffering enough because she is made to want to be white in our society? Do you want to me explain that her being black is just like “having dirt in your face”??? What are her white school mates going to make of it, the next time there is an argument?

I can”t even give you the credit of “it was well meant” because an organisation like UNICEF should know better. At best I can give you and your advertising agency (Agentur Jung von Matt/Alster) the excuse of utter ignorance! At worst I have to accuse you of a notion of white supremacy and disrespect for other peoples!

For the sake of my daughter and out of respect to being different I would ask you to not feature this ad as it is offensive and hurtful to many people!

Your sincerely,

Andrew Naughton

english: scandalous German UNICEF advertising campaign – please help

a link to this campaign was forwarded to us by disturbed readers:

© UNICEF
source: unicef

German Unicef-Campaign in 2007

This is an actual ad-campaign by UNICEF Germany!

This campaign is “blackfacing” white children with mud to pose as “uneducated africans”.

The headline translates “This Ad-campaign developped pro bono by the agency Jung von Matt/Alster shows four german kids who appeal for solidarity with their contemporaries in Afrika”

The first kid says:

“I’m waiting for my last day in school, the children in africa still for their first one.”

second kid:

“in africa, many kids would be glad to worry about school”

third kid:

“in africa, kids don’t come to school late, but not at all” (!)

fourth kid:

“some teachers suck. no teachers sucks even more.”

Our opinion: Besides claiming that every single person in “Africa” isn’t educated, and doing so in an extremely patronising way, it is also disturbing that this organisation thinks blackfacing kids with mud (!) equals “relating to african children”. Also, the kids’ statements ignore the existance of millions of african academics and regular people and one again reduces a whole continent to a village of muddy uneducated uncivilized people who need to be educated (probably by any random westerner). This a really sad regression.
Bottom lines of this campaign are: Black = mud = African = uneducated. White = educated. We feel this campaign might do just as much harm as it does any good. You don’t collect money for helping people by humiliating and trivilaizing them first.

Unfortunatley, if it was clear to the average German that this is wrong, UNICEF and the advertising agency wouldn’t come out with such a campaign.

Please write your opinion and help us make clear and explain why it is wrong to use “blackface with mud”, and write to UNICEF at publicrelations@unicef.de as well as the advertising agency at info@jvm.de with a copy to our info@derbraunemob.de what you feel about this campaign and why. Please include a line that you”re going to publish your mail and the response.

by the way, the slogan of the advertising agency who came up with this, reads
“we communicate on eye-level”.

Ihre Reaktionen auf die UNICEF-Kampagne (wird regelmäßig aktualisiert):

© UNICEF
Quelle:Unicef

NEU am 24.7.:

Bericht über den Fall und zahlreiche internationale Reaktionen auf antirassistischer US-Internetpräsenz HIER

Sehr geehrte Damen und Herren,

Ihre Kampagne zeigt mal wieder, daß Rassismus sehr viel mehr ist als die Propaganda von Rechtsextremisten. Es ist die tiefverwurzelte Einstellung und Stereotypen gegenüber Menschen anderer Herkunft oder Hautfarbe.
Ihre Werbekampagne spielt auf diese Vorurteile ab. Der gesamte Kontinent Afrika, der unsere paternalistische Hilfe benötigt. In ihrem Weltbild scheint es auf dem gesamten Kontinent weder Lehrer noch Schulen noch Schüler/Innen zu geben. Sie verwenden sämtliche Vorurteile, die der Durchschnittsdeutsche in seiner Vorstellung hat, wenn er “Afrika” hört. Afrika ist übrigens ein Kontinent und kein Land.
Und welche Botschaft wollten Sie vermitteln, wenn Sie weiße Kinder ‘schwarz einfärben’? Im Grunde wollten Sie doch darstellen, daß deutsche Kinder für den Bau von Schulen werben sollen. Wozu empfanden Sie dann auch noch das ‘einschwärzen’ notwendig? Diese Frage hätte ich gerne beantwortet. Im Antwortschreiben an Herrn Dalzine geben Sie an: “The idea behind is that children from Germany demonstrate their solidarity with children in Africa by showing up with a coloured make up. Their message is: “Children may look different but are equal – we all want to go to school”.
Was hat mit Dreck beschmieren (und somit Schwarze ‘darstellen’) mit Gleichheit zu tun?
Sie verwenden übrigens noch ein weiteres Vorurteil für Ihre Werbekampagne, nämlich daß deutsch automatisch weiß ist.

Ihre Kampagne zeigt, wie weit wir noch gehen müssen, um Rassismus zu bekämpfen. Vielleicht kann ihre Kampagne zumindest dazu Anstoß geben.

Mit freundlichen Grüßen
Christine Gebhard

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Sehr geehrte Damen und Herren,

ich habe über eine Freundin von der Kampagne zum G8, Schulen für Afrika
erfahren.

Ich teile nicht alle Kritikpunkte, bin aber doch enttäuscht über die
offensichtliche Ignoranz auf seiten von Unicef.
Die Veröffentlichung der Anzeigen in sogenannten Elitemedien zeigt eine
elitäre und unbedarfte Herangehensweise. Dass keiner dieser Leser sich gegen
diese Anzeige gewandt hat, zeugt von einer erschreckenden Ignoranz
bestehender Unterschiede und Verhältnisse auf dem afrikanischen Kontinent.
Interessant wäre zu erfahren, ob und welchen Effekt die Kampagne überhaupt
hatte, außer deutlichem Widerspruch.

Zum Imhalt der Kampagne:
Außerdem sollte es selbstverständlich sein, dass das face painting eine
rassistische und überholte Methode der Darstellung von Schwarzen ist. Sie
wurde besonders in Hollywood gezielt dazu eingesetzt, Schwarze zu
ironisieren und sie lächerlich zu machen. Nicht zuletzt diente sie natürlich
auch dazu, keine schwarzen Darsteller zum Filmgeschäft zuzulassen.

Sollte die Kampagne außerdem gerade Kinder ansprechen, so teile ich die
Sorgen von Eltern, die befürchten, dass Kinder das Verschmieren zur
Verunglimpfung nachahmen.
Die befürchetete Verbreitung der Assoziation schwarz=Dreck teile ich nicht
unbedingt, da das Face painting für mich in obigem Zusammenhang zu sehen
ist. Allerdings wird diese Assoziationskette durch die Kampagne doch
verstärkt: man hat “nicht mal” Schminke verwendet.

Zur weiteren Verbindung von afrikanische Kinder=dumm/ ungebildet muss ich
sagen, dass diese nicht so klar herauszulesen ist und ja wohl auch nicht
intendiert war.
Allerdings, insbesondere nach Lektüre des Unicef Antwortschreibens, muss ich
mich doch sehr wundern, dass gerade Unicef die unzulässige Verallgemeinerung
Afrikas und seiner Menschen mitmacht.
Wenn die Kampagne sich auf ein konkretes Projekt bezog, auf 6 Länder, warum
wurde dies nicht kommuniziert? Warum wurde nicht gesagt, in welchen Ländern
dies nicht der Fall ist oder welchge Länder besonderer Hilfe bedürfen?
Eine Verbindung zum G8 wurde garnicht aufgezeigt. Auch dort hätte eine
Kritik an Verallgemeinerung not getan und ein Hinweis auf die Nichterfüllung
der gesteckten Ziele.

Die angebliche Solidarität der Kinder, die zum Ausdruck kommen sollte, hätte
man deutlich machen müssen. In der Anzeige wird keinesfalls Solidarität,
sondern Unterschiedenheit und Privilegierung zum Ausdruck gebracht, die
allenfalls lachend unterstrichen wird.
Wenn die Gegenüberstellung oder Kontrastierung zum Aufrütteln das Ziel
gewesen sei sein sollte, warum zeigt man dann nicht (auch) betroffene
Kinder?
Eine Möglichkeit zur Darstellung von Freundschaft oder wahrer Solidarität,
z.B. als zorniger Betroffenheit, hätte insbesondere Unicef gehabt. Waren sie
nicht die Organisation, die gerade Kinder in Schulen ansprechen, zum
Engagement ermutigen wollte??

Zusammenfassend erweckt die Kampagne den Eindruck, dass nur einseitig und
nicht genug gedacht wurde.

Mit freundlichen Grüßen
Nora Manthey

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Sehr geehrte Damen und Herren,

mit ziemlicher Verwunderung nahm ich Ihre von der Agentur Jung von Matt/Hamburg gestaltete Kampagne

Ich erwarte ehrlich gesagt von deutschen Medien und Werbetreibenden in dieser Hinsicht nicht allzu viel; anders als z.B. in den anglophonen Ländern findet hierzulande eine wirkliche Auseinandersetzung mit den vielfältigen Formen des Rassismus kaum statt. An eine Organisation wie die Unicef allerdings darf man wohl mit Fug und Recht höhere Ansprüche stellen.

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Sehr geehrte Damen und Herren!

Was soll mir ein offensichtlich unbeschwert lachendes weisses Kind
mit Schuhcreme im Gesicht auf einem Plakat sagen, das für Spenden in
afrikanische Schulsysteme aufruft?
Doch wohl folgendes: “Afrika geht es schlecht. Seht her, wie gut es
uns geht! Lasst uns einen Teil unseres Reichtums abgeben. Und (siehe
die Schuhcreme im Gesicht): Sind wir nicht irgendwie alle Afrikaner?”

Diese Aussage macht zweierlei falsch:

Wieder einmal wird Afrika nicht als das dargestellt was es ist,
nämlich ein Kontinent, bestehend aus vielen unterschiedlichen
Staaten. Es wird pauschal als gigantische Katastrophenregion
behauptet und verzerrt so die Wirklichkeit auf gefährliche Art und
Weise.

Und dann die Schuhcreme als, sozusagen, spielerische Solidarisierung
mit dem ach so ungebildeten schwarzen Kind. Eine Aussage folgender
Art: “Wir beschmieren uns mal schnell mit schwarzer Farbe und:
schwups haben einen Menschen durch Reduktion auf sein grundlegendes
Wesenselement dargestellt: Seine Hautfarbe.”

Mit Verlaub, meine sehr geehrten Damen und Herren,

wüsste man nicht einen Haufen “aufgeklärter Mitteleuropäer” vor sich,
könnte man auch eine Gruppe von Rassisten vermuten.

(…)

MfG

J.N.

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Erste Reaktionen (Zweite Juliwoche):

Sehr geehrte Unicef Mitarbeiter,

Ich war vollkommen angewidert, als ich Ihre “UNICEF-Anzeigenserie Schulen für Afrika!” (http://www.unicef.de/4500.html) sah.

Wie in Gottes Namen koennte jemand, der halbwegs intelligent ist, einen Zusammenhang zwischen schwarzen Kindern und weissen Kindern mit DRECK im Gesicht herstellen! Das ist Uebelkeitserregend.

Wie kann ich das meiner vierjaehrigen Tochter erklaeren, die bereits darunter leidet, dass unsere Gesellschaft erwarted, dass sie weiss sein soll? Soll ich ihr sagen, dass schwarz zu sein genauso gut ist, wie weiss mit Dreck im Gesicht??? Was werden wohl ihre weissen Klassenkameraden daraus machen, wenn das naechste mal gestritten wird???

“Es war gut gemeint”, kann in diesem Fall keine Entschuldigung sein. Eine Organisation wie Unicef, sollte es besser wissen. Bestenfalls koennte man Ihnen und Ihrer Werbeagentur (Agentur Jung von Matt/Alster) totale Ignoranz vorwerfen. Schimmstenfalls ist Dies ein Zeichen von einem (verstecktem) weissen Ueberlegenheitsgefuehl und einer fehlenden Achtung anderer Voelker!

Aus Ruecksicht auf meine Tochter und aus Achtung vor dem Anderssein, wuerde ich Sie instaendig bitten, diese Werbekampagne nicht laufen zu lassen, da sie sehr verletzend ist.

Hochachtungsvoll,

Andrew Naughton

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Hallo,

ich kenne eine Menge Kinder in Afrika die pünktlich zur Schule gehen und sich durchaus über den Unterricht ärgern.
Denn dazu gibt es – obwohl es Unicef seit Jahrzehnten gibt und üppige Mittel und zahlreiche hochbezahlte Fachleute zur Verfügung stehen – einigen Grund: Weiterführende Schulen sind in den meisten afrikanischen Ländern kostenpflichtig!!! Bis auf weinige Ausnahmen konnen sich nur Eliten den Besuch einer weiterführenden Schule für ihre Kinder leisten. Wer afrikanische Schulkinder sucht, findet sie selbst in den Nobelinternaten in der Schweiz, in England und Frankreich! Geld ist das Kriterium, nicht Hautfarbe!Klasse, nicht “Rasse”! WIESSE Kinder, die sich ihr Gesicht beschmieren und SCHWARZE spielen, sind plump(mal was von Blackface und Minstrel Shows gehört?)und gehen komplett am Thema vorbei. SCHWARZE Kinder leben nicht nur in Afrika. Aber fast überall auf der Welt haben arme Menschen erschwerten Zugang zu Bildung.
Beim Thema Schule und Afrika sollte vielmehr die Geringschäzung für die eigene Sprache und Kultur im Mittelpunkt stehen, die in der Regel diejenigen beigebracht bekommen, die es auf eine Weiterführende Schule schaffen: Höhers Wissen wird in Kolonialsprachen vermittelt. Die Muttersprache wird allenfalls als Fremdsprache gelehrt. Somit ist auch die Perspektive auf afrikanische Kultur und Geschichte in zahlreichen afrikanischen Schulen eine koloniale. Und genau diese ignorante Perspektive transportiert die Unicef Kampagne. Anstatt in der Anzeige die wahren Probleme (Armut, Sprachpolitik)zu thematisieren (deren Lösung sich Unicef ja teilweise engagiert widmet)werden peinliche, rassistische Klischees transportiert. Schade! UNICEF hätte eine bessere Kampagne verdient!

Mit besten Grüßen,

Jean-Alexander Ntivyihabwa