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Das flexible Geschlecht

via Bundeszentrale für politische Bildung (bpb)

Bericht zum Forum 6: Neue Räume, alte Grenzen? – Gender in der Migrationsgesellschaft

Unter der Moderation von Miriam Lau, Journalistin (DIE ZEIT) diskutierten Sharon Otoo Autorin und Blacktivistin; Tülin Duman, Geschäftsfühererin von GLADT e.V. ; Gabriele Dietze, Humboldt-Universität zu Berlin sowie Lamya Kaddor, Religionspädagogin und Autorin, über Neue Räume, alte Grenzen? – Gender in der Migrationsgesellschaft.

Sharon Otoo begann mit einem Inputreferat über “Die drei Lügen, die sich das weiße Deutschland erzählt”. An drei exemplarischen Beispielen,

  • der Mord von Marwa el-Sherbini, Sommer 2009,
  • das berüchtigte Wahlplakat von den Grünen in Kaarst, Sommer 2009,
  • die WM der Männer in Südafrika, Sommer 2010,

erläuterte sie wie sich die deutsche Mehrheitsgesellschaft als eine weiße deutsche Gesellschaft konstituiert, die sich über die Markierung des Anderen herstellt und gesellschaftliche Normierungen als Faktor von Diskriminierung und Ungleichbehandlung ausblendet.

Sharon Otoo beschrieb den Zusammenhang von Rassismus und Sexismus und die Bedingungen der Möglichkeiten von rassistischer Diskriminierung: Die Norm ist weiß und männlich, die Abweichung Schwarz und weiblich.

Hinsichtlich der Diskussion um Migration und Integration stellte Sharon Otoo fest, dass es dabei um Normierungen geht, die einer wirkungsvollen Antidiskriminierungs- und Gleichstellungspolitik im Wege stehen. Wenn Frauen of Color in Deutschland wirklich von Bedeutung wären und eine Stimme hätten, wäre der Begriff Migrant_in sicherlich unbrauchbar. Nicht alle Migrant_innen sind sichtbar “anders” und nicht alle, die “nicht weiß” aussehen, sind Migrantinnen und Migranten. Dies fasste Sharon Otoo am Ende ihres Vortrags noch einmal kurz und zutreffend zusammen: “Wir Deutschen sind diverser als manche Deutsche uns wahrhaben möchten.”

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Afrika-Bild im Abitur Niedersachsen nicht zeitgemäß

Der Freundeskreis Tambacounda e.V. hatte mit einem offenen Brief an das niedersächsische Kultusministerium auf die inhaltlichen Misstände des für das Zentralabitur 2011 vorgesehene Lehrbuch A la découverte de l’Afrique noire francophone hingewiesen und eine recht abwiegelnde Antwort erhalten.

Dokumentation:

–  offener Brief des Vereins an den niedersächsischen Kultusminister Dr. Althusmann

vollständige kritische Rezension des Lehrbuchs von Dr. M. Moustapha Diallo, Lehrbeauftragter an der Universität Paderborn

Antwort des niedersächsischen Kultusministeriums

Weiterlesen und mit-Unterzeichnen sowie Infos zur Podiumsdiskussion auf www.afrika-macht-schule.de !

 

– Publikation “Afrika in deutschen Medien und Schulbüchern” von Anke Poenicke aus dem Jahr 2001

Aus deren Resumee:

Die Ergebnisse der neueren Untersuchungen zur Darstellung Afrikas in Medien und Schulbüchern in Deutschland, die der vorliegende Bericht rezipiert und ergänzt, können in drei Kategorien eingeordnet werden.

Erstens wirken sich allgemein übliche Herangehensweisen besonders auf die
Darstellung Afrikas negativ aus. (…) In den Schulbüchern haben sich beispielsweise Multiperspektivität und kulturelle Selbstreflexion noch lange nicht durchgesetzt, beides Prinzipien, die für das Unterrichtsthema Afrika besonders wichtig wären.

Zweitens werden speziell zu Afrika höchst problematische traditionelle
Darstellungsmuster ungebrochen fortgesetzt, die im Hinblick auf den Wunsch nach
einer besseren europäisch-afrikanischen Verständigung kontraproduktiv erscheinen.

Diese Muster haben sich in den letzten Jahrzehnten teilweise kaum verändert, auch da nicht, wo sie in Medien- und Schulbuchanalysen systematisch untersucht und kritisiert worden sind. Schulbücher zu Fächern, die Afrika, Afrikanerinnen und
Afrikaner schon zu Kolonialzeiten berücksichtigt haben (z.B. Biologie, Erdkunde),
schneiden besonders schlecht ab.

Drittens sind in fast jedem analysierten Medium und Korpus Beispiele zu finden, die mögliche Wege aufzeigen und als Vorbilder dienen können. Beispielsweise räumen sie Afrika Platz ein, berücksichtigen afrikanische Perspektiven und hinterfragen die üblichen Erklärungsmuster.

Da Analysen und Kritik nicht annähernd im erhofften Maße zu Veränderungen geführt haben, erscheint es wenig sinnvoll, mit den Ergebnissen der neueren Analysen noch einen Forderungskatalog zusammenzustellen, der von den Verantwortlichen für Medien und Schulbücher mit Missachtung gestraft wird.

Was ist zu tun?

Wissenschaftliches Gutachten: Schutz vor Diskriminierung im Bildungsbereich!

Die berliner LADS (Landesstelle für Gleichbehandlung – gegen Diskriminierung) hat vom rechtwissenschaftlichen Institut der Humbold-Universität,  Professor Dr. Baer, ein Gutachten erstellen lassen zu der Frage, wie der Schutz vor Diskriminierung im Bildungsbereich aus rechtlicher Sicht zu werten ist. Es umfasst eine Analyse und Handlungsempfehlungen.

Darin heißt es unter anderem:

Aus juristischer Sicht fehlen insbesondere Regeln zum Beschwerdeweg, zur Beweislast, zum Maßregelungsverbot, zur Unterstu?tzung durch Verba?nde und zu Maßnahmen der Pra?vention. Wu?nschenswert wa?ren zudem genauere Definitionen von Diskriminierung, denn auch motivierte Verantwortliche sind oft unsicher, wenn es darum geht, komplexe Vorga?nge entsprechend einzuscha?tzen.

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Sa, 12.9. im WDR Fernsehen: “Apartheid an Düsseldorfs Grundschulen?”

via afrohorizont

Cosmo TV / WDR sendete zu diesem Thema heute den Beitrag “Die Ghetto-Klassen ” Deutsche i-Männchen unter sich?”

Wiederholungstermin: Samstag, 12. September 2009, 09.00 ” 09.30 Uhr

Norbert Müller, Grundschullehrer u. stellv. Landesvorsitzender der Gewerkschaft Erziehung u. Wissenschaft (GEW) in NRW bestätigt: “Von den 3500 Grundschulen des Landes sind 1100 katholisch u. 111 evangelisch. Die GEW hat immer kritisiert, daß speziell die katholischen Schulen unter der Hand mit ihrem geringen Ausländeranteil werben u. damit die soziale Spaltung der Gesellschaft schon im Kindesalter fördern.”

10.8. Schulbeginn in NRW. Einem/er BlogleserIn sind bei der Einschulungsfeier in einer katholischen Grundschule in Düsseldorfer sog. “Ausländerklassen” aufgefallen: nicht das die Grundschule einen besonders hohen Migranntenanteil gehabt hätte, Klasse 1a und Klasse 1b waren “rein deutsch”, in Klasse 1c wurden alle Kinder von Migrannten oder ethnischen Minderheiten zusammengefasst. Die Eltern kammen z.B. aus Polen, China, waren AfrikanerInnen oder Schwarze Deusche.

Darauf angesprochen, erklärte die Schulleiterin, die Klassen würden nach Kriterien wie Wohnort oder Präferenz der Kinder zusammengestellt und “man bräuche sich als Elternteil aber keine Sorgen machen, die Lehrerin wäre wirklich sehr gut””.

Die Düsseldorfer Schulaufsicht wurde informiert. Sobald neue Informationen vorliegen, mehr.

Pressekontakt: Vincent Djeumo, Verein Afro-Horizont e.V. Düsseldorf

Homestory Deutschland – Schwarze Biografien in Geschichte und Gegenwart – ab 18. Mai in Münster

Ausstellung von Sonntag,18. Mai 2008 bis Sonntag, 22. Juni 2008 im Stadtmuseum Münster.

gesamtes Rahmenprogramm: HIER

Web: www.stadtmuseum-muenster.de
eMail: museum@stadt-muenster.de
Das Museum liegt im Stadtzentrum in der Fußgängerzone.
Fußweg vom Hbf. ca. 5 Minuten.
Öffnungszeiten: dienstags”freitags 10.00″18.00
Uhr, samstags, sonn- und feiertags 11.00″18.00 Uhr,
montags geschlossen.