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N- und Z-Wort aus allen Lindgren-Neuauflagen gelöscht.

Zusendung von M.:

es sieht so aus, als könnte “so geht’s nicht: Astrid Lindgren” nun in die Kategorie “Erledigt” verschoben werden, Sie waren wohl erfolgreich.

http://www.oetinger.de/verlag/haeufige-fragen/[rassistisches Wort]-und-[noch ein rassistisches Wort].html

Zitat (die Auslassungen rassistischer Wörter stammen von uns; wir überlegen uns aber gerade ebenfalls diskriminierende und beleidigende Artikel-Überschriften, die wir verbreiten können, um unsere Aufgeschlossenheit und Fortschrittlichkeit zu unterstreichen):

“Sind in den aktuellen Übersetzungen der Bücher Astrid Lindgrens die Worte „N[…]r“ oder „Z[…]r“ zu finden?

Nein, wir haben die deutschen Übersetzungen der Bücher und Hörbücher von Astrid Lindgren mit Blick auf den jeweils aktuellen Sprachgebrauch überprüft und Anpassungen vorgenommen. In allen Neuauflagen und Neuaufnahmen ab 2009 sind die Worte „N[…]r“ und „Z[…]r“ nicht mehr zu finden. Diese Begriffe sind heute nicht mehr zeitgemäß, entsprechen im deutschen Sprachgebrauch nicht mehr dem Read more

bayerisches Kultusministerium: Kolonialrassismus unbedenklich

Mit einer hohen Auflage, zahlreichen Auszeichnungen, emanzipatorischen Botschaften und dem Sprachgebrauch der damaligen Zeit begründet das bayerische Kultusministerium seinen Entschluss, “Pippi Langstrumpf” weiterhin als Lektüre für dritte Klassen zuzulassen. Eine Literaturwissenschaftlerin (und Mutter) hatte in einem offenen Brief dezidiert auf das in Astrid Lindgrens Büchern vorhandene koloniallrassistische Gedankengut und Vokabular hingewiesen und ein Antwortschreiben erhalten, das voller Widersprüche steckt.

Die empfohlenen Bücher mit Texten wie “Und übrigens (…) will ich euch sagen, dass …es in Kenia keinen einzigen Menschen gibt, der die Wahrheit sagt.” oder “Malin war so dreckig, dass es eine richtige Freude war, sagte Großmutter.. Lange Zeit hat Großmutter geglaubt, dass sie eine Negerin wäre, weil sie so eine dunkle Haut hatte, aber das war wahrhaftig nur der allerwaschechteste Dreck.(…)” sind nach Ansicht des bayerischen Kultusministeriums durchaus dazu geeignet, “zu einem respektvollen Miteinander anzuleiten”.

In der ausführlichen und vielfältigen Abwehr der Vorwürfe, dass die Lektüre Rassismus transportiere, “entlastet” die Behörde die Autorin Lindgren unter anderem mit der (nachweislich unsinnigen) ‘Begründung’, dass es in den 1940er Jahren “keinen Schwarzen in Skandinavien” gegeben hätte.

Beschwerdeschreiben der Literaturwissenschaftlerin

Textauszüge aus den kritisierten Werken

Antwortschreiben des bayerischen Kultusministeriums

(mehr Links zum Thema unten)

Analyse der Red. (weiterlesen):

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Pippi Langstrumpf – Emanzipation nur für weiße Kinder?

Update Dezember 2008:

Schreiben der Literaturwissenschaftlerin Dupe Laja an das bayerische Kultusministerium:

“Pippi Langstrumpf” als Lehr-/Lernmittel im Deutschunterricht in der 3. Klasse!
Kolonial-rassistische Stereotypen in Astrid Lindgrens Werk (pdf download hier)

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Oktober 2008:

Ein wichtiger kurzer Artikel von Prof. Dr. Maureen Maisha Eggers zum download:

Pippi Langstrumpf – Emanzipation nur für weiße Kinder?
Rassismus und an (weiße) Kinder adressierte Hierarchiebotschaften

Mehr dazu in unserer “Liste von Kinder- und Jugendbüchern/-Medien mit diskriminierenden Inhalten oder Ausdrücken”