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Buchtipp: «Karriere eines konstruierten Gegensatzes: zehn Jahre ‹Muslime versus Schwule›»

Sachbuch / Monographie von Koray Yilmaz-Günay (Hrsg), 209 Seiten

«Karriere eines konstruierten Gegensatzes: zehn Jahre ‹Muslime versus Schwule›. Sexualpolitiken seit dem 11. September 2001» blickt zurück auf die letzte Dekade und schaut auf die Überlappungen von feministischen und queeren Debatten mit den Entwicklungen in der Mehrheitsgesellschaft. Es geht der Frage nach, ob/wie die relativen Erfolge von Frauen- und Homosexuellen-Emanzipationsbewegungen unter anderem durch rassistische Rückschritte erkauft wurden. Nicht zuletzt weist es den Weg für einen Aktivismus, der gesellschaftliche Emanzipation befördert, anstatt benachteiligte Gruppen gegeneinander in Stellung zu bringen.

Das Buch enthält unter anderem Beiträge von: Markus Bernhardt – Zülfukar Çetin – Jin Haritaworn – Andreas Hieronymus – Alexander King – Georg Klauda – Jennifer Petzen – Dirk Ruder – Saideh Saadat-Lendle – Hilal Sezgin – Yasemin Shooman – Salih Alexander Wolter.

Es ist zu bestellen über http://www.Yilmaz-Gunay.de ; Preis: 5 Euro (+ Porto);

ab Januar auch als PDF erhältlich

Interkultureller Rat: “Rassisten sind eine Gefahr, nicht Muslime!”

Gruppierungen wie die NPD, pro Köln und pro NRW sind auf der Suche nach Mehrheiten zur Veränderung der demokratischen Gesellschaft. Dabei setzen sie auf Kampagnen gegen Minarette, Moscheen und gegen das Kopftuch.

Die Erklärung „Rassisten sind eine Gefahr, nicht Muslime“ wird vom Interkulturellen Rat, PRO ASYL und dem Deutschen Gewerkschaftsbund anlässlich des Internationalen Tags gegen Rassismus am 21. März veröffentlicht.

Darin finden sich Handlungsempfehlungen, um Demokratische Strukturen zu stärken. Unter anderem:

• Die Medien haben dafu?r Sorge zu tragen, dass sie mit ihrer Berichterstattung keine rassistischen Stereotype befo?rdern und rassistischen und fremdenfeindlichen Positio- nen in ihren Leserbrief- und Kommentarseiten kein Forum bieten.

• Schulen, Universita?ten und andere Bildungseinrichtungen sollen sich mit den Organi- sationsstrukturen und Argumentationsmustern von Rechtsextremisten und Rassisten aktiv auseinandersetzen.

Die ganze Erklärung ist HIER als Pdf.

Anm der Red.: der DGB könnte gleich in den eigenen Reihen anfangen.

Lehrer-Gewerkschaft GEW: Islam “rückwärtsgewandt”, Muslime “Überlegenheitsgefühle”

Ein Artikel über “Deutschenfeindlichkeit” unter SchülerInnen mit Migrationshintergrund ist in der aktuellen Ausgabe der Mitgliederzeitschrift der Gewerkschaft für Erziehung und Wissenschaft [sic] erschienen. Darin wird das Phänomen der “Deutschenfeindlichkeit” u.a. folgendermaßen erklärt:

“Eine der Ursachen für diese Entwicklungen scheint ein Kulturkonflikt zwischen westlichen und aus dem traditionellen Islam herrührenden Vorstellungen zu sein. Viele der jungen ImmigrantInnen erleben in ihren Familien eine verzweifelte Abwehr aller Veränderungen, insbesondere der Individualisierung. Der heutige Mehrheitsislam hat eine rückwärtsgewandte Grundhaltung, denn sein gesellschaftliches Ideal ist die Zeit in Medina vor 1.400 Jahren. (…) Angesichts des Autoritätsverlusts des muslimischen Mannes in der europäischen Diaspora und der perspektivischen Unsicherheit muss es zu Persönlichkeitskonflikten kommen. Unsicherheit aber kollidiert mit den traditionellen Überlegenheitsgefühlen vieler Muslime, ihrer Vorstellung dem einzig wahren, ursprünglichen Glauben anzugehören.”

“In den ethnisch segregierten Gebieten bleiben Immigranten weitgehend unter sich, gefangen in einem Kreislauf von Transferabha”ngigkeit und Bildungsversagen. Sie kompensieren Frustrationen und Perspektivlosigkeit durch Macho-Gehabe.”

Der ganze Artikel steht hier online: https://www.gew-berlin.de/blz/19635.htm (nofollow link)

Dabei hat die GEW ausgeblendet:

– Dass Rassismus und Diskriminierung die Kulisse von Macht und Einverständnis der Dominanzkultur zwingend benötigen um wirksam zu sein (alles andere ist gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit, jedoch ohne die weitreichenden strukturellen und institutionellen Auswirkungen).

– Dass “die Muslime” eine genau so wenig homogene Gruppe sind mit eben so vielen Übereinstimmungen in Überzeugungen und Handlungen wie “die Christen”.

– Dass die Begriffe “Immigranten” und “Muslime” keine Synonyme sind

– Dass es kulturrassistisch, kurzsichtig, unlogisch, wissenschaftlich unhaltbar und sehr gefährlich ist, zuerst eine Gruppe von Menschen als homogen zu konstruieren (“DIE Muslime”/DIE Immigranten / “DIE muslimischen Männer”) und küchenpsychologische Thesen über deren Befindlichkeiten mit ihrer Religionszugehörigkeit begründen zu wollen

– dass man mit exakt diese Instrumentarien eine unzulässige Ethnisierung, Rassifizierung und Diskriminierung vornimmt, und zwar unabhängig davon ob man später im Text eine andere Intention formuliert.

– Dass PädagogInnen für eine Betrachtung der Themenfelder “Rassismus” und “Diskriminierung” die wissenschaftliche Fachliteratur der letzten drei Jahrzehnte nicht ignorieren und gleichzeitig angemessen ihrem Lehrauftrag gegenüber jungen Menschen gerecht werden können.

Zuschriften (mit uns im cc) an: info@gew-berlin.de

Kontakt:

– GEW BERLIN –
Ahornstraße 5
D – 10787 Berlin-Schöneberg
Telefon: +49 30 2199930
Telefax: +49 30 21999350

Internet: www.gew-berlin.de

Vertretungsberechtigter Vorstand nach BGB:
Rose-Marie Seggelke (1. Vorsitzende) und Peter Baumann (Schatzmeister)

Verantwortlich für den Inhalt:
Udo Jeschal (Geschäftsführer)

Recherche nicht notwendig: “Abenteuer Kilimandscharo”

Sehr geehrte Damen und Herren,

anlässlich Ihrer Ankündigung für das Frühstücksfernsehen dieser Woche

Abenteuer Kilimandscharo – Mit dem ARD-Morgenmagazin live auf den Gipfel(…)

(…)müssen wir [leider] feststellen, dass schon im ersten Bericht von Philip Siegel zahlreiche sprachliche Fehler zu finden sind. Es ist fast alles falsch. Es heißt “habari za asubuhi”, nicht “habari ashubui”. Ebenso heißen die Felder “shamba”, nicht “chamba”. Ebenso heißt es “haraka”, nicht “horaka”. Auch heißt es “kwa heri”, nicht “koaheri”.

Es ist doch erstaunlich, wie viel Respektlosigkeit bzw. Nachlässigkeit einer Sprache gegenüber hinter dermaßen vielen Fehlern steckt.

Mit freundlichen Gruessen,

Dr. Luise Steinwachs (…)

Tanzania-Network.de e.V.

ZDF: nichts aus Studie gelernt?

“Amira ist etwa 37 Jahre alt, mit ihrem Sohn zusammen aus Nigeria geflohen. Sie spricht stark gebrochenes Deutsch/Pidgin English. Amira ist tief gläubige Muslima. Sie war einmal eine sehr gut aussehende Frau, ihre Schönheit ist aber mittlerweile am Verwelken. Wie ihr Sohn arbeitet sie als ungelernte Hilfskraft in der Kantine.”

So beginnt nicht etwa der Aufsatz “wie ich möglichst viele negative Klischees auf einmal verbreite”, sondern die Beschreibung des neuen (!) Filmprojektes der Filmakademie Baden-Württemberg, der Filmproduktion “Bittersuess” und des ZDF.

“Die Himmelsleiter”, ein Abschlussfilm der Filmakademie Baden-Württemberg will in Koproduktion mit dem Kleinen Fernsehspiel einen Film machen über “Schwierigkeiten und Konflikte junger Menschen aus dem muslimischen Kulturkreis, in unserer westlichen Gesellschaft zu ihrer eigenen Identität zu finden und diese zu leben.”

(Ausführliche Pressemappe des Projektes: hier)

Es drängt sich der Eindruck auf, dass die Erkenntnisse aus der Studie der Universität Erfurt zum Gewalt- und Konfliktbild des Islams bei ARD und ZDF, bei letzterer Anstalt keinerlei Erkenntnisgewinn nach sich gezogen haben und schlicht ignoriert werden.

Ganzes Schreiben des braunen mob e.V. mit Begründung an das ZDF:

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