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“Österreichische Volkspartei” lässt tief blicken…

… was ihr zum Wort “Schwarz” so alles im Kopf herum geht.

“Mit zeitgemäßen Medien sollen Sie erfahren welche Themen in der Gemeinde- politik diskutiert und welche Beschlüsse gefasst werden.”

behauptet die Partei auf ihrer Homepage. Ganz zeitgemäß ist der rassistische cartoon zum Thema “Schwarzbauten” allerdings nicht wirklich, eher befindet er sich in ungebrochen kolonialer Darstellungstradition. Wir haben schon originellere Kolonialpostkarten aus dem Jahr 1920 gesehen…
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quelle: ÖVP

Die ganze Broschüre als pdf hier
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Kontakt: (Parteien wünschen sich generell Dialog mit BürgerInnen): peterfriedl@oevp-anif.at

österreichischer Landeschef Gerhard Dörfler: Rücktrittsforderung! – – offener Brief von ISD u.a. an Politik und Öffentlichkeit

via ISD

Wir fordern: Ein klares NEIN zu rassistischer und sexistischer Politik!

Die KärntnerInnen sind lustig, so heißt es. LH Gerhard Dörfler (BZÖ) möchte anscheinend beweisen, dass er ein besonders würdiger Vertreter der KärntnerInnen ist: “Warum sonst erzählt er in seiner Funktion als Landeshauptmann Witze über Schwarze Menschen, oder lässt sich umarmt von zwei als nackte, Schwarze Frauen verkleideten weißen Männern beim Faschingsumzug ablichten?

Die Antwort liegt auf der Hand: LH Dörfler ” und das gilt auch für die von ihm repräsentierte Partei ” vertritt ein rassistisches Weltbild, in welchem Schwarze Menschen höchstens als Witzfiguren, sexualisierte Halbnackte oder Wilde vorkommen. Die gegebene Tatsache, dass diese Handlung von so wenigen anderen PolitikerInnen dieses Landes Widerspruch bekommt, belegt wiederum, wie salonfähig rassistisches und diskriminierendes Agieren auf politischer und gesamtgesellschaftlicher Ebene in Österreich ist. Wie rassistische Ressentiments immer wieder zum Stimmenfang genutzt werden und wurden, verdeutlichen uns eindrucksvoll die Ergebnisse der Kärntner Landtagswahlen vom 1. März 2009.

Wir fordern den sofortigen Rücktritt von LH Dörfler, da es in Österreich nicht möglich sein darf, dass Rassismus und Sexismus – hier als geschmackloser Faschingsscherz verpackt -, Fixbestandteile der österreichischen Politik sind. In Anbetracht kommender Wahlen erscheint es uns wichtig und dringend notwendig, bundesweite Maßnahmen zu setzen, die derartiges Verhalten in Zukunft sofort sanktionieren.

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POLIZEIGEWALT IN ÖSTERREICH

In unserem Nachbarland Österreich hat der Fall der schweren Misshandlung des Schwarzen Amerikaners Mike B. für heftige Diskussionen gesorgt.

Mike B., Lehrer an der “International School of Vienna”, wurde an einer Wiener U-Bahn-Station von zwei in zivil gekleideten Drogenfahndern vermeintlich mit einem Dealer “verwechselt” und brutal misshandelt. Das Opfer erlitt dabei schwere Verletzungen.

Die österreichische Polizei hat sich weder entschuldigt, noch hat es bisher Konsequenzen für die zwei besagten Polizisten gegeben. Stattdessen spricht die österreichische Polizei nun lieber von den angeblichen “Mitwirkungspflichten” des Opfers bei der so genannten “Amtshandlung”.

Die österreichische Anti-Rassismus-Organisation ZARA sieht “großen Handlungsbedarf” und kritisiert Praktiken von racial profiling und überzogener Gewalt der österreichischen Polizei.

Dass Schwarze Menschen in den Medien durch rassistische “Images” häufig als verbrecherisch bzw. negativ dargestellt werden, trägt sicher mittelbar zu solchen schlimmen Vorkommnissen bei und muss an dieser Stelle erwähnt werden.

Hier ist ein sehr lesenswertes Interview, das mit Mike B. geführt worden ist.

Auszug:

Verstehen Sie, dass viele Wiener ein falsches Bild von Schwarzen haben, weil sie tagtäglich in der U-Bahn mit Drogenhandel konfrontiert sind?
Ehrlich gesagt nicht. Denn nur weil einige Weiße kriminell sind, habe ich ja auch kein schlechtes Bild von weißen Menschen allgemein.”

zum Interview

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Hier ein Blogeintrag darüber im Brothers Keepers Blog

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Hier ein TV-Beitrag darüber, samt Interview mit Mike B. und anderen Schwarzen österreichischen Erfahrungen:

Erstmals Haftstrafe wegen rassistischer Verhetzung im Internet

… via Black(s) in NRW:

Wien
Der Wiener Anti-Rassismus-Verein “Zara” wurde monatelang per Email und durch Blog Postings bedroht und belästigt. “Stinkende Ni(…)rbastarde, nutzlose Muselmanen, abgrundhässliche Mümmelweiber, vollgepisstes moslemisches Lumpenpack “” waren dabei noch die harmloseren Emails. Per IP Adressen Rückverfolgung konnte ein 53-jähriger weisser EDV-Techniker als Täter ausfindig gemacht werden. Der Mann war bereits in der Vergangenheit wegen rassistischer Beleidigung einschlägig aufgefallen und auf Bewährung verurteilt worden. Vom Wiener Straflandesgericht wurde er nun zu neun Monaten Freiheitsentzug verurteilt, zwei Monate davon unbedingt. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Quelle: Der Standard, 20.9.08