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26. – 28. Juni 2009, Berlin: Fachtagung “Rassismus, Wissen(schaft) und Universität”

NEUER Veranstaltungsort!!!

Werkstatt der Kulturen
Wissmannstraße 32
12049 Berlin
Tel. 030 – 60 97 70-0
info(at)werkstatt-der-kulturen.de

Mehr dazu hier.

Rassismus gehört zu den wirkungsmächtigsten und folgenschwersten historischen Hypotheken, mit denen sich die Welt auch im 21. Jahrhundert auseinander zu setzen hat. Der europäische Versuch, Menschen nach ‘Rassen’ zu unterteilen, ist als gescheitert anzusehen. Doch sein Geschöpf, der Rassismus, ist strukturell und diskursiv ” in Form von Macht, Gewalt und Wissen ” allgegenwärtig und wirkmächtig. Das verstärkt sich noch dadurch, dass der Rassismus in der bundesdeutschen Gesellschaft weitgehend verleugnet bleibt. All dies hat für Medien, Wissenschaft und die deutsche Literatur- und Theaterlandschaft weitreichende Konsequenzen. Diesen widmet sich die Tagung. Es gilt herauszuarbeiten, wie kolonial entstandenes rassistisches Wissen in der deutschen Gesellschaft bis heute prominent fortwirkt und zugleich auch von People of Colour widerständig herausgefordert wird. Auch ist zu diskutieren, wie über Rassismus gesprochen werden kann, ohne seine Denkmuster und Machtfelder zu reproduzieren. In Performances, Theaterstücken, akademischen Vorträgen, Podiumsdiskussionen und Arbeitsgruppen werden Wissenschaftler_innen und Studierende sowie Künstler_innen und Journalist_innen of Colour Rassismus analysieren, beschreiben und hinterfragen. Die Tagung dient der politischen Bildung und richtet sich an eine interessierte breite Öffentlichkeit.

Vortragende u.a.:

Katharina Oguntoye, Sheila Mysorekar, Noah Sow, Grada Kilomba, Paul Mecheril, ManuEla Ritz , Natasha A. Kelly, Victoria B. Robinson, Mutlu Ergün, Kien Nghi Ha, Lara-Sophie Milagro, uvm.

Ausführliche Informationen zum Programm:www.limitedtoyou.com

Fachgespräch “Rassismus bildet”

Bildungsperspektiven unter Bedingungen rassistischer Normalität
IDA-NRW in Kooperation mit Paul Mecheril
5./6. Dezember 2008, CJD, Bonn

Zum Thema

“Rassismus bildet” – diese zunächst womöglich irritierende und provozierende Aussage verweist auf eine Realität, die beim Fachgespräch zum Thema werden soll. “Rassismus” interpretieren wir als eine Praxis des Unterscheidens zwischen uns und ihnen, des Unterscheidens zwischen einem machtvollen, dominanten und als dazugehörig gedachten wir sowie einem durch herabwürdigende Zuschreibungen gekennzeichneten, nicht fraglos dazugehörigen sie. Diese rassistischen Unterscheidungen können als eine Praxis der Fremd- und Selbstpositionierung bezeichnet werden, die von den Individuen als normal, als ordnend und strukturierend wahrgenommen werden, die ihre Sicht auf die Welt bilden. Das rassistische Ordnungsprinzip des machtvollen Unterscheidens wirkt somit nicht allein als “äußerliche” Verteilung von Ressourcen, sondern ist auch in dem Sinne produktiv, als es auf Selbst-, Gegenstands- und Weltverständnisse einwirkt: Rassismus bildet.

Im Anschluss an das Fachgespräch “Die Normalität des Rassismus” im September 2007 soll dieser Zusammenhang im Rahmen des diesjährigen Fachgesprächs grundsätzlich betrachtet werden (Wie bildet Rassismus unter welchen Bedingungen und mit welchen Konsequenzen wen?). Darüber hinaus sollen rassismuskritische Möglichkeiten der Thematisierung und Schwächung des Bildungsgehaltes von Rassismus erkundet werden.

Ausschreibung, Anmeldung, Programm: HIER

Homepage von IDA-NRW (Informations- und Dokumentationszentrum für Antirassismusarbeit in Nordrhein-Westfalen): http://www.IDA-NRW.de