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zweiter offener Beschwerdebrief gegen rassistische Glosse in der taz vom 19.04.2011

via  Migrationsrat Berlin Brandenburg e. V.

ADEFRA e.V. – Schwarze deutsche Frauen und Schwarze Frauen in Deutschland
Afrika-Rat e.V.
Initiative Schwarze Menschen in Deutschland (ISD-Bund) e.V.
Migrationsrat Berlin Brandenburg e.V. (MRBB),
Türkischer Bund in Berlin-Brandenburg e.V. (TBB)
Bitte beachten Sie, dass jeglicher Schriftverkehr zu diesem Fall zu Zwecken der Dokumentation und
Aufklärung von uns für Veröffentlichungen genutzt werden kann.

Sehr geehrte Frau Pohl,
Sehr geehrter Herr Metzger,
Sehr geehrte Frau am Orde

die künstlerische Freiheit, die in der von Herrn Micheal Ringel befürworteten Glosse steckt, lässt sich treffend mit May Ayim beschreiben: „Alle worte in den mund nehmen / egal wo sie herkommen / und sie überall fallen lassen /ganz gleich wen es / trifft (künstlerische freiheit, May Ayim).
Herr Ringel muss sich daher die Frage gefallen lassen, wie das Anverwandeln inferiorer, triebhafter Darstellungen mit entsprechendem rassistischen, kolonial-besetzten Vokabular, die gegenteilige Wirkung der verwendeten Worte beim Leser erzeugen soll?
Rassistische, kolonial-besetzte Sprache regt rassistische Denkrichtungen und Grenzüberschreitungen an oder wie Karl Kraus es ausdrückt: „Die Sprache ist die Mutter, nicht die Magd des Gedankens.“
Die von Herrn Ringel verwendete sarrazinische Weißwaschungsformel „Der Text ist nicht rassistisch, weil er nicht so gemeint war“ ist genauso inakzeptabel wie die unter seiner Leitung erschienene Glosse. Die Autonomie, die er bei der taz genießt, sollte er nicht für rassistische Diffamierungen
missbrauchen. Ein von ihm öffentlich Vorgebrachtes Eingeständnis seines Fehlverhaltens ist angebracht, vor allem wenn er der Meinung ist, dass es gar nicht so gemeint war.
Der Verweis auf die Autonomie der Wahrheit Redaktion entbindet unserer Ansicht nach die Chefredaktion der taz nicht von der Verantwortung für die Denkrichtungen, die durch die taz angestoßen werden. Es zeugt von mangelnder Konsequenz einerseits rassistische, kolonial-besetzte
Sprachbilder für die taz abzulehnen und sie andererseits unwidersprochen zuzulassen. Read more

Radio-Interview des MRBB zu rassistischen Taz-Entgleisungen

1) Zu einem schwer rassistischen Taz Artikel vor zwei Wochen

2) … gab es Proteste

3) … und darauf hin die erwartet wirre Antwort der Taz; inhaltlich etwa “Sie haben Recht aber wir machen trotzdem so weiter”, “wir machen dasselbe wie die NPD, um besonders links zu sein”, “wir haben das Funktionsprinzip ‘Satire’ nicht verstanden”.

taz – Antwortbrief als pdf hier

– Auf Radio Corax gab der MRBB nun dazu ein Interview.  Das Interview kann hier gehört oder heruntergeladen werden.

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(Hintergrund /dazu auch:) Taz – auch 2010 schon unverbesserlich

 

Radio Fantasy Augsburg: öffentlicher Protest nach öffentlichen Rassismen

Neu vom 9.9.2009:

Antwortschreiben der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien: “rassistische und diskriminierende Tendenzen” erkennbar. (echt? Anm der Red.). Rassismus für Erwachsene wird aber als unbedenklich eingestuft. Schreiben hier zum Download.

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29. März 2009:

Der Augsburger Radiosender “Radio Fantasy” hat mehrere Schüsse des 20. und 21. Jahrhunderts offensichtlich nicht gehört. Rap wird dort schon mal als “Buschmusik” betitelt und Berichte über Michelle Obama mit Sprüchen wie ‘Black Mamba schlängelt sich ins Weiße Haus’ und ‘N…kuss mit Folgen’ versehen, so das Institut für interkulturelle Unternehmensberatung und Bildungsmanagement.
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16.-20.2.: der mob präsentiert: “Edutainment Attacke!”
Schwarze post-post-postmigrantische Comedy Tournee mit Mutlu Ergün und Noah Sow

Pünktlich zum Black History Month präsentiert der braune mob e.V. diese Veranstaltung auf Tour:

präsentiert vom Ministerium für Integrationswahn und niedrigschwellige Unterhaltung,

absolviert von Noah Sow (“Deutschland Schwarz weiß“) und Mutlu Ergün aka Sesperado (“Re/Visionen“).

Bei einem bunten Abend mit Quiz, Standup Comedy, Clips, Rap, Satire, Lesung, uva. erfahren Sie unter anderem:

– was man auf die Frage “wo kommst du heeeer?”“ alles antworten kann
– ob Europäer über mehr genetische Vielfalt als Fruchtfliegen verfügen
– was die zivilisierte Welt vom Stamm der Bayern lernen kann
– welche Parallelgesellschaften die größten Intergrationsprobleme haben
– wie “mein bester Freund Cihad“ seine Kommilitonen durcheinanderbring

16.2. Hamburg, Black History Month, Werkstatt 3
18.2. Marburg, KFZ
19.2. Döbeln, Café Courage (Treibhaus e.V.)
20.2. Berlin, Amerika Haus

“Wir freuen uns auf zahlreiches Erscheinen von PoC sowie ihren/Ihren/unseren unterpigmentierten FreundInnen.”

Mehr Infos und anfreunden(!): HIER

Edutainment Attacke! auf Myspace
Edutainment Attacke! auf Facebook

(Weitere Termine, in Bayern und NRW, im Mai.)