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Hannover, Neues Rathaus, 6.-28.1.2011: Ausstellung “Bilder im Kopf”

Hiermit möchten wir auf die Ausstellung “Bilder im Kopf” aufmerksam machen, die insbesondere auch für Familien und Schulklassen geeignet ist.

Sie ist zu sehen vom 6. – 28. Januar 2011, im Neuen Rathaus Hannover – kann aber deutschlandweit (und ggf darüber hinaus) bestellt und ausgeliehen werden.

Konzipiert und produziert wurde die Ausstellung vom Verein “Freundeskreis Tambacounda e.V.”:

Was sind es für Bilder und Vorstellungen, die den Blick auf unsere Mitwelt prägen? Wie entstehen sie und wie können wir sie verändern?”

Um die Welt zu verstehen, vereinfachen wir sie. Vorurteile und Stereotype sind solche Vereinfachungen und lebensnotwendig – ohne sie könnten wir unsere Umwelt nicht begreifen. Ihre Komplexität würde uns überfordern. Halten wir diese Reduzierungen jedoch für die Realität, drohen sinnvolle Vereinfachungen zu Verurteilungen zu werden und es kommt zu Ausgrenzung und Diskriminierung.

Dieser Gefahr will die Wanderausstellung Bilder im Kopf entgegenwirken. Konkretisiert wird dieses abstrakte Thema an Bildern über Afrika, da dieser Read more

SIXT Sommerloch: Supremacy als Werbegag

Offensichtlich hat SIXT kein Interesse daran, an Schwarze Menschen zu vermieten – sonst würden sie sie weniger unverschämt instrumentalisieren. Das kann man sch ja für die nächste Mietwagensuche vormerken.

Diese Mail -und damit verbundene  Werbung- erreichte uns heute:

quelle: sixt, FAZ

Einsendung dazu:

—— Weitergeleitete Nachricht
Von: Mekonnen Mesghena
Datum: Mon, 28 Jun 2010 11:10:43 +0200
An: Werberat
Betreff: Sixt-Werbung in der Süddeutschen Zeitung vom 23.06.2010

Sehr geehrte Damen und Herren, Read more

PUMA: animalisch, magisch, Afrika. Und Usain Bolt ist besonders instinktgeleitet

UPDATE; NEU vom 16.6.:

Antwort von PUMA, die einen Bruch ihres Hauseigenen “Ethikkodex” damit rechtfertigen, dass dieser hauseigene “Ethikkodex” existiert (sic.)

gute Antwort auf die Mail von Puma

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14.6.2010:

“erweck deine wilde Seite…”, “Instinkt”, “Energie”, “Lebensfreude”, “farbenfrohe Welt Afrikas”… gepaart mit “Animalisch” und “Magie” – und dazu natürlich ausschließlich Schwarze als Models. Kein Klischee in kolonialer Tradition (in der sich stets weiß als “Intellekt” im Gegensatz zum “triebgesteuerten” Schwarz konstruiert) scheint dem PUMA Konzern fern zu sein, um sein neues Parfum “Animagical” zu bewerben.

Hier kann man den TV Spot sehen (wenn man sich vom ganzen Ausmaß des Stereotypenkaleidoskops selbst überzeugen möchte).

Auszug aus einem (vielkopierten) Pressetext:

Warum also versuchen, alles zu analysieren und zu hinterfragen? Ist es nicht viel schöner, sich einfach mitreißen zu lassen und den Moment zu genießen? Genau dieses Gefühl fängt PUMA in ANIMAGICAL ein.
Es kann nur einen geben, der als Botschafter für all das steht, was zum Ausdruck gebracht werden soll: Für den Willen und die Fähigkeit, Grenzen zu überwinden, wie PUMA es tut. Für die Verbindung von Energie und Instinkt. Und das ist USAIN BOLT. …
Für die Kreation der temperamentvollen Düfte und ultra-coolen Verpackungen ließ sich PUMA von der farbenfrohen Welt Afrikas inspirieren. Animalisch, magisch – absolut ANIMAGICAL.

Consumer-Feedback an PUMA von H.:

Sehr geehrte Damen und Herren,

mit großem Entsetzen habe ich Ihren Fernsehspot zum Duft „Animagical“ zur Kenntnis genommen. Allein der Name dieses Duftes und die Tatsache, dass in dem Spot nur Schwarzen Menschen zu sehen sind ist Rassismus pur! Sie setzen Schwarze Menschen mit „animalischer Magie“ gleich?! Zudem bedienen Sie sich zig Stereotypen wie z.B. Schwarze Menschen = toll tanzen, Schwarze Menschen = exotisch = erotisch, ,was ja durch ein mehr als fragwürdiges und merkwürdiges Entkleiden der Darsteller auch noch unterstrichen wird.

Traurig, traurig, dass Ihnen und Ihren Werbefachleuten da nichts Besseres eingefallen ist!

Mit freundlichen Grüßen…

H. [name der red. bekannt]

P.S.
Dieser Briefwechsel wird von mir öffentlich geführt. Mein Schreiben sowie Ihre Antwort werde ich zu Zwecken der Dokumentation und Aufklärung veröffentlichen.

Kontakt -mit uns im cc- : info-de@puma.com PUMA AG, 91074 Herzogenaurach, Phone:(49) 9132 81 0, Fax: (49) 9132 81 2246

POLIZEIGEWALT IN ÖSTERREICH

In unserem Nachbarland Österreich hat der Fall der schweren Misshandlung des Schwarzen Amerikaners Mike B. für heftige Diskussionen gesorgt.

Mike B., Lehrer an der “International School of Vienna”, wurde an einer Wiener U-Bahn-Station von zwei in zivil gekleideten Drogenfahndern vermeintlich mit einem Dealer “verwechselt” und brutal misshandelt. Das Opfer erlitt dabei schwere Verletzungen.

Die österreichische Polizei hat sich weder entschuldigt, noch hat es bisher Konsequenzen für die zwei besagten Polizisten gegeben. Stattdessen spricht die österreichische Polizei nun lieber von den angeblichen “Mitwirkungspflichten” des Opfers bei der so genannten “Amtshandlung”.

Die österreichische Anti-Rassismus-Organisation ZARA sieht “großen Handlungsbedarf” und kritisiert Praktiken von racial profiling und überzogener Gewalt der österreichischen Polizei.

Dass Schwarze Menschen in den Medien durch rassistische “Images” häufig als verbrecherisch bzw. negativ dargestellt werden, trägt sicher mittelbar zu solchen schlimmen Vorkommnissen bei und muss an dieser Stelle erwähnt werden.

Hier ist ein sehr lesenswertes Interview, das mit Mike B. geführt worden ist.

Auszug:

Verstehen Sie, dass viele Wiener ein falsches Bild von Schwarzen haben, weil sie tagtäglich in der U-Bahn mit Drogenhandel konfrontiert sind?
Ehrlich gesagt nicht. Denn nur weil einige Weiße kriminell sind, habe ich ja auch kein schlechtes Bild von weißen Menschen allgemein.”

zum Interview

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Hier ein Blogeintrag darüber im Brothers Keepers Blog

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Hier ein TV-Beitrag darüber, samt Interview mit Mike B. und anderen Schwarzen österreichischen Erfahrungen: