Posts

“Festival contre le racisme” in Mainz und Köln

Das “Festival contre le racisme” ist eine dezentrale bundesweite Kampagne vom freien zusammenschluss von studentInnenschaften (fzs) sowie dem Bundesverband Ausländischer Studierender (BAS).

In der kommenden Woche wird es im Zuge dieses “Festival contre le racisme” sowohl in Mainz als auch Köln unter anderem folgende Veranstaltungen geben:

Am Montag, den 8. Juni 2009, wird Noah Sow in Mainz eine Lesung zu ihrem Buch “Deutschland Schwarz Weiss” halten.

Wo?

Taberna Academica, Johann-Joachim-Becherweg 3, 55128 Mainz

Wann?

Am 8. Juni 2009 um 21 Uhr

Homepage von “Deutschland Schwarz Weiss”

Weitere Informationen:
Referat für politische Bildung, AStA Uni Mainz
politischebildung[at]asta.uni-mainz.de

Am Dienstag, den 9. Juni 2009, wird der Schwarze deutsche Rapaktivist Tibor Sturm aka QuietStorm, Mitglied der “Brothers Keepers, im AstA-Café der Universität zu Köln einen Vortrag halten.

Darin wird er sowohl über seine Erfahrungen als Schwarzer Deutscher berichten, der in einem mehrheitsgesellschaftlich weißen Umfeld in Bayern aufgewachsen ist, als auch über sein Engagment gegen Rassismus.

Wo?

AstA-Café der Universität zu Köln, Universitätsstraße 16, 50937 Köln

Wann?

Am 9. Juni 2009 um 16 Uhr

hier zur Veranstaltungsmitteilung

Hintergrund: Interview mit Tibor Sturm – “Recht und Gerechtigkeit sind zwei paar Schuhe” – Tibor Sturm wurde zu sieben Monaten Haft ohne Bewährung verurteilt, weil er sich gegen einen Überfall von sechs Nazis erfolgreich wehrte.

Interview mit Tibor Sturm – “Recht und Gerechtigkeit sind zwei paar Schuhe”

Der Schwarze deutsche Rapper Tibor Sturm aka QuietStorm wurde im Dezember 2005 von sechs Nazis in der Nähe von Erlangen überfallen. In Notwehr handelnd verletzte er bei der Selbtsverteidigung einen der Angreifer schwer.

Für diese vermeintliche “überzogene Notwehr” wurde er von einem deutschen Gericht zu sieben Monaten Haft ohne Bewährung verurteilt.

Von den rassistischen Angreifern jedoch wurde bisher keiner von einem deutschen Gericht zur Rechenschaft gezogen.

Seit dem 30. Januar 2009 ist Tibor Sturm wieder auf freiem Fuß und lebt seitdem in Berlin, da nach seiner Entlassung aus der Haft in Bayern zahlreiche Morddrohungen von seiten RassistInnen gegen ihn ausgesprochen worden sind.

In einem am 1. April 2009 veröffentlichten Interview spricht Tibor Sturm über seine Zeit im Gefängnis, schildert zudem seine Sicht der Dinge zu Deutschland, der hiesigen Justiz und dem Problem Rassismus.

Trotz der negativen Erfahrungen, die Tibor Sturm häufig mit rassistisch motivierter Gewalt und Diskriminierung gemacht hat und weiterhin macht, ist es ihm ein wichtiges Anliegen sich gegen Rassismus und für Respekt und Toleranz einzusetzen. Hierzu engagiert er sich in ganz Deutschland in vielfältiger Form, z.B. im Zuge von Workshops für Jugendliche.

“Ich hab das so oft gesagt: Recht und Gerechtigkeit sind zwei Paar Schuhe. Ich hatte in diesem Extremfall das Recht, mein Leben zu verteidigen. Aber gerecht wurde die Strafe, wurde mein Leben allgemein danach nicht behandelt. Recht und Gerechtigkeit ” das ist ein Unterschied zwischen Himmel und Hölle.”

hier zum Interview mit Tibor Sturm in der Süddeutschen Zeitung