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‘White Charity’ – Supremacy im Subtext von Barmherzigkeit – Film online sehen!

Neu: For subtitles go to ‚cc‘ in the video and choose language(s).

Ein Projekt, das wir schon seit einigen Jahren mit Spannung aus der Ferne beobachten, ist nun fertiggestellt und veröffentlicht:
der Film “White Charity“!

Von Carolin Philipp und Timo Kiesel,
Mit: Aram Ziai, Grada Kilomba, Peggy Piesche, Philipp Khabo Köpsell, u.a.

Der Film ist in ganzer Länge online zu sehen und auch als DVD erhältlich. Zudem wird er in Kinos, Unis und NROs gezeigt.

Homepage, Film online sehen und aktuelle Vorführungstermine: www.whitecharity.de

Auszüge aus dem Begleittext:

Die Analyse der entwicklungspolitischen Spendenplakate zeigt, wie auch ein – auf den ersten Blick – humanitäres, menschenfreundliches Arbeitsfeld koloniale Denkweisen reproduziert und dabei Menschen entlang ihrer zugeschriebenen Hautfarbe unterscheidet und bewertet.

Meist werden auf den Spendenplakaten Schwarze Menschen dargestellt und in stereotyper Weise als passive Objekte defizitär oder exotisch konstruiert. Wir möchten das dahinterliegende Weiße Selbstbild betrachten, dass die Hilfsorganisationen mit ihrer Werbung zeichnen: Die Bilder erfüllen eine gesellschaftliche Funktion der Aufrechterhaltung Weißer Überlegenheit.

Der Dokumentarfilm bringt Vertreter_innen von Nichtregierungsorganisationen mit Wissenschaftler_innen der Postkolonialen Theorie und Rassismuskritik ins Gespräch und diskutiert die Spendenplakate in dem Kontext von Kolonialismus, Rassismus und Macht.

Der Film analysiert die Macht der Bilder. Es geht nicht darum einzuschätzen, ob die Spenden die gewonnen werden auch sinnvoll eingesetzt werden. Allerdings verraten die Darstellungsweisen teilweise durchaus etwas über die Struktur der NRO, in denen größtenteils Weiße Deutsche Entscheidungsträger_innen sitzen und sowohl Partnerorganisationen aus dem Süden strukturell ausgegrenzt werden.

Checklisten zur Vermeidung von Rassismen in der entwicklungspolitischen Öffentlichkeitsarbeit

via BER (Berliner Entwicklungspolitischer Ratschlag), NEU erschienen als Anhang zu der Broschüre “Von Trommlern und Helfern”!

Die Öffentlichkeitsarbeit entwicklungspolitischer NRO reproduziert oft Stereotype und Rassismen. So werden Schwarze und People of Color im Nord-Süd-Kontext häufig als Objekte und Empfänger/innen von Hilfe oder Unterstützung dargestellt, Weiße dagegen als handelnde Subjekte und Expert/innen.

Um dem entgegenzuwirken, legt die AG Antirassismus des Berliner Entwicklungspolitischen Ratschlags (BER) diese Checklisten vor, die Organisationen als Anregung und Denkanstoß für eine reflektierte Arbeitsweise dienen und dazu beitragen sollen, rassistische Darstellungen in Bild und Text zu vermeiden.

Der braune mob e.V. hat Feedback und Tipps zur dem Projekt beigesteuert und empfiehlt Download und Lektüre für alle Menschen, die zum Themenfeld “Entwicklungszusammenarbeit” oder “ferne Länder” im weitesten Sinne arbeiten.

Pdf Download: http://ber-ev.de/download/BER/09-infopool/checklisten-rassismen_ber.pdf

helfen ohne Selbsterhöhung:
Broschüre über Rassismus
in der Entwicklungszusammenarbeit

via BLACKprint

Heute wurde in Neues Deutschland über die Broschüre “Von Trommlern und Helfern – Beiträge zu einer nichtrassistischen entwicklungspolitischen Bildungs- und Projektarbeit” berichtet.

Hier ein Ausschnitt:

Wie wichtig gerade die Selbstwahrnehmung der entwicklungspolitischen Nichtregierungsorganisationen (NRO) bei der Ausblendung des Themas Rassismus ist, zeigen Timo Kiesel und Carolin Philipp in ihrem Beitrag »Schicken Sie Zukunft! Weiß- und Schwarzsein auf Plakaten von Hilfsorganisationen«: »Die NRO haben mit ihren meist weißen deutschen Mitarbeitern die Hoheit über Darstellung und Definition von Schwarzen und PoC (People of Colour) im öffentlichen Raum. Diese Macht ermöglicht, negative Seiten des Selbsts auszublenden. So werden zwar Not und Hunger gezeigt, aber nicht Wohlstand und Reichtum. Die beiden Phänomene werden dadurch in einen falschen Zusammenhang gesetzt, nämlich dass Barmherzigkeit und nicht etwa Ausbeutung die zentrale Verbindung zwischen armen und reichen Menschen sei.«

Den ganzen Artikel gibt es hier und die Broschüre kann man dort bestellen

Sw